Das „Zhuan Falun“ auswendig lernen – das Nach-innen-Schauen in den Alltag integrieren

(Minghui.org) Ich bin 81 Jahre alt und praktiziere seit 1996 Falun Dafa. Weltbewegende oder unvergessliche Erlebnisse hatte ich keine und bislang auch kein tiefgehendes Verständnis über die Lehre des Fa.

Das Auswendiglernen des Zhuan Falun

Im Jahr 2006 begann ich, das Zhuan Falun auswendig zu lernen. Ich las in einem Artikel von Meister Li (dem Begründer des Dafa):

„Alle, die dazu fähig und jung sind, außer denjenigen, die schon alt sind und kein gutes Gedächtnis haben, sollen das Buch einmal auswendig lernen.“ (Meinungen bezogen auf die Fa-Berichtigung auf der Sitzung der Falun-Dafa-Betreuer in Beijing, 02.01.1995)

Obwohl sich der Meister an junge Menschen wandte und ich zu den „Älteren, die kein gutes Gedächtnis haben“ gehöre, wusste ich, dass es wichtig ist, denn alles, was der Meister sagt, ist von Bedeutung. Und so beschloss ich, das Buch auswendig zu lernen.

Da die meisten Praktizierenden vor Ort das Zhuan Falun damals nicht auswendig lernten, lernte ich allein bei mir zu Hause, ohne jemandem etwas davon zu erzählen. Anfangs lernte ich es mal auswendig und mal nicht; das Auswendigernen und Lesen wechselten sich ab. Nachdem ich das Buch einmal auswendig gelernt hatte, hörte ich damit auf, denn ich war mir nicht im Klaren, ob es besser ist, das Zhuan Falun auswendig zu lernen oder es nur durchzulesen.

Bis vor fünf Jahren habe ich mich nicht auf das Auswendiglernen konzentriert. Mittlerweile habe ich das Zhuan Falun achtmal auswendig gelernt. Jetzt lerne ich jeden Tag ein Kapitel des Zhuan Falun auswendig und lese darüber hinaus noch die anderen Artikel des Meisters.

Mir ist klar, dass es beim Auswendiglernen des Fa keine Abkürzungen gibt. Ältere Praktizierende können es auch schaffen. Hier habe ich drei Ratschläge:

1. Für diejenigen, deren Bildungsniveau niedrig ist: Man muss zumindest die Bedeutung jedes Wortes und jedes Satzes verstehen. Das Auswendiglernen ist einfacher, wenn man es verstanden hat.

2. Man muss in der Lage sein durchzuhalten. Lies einfach und lerne immer wieder auswendig. Wenn du es vergessen hast, lerne wieder einen Satz nach dem anderen.

3. Gib niemals auf. Ermutige dich immer wieder.

Der Blick nach innen

Seit zwei Jahren schreibe ich meine Erfahrungen auf – in der Regel täglich, manchmal alle zwei Tage, selten erst nach drei Tagen. Auf meinem Notizbuch steht groß: „Schau nach innen“. Worte und Handlungen, die nicht mit dem Fa übereinstimmen, notiere ich mir und erkunde anschließend, wie sich das zeigte. Anschließend suche ich nach den Ursachen und Wurzeln der Anhaftungen. Mit den Prinzipien des Dafa korrigiere ich mein Verhalten.

Meine Erfahrungen auf diese Weise festzuhalten, hilft mir, denn ich bin eine langjährige Praktizierende und über 80. Ich schreibe jede einzelne Anhaftung auf und korrigiere sie mit dem Fa. Das hilft mir, konzentriert das Fa zu lernen. So kann ich die Prinzipien des Fa nutzen, um die täglichen Herausforderungen zu meistern.

Meine Anhaftungen werden aufgedeckt

Meine Tochter lud einmal sieben ihrer früheren Mitschüler zu einer Party nach Hause ein (ich wohne bei ihr zu Hause). Während des Essens stand einer von ihnen auf und sagte: „Sieh mal, die Tante hat einen so rosigen Teint. Unserer ist nicht so gut wie ihrer.“ Alle machten mir Komplimente. Ich fühlte mich richtig gut und war sogar etwas begeistert über meinen Erfolg.

Als ich später darüber nachdachte, wurde mir klar: „Mein Verhalten war heute nicht richtig.“ Ich erinnerte mich an ein Beispiel, das der Meister einmal nannte:

„Wenn dich andere nur einmal Qigong-Meister nennen, wiegst du dich schon in Selbstzufriedenheit und bist überglücklich.“ (Zhuan Falun, 2019, Seite 106)

Was ist der Unterschied zwischen dieser Person und mir? War meine Freude über das Kompliment etwa nicht mein Übereifer und meine Angeberei? Außerdem sind die Veränderungen an meinem Körper auf die außergewöhnliche Kraft des Falun Dafa zurückzuführen. Noch unverzeihlicher ist, dass der Meister dies arrangiert hat, um mir die Gelegenheit zu geben, das Fa zu bestätigen. Warum hatte ich nicht erklärt, dass ich deshalb so jung und gesund aussehe, weil ich Falun Dafa praktiziere? Je mehr ich darüber nachdachte, desto schlechter fühlte ich mich. So etwas durfte nicht noch einmal passieren.

Kurze Zeit später feierte ich meinen 80. Geburtstag, und meine Söhne und Töchter veranstalteten eine Feier für mich. Meine Familienmitglieder und ein paar enge Freunde meiner Tochter waren eingeladen. Während des Essens prosteten die Freunde meiner Tochter mir zu und gratulierten mir. Einer von ihnen sagte mit einem Lächeln: „Tantchen, du siehst überhaupt nicht aus wie eine 80-Jährige. Du hast gar keine Falten! Unsere Gesichter sind nicht so glatt wie deines.“

Eine Frau sagte: „Bleibe immer so jung und gesund wie eine Achtzehnjährige! Bitte verrate uns dein Geheimnis!“ Ich sagte: „Mein Geheimnis liegt darin, dass ich Falun Dafa praktiziere. Ich danke Meister Li, dem Begründer des Falun Dafa, von ganzem Herzen.“ Die Tante, die neben mir saß, stand ebenfalls auf und rief mir zu: „Du solltest deinem Meister wirklich danken. Lasst uns die Gläser erheben und dem Meister danken!“ Alle freuten sich.

Durch das Fa-Lernen habe ich meine Fähigkeit, nach innen zu schauen, erweitert: Nichts, was geschieht, ist zufällig. Jede Situation, ob gut oder schlecht, bietet mir die Möglichkeit, nach innen zu schauen und meine Xinxing zu erhöhen.

Erst allmählich habe ich gelernt, nach innen zu schauen. Ich habe das Nach-innen-Schauen in mein tägliches Leben integriert, mittlerweile geschieht es ganz automatisch. Der Blick nach innen ist ein magisches Werkzeug, das der Meister uns gegeben hat.