(Minghui.org) Vor kurzem las ich diesen Artikel auf Minghui.org: „The Desire to Change Others Instead of Oneself“ (Der Wunsch, andere zu ändern, statt sich selbst). Ich möchte darüber schreiben, wie negative Meinungen und Gedanken zwischen Praktizierenden beseitigt werden können.

Warum bilden sich unter Gruppen von Praktizierenden negative Meinungen? Ausgehend von meinem begrenzten Verständnis lassen sich dafür mehrere Gründe erkennen. Zum einen hat jeder Mensch im Laufe zahlreicher Wiedergeburten vielfältige karmische Beziehungen aufgebaut, die sich in bestimmten Begegnungen und Konflikten widerspiegeln können. Zum anderen sind Mitpraktizierende selbst Kultivierende und tragen daher ebenfalls Anhaftungen in sich, die noch nicht vollständig beseitigt wurden. Wenn diese Faktoren zusammenwirken, kommen unsere eigenen Anhaftungen an die Oberfläche. Gerade in solchen Situationen werden Spannungen sichtbar – nicht zufällig, sondern als Spiegel unserer inneren Zustände und als Gelegenheit zur weiteren Kultivierung.

Wenn Konflikte auftreten und wir anfangen, negative Gedanken zu haben, wie sollen wir damit umgehen? 

Nach meinem Verständnis sollten wir zunächst sehen, ob wir dieselbe Anhaftung haben, die der Praktizierende an den Tag legt.

Der Meister sagt:

„Gottheit: Das sind schon außerordentlich ernsthafte Probleme. Es wäre gut, wenn sie das, was sie bei anderen gesehen haben, umdrehen, um in sich selbst nachzusehen.

Meister: Jetzt ist die Zeit gekommen, einen klaren Kopf zu haben, damit ihre Umgebung eine Umgebung für die wahre Kultivierung wird und damit sie selbst wahre Gottheiten werden.“ (Ein Dialog mit der Zeit, 03.02.1997, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Wir haben oft das Gefühl, im Recht zu sein. Gerade deshalb ist es nicht leicht, die eigenen Unzulänglichkeiten zu erkennen, wenn wir nach innen schauen. Umgekehrt fällt es uns sehr leicht, die Schwächen anderer Praktizierender wahrzunehmen. Wenn wir jedoch bereit sind, uns selbst ehrlich zu prüfen und zu fragen, ob wir dasselbe Problem ebenfalls haben, wird es einfacher, unsere eigenen Anhaftungen zu erkennen. Auf diese Weise können wir unseren Kultivierungszustand kontinuierlich verbessern.

Wir sollten bewusst die Gewohnheit ablegen, uns zu beschweren, Zwietracht zu säen oder hinter dem Rücken anderer über sie zu sprechen. Wenn uns tatsächlich etwas Unangemessenes auffällt, sollten wir es unter vier Augen und in einer freundlichen, gütigen Weise ansprechen.

Warum aber beschweren wir uns weiterhin, wenn wir meinen, dass andere nicht mit uns oder nicht mit dem Fa übereinstimmen? Meiner Ansicht nach liegt dies an einer egoistischen Anhaftung – dem Wunsch, uns selbst zu schützen und zu rechtfertigen, anstatt loszulassen und uns wirklich zu kultivieren.

Die Quelle herausfinden

Es fällt uns leicht, auf die Fehler anderer hinzuweisen. Doch die betreffende Person ist womöglich nicht bereit, unsere Worte anzunehmen – im schlimmsten Fall empfindet sie sogar Abneigung gegen uns. Groll und gegenseitige Beschwerden können sich mit der Zeit unmerklich ausbreiten, bis in uns das Bedürfnis entsteht, unserem Unmut Luft zu machen. Mitunter geschieht dies, indem wir unsere Klagen hinter dem Rücken der Person mit anderen Praktizierenden teilen. Obwohl wir dies für einen Austausch von Kultivierungserfahrungen halten, sprechen wir dabei tatsächlich über die Unzulänglichkeiten eines anderen. Manche unserer vermeintlichen „Erkenntnisse“ können jedoch bloße Illusionen sein, hervorgerufen durch Gedankenkarma. Je mehr wir darüber reden, desto stärker steigern wir uns hinein – und auf diese Weise verbreiten sich negative Gedanken immer weiter..

Auch ich habe ähnliche Konflikte mit Mitpraktizierenden erlebt. Erst später wurde mir bewusst, dass dieses negative Denken nicht aus meinem wahren Bewusstsein stammte. Vielmehr hatte es sich im Laufe der Zeit aus negativen Anschauungen heraus gebildet und war schließlich zu Gedankenkarma geworden. Die alten Mächte nutzten dies aus, um Konflikte zu schüren. Hätte ich diesen negativen Gedanken weiter nachgegeben, hätten daraus noch tiefere Spaltungen unter den Praktizierenden entstehen können.

Erst durch intensiveres Fa-Lernen und das bewusste Überwinden dieses negativen Denkens war es mir möglich, das Gedankenkarma allmählich zu beseitigen. Um diesen Teufelskreis endgültig zu durchbrechen, fasste ich den festen Entschluss, keine negativen Informationen über andere Praktizierende zu verbreiten, nicht über ihre Schwächen zu sprechen und auch solchen Äußerungen nicht länger zuzuhören.

Aus der Lehre des Meisters wissen wir, dass alles, was uns begegnet, eine Gelegenheit zur Kultivierung ist. Gerade in Konflikten sollten wir uns kultivieren, nach innen schauen, unsere eigenen Unzulänglichkeiten erkennen und uns beständig verbessern. Wir sollten das Fa nicht dazu verwenden, das Verhalten anderer Praktizierender zu bewerten oder hinter ihrem Rücken über sie zu sprechen, Klatsch zu verbreiten oder negative Gedanken weiterzugeben.

Wenn wir stattdessen bei uns selbst ansetzen und unsere Gedanken aufrichtig halten, können wir unser Umfeld grundlegend verändern: Missverständnisse lösen sich auf, Spannungen lassen nach, und ein harmonisches, reines Kultivierungsumfeld kann entstehen.

„… damit ihre Umgebung eine Umgebung für die wahre Kultivierung wird und damit sie selbst wahre Gottheiten werden.“ (ebenda)

Dies ist nur mein Verständnis. Bitte korrigiert mich, wenn ich etwas Unangemessenes geschrieben habe.