(Minghui.org) Als ich kürzlich im Ausland unterwegs war, konnte ich die Falun-Dafa-Übungen im Freien mit anderen Praktizierenden durchführen. Als mir eine Mitpraktizierende erzählte, dass am nächsten Tag die Übungen am See stattfinden würden, weckte ich meinen Mann voller Vorfreude noch vor Sonnenaufgang, damit wir daran teilnehmen konnten. Gegen 4:00 Uhr morgens folgten wir der Mitpraktizierenden leise durch die Stille des frühen Morgens zum Übungsort. Während wir drei den Weg entlanggingen, erinnerte ich mich an die Zeit vor 1999, als ich meine Eltern zum örtlichen Übungsort in China begleitete.
Im Jahr 1994 begannen meine Eltern, Falun Dafa zu praktizieren, nachdem sie an einem Neun-Tage-Seminar des Meister teilgenommen hatten. Ich las die Falun-Dafa-Bücher und fand sie sehr hilfreich. So beschloss ich, ebenfalls zu praktizieren. Meine Eltern führten Falun Dafa in einem Militärgelände ein. Als immer mehr Menschen daran teilnahmen, wurde ein Übungsort eingerichtet. Von 1994 bis 1999 führten wir die Übungen fast täglich im Freien durch. Bei schlechtem Wetter wichen wir auf die Halle oder ein Klassenzimmer aus. Diese Räume schützten uns zwar vor Wind und Regen, aber nicht vor extremer Kälte, Hitze oder Mücken. Wir lebten in einer Küstenstadt im Norden, wo die Wintertemperaturen unter den Gefrierpunkt sanken. Bei den Übungen mit langsamen Bewegungen war die Kälte noch erträglich, doch die zweite Übung, bei der man die Hände lange stillhalten muss, war eine echte Herausforderung. Allmählich wurden meine Hände kalt, verloren das Gefühl und begannen dann zu brennen. Mit jedem Tag des Übens wurden meine Hände widerstandsfähiger gegen die eisigen Temperaturen.
Die kältesten Wintertage waren erträglich, doch die brütende Sommerhitze, gepaart mit den Mücken, war schwerer zu ertragen. Ein Ehepaar, das zu uns kam, bekleidete hohe gesellschaftliche Positionen. Die Frau hatte panische Angst vor Mücken. In unserer Kultivierungsschule Falun Dafa lernen wir, Anhaftungen loszulassen. Manchmal ist das, was wir am meisten fürchten, genau das, was wir gerade anziehen. Je mehr sie Angst vor Mückenstichen hatte, desto mehr wurde sie gestochen. Deswegen kam sie im Sommer wegen der Mücken nicht mehr.
Ich empfand das Ertragen der Mückenstiche als einen Teil des Kultivierungsprozesses. Als ich mit den Übungen begann, schwirrten die Mücken um mich herum, zuerst wollte ich sie verscheuchen. Später merkte ich, dass es unangebracht war, mich während der Übungen zu bewegen. So ertrug ich die Stiche. Jeder Stich hinterließ große, juckende Quaddeln, die ich nicht kratzen konnte. Es war sehr unangenehm. Weil ich mich nicht bewegte, stachen mich die Mücken überall. Manchmal waren nach den Übungen meine Hände, Füße und mein Gesicht voller Quaddeln. Im Herbst waren die Mücken besonders aggressiv. Sie stachen mich sogar durch meine Kleidung. Als ich die Übungen täglich fortsetzte, beruhigte ich mich innerlich allmählich und die Stiche störten mich nicht mehr. Manchmal spürte ich, wie sich eine Mücke auf meine Nase setzte, mich stach und dann wegflog. Mit der Zeit störte mich der Juckreiz nicht mehr. Die Quaddeln verschwanden nach den Übungen und hinterließen nur noch einen kleinen roten Punkt.
Wenn ich heute zurückblicke, waren die Tage, an denen ich an den Übungen im Freien und am Fa-Lernen in der Gruppe teilnahm, die glücklichsten meines Lebens.
Als wir drei am Übungsort an einem wunderschönen, ruhigen See ankamen, hatten die Mitpraktizierenden bereits mit den Übungen begonnen. Als ich die melodische Übungsmusik und die würdevollen Anweisungen des Meisters hörte, stellte ich schnell meinen Rucksack ab und schloss mich ihnen an.
Während der Übungen liefen mir unaufhaltsam die Tränen über die Wangen. Seit Beginn der Verfolgung von Falun Dafa im Jahr 1999 konnte ich die Übungen 26 Jahre lang nicht mehr im Freien praktizieren. Praktizierende in China kämpfen noch immer für ein rechtmäßiges und freies Umfeld für das Praktizieren von Falun Dafa. Mitpraktizierende außerhalb Chinas können sich glücklich schätzen. Deshalb sollten sie die Möglichkeit, die Übungen öffentlich durchzuführen, wertschätzen.
Nach meiner Rückkehr nach China erzählte ich den Mitpraktizierenden unserer Fa-Lerngruppe von meinen Erlebnissen. Sie waren zu Tränen gerührt. Ich glaube fest daran, dass die Falun-Dafa-Übungsmusik in naher Zukunft wieder in ganz China erklingen wird. Wir freuen uns auf den Tag, an dem wir die Übungen draußen frei durchführen können, so wie es die Praktizierenden in anderen Ländern tun. Wir wünschen uns, dass dieser Tag bald kommt!
Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel stellt die persönliche Ansicht und Erkenntnis des Autors dar und dient dem Verständnisaustausch.
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