Wie die Behörden von Guiyang Falun-Dafa-Praktizierende im Rahmen der „Null-Fälle-Aktion“ schikanieren

(Minghui.org) Behörden in der Provinz Guizhou begannen im März 2020 mit einer „Null-Fälle-Aktion“, bei der sie alle Falun-Dafa-Praktizierenden [1] in der Provinz zwingen, ihren Glauben aufzugeben. Während dieser Aktion wurden in der ersten Jahreshälfte mindestens 177 Praktizierende ins Visier genommen, darunter über 30 aus der Stadt Guiyang, der Hauptstadt der Provinz.

Wie Minghui berichtete, hatte dass das Komitee für Politik und Recht in Guizhou [im Folgenden Komitee genannt] die Anweisung erteilt, alle Praktizierenden zwischen 2020 und 2023 vollständig „umzuerziehen“. Der Befehl basierte auf einem Dokument (Nr. 101), das vom zentralen Komitee in Peking mit dem Titel „Zur Frage der Verringerung der Anzahl der Falun-Dafa-Praktizierenden“ herausgegeben worden war. (S. „Frühere Berichte“ am Ende dieses Artikels.)

Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) verfolgt Falun Dafa, eine alte spirituelle Meditationsdisziplin, seit Juli 1999. Das Komitee, eine außergerichtliche Behörde, die für die Staatssicherheit, die Staatsanwaltschaft und das Gerichtssystem zuständig ist, spielt bei der Verfolgung eine zentrale Rolle.

Auf Anordnung des Komitees von Guizhou suchen Polizisten und Mitarbeiter von Wohnkomitees alle auf ihrer Liste stehenden Praktizierenden auf und drohen ihnen. Sie zwingen die Praktizierenden, Dokumente zu unterzeichnen, in denen sie erklären sollen, dass sie sich von ihrem Glauben an Falun Dafa lossagen.

Polizeibeamte und Mitarbeiter von Wohnkomitees rufen die Praktizierenden entweder an oder besuchen sie persönlich. Wenn die Praktizierenden sich weigern, die vorbereiteten Erklärungen zum Verzicht auf Falun Dafa zu unterschreiben, drohen die Beamten damit, sie in Gehirnwäsche-Einrichtungen zu bringen. Oder sie sagen, dass die Kinder der Praktizierenden daran gehindert werden würden eine Arbeit zu finden oder auf die Hochschule zu gehen. Polizisten verhafteten auch Falun-Dafa-Praktizierende auf der Straße.

Es wurde bestätigt, dass Praktizierende in den Städten Guiyang, Liupanshui, Zunyi, Anshun, Tongren und Kaili ins Visier genommen wurden.

Viele Praktizierende aus der Stadt Guiyang wurden verhaftet, weil sie sich im Qianlingshan-Park aufhielten. Nachstehend berichten wir über Einzelheiten zu mehreren bestätigten Fällen. Aufgrund der strengen Zensur in China kann die Zahl der wegen ihres Glaubens verfolgten Falun-Dafa-Praktizierenden nicht immer rechtzeitig gemeldet werden, und es sind auch nicht immer alle Informationen leicht zugänglich.

Verhaftungen im oder in der Nähe des Qianlingshan-Parks

Sieben Festnahmen am 7. März

Am 7. März wurden mindestens sieben Praktizierende in vier verschiedenen Gebieten außerhalb des Qianlingshan-Parks verhaftet. Auch ihre Wohnungen wurden druchwühlt.

Ein Passant meldete eine Praktizierende mit Namen Sun bei der Polizei, nachdem er eine Karte mit Informationen über Falun Dafa erhalten hatte. Als die Praktizierende Sun sich mit drei anderen Praktizierenden mit den Namen Yang, Yan und Peng traf, nahm die Polizei die vier fest und brachte sie sofort zum Polizeirevier in der Pekingstraße.

Rao Jiyu, 90, wurde am Eingang des Parks verhaftet und zur Taiciqiao-Polizeiwache gebracht, wo ihr eine Blutprobe entnommen wurde. Danach wurde ihr Wohnung durchwühlt und ihre Falun-Dafa-Bücher und Geldscheine im Wert von 8.000 Yuan (975 Euro) auf denen Informationen über Falun Dafa stand beschlagnahmt. Rao wurde am Abend freigelassen, nachdem festgestellt worden war, dass sie an einer Krankheit litt.

Zhang Chunyun, 75, wurde in der Nähe des Parks verhaftet. Polizisten befahlen ihm, seinen Ausweis vorzuzeigen. Nach Überprüfung des Ausweises verhafteten sie ihn. Später durchwühlten sie Zhangs Wohnung und beschlagnahmten seine Falun-Dafa-Bücher und –Materialien. Zhang wurde noch am selben Tag freigelassen.

Ein anderer Praktizierender mit dem Familiennamen Huang wurde ebenfalls in der Nähe des Parks verhaftet und sein Wohnung durchwühlt.

Fünf Festnahmen am 14. März

Qing Zhubin wurde am 9. März verhaftet und in die Bezirkspolizei von Yunyan gebracht. Sie wurde später am selben Tag wieder freigelassen. Am 11. März durchwühlten Beamte ihre Wohnung und beschlagnahmten alle ihre Falun-Dafa-Bücher und -Materialien. Die Beamten kamen von den Polizeiwachen Jinya, Sanqiao und Yunyan.

Am 14. März wurde Qing erneut von Beamten der Polizeiwache von Yunyan verhaftet. Laut Minghui.org hatte die Polizei Qing vor der Verhaftung am 14. März bereits seit geraumer Zeit überwacht und schikaniert.

Tu Chengfu, um die 70, war gerade im Qianlingshan-Park angekommen, als Polizisten seinen Ausweis sehen wollten und ihn dann festnahmen. Polizisten fuhren dann zur Wohnung seines Sohnes, wo Tu sich in den letzten Jahren aufgehalten hatte. Sie führten eine Wohnungsdurchsuchung durch. Danach wies die Polizei Tu an, in seine Heimatstadt zurückzukehren, da seine Haushaltsregistrierung nicht unter der Wohnadresse seines Sohnes registriert war. Da er keine andere Wahl hatte, packte Tu seine Sachen und nahm einen Bus zurück in seine Heimatstadt Liupanshui.

Drei weitere Praktizierende mit den Familiennamen Mu, Zhang und Wu wurden am 14. März ebenfalls außerhalb des Parks verhaftet.

Zwei Festnahmen am 16. März

Am 16. März war Liu Ying gerade im Qianlingshan-Park angekommen, da wurde sie verhaftet. Ihre Wohnung wurde durchwühlt. Sie wurde noch am selben Tag wieder freigelassen.

Wang Guixin wurde am 16. März verhaftet und am selben Tag wieder freigelassen. Die Polizei kam aber einige Tage später erneut zu ihr nach Hause und versuchte, sie zu fotografieren. Aber ihr Mann hielt sie davon ab.

Zwei Festnahmen im April

Im April wurden zwei weibliche Praktizierende mit den Nachnamen Ding und Tan, beide um die 70, verhaftet. Polizisten rissen der Praktizierenden Ding die Gesichtsmaske ab, bevor sie verhaftet wurde. Ihr derzeitiger Aufenthaltsort ist unbekannt.

Die Praktizierende Tan wurde verhaftet, als sie auf der Straße ging. Ihre Wohnung wurde durchwühlt.

Zuhause festgenommen

Zhang Chunming, 69, wurde am 9. März von mehreren Polizeibeamten aufgesucht. Sie befragten sie zu ihrem jüngsten Aufenthaltsort und zeigten ein Foto von ihr mit einer Maske im Qianlingshan-Park. Danach durchsuchten sie ihre Wohnung und brachten sie dann auf die Polizeiwache. Die Beamten wollten Zhang körperlich untersuchen lassen, aber sie weigerte sich. Gegen 23 Uhr ließen sie sie endlich frei.

Am 10. März kamen Polizisten und Mitarbeiter des Wohnkomitees zu einem älteren Ehepaar mit den Familiennamen Chen und Luo. Die fünfköpfige Gruppe warnte das Paar davor, in den Qianlingshan-Park zu gehen, sonst würden sie sie erneut aufsuchen. Seit dem 4. April wird das Paar von sechs Personen überwacht, die ihnen ständig folgen.

Am 12. März brachen mehrere Polizeibeamte der Polizeiwache Beijinglu in Zhao Yues Wohnung ein. Sie durchsuchten alle Räume und beschlagnahmten Falun-Dafa-Bücher und einen Computer. Schließlich nahmen sie Zhao Yue fest und brachten sie in das Frauengefängnis von Sanjiang. Einen Monat später kam sie gegen Kaution frei. Polizisten meinten, sie würden weiterhin gegen sie ermitteln und Beweise sammeln. Es wurde ihr nicht erlaubt, ihre Wohnung zu verlassen. Am 10. Mai begab sich die Polizei mit einem von der Staatsanwaltschaft ausgestellten Haftbefehl zu ihr nach Hause. Sie wurde erneut in das Frauengefängnis von Sanjiang gebracht.

Tang Jianhua und ihre Schwester wurden am 19. März in ihrer Wohnung verhaftet. Während des Verhörs teilten die Polizisten ihnen mit, dass sie nach dem Besuch des Qianlingshan-Parks durch Überwachungskameras identifiziert worden seien. Polizisten durchwühlten ihre Wohnung und beschlagnahmten Falun-Dafa-Bücher und andere Materialien sowie einen Computer. Die Schwestern wurden verwarnt, sie dürften den Park nicht mehr besuchen. Die Polizei versuchte auch, sie zu zwingen, eine diesbezügliche Erklärung zu unterzeichnen. Als Tang sich weigerte, unterzeichnete ihre Schwester die Erklärung in ihrem Namen. Um Mitternacht wurden die beiden Schwestern entlassen.

Mitte März war eine Praktizierende mit dem Familiennamen Yi zuhause, als Polizisten und Mitarbeiter des Wohnkomitees hereinstürmten und ihre Wohnung durchwühlten. Yi wurde gewarnt, nicht noch einmal in den Qianlingshan-Park zu gehen, und sie wurde auch gezwungen, mehrere Dokumente zu unterschreiben.

Die Praktizierende Zhu, 70, war Ende März zuhause, als Polizisten und Mitarbeiter des Wohnkomitees hereinstürmten und ihre Wohnung durchwühlten. Nachdem sie ihre Falun-Dafa-Bücher beschlagnahmt hatten, planten sie, Zhu ins Gefängnis zu bringen. Als sie sich jedoch einer körperlichen Untersuchung unterziehen musste, war ihre Temperatur erhöht.

Da dies während der Coronavirus-Pandemie geschah, machten sich die Mitarbeiter des Wohnkomitees und die Polizisten Sorgen und wuschen sich die Hände mit Wasser und Seife. Sie hielten sich auch von ihr fern und sagten ihr, sie solle allein nach Hause zurückkehren. Zhu erreichte ihr Wohnung nach 1 Uhr morgens.

Belästigt und unter Druck gesetzt, Erklärungen zum Verzicht auf Falun Dafa zu unterzeichnen

Bedroht mit weiterer „Ausbildung“ in Gehirnwäsche-Einrichtung

Wang Huaxiu war am 23. Mai zuhause, als ein Mitarbeiter des Wohnkomitees eintraf und sie aufforderte, einige vorbereitete Erklärungen zu unterzeichnen. Der Mitarbeiter teilte Wang mit, dass sie in eine Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht werden würde, falls sie sich weigere.

Wang sagte dem Mitarbeiter, dass sie durch Falun Dafa einen gesunden Körper erhalten habe und sich weiterhin um ihren Sohn kümmern müsse, der nach einem Autounfall gelähmt war. Der Mitarbeiter ging davon, nachdem er das gehört hatte.

Gezwungen auszuziehen

Gao, um die 70, lebte bei ihren Kindern, als mehrere Mitarbeiter des Wohnkomitees sie eines Tages aufsuchten und sie aufforderten, ein Dokument zu unterschreiben, dass sie auf Falun Dafa verzichtete. Als sie sich weigerte, sagten ihr die Mitarbeiter, sie solle ausziehen, da sie in der Gemeinde nicht willkommen sei.

Lebensunterhalt betroffen

Xia Weixian und ihr Mann aus der Stadt Guiyang, Provinz Guizhou, betrieben eine Autowaschanlage; so verdienten sie den Lebensunterhalt für sich, ihre beiden Kinder und ihre Schwiegereltern.

Im Rahmen der „Null-Fälle-Aktion“ wandten sich Polizisten um den 20. Mai herum an Xia und versuchten, sie zur Unterzeichnung einer Erklärung zu zwingen, in der sie auf Falun Dafa verzichten würde. Als Xia sich weigerte, befahlen Polizisten ihrer Familie, das Geschäft zu schließen, und drohten damit, ihre Autowaschanlage abzureißen.

Unfähig, dem Druck der Verfolgung standzuhalten, reichte Xias Ehemann Ende Mai die Scheidung ein. Xia sagte dem Gemeindesekretär, dass sie bereit sei, ihr Wohnung aufzugeben und dass sie nach der Scheidung in das Haus ihrer Eltern ziehen würde. Daraufhin weigerte sich der Gemeindesekretär, der Scheidung zuzustimmen. Er behauptete, dass sie nicht in der Lage sein würden, sie zu überwachen, wenn sie wegziehen würde.

Sohn belästigt und Wohnung durchsucht

Beamte der Polizeistation Shifenglu suchten Da Siqi, 71, am Nachmittag des 13. April auf, um sie anzuweisen, ein Dokument zu unterzeichnen, in dem sie erklären würde ihren Glauben an Falun Dafa aufzugeben. Als sie versuchte, ihnen von Falun Dafa zu erzählen, riefen die Beamten ihre Vorgesetzten an, bevor sie einen Durchsuchungsbefehl erließen. Sie riefen Das Sohn an und begannen, ihr Wohnung zu durchsuchen.

Da wurde verhaftet und aufgefordert, den Erhalt der Durchsuchungsliste zu unterschreiben. Als sie sich weigerte, drohten Polizisten damit, ihre Kontrolle über sie zu verstärken. Sie wurde um 23 Uhr freigelassen.

Antrag auf Ausweis abgelehnt

Zhang Chaohui, um die 50, wurde 2019 in einem Bus verhaftet. Ihr Personalausweis wurde konfisziert, und sie wurde zehn Tage in Gewahrsam genommen. Vor der Verhaftung teilten Zhangs Sohn und ihre Schwiegertochter ihr mit, dass sie einen Anruf der Mitarbeiter des Wohnkomitees erhalten hätten. Die Mitarbeiter hätten sie gedrängt, Zhang aufzufordern, eine Erklärung zu unterzeichnen, in der sie ihren Glauben aufgibt.

Da Zhang ihren Personalausweis benötigte, um ihre Rentenversicherung zu beantragen, ging sie im Mai zum Wohnkomitee, um zu fragen, wie sie einen neuen Personalausweis beantragen könne. Der Parteisekretär des Dorfes forderte sie auf, die Verzichtserklärung zu unterzeichnen. Dann sei sie frei, sagte er.

Als Zhang sich weigerte, warnten andere Mitarbeiter sie, dass die Zukunft ihrer sechs Enkel davon betroffen sein könnte. Als Zhang sich immer noch weigerte zu unterschreiben, teilte ihr der Parteisekretär mit, dass ihr Antrag auf einen Personalausweis abgelehnt wurde.

Frühere Berichte:

Neue Kampagne gegen Falun-Dafa-Praktizierende (Provinz Guizhou)„Null-Fälle-Aktion“: Massive Belästigung von Falun-Dafa-Praktizierenden (Provinz Guizhou)


[1] Falun Dafa, auch Falun Dafa genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.