(Minghui.org) Vor fünf Jahren erhielt ich das Dafa. Damals wusste ich nicht, dass ich das höchste Fa des Universums gefunden hatte und dass ich die großartige Gelegenheit und Ehre erhielt, ein Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung unter der Gnade unseres barmherzigen Meisters zu werden.

Während dieser fünf Jahre lernte ich nach und nach, dass unsere Verantwortung riesengroß ist. Wir sind für die Errettung der Menschen auf der Welt verantwortlich, die einst Buddhas, Taos und Gottheiten waren, die herabgestiegen sind, um das Fa zu erhalten. Wir sind auch verantwortlich für die Wesen innerhalb unserer Universen, da unser Körper ein riesiger Kosmos voller großartiger Lebewesen ist, die wir erretten  sollen.

Der Meister sagt: 

„Ein Sandkorn ist wie ein Kosmos, darin gibt es auch Menschen mit Intelligenz wie wir und es gibt ebenso solche Gestirne, Gebirge und Flüsse. Das hört sich sehr mystisch an! Wenn das so ist, überlegt einmal, gibt es darin noch Sandkörner oder nicht? Gibt es noch dreitausend Große Welten in jenen Sandkörnern? Gibt es dann noch Sandkörner in jenen dreitausend Großen Welten? Und gibt es wiederum dreitausend Große Welten in diesen Sandkörnern? Also auf der Ebene des Tathagatas kann kein Ende gesehen werden. Bei den molekularen Zellen des Menschen ist es genauso.“ (Li Hongzhi, Zhuan Falun 2012, Seite 92)

Und natürlich, wie uns der Meister erklärt hat, ist die Kultivierung der Schlüssel. Wenn man sich nicht gut kultiviert, kann man die hohen Lebewesen, die hier herabgekommen sind, nicht erretten. Dann wird man außerdem noch die eigenen Lebewesen und Räume ruinieren.

Ärger kann deine Ebene zerstören

Während meines Weges der Kultivierung war eines der Dinge, die ich -  leider erst spät -  erkannt habe, dass man die Gedanken, die nicht mit den Fa-Prinzipien übereinstimmen, nicht akzeptieren soll. Man soll sie schnell beseitigen, auch wenn sie manchmal wahr oder logisch erscheinen. Denn wenn man sie akzeptiert und anfängt, mit ihnen im Geist zu kommunizieren, werden sie immer stärker und es wird immer schwerer, sie zu beseitigen.

Der Meister sagt im Zhuan Falun:

„Bei allen Informationen, bei allen intelligenten Wesen deiner Körper und bei deinen Zellen wächst die Kultivierungsenergie, natürlich wächst die Kultivierungsenergie auch beim Neben-Urgeist.“ (ebenda, Seite 484)

Nach meinem begrenzten Verständnis geschieht dasselbe mit negativen Gedanken und mit den Eigensinnen ... Wenn man sie nicht beseitigt, dann bekommen sie Energie und es wird schwieriger, sie loszuwerden. Das ist vor allem der Fall, wenn man denkt, dass sie ein Teil von einem selbst sind. Wie könnte einem der Meister helfen, wenn man diese Gedanken zulässt und denkt, dass sie Teil von einem sind?

Wenn wir von schlechten Gedanken sprechen, waren Emotionen meine schlimmsten Feinde in der Kultivierung, insbesondere der Ärger. Obwohl ich wusste, dass Gefühle für einen Kultivierenden die Rolle von Dämonen spielen und dass Ärger eine Emotion ist, die ein Kultivierender nicht akzeptieren soll, dachte ich in bestimmten Situationen, dass Ärger nicht nur richtig, sondern manchmal sogar gerechtfertigt ist. So habe ich in meinen Gedanken einen Dämon erschaffen.

Ich arbeite für die Epoch Times und habe immer gedacht, dass unsere Artikel sehr gut sein sollen, damit uns die Menschen schätzen und respektieren. Dadurch wird es für sie einfacher, die Artikel zur Wahrheitserklärung zu akzeptieren. Deshalb wurde ich wütend, wenn jemand in einem Artikel Fehler machte, da ich dachte, dass seine Fehler unsere Arbeit, Lebewesen zu erretten, beeinträchtigen oder gar ruinieren würde. Das traf insbesondere zu, wenn es um Artikel ging, durch die wir, wie ich wusste, neue Gruppen von Menschen erreichen können.  

Eines Tages erhielt ich eine Lektion, die ich niemals vergessen sollte. Ich will sie euch erzählen, vielleicht ist es für andere Praktizierende nützlich. Eines Tages begleitete ich einen Kollegen, der zuständig war, eine Protestveranstaltung weit entfernt vom Büro zu filmen. Sie wurde von einer Gruppe organisiert, die wir vorher noch nicht erreicht hatten. Wir brauchten sehr lange, um dorthin zu gelangen, mit den Menschen zu reden und Interviews zu führen. Dann kehrten wir ins Büro zurück und ich schrieb den Artikel. Dabei bemühte ich mich, ihn so gut wie möglich zu schreiben, damit ihn die Menschen, die protestiert hatten, zu schätzen wüssten. Nach großer Anstrengung war der Artikel schließlich fertig. Aber der Redakteur hatte die Idee, den ersten Absatz auf eine dermaßen schlechte Art umzuschreiben, dass ich das Gefühl hatte, der Artikel sei eine Schande. In diesem Moment war ich nicht nur ärgerlich, sondern sogar wütend. Ich hatte das Gefühl, dass derjenige, der dies getan hatte, alle meine Bemühungen ruiniert hatte und dass meine ganze Arbeit umsonst war. Ich diskutierte nicht mit diesem Praktizierenden, aber nicht, weil ich mich selbst zurückhalten wollte, wie ich es ja tun sollte, sondern weil dieser Praktizierende nicht da war. Aber der Ärger verflüchtigte sich den ganzen Tag nicht und brannte wie Feuer in mir. Am Abend, als ich nach Hause kam, hatte ich die Vision, das Ebene für Ebene meiner Welten zerstört wurden. Dieses Gefühl kann ich nicht mit Worten beschreiben. Ich wusste, dass alle meine Wesen auf diesen Ebenen wegen meiner Empörung nicht errettet werden konnten.

Der Meister sagt:

„Mancher hat kein starkes Hauptbewusstsein, er folgt dem Gedankenkarma und tut Schlechtes, dann ist er ruiniert und fällt herunter. Aber die meisten können es mit ihren starken subjektiven Gedanken (einem starken Hauptbewusstsein) verdrängen und ihm entgegenwirken. Das bedeutet, dass dieser Mensch zu erlösen ist und Gutes von Schlechtem unterscheiden kann, das heißt auch, dass er ein gutes Erleuchtungsvermögen hat. Mein Fashen wird ihm dann helfen, den größten Teil dieses Gedankenkarmas zu beseitigen. So etwas kommt oft vor.“ (ebenda, Seite 365 f)

Das hätte vielleicht passieren können. Ich meinte, dass die Ebenen, auf denen ich wegen meines Ärgers nicht bleiben konnte, zerstört wurden. Oder – hoffentlich – habe ich nur eine Warnung bekommen, was es bewirken kann, sich vom Ärger packen zu lassen. Ich fing an zu weinen und flehte den Meister um Hilfe an, die Zerstörung dieser Welten und den Tod der dortigen Lebewesen aufzuhalten. Dann verschwand die Vision.

Aber leider - obwohl ich solch eine gewichtige Lektion erhalten hatte, konnte ich es nicht unterdrücken und ich fiel hin und wieder herunter. In all den Jahren, in denen ich meinem Ärger freien Lauf gelassen hatte und ihn in gewisser Weise für gerechtfertigt hielt, war er stark geworden.

Kürzlich erhielt ich eine zweite Lektion: Ich war auf einem Event, bei dem ich Interviews führen sollte. Es war spät am Abend und ich war müde. Jemand sagte etwas, dass mich beleidigte, und in dem Moment spürte ich den Ärger in mir hochsteigen. Natürlich war mir klar, dass ich ein Praktizierender bin und ich ihn nicht zulassen sollte und dass dies eine Prüfung war. Mir war klar, dass ich nach innen schauen sollte, anstatt mich so sehr aufzuregen, doch es war schon zu spät. Nach einigen ärgerlichen Sekunden, bevor ich Zeit hatte, ihn aufzulösen, hörte ich einen lauten Knall: Der Transformator des Gebäudes war explodiert. So hatten wir keinen Strom und das Event wurde abgesagt.

Dies war das zweite Mal, dass mir der Meister den zerstörerischen Effekt meines Ärgers zeigte. Ich konnte dieses Problem noch nicht vollständig lösen, doch ich arbeite hart daran. Ich will nicht länger den Gedanken akzeptieren, dass die Fehler anderer mir das Recht geben, ärgerlich zu sein, auch wenn die Fehler unsere Arbeit beeinträchtigen. Manchmal schaffe ich es und manchmal nicht. Aber ich hoffe, dass ich mit mehr Fa-Lernen und mit der Hilfe unseres verehrten Meisters den Kampf mit dem Dämon des Ärgers gewinnen werde. Ich möchte, dass meine Mitpraktizierenden wissen, wie gefährlich es ist, dieses Gefühl zuzulassen.

Angst kann tödlich sein

Im vergangenen Frühling ging ich in die Berge zum Wandern. Als ich losging, war der Weg, den ich ging in Ordnung, das Wetter war gut, das Gras war grün ... alles schön. Aber als ich den Berg höher hinaufging, war es nicht mehr schön und angenehm, und der Weg war mit Schnee bedeckt. Ich ging jedoch weiter und dachte, es würde nicht schlimmer werden. Aber es wurde schlimmer. Irgendwann befand ich mich dann auf einem sehr abschüssigen Plateau. Der Weg war unsichtbar und ich trat auf schmelzenden Schnee, auf einem sehr abschüssigen Plateau. Wo auch immer ich meinen Fuß hinstellte, gab der Schnee nach und rutschte das Plateau hinunter. Ich war in Gefahr hinzufallen. Ich war allein, niemand war da, der mir helfen konnte.  Und allmählich bekam ich Angst.

In diesem Moment fiel mir ein, was der Meister erklärt: 

„Wenn er Angst hat, kann es vielleicht wirklich zu Problemen kommen. Denn wenn du etwas befürchtest, ist das Angst. Ist das nicht Eigensinn? Wenn dein Eigensinn auftaucht, muss er nicht beseitigt werden? Je ängstlicher du bist, desto mehr ähnelt dies einer Krankheit. Dein Eigensinn muss unbedingt beseitigt werden, deshalb lässt man dich diese Lehre daraus ziehen, damit deine Angst beseitigt wird und du dich erhöhst.“ (ebenda, Seite 323)

Also sagte ich mir, dass ich die Angst in meinen Gedanken nicht akzeptieren sollte. Ich ging weiter in Richtung Gipfel. Wenn ich gefallen wäre, hätte es keinen Weg zurück gegeben. Oft wollte mich die Angst überwältigen, aber ich akzeptierte sie nicht. Ich hörte deutlich eine Stimme, die sagte: „Wenn du Angst gehabt hättest, hätten wir dich getötet!“

Nach innen schauen und nicht im Außen suchen

Obwohl ich wusste, dass ein Kultivierender nur nach innen schauen sollte, um seine eigenen Lücken zu finden und nicht darauf, was andere Leute tun, war ich leider oft nicht erfreut, dass einige Praktizierende nicht genug taten oder manchmal ihre Aufgabe nicht gut erledigten. Ich war sehr kritisch. Doch der Meister erinnerte mich gutherzig daran, dass ein Praktizierender das nicht tun sollte.

Eines Tages, als ich nach Hause zurückkam, fiel mein Blick auf ein Gebäude und ich sah durch ein großes Fenster zwei Personen, die ganz still standen, ohne sich ein einziges Mal zu bewegen. Ich blieb stehen und schaute, erstaunt von der Tatsache, dass diese Menschen wie  zwei Statuen ohne eine einzige Bewegung dastanden. Ich fragte mich: Was machen sie? Schauen Sie fern? Wenn ja, warum reden sie nicht manchmal miteinander? Und so weiter ... Es vergingen einige Minuten, in denen ich sie beobachtete. Dann wurde mir bewusst, dass ich nicht mehr weiterlief, weil ich andere Menschen beobachtete. Ich hatte die Erleuchtung, dass man sich bei der Kultivierung darauf konzentrieren sollte, standhaft und fleißig voranzukommen, und sich nicht darum kümmern sollte, was andere Leute tun.  Andernfalls wird man Zeit und Energie verlieren und man wird dabei aufgehalten, den eigenen Kultivierungsweg zu gehen und seine Mission zu erfüllen. Ich dankte unserem Meister für diese wertvolle Lektion.

Ein anderer Fehler, den ich während der Kultivierung machte war, dass ich, wenn ich bei meinen Aufgaben zur Bestätigung des Fa auf Störungen stieß, manchmal aufrichtige Gedanken aussendete, ohne nach innen zu schauen, obwohl unser Meister sagte, dass Störungen ohne Grund nicht erlaubt sind. Also ist mir folgendes passiert: Jeden Abend, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam, fingen die streunenden Hunde in der Nähe meines Wohnblocks an, mich anzubellen und das sehr heftig. Ich weigerte mich, vor ihnen Angst zu haben und sendete aufrichtige Gedanken aus. Dies geschah an mehreren Abenden hintereinander. Eines Abends kamen die bellenden Hunde auf mich zu und ich hatte Angst gebissen zu werden. Sie waren ganz bei mir. In diesem Moment dachte ich: Es muss einen Grund geben, dass sie das tun dürfen, ich muss nach innen schauen.

In dem Moment, als ich diesen aufrichtigen Gedanken hatte, schaute ich die Hunde an und obwohl sie immer noch bellten, wedelten sie mit dem Schwanz und schauten mich freundlich an. Schließlich hörten sie auf zu bellen und liefen weg. Durch dieses Erlebnis verstand ich, wenn mir Probleme begegnen, sollte ich mich nicht damit begnügen, aufrichtige Gedanken auszusenden, um sie zu beseitigen, sondern ich sollte auch nach innen schauen. 

Die Kraft der aufrichtigen Gedanken

Als ich ganz zu Beginn meiner Kultivierung verstanden hatte, dass es unsere Mission ist, Lebewesen zu erretten, war es das Erste was ich tat, den Menschen auf der Straße Flyer zur Erklärung der wahren Umstände auszuhändigen. Damals war ich voller Anschauungen, die mich davon abhielten, es gut zu machen. Meine Kultivierungsenergie war nicht hoch genug,  um die bösen Faktoren aufzulösen, die die Menschen davon abhielten, die Wahrheit zu erfahren und wahrscheinlich störten auch die Dämonen in dem Versuch, mich zu entmutigen und zum Aufgeben zu bewegen. Deshalb nahmen die Menschen auf der Straße fast alle keine Flyer von mir. Bis mir eines Tages eine Idee kam: Warum sende ich keine aufrichtigen Gedanken aus? So begann ich, aufrichtige Gedanken auszusenden und zu meiner Überraschung nahmen plötzlich alle Menschen die Flyer an und bedankten sich bei mir.

Ich habe die Kraft der aufrichtigen Gedanken oft erlebt. Am offensichtlichsten war es in der Situation, wenn unsere Kollegen technische Probleme mit dem Video und dem Aufnahmegerät bei Veranstaltungen hatten. Meistens waren sie schon kurz nachdem wir begonnen hatten, aufrichtige Gedanken auszusenden, in der Lage, das Problem zu lösen.

Einmal ging ich mit einem langjährigen Praktizierenden zu einem Falun Dafa Informationsstand.  Es war kurz nach Mittag und nur wenige Leute kamen vorbei. Noch weniger blieben stehen, um mit uns zu sprechen. Plötzlich fing es an zu regnen. Es war ein kalter Regen und wir froren.  Trotz der Kälte wollten wir nicht aufgeben und nach Hause gehen. Wir stellten uns unter einen Baum und waren entschlossen, nicht wegzugehen. Zu unserem Erstaunen blieben die Leute auf der Straße stehen und sprachen mit uns. Sie alle verstanden gut was wir ihnen zu sagen hatten und sie unterschrieben die Petition, die wir dabei hatten.

Dieses Erlebnis ließ mich verstehen, dass wir unsere De und unsere Xinxing erhöhen, wenn wir etwas hergeben. Dann sind die höheren Wesen beeindruckt und wir dürfen mehr Lebewesen erretten.

Letztes Jahr in München hatte ich ein weiteres erstaunliches Erlebnis bezüglich Verzicht und Barmherzigkeit. Es war November, ich denke Montagmorgen, ein Tag nach der Fa-Konferenz und wir hatten eine Informationsveranstaltung auf dem Marktplatz im Stadtzentrum. Es schneite am Morgen. Als ich dorthin kam, gab es nur wenige Praktizierende, die die Übungen machten. Mein erster Gedanke war: Wow, es schneit so stark, ich werde ganz nass werden und nirgendwo meine Kleider wechseln können, es wird hart werden ... Mir wurde sofort klar, dass das kein aufrichtiger Gedanke war. Ich beseitigte ihn, stellte mich zu meinen Mitpraktizierenden dazu und machte mit ihnen die Übungen. 10 oder 15 Minuten später hörte es auf zu schneien.

Den ganzen Tag wechselten wir uns ab, den Menschen Flyer zu geben, die wahren Umstände zu erklären und die Übungen zu praktizieren. Ich glaube am Ende des Abends, nach so vielen Stunden bei dem kalten Wetter auf der Straße, waren die Praktizierenden müde. Ich hatte das Gefühl, dass die Aktivität zur Wahrheitserklärung an einen toten Punkt angekommen war. Immer weniger Menschen sprachen mit den Praktizierenden und immer weniger unterschrieben die Petition gegen den Organraub. Plötzlich kam einer der Organisatoren zu den Praktizierenden und bat sie, die fünfte Übung zu machen. Obwohl es so kalt war und der Tag so lang war, zogen einige der Praktizierenden ihre Schuhe aus, um zu meditieren. Ein paar Augenblicke später spürte ich, wie eine unglaubliche Welle der Barmherzigkeit den Markt erfüllte. Ich kann es nicht mit Worten beschreiben, wie schön das war. Ich war nicht der einzige, der dies gespürt hatte. Die Menschen um uns herum änderten ihr Verhalten. Plötzlich standen sie in einer Schlange, um die Petition zu unterschreiben. Ich hörte sogar einige Leute sagen: Gott segne euch!

Versuche nicht Probleme zu lösen, sondern beseitige den Eigensinn

Früher war es schwierig für mich, mit Kälte umzugehen. Aber im Büro hatte ich eine Kollegin, die im Winter das Fenster weit öffnete, ganz gleich wie kalt es draußen war. Neben der Tatsache, dass es mir kalt war, regte ich mich sehr darüber auf, obwohl sie genau wusste, dass es mir kalt war und dass es mich störte. Ganz gleich wie oft ich sie bat, das nicht mehr zu tun, tat sie es immer wieder. Eines Tages war es mir leid, mich aufzuregen und immer wieder die Prüfungen nicht zu bestehen. Deshalb entschied ich mich: Okay, ich ertrage die Kälte ohne mich über sie aufzuregen. Das war's. Ich werde mich nicht mehr aufregen. Und ich ärgerte mich nicht.

Ein paar Minuten später kam unser Koordinator und bat sie, in einem anderen Raum zu arbeiten, wenn sie weiterhin darauf bestehen würde, das Fenster zu öffnen. So wurde das Problem erst gelöst, als ich mich änderte und nicht vorher.

Und zum Abschluss: Eines Tages als ich meditierte, schenkte mir der Meister eine wunderbare Vision. Es ist schwer, sie in Worte zu fassen: Es war, als ob ein Himmel vor meinem Himmelsauge „aufgeblüht“ wäre, er war angefüllt mit Millionen von leuchtenden Sternen, brillant und wunderschön. Angesichts dieser herrlichen Szene erschienen mir die Xinxing-Konflikte und Spannungen, die mich peinigten, trivial und bedeutungslos. Jetzt habe ich verstanden, dass ich mich nicht mehr über andere beklagen oder vor Schwierigkeiten fürchten soll, sondern mich auf die Kultivierung konzentrieren muss, um in den wunderschönen strahlenden Kosmos zurückzukehren, in den ich gehöre. Und zwar nicht allein, sondern mit allen Lebewesen, die ich errettet habe und mit meiner erfüllten Mission.