Nach über 30 Festnahmen: 67-Jährige erneut wegen ihres Glaubens in Haft

(Minghui.org) Eine 67-jährige Frau aus der Stadt Yanji, Provinz Jilin begann 1999, Falun Dafa [1] zu praktizieren. Wenige Monate später, im Juli 1999, begann die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) mit der Verfolgung von Falun Dafa. Da Zhu Xiyu sehr von der Praxis profitiert hatte, blieb sie ihrem Glauben treu. Dafür wurde sie über 30-mal verhaftet und musste fünf Haftstrafen verbüßen – drei im Zwangsarbeitslager und zwei im Gefängnis.

Nach vier Jahren Haft entließ man Zhu am 17. Oktober 2020. Nur ein halbes Jahr später, im März 2021, nahmen Beamte sie erneut fest. Ihre Rente wurde ausgesetzt. Es hieß, dass sie zum dritten Mal ins Frauengefängnis Jilin gebracht worden sei. Nähere Einzelheiten sind nicht bekannt.

Nach ihrer Entlassung im Oktober 2020 hatte die Sozialversicherungsbehörde Yanbian von Zhus Familie 200.000 Yuan (27.000 Euro) erpresst. Zhu reichte Klage ein und forderte das Geld zurück. Das Gericht nahm ihren Fall an. Ob die jüngste Verhaftung in Verbindung mit diesem Verfahren steht, ist unklar.

Es folgt ein Einblick in Zhus Verfolgung während der vergangenen 22 Jahre.

In Peking verhaftet

Zhu reiste am 22. Februar 2000 nach Peking, um sich für Falun Dafa einzusetzen. Sie wurde vor dem Petitionsbüro verhaftet und einige Tage später zurück nach Yanji gebracht. 18Tage hielten Beamte sie im Gewahrsam.

Verfolgt im Frauenzwangsarbeitslager Heizuizi

Am 29. Juni 2001 wurde Zhu festgenommen, weil sie einen Beamten der Polizeiwache Henan gebeten hatte, sich nicht an der Verfolgung zu beteiligen. Sie wurde verprügelt, wobei ihr einige Zähne ausgeschlagen wurden. Später verhängten die Behörden ohne rechtmäßigen Prozess gegen sie ein Jahr Zwangsarbeit.

Am 1. August brachten Beamte Zhu ins Frauenzwangsarbeitslager Heizuizi. Weil sie ihren Glauben nicht aufgeben wollte, wurde sie verprügelt, mit elektrischen Schlagstöcken gefoltert und zwangsernährt. Einmal wurde sie durch den Stromschlag ohnmächtig.

Folter-Nachstellung: brutale Schläge

Am 13. Mai 2002 trat Zhu aus Protest gegen die Verfolgung in Hungerstreik. Sie wurde mit Schlagstöcken verprügelt und von mehreren Wärtern zwangsernährt. Nach jeder Zwangsernährung erbrach sie Blut, litt unter Atembeschwerden und Schweißausbrüchen.

Ihre Haftzeit wurde um zehn Tage verlängert. Am 8. Juli 2002 durfte sie nach Hause.

Am 4. November 2002 wurde Zhu abermals verhaftet und zur Gehirnwäsche innerhalb einer Polizeischule gebracht. Drei Tage später, am 7. November, kam sie frei.

Am 21. April 2003 reiste Zhu wieder nach Peking. Auf dem Platz des Himmlischen Friedens entrollte sie ein Transparent mit den Worten „Falun Dafa ist gut“ auf. Sie wurde festgenommen, verprügelt und getreten. Da damals SARS ausgebrochen war und Zhu fieberte, wurde sie freigelassen.

Von der Polizei fast zu Tode gefoltert

Am 1. September 2003 nahmen Polizisten Zhu erneut fest, weil sie auf einem öffentlichen Platz die Falun-Dafa-Übungen praktiziert hatte. Über zehn Stunden lang fesselten die Beamten sie mit Handschellen an einen Stuhl. Sie schlugen ihr ins Gesicht, sodass es anschwoll.

Am nächsten Tag wurde Zhu zur Polizeiwache der Stadt Yanji gebracht und 16 Stunden lang an den Handgelenken aufgehängt. In den ersten drei Stunden war ihre rechte Hand über ihrem Kopf gefesselt, während die linke ausgestreckt und horizontal fixiert war. Die Wärter ließen sie zur Toilettenpause herunter. Zhu war so durstig, dass sie Wasser aus der Toilette trank. In den nächsten 13 Stunden fesselten die Beamten sie in der umgekehrten Position – die linke Hand über dem Kopf und die rechte horizontal.

Folter-Nachstellung: aufgehängt, während die Arme horizontal gefesselt sind

Als Zhu am dritten Tag ins Untersuchungsgefängnis Yangi gebracht wurde, konnte sie nicht mehr gehen und wurde in die Zelle geschleift. Aus Protest gegen die Verfolgung trat sie in Hungerstreik und wurde am 8. September brutal zwangsernährt.

Folter-Nachstellung: brutale Zwangsernährung

Später verhängten die Behörden weitere drei Jahre Zwangsarbeitslager, aber die Wärter im Frauenzwangsarbeitslager Heizuizi weigerten sich, Zhu aufzunehmen. Sie lag im Sterben. Die Beamten brachten die Praktizierende daraufhin zu ihrem Sohn und eilten davon. Am 17. September kehrte Zhou mit ihrem Sohn, der an der Universität Changchun studierte, zurück nach Hause.

Brutale Folter im Frauenzwangsarbeitslager Heizuizi

Zhu erholte sich nach ihrer Heimkehr schnell. Doch schon am 4. November 2003 wurde sie wieder verhaftet, weil die Polizei sie wie zuvor bei den Falun-Dafa-Übungen am selben Ort bemerkt hatte. Am folgenden Tag lieferten die Beamten sie im Frauenzwangsarbeitslager Heizuizi ein.

Zhu weigerte sich auch dort weiterhin, ihren Glauben aufzugeben. Dafür wurde sie gefoltert – mit Schlägen, Elektroschocks, Isolationshaft, dem „Totenbett“ und Zwangsernährung.

Einmal trat Zhu aus Protest gegen die Verfolgung in Hungerstreik und wurde 45 Tage lang an ein Bett gefesselt, davon fünf Tage auf dem sogenannten Totenbett. Sie wurde brutal zwangsernährt, wobei ihr Mund mit einer Zange aufgehebelt wurde. Dadurch brachen mehrere Zähne ab. Ein anderes Mal wurde sie zeitgleich mit mehreren Elektroschocks gequält. Jemand trat ihr ins Gesicht, wodurch sie einen weiteren Zahn verlor.

Folter-Nachstellung: Totenbett

Die Wärter schleiften Zhu auch auf dem Betonfußboden herum, was zu schweren Blutungen an Gesäß und Rücken führte. Nach 13 Monaten Folter wurde Zhu am 3. Dezember 2004 freigelassen.

Weitere Verhaftungen

Von 2005 bis 2011 wurde Zhu über 30 Mal festgenommen, weil sie die Falun-Dafa-Übungen in der Öffentlichkeit praktiziert hatte und auf dem Jindalai-Platz ein Transparent mit einer Botschaft über Falun Dafa aufgehängt hatte.

Im Jahr 2005 wurde sie sechsmal festgenommen und insgesamt für 21 Tage festgehalten: sieben Tage vom 11. bis 18. April; vier Tage vom 4. bis 8. Mai, drei Tage vom 8. bis 11. Juli sowie sieben Tage im August. Während der Haft wurde sie brutal gefoltert.

Am 11. Mai brachten die Beamten sie in eine Nervenklinik, wo sie sieben Tage festgehalten wurde. Sie wurde dort am Bett fixiert, zwangsernährt und bekam unbekannte Medikamente gespritzt.

Folter-Nachstellung: gewaltsame Verabreichung von Medikamenten

Im Jahr 2006 wurde Zhu fünfmal festgenommen und insgesamt 28 Tage lang festgehalten. Am 9. Februar wurde sie verhaftet, weil sie Informationsmaterialien über Falun Dafa verteilt hatte. Noch am selben Tag ließen die Beamten sie wieder frei. Am 23. August erfolgte die nächste Festnahme, die zur Freilassung am selben Tag führte. Während einer lokalen Messe vom 28. August bis 1. September befand sich Zhu für drei Tage im Gewahrsam. In der Zeit vom 8. bis 30. September wurde Zhu inhaftiert und zu zwei Jahren Zwangsarbeit verpflichtet. Das Arbeitslager weigerte sich jedoch, sie aufzunehmen. Am 9. Oktober wurde Zhu erneut verhaftet und am selben Tag freigelassen.

Nach 2006 kam es zu Dutzenden Verhaftungen auf dem Jindalai-Platz, darunter am 7. Juni 2008, 8. November 2008 sowie 7. April 2011.

Am 12. März 2010 sprach Zhu mit anderen über Falun Dafa und wurde festgenommen.

Am 3. März 2011 sperrte man sie für sieben Tage in einer Nervenklinik ein, wo ihr eine Vielzahl unbekannter Medikamente gespritzt wurde.

Gehirnwäsche

Am 31. März 2011 packte der Polizist Zheng Zhezhu die Praktizierende an den Haaren und zerrte sie vom Jindalai-Platz bis zur Gehirnwäsche-Einrichtung, sodass Zhu an den Knien blutete. Sie befand sich einige Tage in Haft. Durch die brutale Folter war sie abgemagert.

Folter-Nachstellung: auf dem Boden herumgeschleift werden

Am 4. Juni 2011 wurde Zhu zum dritten Mal in die Gehirnwäsche-Einrichtung gebracht. Nach ihrer Entlassung ging sie wieder zum Jindalai-Platz, um die Falun-Dafa-Übungen zu machen. Am 13. Juni fand eine Gerichtsanhörung stand. Am 22. Juni verurteilte sie der Richter zu vier Jahren Haft. Vom 22. bis 24. Juni wurde sie erneut in einer Gehirnwäsche-Einrichtung inhaftiert und am 5. Juli ins Frauengefängnis Jilin gebracht.

Gefoltert im Frauengefängnis Jilin

Zhu schildert nachfolgend die Leiden während der vier Jahre Haft im Frauengefängnis Jilin:

„Als ich im Gefängnis ankam, wurden zwei Gefangene damit beauftragt, mich genau zu überwachen. Aus Protest gegen die Verfolgung trat ich in Hungerstreik. Am Nachmittag wickelten die Gefangenen meine Hände und Füße einzeln in Klebeband. Dann befestigten sie das Ende eines Seils über das Klebeband und banden das andere Ende an den Pfosten der Etagenbetten fest. In einer schmerzhaften Position wurde ich in der Luft aufgehängt, wobei Hände und Beine an den vier Ecken fixiert waren.“

Folter-Zeichnung: An Händen und Füßen aufgehängt

„Am nächsten Morgen wurde die Folter fortgesetzt. Durch die Verfolgung ging es mir äußert schlecht. Meine Hände und Beine waren taub und zuckten. Ich verlor jegliche Hoffnung.

Nach dem Aufhängen fesselten die Gefangenen mich jeden Tag mit gespreizten Händen und Beinen an das Bett und unterzogen mich einer Zwangsernährung.

Am 16. Juli zog ich mir den Ernährungsschlauch aus der Nase. Vier Gefangene hängten mich daraufhin wieder in die Luft. Meine Handgelenke liefen kurz darauf lila an und wurden taub. Ich begann, grüne Galle zu erbrechen. Als sie mich hinlegten, kam mir erneut die Galle hoch. Dann wurde ich ohnmächtig.

Später, in der zweiten Juli-Hälfte, wurden zwei neue Gefangene mit meiner Überwachung beauftragt. Sie schlugen mich zwar nicht, fesselten mich aber in unterschiedlichen Positionen. Sie fesselten mich fest, vor allem nachts. Manchmal banden sie mir die Hände hinter dem Rücken zusammen, und zwar mehr als zwei Stunden lang. Einmal kreuzten sie mir Hände und Beine und fesselten mich dann fünf Nächte lang an vier Bettpfosten.

Am 23. Juli 2013 wurde ich in das Gebäude 411 der Abteilung 8 verlegt. Ich wurde jeden Tag von Gefangenen brutal gefoltert, insbesondere von der Gefangenen Zhang Yanmei. Oft ohrfeigte sie mich, schlug mich mit Sandalen und trat mich mit harten Schuhen in den Intimbereich.

Am 29. März 2014 rief ich beim Appell ‚Falun Dafa ist gut!‘ Einige Praktizierende folgten und riefen ‚Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht sind gut!‘ Daraufhin wurde ich 53 Tage lang mit Handschellen gefesselt.

Am 29. September 2014 forderte ich, die Falun-Gong-Übungen zu praktizieren. Von diesem Tag an wurde ich gezwungen, täglich Handschellen zu tragen – bis ich am 14. Juni 2015 freigelassen wurde. Jeden Tag wurden mir die Handschellen dreimal abgenommen.“

Zweite Haft im Frauengefängnis Jilin

Am 3. März 2016 verhafteten Beamte der Polizei Yanji die Praktizierende erneut und brachten sie zur Gehirnwäsche. Am 22. März wurde sie für sechs Monate unter Hausarrest gestellt.

Am 7. April 2017 verurteilte sie das Gericht der Stadt Yanji zu vier Jahren Haft. Am 9. Mai brachten Beamte sie in die Haftanstalt Yanji, bevor sie zwei Tage später ins Frauengefängnis Jilin gebracht wurde.

Beteiligt an der Verfolgung:

An Tongyu, Direktor des Frauengefängnisses Jilin: 086-431-85375001Wei Lihui, Vize-Direktor des Frauengefängnisses von Jilin: +086-15312692195Qian Wei, Leiterin der Abteilung Nr. 8, Frauengefängnis Jilin: +086-18504301922

(Weitere Kontaktinformationen zu den Tätern finden Sie im chinesischen Originalartikel)

Früherer Bericht:

Provinz Jilin: Richter weist Klage gegen zwei Bewohner ab - Monate später widerruft er seine Entscheidung


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.