(Minghui.org) Im Jahr 2012 wurden einige Mitpraktizierende in meiner Stadt nacheinander verhaftet. Nach unserem Verständnis baten wir Anwälte um Hilfe und nutzten diese Chance, bei den Anwälten und Mitarbeitern des Justizsystems die wahren Umstände zu erklären. Währenddessen schauten wir auch ständig nach innen, beseitigten unsere Angst und arbeiteten gut zusammen. Manche verteilten das Material, andere klebten an öffentlichen Plätzen Flyer an und wieder andere erklärten den Menschen persönlich die wahren Umstände. Alle erledigten ihre Aufgaben sehr gut. Wir konnten sogar den Gedanken an Freilassung von Mitpraktizierenden loslassen und wollten nur, dass die Anwälte vor Gericht die Unschuld von Falun Dafa erklärten.

Allerdings lief es dann anders, als wir dachten. Bei dem Mitpraktizierenden, der als Erster einen Gerichtstermin hatte, tauchten vorher Symptome eines Schlaganfalls auf. Er wurde vom Gefängnis ins Krankenhaus gebracht und starb eine Woche später. Der Mitpraktizierende, der danach eine Verhandlung hatte, wurde, ohne dass sein Anwalt darüber informiert wurde, einfach so verurteilt. Im Fall des dritten festgenommenen Praktizierenden meinte sein Anwalt, dass selbst nach ihren Regeln (Regeln der Kommunistischen Partei Chinas) die Beweise nicht für eine Verurteilung ausreichen würden. (Bei der Durchsuchung waren nur einige Falun Dafa-Bücher gefunden worden.) Dennoch sprach das Böse den Praktizierenden schuldig, ohne dass sein Anwalt darüber informiert wurde.

Der Meister erklärte:

„Früher habe ich gesagt, dass alles, was sich heute in der menschlichen Gesellschaft ereignet, im Grunde genommen durch das Herz der Dafa-Jünger verursacht worden ist.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz 2002 in Philadelphia in den USA, 30.11.2002)

In diesen Jahren fragte ich mich immer wieder, worin denn unsere Fehler lagen. Einmal tauschte ich mich mit einem Mitpraktizierenden aus. Er meinte, dass er damals mit vielen Freunden und Kollegen über den Fall gesprochen habe. Er habe berichtet, dass ein Anwalt den Falun Dafa-Praktizierenden verteidigen würde. Dann habe er alle eingeladen, zum Gericht zu kommen, damit sie die wahren Umstände verstehen könnten. Ich sah, dass dies ein sehr starkes Trachten war. Vom Fa her wissen wir alle, dass es die Dafa-Jünger sind, die das Fa berichtigen. Aber wir setzten unsere Hoffnung in die gewöhnlichen Menschen (die Anwälte). Es war doch kein Wunder, dass die alten Mächte störten, wenn nicht wir selbst die wahren Umstände klar erklärten, sondern stattdessen wollten, dass die gewöhnlichen Menschen dies übernahmen.

Mit der Erhöhung der Kultivierung entdeckte ich nach und nach den verborgenen Eigensinn, nach Erfolg zu trachten. Wenn wir Problemen begegnen, schauen wir zwar nach innen, es steckt aber der Wunsch dahinter, eine Lösung zu finden. Als ein Dafa-Jünger soll man keine Bedingungen stellen und alle Chancen nutzen, um sich dem Fa anzugleichen.

Ich hatte zum Beispiel bei der Rettung eingesperrter Mitpraktizierender die ganze Zeit den Wunsch, Erfolg zu haben (zum Beispiel eine Freilassung zu erzielen), weil ich nach den Anforderungen des Fa gehandelt hatte. Auch wenn an diesem Wunsch nichts Besonderes war, handelte es sich um Trachten.

Der Meister erwähnte mehrere Male:

„Ohne Trachten kommt es von selbst.“ (Fa-Erklärung in Sydney, Li Hongzhi, 1996)

In vielen Fällen erreichte ich dies aber nicht.

Die verfolgten Mitpraktizierenden schauten manchmal auch nach innen und fanden dabei viele Fehler. Obwohl sie beschlossen, die Eigensinne zu beseitigen, wurden sie trotzdem vom Gericht verurteilt. Ich finde, die Mitpraktizierenden können darüber nachdenken, ob sie hinter dem Nach-innen-Schauen ein Ziel hatten, zum Beispiel den Wunsch, nicht verfolgt zu werden oder den Wunsch, freigelassen zu werden. Dies ist alles Trachten.

Der Meister erklärte:

„… als ich festgenommen wurde, habe ich nicht daran gedacht, wieder zurückzugehen, ich bin einfach hierher gekommen, um das Fa zu bestätigen.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung und Fa-Erläuterung auf der Fa-Konferenz im Großraum New York, 20.04.2003)

Egal wo man ist, wird das Fa bestätigt. Fehlt uns im Vergleich dazu nicht etwas?

Manche Mitpraktizierende hatten Erscheinungen von Krankheitskarma. Manche Mitpraktizierende halfen ihnen durch Aussenden der aufrichtigen Gedanken und Suchen von Eigensinnen. Manche Mitpraktizierende schauten auch nach innen und suchten die Probleme bei sich. Einige Mitpraktizierende, die Erscheinungen von Krankheitskarma hatten, kamen fleißig voran. Sie schauten nach innen, machten die Übungen weiter, nahmen keine Medikamente ein und machten Dinge für die Fa-Bestätigung nach den eigenen Möglichkeiten. Aber bei manchen dauerte das Krankheitskarma sehr lange und manch einer musste sogar die Welt verlassen und wusste bis zum Schluss nicht, worin die Fehler lagen.

In diesen Jahren erklärte uns der Meister immer wieder, wie groß der Kosmos ist und wie kompliziert die verschiedenen Faktoren sind. Die Schicksalsverbindungen sind ebenfalls sehr kompliziert. Wie wenig wissen wir denn darüber, was wir unterschrieben haben und welche Gelübde wir abgelegt haben! Unser Wissen ist sehr eingeschränkt. Wie können sich die Dinge nach unserem Arrangement entwickeln?

„Handeln ohne trachten“ (Li Hongzhi, Im Tao, 4.01.1996, in: Hong Yin I)

Ob etwas gut oder schlecht ist, ob jemand bleiben oder gehen soll, das alles soll der Meister entscheiden. Wir sollen bedingungslos dem Meister und dem Dafa vertrauen. Ist das nicht der Zustand, den wir als Dafa-Jünger, die sich heute wirklich kultivieren, erreichen sollen? Ich verstand einen der Gründe, warum die alten Mächte Schicht um Schicht vernichtet werden: weil sie die ganze Zeit nach etwas trachten.

„Du willst, er willTraurig, lächerlich“(Li Hongzhi, Gut hinsehen, 19.06.2003, in: Hong Yin II)

Dies sind meine oberflächlichen Verständnisse. Ich bin dankbar für barmherzige Hinweise der Mitpraktizierenden.