Ich verriet unbeabsichtigt meine Schwester – nach ihrer Gefängnisstrafe fand sie nicht mehr den Mut zu praktizieren

(Minghui.org) Es ist sechs Jahre her, dass meine Schwester meinetwegen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Seitdem quält mich, was damals passierte. Ich hoffe, dass meine Mitpraktizierenden, wenn ich meinen Fehler offenlege, daraus lernen können und es nicht genauso machen.

Vor sechs Jahren war ich mit einem Mitpraktizierenden unterwegs, denn wir wollten die Menschen über die Fakten aufklären. Jemand meldete uns und wir wurden verhaftet. Als die Polizei mich verhörte, weigerte ich mich zunächst, ihre Fragen zu beantworten. Aber die Polizisten setzten mich zunehmend unter Druck und meine Furcht wurde immer größer.

Meine Schwester wurde am gleichen Tag verhaftet. Während unsere Verhöre andauerten, kooperierten wir letztlich beide mit der Polizei. Wir hatten dem Versprechen eines Polizeihauptmeisters Glauben geschenkt, dass man uns freilassen würde, wenn wir alle Fragen beantworteten. Eine der Fragen lautete, ob ich die Informationsmaterialien über Falun Dafa von meiner Schwester bekommen hätte. Ich stritt es nicht ab. Die Polizei machte daraus ein „Ja“ und verwendete das gegen meine Schwester, was zu ihrer Gefängnisstrafe führte.

Tatsächlich hatte ich sogar noch die Chance, die Antwort zu ändern, denn die Polizei wollte, dass ich die Aussage bestätigte. Aber ich tat es nicht und unterschrieb das Dokument einfach.

Etwas später wurde ich freigelassen, während meine Schwester weiter festgehalten wurde. Einen Monat später machten sie ihr den Prozess. Im Gericht benannte der Staatsanwalt mich als einen Zeugen der Anklage. Er verlas laut meinen Namen und sagte, ich hätte bezeugt, die Informationsmaterialien über Falun Dafa von meiner Schwester erhalten zu haben.

Nachdem meine Schwester aus dem Gefängnis freikam, war sie zutiefst verängstigt und wagte nicht mehr, Falun Dafa zu praktizieren. Ich bedauerte das alles sehr.

Im letzten Jahr haben ich folgenden Erfahrungsbericht auf Minghui.org gelesen: Wichtiges Kriterium für die Kultivierung: den Mund kultivieren und vertrauenswürdig sein. Die Autorin schrieb, wie sie unabsichtlich einer Praktizierenden Schaden zugefügt hatte: „Am 21. Juli 1999 durchsuchten die Behörden der Abteilung für politische Sicherheit unseres Landkreises meine Wohnung. Sie lockten mich in eine Falle, so dass ich sie am Ende zu einer Mitpraktizierenden nach Hause brachte. Sie musste ihre Falun-Dafa-Bücher und -Videokassetten sowie die Porträts des Meisters abgeben. Diese Praktizierende wurde auch später noch belästigt und ihre Wohnung viele Male durchsucht. Sie musste ihr Zuhause verlassen, um einer weiteren Verfolgung zu entgehen, wurde am Ende jedoch verhaftet und ins Arbeitslager gebracht. Auf Grund der brutalen Folter hörte sie mit dem Praktizieren auf. Ich war extrem traurig darüber. Ich war jung, hatte keine Ahnung und konnte mich nicht zur Wehr setzen. Leichtgläubig machte ich, was die Behörden von mir wollten, dabei hatten sie gelogen und behauptet, dass sie bereits alles wüssten. Unabhängig davon, wie es damals lief: Es steht fest, dass ich die Beamten zur Wohnung der Praktizierenden geführt hatte.“

Ich war geschockt, als ich den Bericht las. Mein Verhalten war genau dasselbe gewesen, wie das der Autorin. Ich bin dafür verantwortlich, dass meine Schwester eine Gefängnisstrafe erhalten und aufgehört hat, Falun Dafa zu praktizieren.

Schon lange versuche ich, meine Erfahrung aufzuschreiben, stieß aber immer wieder auf gewaltige Störungen. Ich habe über ein Jahr gebraucht, um den Bericht fertigzustellen. Ich hoffe, dass er dazu beitragen kann, die Dinge ein wenig wiedergutzumachen, und andere Praktizierende davor bewahrt, den gleichen Fehler zu wiederholen.