(Minghui.org) Einmal geriet ich mit einem Mitpraktizierenden in Konflikt, während wir Informationsmaterialien zur Aufklärung der wahren Umstände verteilten. Nachdem ich nach innen geschaut und meine Xinxing erhöht hatte, erlebte ich ganzheitliche positive Veränderungen. Heute möchte ich diese Erfahrung mit den Praktizierenden teilen, damit wir uns gemeinsam verbessern und in unserer Kultivierung erhöhen können.

Eines Abends ging ich mit den Praktizierenden Amei und Bing in ein Dorf. Amei und ich verteilten gemeinsam entlang eines Weges, während Bing in einem anderen Bereich verteilte. Nachdem wir fertig waren, wollten wir in ein anderes Dorf gehen, um dort Informationsmaterialien zu verteilen. Meine beiden Hüften und meine Beine schmerzten, sodass ich kaum noch laufen konnte. Es waren noch mehr als zehn Häuser übrig, als Amei zu mir sagte: „Bing ist vielleicht zurückgegangen, denn als wir uns trafen, hatte er nur noch sechs Broschüren übrig.“

Ich dachte: „Amei ist älter als ich, schlank und klein und hat zu Hause noch viel Arbeit auf dem Feld zu erledigen, deshalb sollte ich die restlichen Materialien verteilen.“ Und so sagte ich zu ihr: „Gib mir die restlichen Exemplare. Du kannst hier warten, falls Bing zurückkommt. So verschwenden wir keine Ressourcen.“ Doch Amei wandte ein: „Es geht schneller, wenn wir es zusammen machen. Oder du überlässt mir den Rest, denn ich gehe schneller als du.“ Ich entgegnete: „Gib sie mir lieber. Du kannst hier auf mich warten und dich dabei ausruhen.“

Nachdem ich die Materialien verteilt hatte, sagte Amei ungeduldig: „Es waren doch nur ein paar Häuser übrig. Warum hast du so lange dafür gebraucht? Weißt du, wie ich mich fühle? Wenn ich gegangen wäre, hätte ich mir Sorgen gemacht, dass du mich bei deiner Rückkehr nicht finden würdest. Also bin ich geblieben und habe so lange warten müssen. Als die Hunde gebellt haben, dachte ich, es wäre etwas passiert. Ich habe die ganze Zeit an dich gedacht. Das hat mich so wütend gemacht.“ Ich erklärte: „Die restlichen Häuser lagen weit voneinander entfernt. Um zu jedem Haus zu gelangen, musste ich einen langen Umweg machen. Deshalb war ich erst so spät zurück.“ Ich dachte, sie würde sich beruhigen, wenn ich ihr die Situation erkläre, aber sie wurde noch wütender: „Ich habe vorgeschlagen, dass wir es zusammen machen, aber du hast es abgelehnt. Du hast mir auch nicht erlaubt, alleine zu gehen. Ich gehe schneller als du, aber du hast darauf bestanden, alleine zu gehen.“

Amei wurde immer aufgeregter. Sie sah so aus, als würde sie jeden Moment explodieren. Je mehr ich zuhörte, desto mehr geriet mein Blut in Wallung. Ich dachte mir: „Was soll das denn? Habe ich das nicht zu deinem Besten getan? Weißt du meine guten Absichten nicht zu schätzen?“ Amei fuhr fort: „Oh, weißt du, wie ich mich gefühlt habe? Ich hätte es lieber selbst gemacht, als auf dich zu warten. Weißt du, wie ich mich gefühlt habe, während ich so lange auf dich gewartet habe und du nicht zurückgekommen bist?“

Unerbittlich schimpfte Amei weiter. Ich war verletzt und fühlte mich ungerecht behandelt, während meine Hüften noch stärker schmerzten, sodass mir jeder Schritt sehr schwerfiel. Diese doppelte Qual trieb mir die Tränen in die Augen. „Aber das ist eben dein Charakter. Du hörst nicht auf die Worte anderer und beharrst stur auf deiner Meinung.“ Ihre Worte trafen mich wie Gewehrkugeln. Bei jedem Satz fühlte ich mich zu tiefst verletzt, als würde mir jemand mit Nadeln ins Herz stechen. Ich konnte es nicht länger ertragen.

Plötzlich kam mir das Fa des Meisters in den Sinn:

„Nachsicht ist der Schlüssel für die Erhöhung der Xinxing. Das Ertragen unter Wut und Tränen und sich dabei ungerecht behandelt zu fühlen, gehört zur Nachsicht eines gewöhnlichen Menschen, der an seinen Bedenken festhält. Das Ertragen völlig ohne Wut und ohne sich ungerecht behandelt zu fühlen, das ist die Nachsicht eines Kultivierenden.“ (Was bedeutet Nachsicht (Ren)?, 21.01.1996, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Die Fa-Grundsätze trafen mich wie ein Hammerschlag und ich fragte mich: „Was mache ich hier? Bin ich eine Dafa-Praktizierende? Wie habe ich mich in den letzten 20 Jahren kultiviert? Ist das die Nachsicht eines Kultivierenden? Kann ich nicht einmal so eine kleine Sache tolerieren?“ Ich fragte mich das immer wieder und verglich mich mit dem Fa. Darüber beruhigte ich mich und bedauerte den Vorfall zutiefst.

Während wir miteinander weitergingen, dachte ich darüber nach, warum ich das Nörgeln meiner Mitpraktizierenden verabscheute und warum ich nicht wirklich an Amei gedacht hatte. Es war mitten in der Nacht. Eine 60-jährige Frau musste nach einem anstrengenden Arbeitstag bei dem kalten windigen Wetter so lange warten und sich um ihre Mitpraktizierende sorgen. Wie besorgt muss sie gewesen sein. Ihr Herz ist so kostbar; wie kann das ihre Schuld sein? Warum konnte ich das selbstlose Opfer einer Mitpraktizierenden nicht wertschätzen?

Plötzlich sah ich wieder Licht am Horizont und schaute nach innen. Dabei stellte ich fest, dass ich die Anhaftung hatte, mich nicht von anderen bevormunden zu lassen. Ich war auf meinen Ruf bedacht und ungeduldig. Ich musste das Ganze als Gelegenheit betrachten, um meine Xinxing zu erhöhen. Ich musste all meine Anhaftungen loswerden, mich wirklich kultivieren und gut mit meinen Mitpraktizierenden zusammenarbeiten, um noch mehr Lebewesen erretten zu können.

In diesem Moment spürte ich, wie viele fadenartige Dinge aus beiden Seiten meiner Hüften herausgezogen wurden. Meine Hüften wurden plötzlich locker und meine Beine waren nicht mehr schwer und schmerzten nicht mehr. Ich dankte dem Meister für seine barmherzige Hilfe, aber auch Amei, dass sie mir diese Gelegenheit gegeben hatte, mein Herz zu kultivieren.

Ich ging gemächlich weiter, lächelte und sagte zu Amei: „Deine Kritik hat mir wirklich geholfen, meine Xinxing zu erhöhen. Ich habe sehr davon profitiert.“ Sie antwortete: „Ich habe dir Tugend gegeben.“ – „Jedenfalls tun mir die Hüften nicht mehr weh und das Gehen fühlt sich jetzt ganz leicht an. Sehr angenehm.“ Als wir an Bings Haus vorbeikamen, sahen wir, dass das Licht an war, und lachten beide fröhlich. Nach innen zu schauen, ist wirklich wunderbar.

Das Obige sind meine Erkenntnisse, basierend auf meiner derzeitigen Kultivierungsebene.