Frau mehr als fünf Jahre brutal gefoltert, weil sie an ihrem Glauben festhielt (Provinz Jilin)

(Minghui.org) Eine Frau aus der Stadt Tonghua in der Provinz Jilin war spielsüchtig. Nachdem sie 2005 begonnen hatte, Falun Dafa [1] zu praktizieren, konnte sie sich von dieser Sucht befreien und wurde zu einer gütigeren und ausgeglicheneren Person.

Die heute 54-jährige Yan Shufang wurde wegen ihres Glaubens an Falun Dafa mehrfach verhaftet. Sie war 13 Monate in einem Zwangsarbeitslager und vier Jahre im Gefängnis inhaftiert.

Am 24. April 2020 wurde sie aus dem Gefängnis freigelassen.

Der nachfolgende Bericht schildert nur einen Teil dessen, was Yan ertragen hatte.

Gefoltert im Zwangsarbeitslager für Frauen in Jilin

Am Vorabend der Olympischen Spiele 2008 intensivierte die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ihre Festnahmen von Falun-Dafa-Praktizierenden.

Am 23. April 2008 begaben sich Beamte des Polizeireviers Jiangdong zu Yan nach Hause. Sie öffnete die Tür nicht, sondern versuchte, ihnen die Fakten über Falun Dafa von ihrem Vorderfenster aus zu erklären. Schließlich haben die Beamten sie getäuscht, sodass sie einverstanden war, mit ihnen zum Polizeirevier zu gehen. Doch statt zum Polizeirevier wurde sie ins Gefängnis gebracht. Die Polizisten gingen dann wieder zu ihrer Wohnung und durchsuchten sie.

Am 2. Juni wurde Yan in das Zwangsarbeitslager für Frauen in Jilin (auch als Heizuizi-Zwangsarbeitslager für Frauen bekannt) gebracht, obwohl kein rechtliches Verfahren eingehalten wurde. Die Polizei musste das Arbeitslager sogar bestechen, damit sie aufgenommen wurde.

Am Morgen des 4. Juni schockten vier Gefängniswärter Yan etwa 30 Minuten lang mit Elektrostäben am ganzen Körper. Dann zwangen sie sie, die Gefängnisuniform anzuziehen und fesselten sie an ein Metallbett, das sogenannte Totenbett.

Folterillustration: Totenbett

Nachdem sie eine Woche lang an das „Totenbett“ gefesselt war, bekam Yan starke Rückenschmerzen. Wenn andere Falun-Dafa-Praktizierende ihr ein Kissen unter den Rücken legten, nahm eine Insassin es wieder weg. Die Insassin versuchte Yan zu täuschen, indem sie ihr versprach, sie vom „Totenbett“ freizulassen, wenn sie eine Erklärung unterschreiben würde, in der sie auf Falun Dafa verzichtet. Yan lehnte das ab.

Zwei Wochen später erlaubten ihr die Wärter zu duschen. Sie wurde auf der Toilette ohnmächtig. Nachdem sie zu sich kam, wurde sie wieder auf das „Totenbett“ gefesselt. Die Wärter erlaubten ihr einmal die Woche zu duschen.

Als die Folter fünf Monate später endete, waren Yans Beine stark geschwollen, und sie hatte das Gefühl in den Füßen verloren. Sie konnte beim Gehen das Gleichgewicht nicht halten und ihre Knie fühlten sich an, als würden sie mit Nadeln gestochen. Der Schmerz ging einige Jahre lang nicht weg.

Die Gefängnisbehörden versuchten sie mit allen Mitteln dazu zu bringen, ihren Glauben aufzugeben. Ihre Familie durfte sie nicht besuchen .

Die Behörden verlängerten ihre Haftzeit um 72 Tage, weil sie ihren Glauben an Falun Dafa nicht aufgab. Sie wurde am 4. Juli 2009 freigelassen.

Zweite Festnahme

Yan wurde am 24. April 2016 verhaftet, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Drei Beamte in Zivil warfen sie zu Boden und schleiften sie mehr als 100 Meter über den Boden. Während sie sich wehrte, verlor sie ihre Hosen, Schuhe und Socken.

Folterillustration: Am Boden entlang geschleift

Ihre Hände wurden mit Handschellen hinter ihrem Rücken gefesselt und sie wurde zur Polizeiwache in Laozhan gebracht. Dort gossen ihr die Beamten während des Verhörs kaltes Wasser ins Gesicht. Ihre Wohnung wurde durchsucht, und Falun-Dafa-Bücher und andere Habseligkeiten wurden beschlagnahmt. In dieser Nacht wurde sie in das Gefängnis der Stadt Tonghua gebracht.

Yan wurde verhört und gefragt, woher sie die Falun-Dafa-Materialien habe, die aus ihrer Wohnung beschlagnahmt worden waren. Beamte der Polizeiwache in Yanji übten sogar Druck auf andere verhaftete Praktizierende aus, die ihnen sagen sollten, dass Yan ihnen Falun-Dafa-Materialien zur Verteilung gegeben habe. Sie versuchten, sie als Anführerin hinzustellen.

Yan ging aus Protest in den Hungerstreik und bekam mehrmals gegen ihren Willen Infusionen verabreicht. Sie führte den Hungerstreik nach dem 13. Mai im Gefängnis fort.

Die Beamten versuchten auch, 1.000 Yuan (ca. 125 Euro) von ihrer Familie zu erpressen. Sie sollten ihren Lebensunterhalt bezahlen, aber die Familie ließ sich darauf nicht ein. Die Beamten hielten daraufhin mehrere Hundert Yuan zurück, die Yans Familie für ihren Gebrauch im Gefängnis hinterlegt hatte.

Machtmissbrauch durch die Polizei von Yanji

Am 13. Mai 2016 wurde Yan für Marathonverhöre in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht, die sich in einem Hotel im Bezirk Antu befand. Yan forderte, mit ihrer Familie sprechen zu können, damit diese einen Verteidiger beauftragen. Das wurde abgelehnt.

Yan wurde fünf Tage lang an einen Stuhl gefesselt und am Schlaf gehindert. Polizisten schlugen ihr mit einem Plastikstab ins Gesicht. Zwei Überläufer [2] versuchten, sie „umzuerziehen“. Sie wurde zweimal zur Zwangsernährung ins Krankenhaus gebracht. Yan bekam bald danach abnorme Symptome, wobei ihr Blutdruck auf über 180 mmHg anstieg.

Als die Polizei sie am 21. Mai ins Gefängnis in Yanji brachte, nahm die Haftanstalt sie nicht auf, weil ihr Blutdruck zu hoch war.

Aufgrund einer engen persönlichen Beziehung zwischen einem Ausbilder des Polizeireviers Yanji und einem Gefängniswärter nahm das Gefängnis Yan trotz ihres Zustands bereits am nächsten Tag auf.

Gefoltert im Gefängnis von Yanji

Die Gefängniswärter forderten Strafhäftlinge auf, Yan zu foltern. Eine Insassin ließ sie in der Toilette in die Hocke gehen. Als Yan es ablehnte, die Gefängnisuniform zu tragen, schlug sie ihr mit Schuhen auf den Kopf.

Yan ging aus Protest über 40 Tage lang in den Hungerstreik. Während dieser Zeit wurde sie zwangsernährt und erhielt eine intravenöse Infusion. Die Zwangsernährung erfolgte einmal alle zwei Tage; die Infusion wurde zunächst jeden Tag verabreicht, dann aber eingestellt. Manchmal schleiften die Insassinnen sie auf dem Boden herum und benutzten ihre Kleidung als Wischlappen, um nach den Zwangsernährungen sauber zu machen.

Die Häftlinge zwangen Yan den ganzen Tag lang, sich vor die Wand zu stellen. Sie litt unter chronischen Kopfschmerzen und wäre fast zusammengebrochen.

Ein Jahr später hatte Yan immer noch keine Erklärung für ihre rechtswidrige Inhaftierung erhalten. Im Mai 2017 ging sie erneut in den Hungerstreik. Fünf Tage später wurde sie wieder an das „Totenbett“ gefesselt. Sie war für 19 Tage im Hungerstreik.

Rechtswidrige Anhörungen vor dem Bezirksgericht Antu

Am 3. Juni 2016 genehmigte die Staatsanwaltschaft des Bezirks Antu die Verhaftung von Yan. Der Staatsanwalt gab ihren Fall wegen unzureichender Beweise zweimal an die Polizei zurück, bevor er Anklage gegen sie erhob und ihren Fall im Januar 2017 dem Bezirksgericht von Antu vorlegte.

Hong Shuying, der mit ihrem Fall beauftragte vorsitzende Richter, zwang Yans Anwalt, ihre Vertretung niederzulegen. Danach log er Yans Familie an, indem er sagte, es sei die Entscheidung des Anwalts gewesen. Nachdem Yans Familie den Richter mit der Wahrheit konfrontierte, musste er zulassen, dass der Anwalt Yan vertrat.

Yan stand am 13. Juni 2017 vor Gericht. Ihr Anwalt durfte den Gerichtssaal nicht betreten. Als Yan den Richter der Täuschung bezichtigte, nahm er ihr das Recht, sich selbst zu verteidigen.

Yan wurde zehn Tage nach dem Prozess zu vier Jahren Haft und zu einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (ca. 2.500 Euro) verurteilt. Sie legte beim Mittleren Gericht Berufung ein. Das Mittlere Gericht bestätigte das ursprüngliche Urteil.

Am 4. Dezember 2017 wurde sie in das Frauengefängnis der Provinz Jilin verlegt. Ihre Familie wurde weder über ihre Strafe noch darüber informiert, wo sie inhaftiert werden sollte. Sie erfuhren es erst durch die Gefängnisbehörde.

Gefoltert im Frauengefängnis der Provinz Jilin

Das Frauengefängnis der Provinz Jilin nahm Yan auf, obwohl bei ihr Gallensteine, Gebärmuttertumoree, Bluthochdruck und Herzerkrankungen diagnostiziert worden waren.

Gefängnisbeamte und Wärter sorgten oft dafür, dass Falun-Dafa-Praktizierende, die sich nicht „umerziehen“ lassen, brutal misshandelt werden. Sie beauftragten bestimmte kriminelle Insassinnen als „Gefängniszellen-Führer“ und ermutigen sie, die Praktizierenden zu misshandeln.

Ab dem 22. Dezember 2017 ließen die Wärter dieses Gefängnisses die Falun-Dafa-Praktizierenden keine Zwangsarbeit mehr verrichten und zwangen sie, auf „einem kleinen Hocker zu sitzen“. Alle Praktizierenden wurden zusammengetrieben und mussten, von 5:30 Uhr bis 21:00 Uhr sitzen, mit nur einer Stunde Mittagspause. Sie bekamen nur ein Glas Wasser und mussten um Erlaubnis bitten, die Toilette zu benutzen, durften aber nicht mehr als dreimal gehen.

Folternachstellung: Auf einem kleinen Hocker sitzen

Die Insassin Li Cuiyu zwang Yan, auf einem unebenen Hocker zu sitzen. Sie versuchte Yans Zellengenossinnen gegen sie aufzubringen, indem sie sagte, dass die gesamte Zelle bestraft werden würde, weil Yan auf den Appell nicht antwortete.

Als im Januar 2018 eine neue Zellführerin kam, erlaubte sie Yan nicht zu baden. Obwohl Yan später duschen durfte, bekam sie kein warmes Wasser. Sie musste sogar im Winter mit kaltem Wasser duschen.

Am 11. Februar 2018 wurde Yan in ein anderes Stockwerk verlegt. Die Zellführerin trat sie, weil sie nicht aufrecht saß. Sie musste Videos ansehen, die Falun Dafa verleumdeten, während eine Überläuferin sie „umzuerziehen“ versuchte.

Der Leiter der Abteilung versuchte Yan zu überreden, Medikamente gegen ihren hohen Blutdruck einzunehmen und eine Erklärung zu unterschreiben, dass sie selbst für jedes Risiko verantwortlich sei. Yan kam dem nicht nach. Drei Tage später wurde sie in den dritten Stock verlegt, wo der Druck zur „Umerziehung“ noch einmal erhöht wurde.

Yan ging aus Protest in den Hungerstreik. Wegen des schlechten Zustands ihres Herzens konnte keine Zwangsernährung durchgeführt werden. Der stellvertretende Gefängnisdirektor war wütend und sperrte Yan in eine Einzelzelle.

Fünf Tage später, am 12. Februar, wurde sie aus der Zelle geholt. Sie sah blass aus und ihre Gliedmaßen hatten eine graue Farbe. Sie wies Schocksymptome auf und wurde am 22. Februar ins Krankenhaus gebracht. Sie beendete den Hungerstreik und begann zu essen. Während dieses Hungerstreiks hatte sie erheblich an Gewicht verloren.

Etwa zwei Wochen später wurde Yan zurück auf die Abteilung gebracht. Sie musste auf einem kleinen Hocker sitzen. Und sie musste fast einen Monat lang verleumderische Videos anschauen. Sechs Überläuferinnen versuchten, sie „umzuerziehen“.

Am 11. April 2018 wurde Yan in den ersten Stock verlegt, wo die Praktizierenden untergebracht waren, die sich nicht „umerziehen“ ließen. Ihr wurde mit Einzelhaft gedroht, weil sie beim Appell nicht antwortete. Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustandes musste sie stattdessen von 4:00 bis 22:00 Uhr auf einem kleinen Hocker sitzen. Es war ihr nicht erlaubt, mit ihrer Familie zu sprechen.

Der Wärter Gao Yang brachte Yan am 15. Oktober Yan in den zweiten Stock, in dem Gefangene untergebracht waren, die noch keine Gehirnwäsche erhalten hatten. Ihr wurde zehn Tage lang nicht erlaubt, ein Bad zu nehmen.

Danach wurde sie wieder in den dritten Stock verlegt. Die neue Zellführerin gab Yan kaum genug zu essen. Yan musste mit ihr diskutieren, um die vorschriftsmäßige Portion zu bekommen.

Die Zellführerin erlaubte ihr in den ersten zwei Monaten nur einmal im Monat zu duschen, aber schließlich konnte sie einmal pro Woche duschen. Am 11. Juli wurde sie wieder in den ersten Stock verlegt.

Im August und September 2019 begann das Gefängnis wieder mit Aktionen zur „Umerziehung“. Die Praktizierenden, die sich nicht „umerziehen“ ließen, wurde es nicht erlaubt, Dinge zu kaufen, ihre Familien anzurufen oder besucht zu werden.

Aus Sorge um ihre Familien während der Wuhan-Coronavirus-Pandemie und um ihr Besuchsrecht zu wahren, traten diese Praktizierenden gemeinsam in den Hungerstreik. Einige Tage später gab das Gefängnis schließlich nach und ließ sie zu Hause anrufen.

Frühere Berichte:

Die Praktizierenden Frau Li Xiuhong und Frau Yan Shufang wurden im Frauen-Zwangsarbeitslager Heizuizi in der Stadt Changchun, Provinz Jilin, brutal gefoltert

Inhaftierte Frau in Isolationshaft, Telefonanrufe und Familienbesuche sind untersagt

Jilin: Praktizierende seit über einem Monat im Hungerstreik, Zustand besorgniserregend


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.

[2] Ehemalige Falun-Dafa-Praktizierende, die sich nach Gehirnwäsche und Folter von Falun Dafa lossagten. Sie werden dann dazu gebracht, bei der Gehirnwäsche und Folter von standhaften Falun-Dafa-Praktizierenden zu helfen.