Älterer Bürger wird seit 1999 verfolgt, nun droht ihm ein weiterer rechtswidriger Prozess

(Minghui.org) Ein 77-jähriger Ingenieur ist die letzten 19 Jahre schwer verfolgt worden, weil er an seinem Glauben an Falun Gong [1] festhielt. Nun drohen ihm ein weiterer Prozess und möglicherweise eine weitere Inhaftierung. Wiederholte Verhaftungen, Inhaftierungen und Folterungen haben die Gesundheit dieses über 70 Jahre alten Mannes schwer beeinträchtigt.

Cao Hongru lebt im Shanghaier Bezirk Changning. Zuletzt wurde er am 4. Dezember 2017 rechtswidrig verhaftet, als er an seine Nachbarn Tischkalender mit Informationen zu Falun Gong verteilte.

Im Untersuchungsgefängnis Changning trat er in einen Hungerstreik und erlitt brutale Zwangsernährung durch die Polizei. Am 25. Dezember 2017 wurde seine Haft zur medizinischen Behandlung ausgesetzt.

Am 5. März 2018 wurden seine Akten an die Bezirksstaatsanwaltschaft Changning übergeben und am 20. April an das Bezirksgericht Fengxian in Shanghai weitergeleitet.

Seit Ende Mai hat sich Caos Gesundheitszustand verschlechtert.

Vorbildlicher Ingenieur

Cao Hongru war ein aufsteigender Stern. Nach seinem Studienabschluss wurde er sorgfältig ausgewählt, um in der Shanghaier Textilwarenfabrik anzufangen. Er war fleißig und erzielte große Erfolge in verschiedenen technischen und innovativen Projekten. Fünf Jahre in Folge erhielt er die Auszeichnung „Vorbildlicher Arbeiter in der Textilindustrie“ und gehörte zu den ersten Ingenieuren, die nach der Kulturrevolution vom Staatsrat der Textilindustrie anerkannt wurden.

Cao und zwei weitere Kollegen wurden 1989 nach Südamerika geschickt, um eine Bekleidungsfabrik zu gründen, in der Kleidung aus chinesischen Materialien für den Export in die Vereinigten Staaten hergestellt werden sollte. Nach einer Marktrecherche entschied man sich, eine Produktionsstätte in Costa Rica zu gründen.

Er arbeitete Tag und Nacht und die hohe Arbeitsbelastung forderte ihren Tribut in Bezug auf seine Gesundheit. Er bekam viele Krankheiten und musste zur Behandlung nach China zurückkehren.

Die medizinische Behandlung half nicht, so dass Cao im November 1995 mit dem Praktizieren von Falun Gong begann. Nach wenigen Wochen verschwanden alle seine Krankheiten spurlos: das Magengeschwür, die Wirbelsäulenhyperplasie, ein wiederkehrendes Geschwür im Mund, chronische Schlaflosigkeit und Rheuma.

Er lebte im Alltag nach den Prinzipien von Falun Gong: Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Cao war bei der Arbeit und in seiner Gemeinde hoch angesehen. Changning TV führte sogar ein Interview mit ihm, um seine vorbildlichen Leistungen und guten Qualitäten bekannt zu machen.

Ich kann meinen Glauben an Falun Dafa nicht leugnen

Am 20. Juli 1999 begann das kommunistische Regime Chinas unter dem damaligen Staatschef Jiang Zemin die landesweite Verfolgung von Falun Gong. Caos friedliches Leben wurde komplett auf den Kopf gestellt.

Am Tag nach Beginn der Verfolgung gingen Cao und einige andere Falun-Gong-Praktizierende zum städtischen Beschwerdebüro in Shanghai, um friedlich eine Petition für Falun Gong einzureichen, aber sie wurden von der Polizei angegriffen und vertrieben. Cao wurde in einem Polizeiwagen nach Hause gebracht. Unter Androhung von Haft wollte die Polizei ihn zwingen, eine Erklärung zum Verzicht auf Falun Gong zu unterzeichnen.

Aus Angst um seine Sicherheit knieten seine Vorgesetzten und sein Schwiegersohn vor ihm nieder und baten ihn, die Erklärung zu unterschreiben. In Tränen aufgelöst half er ihnen auf. „Ich kann meinen Glauben nicht verraten und ich kann meinen Meister nicht verraten, der mir ein zweites Leben geschenkt hat.“ An jenem Tag schikanierte die Polizei Cao und seine Familie bis 01:00 Uhr morgens, bevor sie schließlich ging.

Im August 1999 reiste Cao allein nach Peking. Er traf zwei junge Praktizierende im Zug. Die drei entfalteten auf dem Platz des Himmlischen Friedens ein Transparent mit den Worten „Falun Dafa ist gut“. Schnell wurden sie rechtswidrig verhaftet und von der Polizei verprügelt.

Die Männer wurden für einige Tage in einem Untersuchungsgefängnis festgehalten, bevor Cao von der örtlichen Polizei nach Shanghai zurückgebracht wurde. Er wurde zu einer Polizeistation gebracht, wo der Leiter der Station ihn zwingen wollte, eine Garantieerklärung zum Verzicht auf Falun Gong zu schreiben. Cao weigerte sich.

Um Mitternacht wurde er ins Gefängnis des Bezirks Changning gebracht, wo er gefoltert wurde – zuerst im Dunkeln aufgehängt, dann mit ausgestreckten Armen und Beinen an die Wand gekettet – von 01:00 Uhr morgens bis 15:00 oder 16:00 Uhr.

Er wurde 30 Tage lang ohne Anklage festgehalten, bevor man ihn schließlich freiließ.

Anhaltende Verfolgung

Am 17. Oktober 2000 wurde Cao erneut unrechtmäßig verhaftet, als er Materialien mit Informationen über die Verfolgung verteilte. Er wurde ins Untersuchungsgefängnis des Bezirks Minxing gebracht; dort raubte man ihm den Schlaf und zwang ihn, während der Verhöre stundenlang zu stehen. Wenn er sich während des Verhörs auch nur geringfügig bewegte, schlugen die Polizisten zu und traten ihn.

Einen Monat später brachte die Polizei Cao zur weiteren Misshandlung ins Allgemeine Psychiatrische Krankenhaus von Shanghai. Im Krankenhaus musste er Medikamente einnehmen, die das zentrale Nervensystem schädigen. Als er sich weigerte, wiesen die Verfolger robuste Geisteskranke an, ihn zu fesseln. Dann injizierten sie ihm unbekannte Medikamente. Er wurde extrem schwach und musste einen ganzen Tag im Bett liegen.

Seine Frau bat den Leiter des Krankenhauses, ihn zu entlassen, aber man sagte ihr: „Ihr Mann wird nie ohne Erlaubnis der Polizei nach Hause gehen dürfen.“

Eine Oberärztin schrieb in seine Krankenakte: „Dieser Patient wird niemals das Praktizieren von Falun Gong aufgeben.“ Obwohl sie wusste, dass Cao körperlich und geistig gesund war, verabreichte sie weiterhin Medikamente, die Nervenschäden verursachen.

Als Caos ältere Schwester von seiner Situation erfuhr, ging sie in das Büro des Krankenhausleiters. „Mein Bruder ist ein gesunder Mann“, sagte sie. „Ich werde es Ihnen nie verzeihen, wenn Sie ihn zu einem Geistesgestörten machen. Alle meine drei Söhne arbeiten in ausländischen Firmen, und wenn meinem Bruder etwas zustößt, werde ich sie bitten, dass sie Ihr schmutziges Verhalten der ganzen Welt aufzeigen.“

Nach diesem Treffen reduzierte das Krankenhaus Caos Medikamente.

Seine Schwester enthüllte auch die Verfolgung ihres Bruders bei der Wohnviertelverwaltung und auf einer gemeinsamen Konferenz mit dem Büro 610. Sie ermutigte die Frau ihres Bruders, darüber zu sprechen, wie das Personal des Büros 610 sie bedroht und gezwungen hatte, eine Erklärung zu unterschreiben, das sie auf Falun Gong verzichtet.

Die Mitarbeiter des Büros 610 waren wütend und versuchten, Caos Schwester hereinzulegen und Anklage gegen sie zu erheben. Sie schafften es jedoch nicht, da Caos Schwester sowohl an ihrem Arbeitsplatz als auch in der Gemeinde hoch angesehen war.

Cao wurde weiterhin im Krankenhaus verfolgt. Eines Tages zwangen sie ihn, eine klebrige weiße Flüssigkeit zu schlucken. Bald darauf fühlte er sich am ganzen Körper unwohl und konnte nicht mehr aufstehen. Als seine Schwester ihn am Nachmittag besuchte, fand sie ihn in einem lethargischen Schlaf und mit einer sehr hohen Temperatur.

Sie weckte ihren Bruder auf. Er erzählte ihr, was mit ihm passiert war. Sie eilte in das Büro des Krankenhausleiters und sagte streng: „Ich werde Sie auf jeden Fall zur Rechenschaft ziehen, wenn mein Bruder unter Ihrer Aufsicht stirbt. Sie müssen ihm sofort eine Notfallbehandlung zukommen lassen!“

Aus Angst, zur Verantwortung gezogen zu werden, beauftragte das Krankenhaus Ärzte, Caos Leben zu retten. Es dauerte lange, bis Cao außer Gefahr war.

Mit Hilfe der entschlossenen Bemühungen seiner Schwester wurde Cao entlassen und durfte im April 2001 nach Hause zurückkehren.

Später im selben Jahr wurde Cao zweimal unrechtmäßig in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten, wo er gezwungen wurde, Fernsehsendungen anzusehen, die Falun Gong verleumdeten. Danach sollte er seine Gedanken aufschreiben. Als Cao dies ablehnte, zwangen sie ihn, bis Mitternacht bewegungslos zu stehen. Sie riefen ihn oft ins Büro, um ihn unter Druck zu setzen und schlugen ihm auf den Kopf und in die Brust.

Im Gefängnis von Tilanqiao gefoltert

2004 wurde Cao erneut unrechtmäßig verhaftet, weil er Materialien zur Erklärung der wahren Hintergründe der Verfolgung verteilt hatte. Später wurde er zu drei Jahren Haft im Gefängnis von Tilanqiao verurteilt.

Nachdem er dort schwere körperliche Bestrafungen hinnehmen musste, trat er als Protest in einen Hungerstreik. Die Wärter führten eine gewaltsame Zwangsernährung mit einem Schlauch durch. Das führte dazu, dass er oft Blut erbrach. Die Tortur dauerte drei Monate.

Er beendete den Hungerstreik schließlich, als der Sektionsleiter (Ma Da) seinen Bitten zustimmte, ihn nicht mehr zu zwingen, irgendwelche „Geständnisse“ zu schreiben und keine Dafa-Praktizierenden unter seiner Zuständigkeit zu verfolgen. 2007 wurde Cao entlassen.

Die Verfolgung ging jedoch weiter. Am 27. März 2010 wurde Cao erneut verhaftet, als er CDs zur Aufklärung über die Fakten verteilte. Wang Jue vom örtlichen Büro 610 und seine Männer durchsuchten Caos Wohnung und folterten ihn. Dabei verursachten sie schwere Verletzungen an seinem Bein. Dieses Mal wurde er zu vier Jahren Gefängnis verurteilt und erneut ins Gefängnis von Tilanqiao überstellt.

Er wurde weiterhin schwer verfolgt und in einer Zelle mit einem psychisch gestörten Kriminellen in einer so genannten „streng kontrollierten Abteilung“ eingesperrt.

Die spärlichen Vergünstigungen, die anderen Häftlingen zur Verfügung standen, wie der Kauf von Toilettenartikeln für den täglichen Bedarf oder Lebensmitteln, das Abwaschen und Waschen von Wäsche außerhalb ihrer Zellen, standen ihm nicht zu.

Er war gezwungen, den ganzen Tag auf einem kleinen Gegenstand mit unebener Oberfläche zu sitzen. Als er den Schmerz nicht mehr ertragen konnte und aufstand, schlugen und traten ihn die Häftlinge, die ihn im Auge behalten sollten. Jeden Tag musste er mehr als zehn Stunden so zu sitzen. Sein Gesäß bekam Wunden, wurde infiziert, eiterte und blutete, was ihm unerträgliche Schmerzen und Leiden bereitete.

Nachts musste er in der Nähe der eisernen Zellentür schlafen, damit er von einer Kamera überwacht werden konnte. Den Insassen wurde befohlen, ihn abwechselnd alle 15 Minuten in den Kopf zu treten, damit er nicht schlafen konnte.

Cao durfte weder duschen noch sich die Haare schneiden lassen. Sein Körper roch schlecht und seine Haare und sein Bart waren lang und ungepflegt.

Nach drei Monaten dieser Verfolgung wurde Cao sehr schwach. Er konnte nicht ruhig stehen und seine Arme zitterten unwillkürlich. Bei ihm wurde ein Schlaganfall, Bluthochdruck Grad 3 und Parkinson in seinem rechten Oberarm diagnostiziert.

Aus Angst, dass Cao im Gefängnis sterben könnte, riefen die Gefängnisbehörden seine Familie an, ihn zur medizinischen Behandlung abzuholen. Am 26. März 2014 kehrte er nach Hause zurück.

Letzte Tortur

Die Polizei der Unterabteilung Changning nahm Cao am 4. Dezember 2017 erneut in Gewahrsam, als er Tischkalender mit Informationen über Falun Gong an seine Nachbarn verteilte. Nach einem Hungerstreik und brutalen Zwangsernährungen wurde seine Haft am 25. Dezember zur medizinischen Behandlung ausgesetzt. Seine Akte wurde nun dem Bezirksgericht Fengxian in Shanghai übergeben, und dem 77-jährigen Mann droht erneut ein rechtswidriger Prozess.

Seit 31. Mai 2018 hat Cao schwerwiegende gesundheitliche Probleme. Er erbrach sich und hatte Durchfall. Vier Tage lang konnte er weder essen noch trinken. Außerdem wurde er inkontinent. Sein Gewicht sank von 73 kg auf 66 kg. Bei ihm wurden bilaterale Läsionen der Basalganglien mit Hirnatrophie, Kleinhirnverkalkung und Niereninsuffizienz diagnostiziert.

Momentan hat Cao Schwierigkeiten beim Gehen und kann sich nicht mehr erinnern, wo sein Zuhause ist, wenn er aus dem Haus geht. Er hat ständig Kopfschmerzen und muss jeden Tag im Bett liegen.

Wir rufen die Weltgemeinschaft auf, Caos Situation Beachtung zu schenken und mitzuhelfen, dass die anhaltende Verfolgung unschuldiger Falun-Gong-Praktizierender durch das kommunistische Regime in China ein Ende findet.

Unvollständige Liste der Beteiligten an der Verfolgung von Cao:
Polizeirevier Xinhualu: +86-23030008, Leiter der Wache: +86-15601991082

Zhuo Yun, Sachbearbeiter: +86-13061996462

Polizeidienststelle Changning: +86-20-162906290, +86-02-123039000

Bezirksstaatsanwaltschaft Changning, Shanghai: +86 02-162081100, +86-02-162521100

Bezirksgericht Fengxian, Shanghai:

Chen Shilong, Vorsitzender Richter: +86-02-37190666, Durchwahl 26051Sheng Chen, Angestellter: 86-02-37190666, Durchwahl 26013,+86-18001682371 (mobil).


[1] Falun Gong ist ein traditioneller Doppelkultivierungsweg für Körper und Geist, dessen Praktizierende seit 1999 durch die Kommunistische Partei Chinas grausam verfolgt werden.