Bedingungslos nach innen schauen – eine Kultivierungserfahrung

(Minghui.org) Eines Tages sagte mir eine Mitpraktizierende: „Eins wollte ich dir schon immer sagen und ich hoffe, du nimmst es mir nicht übel. Vor zwei Jahren hast du einen Bericht an die Minghui-Website geschickt. In diesem Bericht hast du den Inhalt einer Fa-Erklärung des Meisters verdreht. Offensichtlich haben dich einige schlechten Faktoren daran gehindert, deine eigenen Probleme zu erkennen. Du musst nach innen schauen und dich ehrlich beim Meister entschuldigen. Der Meister wird dich nicht bestrafen. Sonst werden dich die Gottheiten, die das Fa beschützen, und die alten Mächte nicht als Dafa-Jünger anerkennen.“

Ich bedankte mich bei dieser Mitpraktizierenden, fühlte mich danach aber sehr verunsichert. Eilig ging ich nach Hause und dachte: „Es ist schon so lange her und sie denkt immer noch an diese Sache. War es wirklich so schlimm? Ich muss diesen Bericht finden und ihr alles klar erklären, damit sie mich nicht falsch versteht.“  

Zuhause konnte ich es kaum erwarten, den Computer einzuschalten. Im Herzen war ich noch ein wenig aufgeregt. Schließlich kam ich zur Ruhe und überlegte mir, welche Anhaftung ich denn ablegen sollte. Der Meister sagt uns doch, wir sollen nach innen schauen. Das sollen wir immer tun, ganz unabhängig davon, ob Mitpraktizierende uns richtig oder falsch verstanden haben. Ich sollte über mich selbst nachdenken. Respektiere ich den Meister und das Fa nicht? Wenn es keine Bedeutung hätte, würde sie mich nicht daran erinnern. Selbst wenn ich in dieser Sache nichts falsch gemacht habe, sollte ich meine generelle Haltung dem Meister und dem Fa gegenüber überprüfen: In welchem Punkt zeige ich keinen Respekt? Das ist eben bedingungslos nach innen zu schauen.

Schließlich beschloss ich, den Computer nicht hochzufahren. Stattdessen ging ich zum Porträt des Meisters, machte einen Buddha-Gruß und sagte ganz ehrlich: „Meister, ich habe mich falsch verhalten, ich habe mich geirrt. Ich habe nicht auf Ihre Worte gehört und nicht nach innen geschaut, sondern wollte mich selbst bestätigen und beweisen, dass ich recht habe.“

Dann dachte ich gründlich über mich selbst nach. Schließlich fand ich doch einiges, was nicht respektvoll war: Ich legte Dafa-Bücher nach Belieben irgendwohin. Wenn ich zu Hause das Fa lernte, machte ich es  mir bequem, so wie es mir gerade einfiel. Um meine eigenen Ansichten zu bestätigen, schrieb ich Abschnitte aus dem Fa ohne Zusammenhang in ein Heft. So füllte ich das ganze Heft, damit ich die Stellen aus dem Fa leicht finden konnte, wenn ich irgendetwas davon brauchte. Beim Austausch widersprach ich anderen dann mit dem Fa des Meisters. 

Es gibt Dinge, die der Meister von uns verlangt: So sollen wir beispielsweise den Menschen die wahren Begebenheiten über Falun Dafa und die Verfolgung persönlich erklären; das hatte ich nicht geschafft. Das war eine große Respektlosigkeit dem Meister gegenüber. Außerdem lernte ich das Fa mit der Methode, wie ein gewöhnlicher Mensch eine Theorie lernt. In all dem zeigte sich, dass ich den Meister und das Fa nicht achtete. Diese Lücke wird leicht von den alten Mächten ausgenutzt, um uns zu verfolgen.  

Als ich mein Problem gefunden hatte, beruhigte ich mich. Nun konnte ich nachschauen, welcher Inhalt in meinem früheren Bericht dem Fa nicht entsprach. Ich wollte nicht mehr darauf beharren, recht zu haben. Was auch immer zwischen Mitpraktizierenden geschieht, soll ich nach innen schauen, statt darüber zu streiten, wer recht hat und wer nicht. Nach innen schauen und sich selbst kultivieren – das ist schließlich am wichtigsten. Mit dieser Erkenntnis weitete sich mein Herz.

Schließlich schaltete ich den Computer ein und überprüfte meinen Bericht. War es wirklich so, wie die Mitpraktizierende mir gesagt hatte? Ich las ihn ein ums andere Mal durch. Als ich sicher war, dass es doch keine Stelle gab, die das Fa verdrehte, war ich erleichtert und schaltete den Computer aus. Ich wollte mich nicht mehr mit dieser Mitpraktizierenden auseinandersetzen und war ihr dankbar, dass sie mir diese Chance gegeben hatte, mich zu erhöhen.