Bei der Kultivierung geht es um den Prozess und nicht um das Ergebnis

(Minghui.org) Ich bin in Hongkong geboren und aufgewachsen und später nach Toronto in Kanada eingewandert. Im März 1999 begann ich, Falun Dafa zu praktizieren. Im Jahre 2003 schloss ich mich dem Sound of Hope (SOH) Radio Network an, um bei den Sendungen in kantonesischer Sprache zu unterstützen, insbesondere bei den Nachrichten.

Nimm Rücksicht auf die Empfindungen anderer

Hongkong erregte die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit durch den Anti-Auslieferungs-Vorfall im Jahr 2019. Der kantonesische Nachrichtensender SOH auf YouTube wuchs daraufhin schnell und brauchte viele Sprecher. Deshalb engagierte ich mich in diesem Projekt.

Neben der Ankündigung der Nachrichten war ich dafür verantwortlich, die Kommentare der Zuschauer zu lesen und zu bearbeiten. Wenn die Zuschauer bemängelten, dass die kantonesische Aussprache unserer Sprecher nicht dem Standard entspreche oder der Wortlaut für die Einwohner Hongkongs ungewohnt sei, gab ich das an das Team weiter. Ich wollte damit die Gesamtqualität unseres Programms steigern.

Auf der Fa-Konferenz in Kanada im letzten Jahr hörte ich zu, was eine Praktizierende berichtete. Sie meinte zu einer anderen Praktizierenden, dass bestimmte Dinge auf eine bestimmte Art und Weise gemacht werden müssten. Dabei beachtete sie allerdings nicht, dass die angesprochene Praktizierende mit vielen anderen Schwierigkeiten bei sich zuhause belastet war. Indem sie sie aufforderte, es so zu machen wie sie es für richtig hielt, bereitete sie der anderen Praktizierenden nur noch mehr Schwierigkeiten. Als sie das erkannte, überlegte sie sorgfältig, ob sie sich in der Vergangenheit bei anderen Praktizierenden ähnlich verhalten hatte, und entschuldigte sich dann bei jedem von ihnen.

Plötzlich begriff ich, dass es ungeschickt ist, jemanden im Gruppenchat auf seine falsche Aussprache hinzuweisen, weil ich dabei die Gefühle und Situation des anderen nicht berücksichtige. Ich wandte mich an die Praktizierende und entschuldigte mich. Die Praktizierende war sehr freundlich und sagte mir, ich solle mir darüber keine Sorgen machen. Sie sagte, sie schlage oft im Wörterbuch nach, um sich zu vergewissern, ob ihre Aussprache richtig sei; allerdings mache sie sich bei bestimmten Worten nicht mehr diese Mühe, weil sie davon ausgehe, dass sie sie richtig ausspreche.

Was ich für richtig halte, basiert nicht immer unbedingt auf dem Fa, und so konnte ich nicht einmal erkennen, dass ich etwas falsch gemacht hatte. Ich dachte, ich würde die Qualität des Beitrags verbessern, indem ich die Aussprache der anderen korrigierte. Die Idee war richtig, aber mein Vorgehen war falsch. Jeder Praktizierende ist der Schüler des Meisters. Es ist nicht richtig, die Empfindungen der Mitpraktizierenden außer Acht zu lassen. Das war eine große Lücke in meiner Kultivierung.

Deshalb dachte ich auch darüber nach, ob ich die Gefühle anderer Praktizierender verletzt hatte. Sollte das der Fall sein, möchte ich mich mit diesem Artikel bei ihnen dafür entschuldigen.

Mein Team hat einen Online-Raum eingerichtet, in dem alle anderen Sprecher von ihren Erfahrungen erzählen und Fragen beantworten können. So können wir uns gegenseitig unterstützen. Dort bringe ich jetzt einige der Rückmeldungen der Zuschauer ein und hoffe, dass dieser Ansatz besser ankommt.

Mit den Beschwerden aufhören

Die meisten Skripte, die wir bisher erhielten, stammen vom Sender in Mandarin, sodass die Grammatik und die Ausdrucksweise nicht dem Kantonesischen oder dem Kantonesischen im Stil von Hongkong entsprechen. Da die meisten unserer Zuhörer aus Hongkong stammen und im Ausland lebende Einwanderer aus Hongkong sind, die Kantonesisch im Hongkong-Stil bevorzugen, müssen wir uns die Zeit nehmen, die Skripte so zu ändern, dass es mehr dem Hongkong-Stil entspricht.

Außerdem gibt es Unterschiede bei der Übersetzung von Orten und Personen in Kantonesisch und Mandarin, sodass es auch Zeit kostet, die in Hongkong gebräuchliche Übersetzung zu finden. Mir fällt es schwer, mich angesichts dieser Situation zu beherrschen und mich nicht zu beschweren oder aufzuregen.

In den letzten paar Monaten gelang es mir, einige Durchbrüche zu erzielen. Ich dachte über viele der anstehenden Probleme nach. Dabei sagte ich mir, dass ich mich beruhigen und die Herausforderungen aus der Sicht einer Praktizierenden betrachten sollte. Jetzt gelingt es mir immer besser, mich zu beherrschen, und ich kann die Beiträge ruhig und vernünftig vorbereiten.

Manchmal beschwere ich mich noch innerlich, erkenne dann aber sofort, dass meine Gedanken nicht richtig sind und ich sie beseitigen muss. Jetzt versuche ich noch schneller die Zusammenhänge zu erkennen und Unrichtiges zu beseitigen. Ich möchte den Zustand erreichen, in dem ich keine unpassenden Gedanken mehr zulasse. Dieser Prozess gehört meiner Meinung nach zur Kultivierung.

Wenn allerdings der Text fehlerfrei wäre, hätte ich überhaupt keine Gelegenheit, meinen Hang zur Beschwerde zu erkennen und zu beseitigen und zu lernen, wie ich mich beruhigen kann.

Einmal hatte ich einen Traum. Der Meister gab mir in dem Traum den Hinweis, dass ich mich nicht auf die Ergebnisse konzentrieren, sondern auf den Prozess – die Kultivierung – konzentrieren sollte. So kann ich meine Lücken aufdecken, auf die Vorschläge der anderen eingehen und mich selbst korrigieren. Schließlich wurde es zu einer Gewohnheit, meine eigenen Unzulänglichkeiten zu finden und mich selbst zu korrigieren, was der Schlüssel zum Gelingen von allem ist.

Mit klarem Geist können wir den Weg sehen, den der Meister für uns eingerichtet hat

Normalerweise brauchte ich früher 2–3 Stunden, um die Nachrichtenmeldungen aufzuzeichnen. Das war mir zu lang, aber ich wusste nicht, wie ich den Prozess verkürzen konnte. Letzten Monat sprach ich mit einer erfahrenen SOH-Mandarin-Sprecherin darüber, die mir ihre Methode der Aufnahme und des Schnitts erläuterte. Das inspirierte mich sehr und ich probierte es am nächsten Tag aus. Dabei sparte ich tatsächlich fast eine halbe Stunde ein.

Durch meine Arbeitsweise, bei der ich mich immer über die Fehler in den Skripten beschwerte, konnte ich nie auf einen guten Weg kommen. Wie könnte ich Fortschritte machen, wenn ich mich ständig von menschlichen Gedanken und Vorstellungen ablenken lasse?

Da ich nun anfing, mich von meiner Nörgelei zu lösen, sorgte der Meister dafür, dass mir die andere Praktizierende behilflich war. Die Praktizierende sagte auch: „Wir sollten die gewonnene Zeit für andere Dinge nutzen.“ Es stimmt, die Zeit ist für die Dafa-Praktizierenden jetzt sehr wertvoll. Wenn wir uns gut kultivieren, wird uns der Meister die nötige Intelligenz geben, damit wir die Dinge gut und schnell erledigen können. Dann können wir mehr Dinge erledigen und so unsere Fähigkeiten erweitern.

Jede Umgebung kann eine Gelegenheit zur Kultivierung sein

Mehr als zehn Jahre lang habe ich in Toronto an der Werbung für Shen Yun mitgewirkt, vor allem beim Kartenverkauf. In dieser Zeit entdeckte ich viele meiner Lücken wie mangelnde Kooperation mit anderen Praktizierenden, Geltungssucht, Neid und Vermeidung von Schwierigkeiten.

Beim SOH-Projekt arbeitete ich jedoch vor dem kantonesischen YouTube-Kanal meist allein zu Hause oder mit einigen wenigen vertrauten Praktizierenden an den Sendungen. Daher war ich immer der Meinung, dass sich mir nicht viele Möglichkeiten böten, mich zu kultivieren.

Im Gegensatz dazu arbeitet beim YouTube-Nachrichtenkanal ein ganzes Team zusammen für die Bearbeitung, Ausstrahlung, Nachbearbeitung, das Hochladen, die Qualitätssicherung und Beantwortung von Zuschauerkommentaren. Jeder Schritt des Prozesses ist eng miteinander verbunden und jedes Problem wirkt sich auf den nächsten Schritt aus, insbesondere dann, wenn die Beteiligten in verschiedenen Zeitzonen arbeiten. Um die Nachrichten schnell auf YouTube hochladen zu können, müssen alle Praktizierenden gut kooperieren. In den letzten zwei Jahren erkannte ich meine Mängel, während ich an diesem SOH-Projekt arbeitete.

In der Tat ist jede Umgebung, jedes Projekt und jede Angelegenheit nicht zufällig. Sie sind alle Gelegenheiten, die der Meister für unsere Kultivierung eingerichtet hat. Sobald ich SOH beigetreten war, hat der Meister viele Gelegenheiten für mich geschaffen, um mich zu erhöhen. Wegen meines mangelnden Erkenntnisvermögens konnte ich das aber nicht immer nutzen. Wenn ich die Dinge mit menschlichen Anschauungen betrachtete, verpasste ich natürlich wertvolle Gelegenheiten.

Deshalb bin ich dem Meister dankbar, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat, auf dem kantonesischen Kanal von SOH zu arbeiten. Für mich ist klar, dass ich mich immer im Einklang mit dem Dafa verhalten sollte. Außerdem bietet jede Umgebung Gelegenheiten zur Kultivierung. Dankbar bin ich auch für die ständige Nachsicht meiner Mitpraktizierenden.

Danke, Meister, dass Sie mir diese Gelegenheit gegeben haben. Danke, liebe Mitpraktizierende!