Nach zehn Jahren Gefängnis wegen seines Glaubens nun zu erneuter Haft verurteilt

(Minghui.org) Vor Kurzem wurde ein 47-jähriger Einwohner von Dalian, Provinz Liaoning, wegen seines Glaubens an Falun Dafa zu einer 1,5-jährigen Haftstrafe verurteilt.

Wang Hongwei wurde am 13. Juli 2024 von Beamten der Polizeistation Malan festgenommen. Die Polizeibehörde des Bezirks Shahekou brachte ihn in die Haftanstalt Dalian, die sich in der Stadt Yaojia befindet. Sein Vater, der über 70 Jahre alt ist, reiste mehrmals von seinem Heimatort im Kreis Qingyuan (ebenfalls in der Provinz Liaoning, ungefähr 483 Kilometer entfernt) zur Polizeistation Malan, um die Freilassung seines Sohnes und die Rückgabe seines beschlagnahmten Computers und seiner Falun-Dafa-Bücher zu erwirken, jedoch ohne Erfolg.

Am 5. November 2024 nahm Wang abermals die lange Reise nach Dalian auf sich. Er erkundigte sich bei der Staatsanwaltschaft des Bezirks Ganjingzi über den Fall seines Sohnes und erhielt die Auskunft, dass er an das Bezirksgericht Ganjingzi weitergeleitet worden sei.

Der alte Mann beauftragte sofort einen Anwalt, der Wangs Sohn am 7. November 2024 besuchte. Dieser erzählte ihm, dass er aufgrund des Drucks, der auf ihn ausgeübt werde, Falun Dafa aufzugeben und seine „Schuld“ einzugestehen, hohen Blutdruck entwickelt habe. Er bekäme täglich Medikamente verabreicht, um die Symptome in Schach zu halten.

Der Anwalt ging daraufhin zur Staatsanwaltschaft des Bezirks Ganjingzi. Staatsanwalt Hu Tongjun verwehrte ihm jedoch die Einsicht in die Fallakte mit der Begründung, dass er keine Genehmigung des Justizbüros in Dalian besitze.

Der Anwalt suchte daraufhin das Justizministerium auf, wo ihm gesagt wurde, dass er keine Genehmigung benötige. Als er Hu telefonisch darauf hinwies, behauptete dieser, dass Verteidiger von Falun-Dafa-Praktizierenden kein Recht auf Einsicht in ihre Fallakten hätten. Der Anwalt wies darauf hin, dass dies in keinem Gesetz erwähnt werde. Hu entgegnete, dass er in diesem Fall die Erlaubnis seiner Anwaltskanzlei benötige, um in einem „Falun-Dafa-Fall“ aktiv zu werden. Der Anwalt stimmte dieser Forderung zu. Ob er schließlich Einsicht in die Akte seines Mandanten nehmen durfte, ist ungewiss.

Die Anhörung

Am 29. November 2024 hielt das Bezirksgericht Ganjingzi eine virtuelle Anhörung zu Wangs Fall ab. Seinem Vater und drei weiteren Verwandten wurde das Betreten des Gerichtsgebäudes untersagt. Richter Ni Shengjun betonte, dass Wangs Vater ebenfalls Falun Dafa praktiziere, weshalb er und seine Familie nicht an der Anhörung teilnehmen dürften.

Wangs Anwalt plädierte für seinen Mandanten auf „nicht schuldig“. Staatsanwalt Hu behauptete, die in Wangs Wohnung beschlagnahmten Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien gelten als Beweis, dass er gegen das Gesetz verstoßen habe. Sein Anwalt wies indes darauf hin, dass das Praktizieren von Falun Dafa und der Besitz von Falun-Dafa-Publikationen legal sei.

Er beschuldigte zudem die Polizei, seinen Mandanten überwacht zu haben und in seine Wohnung eingedrungen zu sein, um ihn zu verhaften.

Wang erzählte, wie er wegen seines Glaubens, den er seit Februar 1996 praktiziere, mehrfach verfolgt wurde. Nachdem die Verfolgung 1999 begonnen hatte, sei die Polizei oft zur Technischen Universität Dalian gekommen, um ihn zu schikanieren. Damals sei er Student gewesen. Als er am 1. Januar 2000 nach Peking gefahren sei, um für Falun Dafa zu appellieren, habe man ihn verhaftet und nach Dalian zurückgeschickt. Danach sei er 15 Tage lang festgehalten und von der Schule verwiesen worden. Zum chinesischen Neujahrsfest am 29. Januar 2002 sei er in seine Heimatstadt zurückgekehrt, dort jedoch festgenommen und zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Am 26. September 2002 sei er aus dem Zwangsarbeitslager Tieling geflohen und untergetaucht. Am 4. Januar 2004 habe man ihn abermals verhaftet und zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. Nach seiner Freilassung habe er seinen Lebensunterhalt mit der Reparatur von Geräten verdient. Später habe er sich um eine Stelle bei der chinesischen Öl- und Lebensmittelgesellschaft, Zweigstelle Dalian, beworben. Der Manager sei von ihm beeindruckt gewesen und habe ihm die Stelle angeboten, selbst nachdem er erfahren hatte, dass Wang Falun Dafa praktizierte.

Wang ergänzte, er habe am 13. Juli 2024 sich mit jemandem unterhalten (ob persönlich oder online ist unklar), als die Polizei in seine Wohnung eingedrungen sei und ihn verhaftet habe. Er und sein Anwalt forderten seinen Freispruch. Der Richter verkündete das Urteil im März 2025.

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