(Minghui.org) Falun-Gong-Praktizierende aus 45 Ländern haben im Juli 2025, 26 Jahre nach Beginn der Verfolgung, eine weitere Liste von Funktionären der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh), die an der Verfolgung von Falun Gong beteiligt waren, bei ihren jeweiligen Regierungen eingereicht. Die Praktizierenden fordern ihre Regierungen auf, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen, ihnen sowie ihren Angehörigen die Einreise zu verweigern und ihr Vermögen im Ausland entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen einzufrieren.

Zu diesen 45 Ländern gehören die „Five Eyes“ (USA, Kanada, Großbritannien, Australien und Neuseeland), alle 27 Länder der Europäischen Union (EU) und 13 Länder auf anderen Kontinenten. Die EU-Länder sind Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Polen, Schweden, Belgien, Irland, Österreich, Dänemark, Rumänien, Tschechien, Finnland, Portugal, Griechenland, Ungarn, die Slowakei, Bulgarien, Luxemburg, Kroatien, Litauen, Slowenien, Lettland, Estland, Zypern und Malta. Die übrigen 13 Länder liegen in Asien, Europa und Amerika; es sind: Japan, Südkorea, Indonesien, die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein, Israel, Mexiko, Argentinien, Kolumbien, Chile, die Dominikanische Republik und Paraguay.

Laut einem von der Weltorganisation zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong (WOIPFG) veröffentlichten Bericht hat die KPCh bei einem vom Ministerium für öffentliche Sicherheit organisierten Treffen im Mai 2024 ein Ziel hervorgehoben: „Achten Sie besonders auf die Zusammenarbeit zwischen Falun Gong und westlichen Politikern, die hochrangige chinesische Führungskräfte bestrafen wollen! Stoppen Sie ein solches Verhalten um jeden Preis!“

Zu den auf der Liste aufgeführten Tätern gehört Liu Hui, Mitglied des Ständigen Ausschusses des Parteikomitees der Provinz Heilongjiang, Sekretär des Komitees für Politik und Recht und Direktor des Büros für Rechtsstaatlichkeit des Parteikomitees der Provinz.

Angaben zum Täter

Vollständiger Name des Täters: Liu (Nachname) Hui (Vorname)Geschlecht: männlichLand: ChinaGeburtsdatum/-jahr: September 1966Geburtsort: unbekannt

Titel oder Position

Januar 2016 – September 2016: Mitglied des Ständigen Ausschusses des Parteikomitees der Autonomen Region Innere Mongolei, Sekretär des Komitees für Politik und Recht der Autonomen Region Innere Mongolei

September 2016 – September 2021: Mitglied des Ständigen Ausschusses des Parteikomitees der Provinz Anhui und Sekretär der Disziplinarkommission der Provinz

September 2021 – Dezember 2022: Mitglied des Ständigen Ausschusses des Parteikomitees der Provinz Anhui und stellvertretender Gouverneur

30. Dezember 2022 – heute: Mitglied des Ständigen Ausschusses des Parteikomitees der Provinz Heilongjiang, Sekretär des Komitees für Politik und Recht der Provinz, Direktor des Büros für Rechtsstaatlichkeit des Parteikomitees der Provinz

Hauptverbrechen

Das Komitee für Politik und Recht ist mit der Aufsicht über die öffentliche Sicherheit und das Justizsystem betraut. Seit Beginn der Verfolgung von Falun Gong durch die KPCh im Jahr 1999 fungiert es als zentrale Kommandostelle und setzt die institutionelle und systematische Verfolgungspolitik um.

Heilongjiang ist eine der Provinzen Chinas, in denen Falun Gong am schwersten verfolgt wird. Unter 31 Provinzen, autonomen Regionen und Städten belegt Heilongjiang den ersten Platz bei den bestätigten Todesfällen von Praktizierenden.

Seit Liu im Jahr 2022 die Position als Sekretär des Komitees für Politik und Recht in Heilongjiang übernahm, fuhr er fort die Verfolgungspolitik umzusetzen. Während seiner Amtszeit starben mindestens 21 Praktizierende an den Folgen der Verfolgung, darunter Ren Changbin (2024), Li Yuzhen (2024), Dong Wencheng (2024), Yang Jie (2024), Ren Rujie (2024), Guo Zongying (2024), Zhang Guifang (2024), Liu Xiang (2024), Tian Ziqiang (2024), Zhang Zhimin (2024), Wei Wenchen (2024), She Huaizhong (2024), Li Changan (2023), Mou Yongxia (2023), Guan Hongyan (2023), Teng Shuli (2023), Wang Yudong (2023), Tang Chunhua (2023), Wang Maojie (2023), Chen Lihua (2023), und Ma Chengxiang (2023).

Verfolgung im Jahr 2023

Im Jahr 2023 wurden in der Provinz Heilongjiang 118 Praktizierende verurteilt, 366 Praktizierende verhaftet und 180 schikaniert.

Am 18. Mai 2023 verhaftete die Polizei in der Stadt Daqing mindestens 18 Praktizierende. Die Frauen Yao Qingyun, Zhang Guixiang (65) und Tian Yingchun (66) wurden von Polizisten geschlagen, weil sie sich der Verhaftung widersetzten.

In der Stadt Zhaodong wurden am 4. September 2023 mehr als 50 Praktizierende verhaftet. Zwei von ihnen sind inzwischen verstorben, fünf wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt und zwei weitere wurden erneut verhaftet oder schikaniert.

Verfolgung im Jahr 2024

Im Jahr 2024 wurden in Heilongjiang 60 Praktizierende verurteilt, 185 verhaftet und 213 schikaniert.

Achtzehn Praktizierende in der Stadt Ning’an wurden am 9. Mai 2024 verhaftet. Zwei Praktizierende wurden kurz darauf aufgrund ihres hohen Alters und ihres schlechten Gesundheitszustandes freigelassen. Alle anderen Praktizierenden wurden in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Mudanjiang gebracht, wo sie entweder in Verwaltungshaft oder in Strafhaft genommen wurden. Mudanjiang ist für die Stadt Ning’an zuständig.

Einem Insider zufolge waren alle verhafteten Praktizierenden bereits einige Zeit vor der Massenverhaftung von der Polizei überwacht worden. Einige wurden zu Hause festgenommen, andere, als sie unterwegs mit anderen über die Verfolgung sprachen.

Am 11. und 12. Mai 2024 wurden in Suihua mehr als 30 Praktizierende festgenommen. Die Razzia wurde direkt von der Abteilung für öffentliche Sicherheit der Provinz Heilongjiang angeordnet. Sechs der Praktizierenden wurden festgenommen, die anderen noch am selben Tag freigelassen.

Nachdem sich die über 70-jährige Xu Guiqin aus der Stadt Mudanjiang in der Provinz Heilongjiang Ende September 2024 gezwungen sah, ihr Zuhause zu verlassen, um einer Verurteilung wegen der Verbreitung von Falun-Dafa-Materialien zu entgehen, verhaftete die Polizei ihre Tochter und zwang Xu, sich zu stellen.

Empört über die abscheuliche Tat der Polizei erlitt Xus Mann eine Hirnblutung und verstarb. Nachdem Xu in die örtliche Haftanstalt gebracht worden war, durfte sie nicht an seiner Beerdigung teilnehmen.

Verfolgung im Jahr 2025

Von Januar bis Mai 2025 wurden in der Provinz Heilongjiang 60 Praktizierende verurteilt, 49 verhaftet und 75 schikaniert.

Herr Zhou Lidong, Frau Wang Shuxiang und ein weiterer Praktizierender, dessen Name unbekannt ist, wurden am Morgen des 11. Februar 2025 von etwa 20 Beamten der Staatssicherheit des Bezirks Jiguan verhaftet. Ihre Wohnungen wurden durchsucht. Die Polizei beschlagnahmte Zhous Computer, Mobiltelefone, Drucker und viele andere persönliche Gegenstände. Es ist nicht bekannt, wo sie festgehalten werden.

Mehr als zwanzig Praktizierende in der Stadt Qiqihar wurden am 10. Mai 2025 verhaftet. Die meisten von ihnen wurden verhört. Die Polizei fotografierte sie und nahm gegen ihren Willen ihre Fingerabdrücke. Anschließend wurden sie zu körperlichen Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Diejenigen, die als inhaftierungsunfähig eingestuft wurden, wurden gegen Kaution freigelassen und streng überwacht. Die übrigen wurden in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Qiqihar gebracht.

Den betroffenen Praktizierenden war klar, dass die Polizei sie schon lange vor der Massenverhaftung überwacht hatte. Die Polizei konnte Einzelheiten über die täglichen Aktivitäten der Praktizierenden preisgeben, darunter die Farbe ihrer Kleidung an einem bestimmten Tag und die Orte, die sie wann besuchten. Keiner der Beamten legte bei den Verhaftungen einen Durchsuchungsbefehl vor oder gab seine Identität preis. Einige gaben falsche Namen an.

Alle Wohnungen der Praktizierenden wurden durchsucht und ihre Falun-Gong-Bücher beschlagnahmt. Die Polizei beschlagnahmte auch andere Wertgegenstände, darunter Designerkleidung und Erbstücke.

Ausgewählte Todesfälle

Fall 1: 60-Jähriger stirbt fünf Tage nach Einlieferung ins Gefängnis

Ren Changbin, 60, ist aus der Stadt Jiamusi in der Provinz Heilongjiang. Er starb fünf Tage nach seiner Einlieferung in das Gefängnis Shuangyashan, wo er eine dreijährige Haftstrafe verbüßen sollte. Sein Körper wies zahlreiche Blutergüsse und Verletzungen auf, seine Augen hatten dunkle Ringe und sein Kopf war mehrfach genäht worden.

Ren Changbin

Laut Angaben von Rens Schwester erhielt sie am 28. September 2024 gegen 8 Uhr morgens einen Anruf aus dem Gefängnis, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass Ren aufgrund eines medizinischen Notfalls gestorben sei. Sie verlangte die Todesursache zu erfahren, doch der Anrufer verweigerte jegliche weitere Auskunft, außer dass Rens Leichnam in ein Bestattungsinstitut gebracht worden sei.

Rens Schwester informierte sofort die anderen Familienmitglieder über die tragische Nachricht, und diese eilten zum Bestattungsinstitut, wo sie Rens verletzten Körper sahen.

Als die Familie fragte, ob ihr Angehöriger zu Tode gefoltert worden sei, behaupteten die Wärter, Ren sei bei seiner Einlieferung ins Gefängnis sehr schwach gewesen; sie hätten zwei Häftlinge beauftragt, sich um ihn zu kümmern. Sie sagten auch, Ren sei beim Duschen gestürzt und habe sich dadurch die Verletzungen an Kopf und Körper zugezogen.

Rens Familie argumentierte, er sei bei seiner Verhaftung kerngesund gewesen, und fragte, wie er nach einer Woche Haft so schwach sein konnte. Wenn das Gefängnis tatsächlich zwei Häftlinge beauftragt hatte, sich um ihn zu kümmern, warum hatten sie ihn dann nicht vor dem Sturz beim Duschen bewahrt?

Ren, ein ehemaliger Glasfabrikangestellter, war am 14. September 2024 bei einer Polizeirazzia festgenommen und am 25. Juli 2024 zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Am 23. September wurde er in das Gefängnis Shuangyashan verlegt, wo er fünf Tage später starb.

Fall 2: 74-jährige Frau stirbt während vierjähriger Haft wegen ihres Glaubens

Li Yuzhen, 72, ist Einwohnerin der Stadt Wuhan in der Provinz Hubei. Sie wurde am 6. Juni 2021 zu Hause verhaftet. Sie wurde in die Gehirnwäsche-Einrichtung Wangjiahe gebracht und in einem dunklen Raum im zweiten Stock festgehalten. Die Wärter zwangen sie, sich Falun-Gong-verleumdende Videos anzusehen und Erklärungen zu schreiben, in denen sie Falun Gong abschwört. Sie weigerte sich und trat aus Protest in den Hungerstreik. Die Wärter überwachten sie abwechselnd und ließen sie vier Tage lang nicht schlafen. Sie musste zeitweise stehen. Am fünften Tag wurde sie von den Wärtern zwangsernährt. Sie hatte große Schmerzen, ihre Augen verdrehten sich und sie wäre fast gestorben.

Fall 3: 63-jährige Frau aus Heilongjiang während siebeneinhalbjähriger Haft zu Tode gefoltert

Guan Hongyan, 63, war Einwohnerin der Stadt Qitaihe, Provinz Heilongjiang. Sie starb am 6. November 2023 während ihrer siebeneinhalb Jahre langen Haftstrafe im Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang.

Guan wurde am 11. Juli 2022 verhaftet und Ende Dezember 2022 vom Bezirksgericht Qiezihe verurteilt. Nach ihrer Einlieferung in das Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang befahlen ihr die Wärter, Falun Gong aufzugeben. Sie blieb ihrem Glauben treu und wurde verschiedenen Foltermethoden ausgesetzt, die sie schließlich im November 2023 das Leben kosteten.

Einzelheiten von Guans Folter werden noch untersucht. Nach ihrer Aufnahme ins Gefängnis wurde sie wahrscheinlich zunächst in der strengen Führungsgruppe untergebracht, die für neu eingelieferte Falun-Gong-Praktizierende vorgesehen war.

Nach Angaben der Praktizierenden, die dieser Gruppe zugeteilt wurden, mussten sie täglich von 3:30 Uhr bis 22:00 Uhr auf einem kleinen Hocker sitzen und sich dabei Videos ansehen, die Falun Gong diffamierten. Sie durften nicht miteinander sprechen. Diejenigen, die sich weiterhin weigerten, Falun Gong aufzugeben, wurden beschimpft und brutal geschlagen. Ihnen wurde auch der Toilettengang verboten, und einige machten sich infolgedessen in die Hose. Die Wärter schränkten den Einkauf von Dingen des täglichen Bedarfs ein oder untersagten ihn ganz. An den Wochenenden durften sie nur zwei Mahlzeiten pro Tag einnehmen.

Fall 4: 53-jähriger Mann aus Heilongjiang stirbt 2023 während seiner zwölfjährigen Haftstrafe

Li Chang’an aus dem Kreis Fangzheng, Provinz Heilongjiang, starb am 24. September 2023 im Krankenhaus, während er eine zwölfjährige Haftstrafe wegen des Praktizierens von Falun Gong verbüßte. Er war 53 Jahre alt.

Li war Lkw-Fahrer und wurde wiederholt wegen seines Glaubens angegriffen, nachdem die Kommunistische Partei Chinas im Juli 1999 die Verfolgung von Falun Gong angeordnet hatte. Nach seiner letzten Verhaftung am 21. Mai 2015 wurde er am 28. Oktober 2015 zu zwölf Jahren Haft verurteilt und in das Gefängnis Hulan eingeliefert.

Weil sich Li am 23. Mai 2016 weigerte, die Gefängnisuniform zu tragen oder beim Appell zu erscheinen, wurde er geschlagen und 13 Tage lang in Einzelhaft gesteckt. Er bekam täglich nur ein gedämpftes Brötchen und wurde weiterhin misshandelt.

Im Juli 2018 schlugen die Wärter Li erneut, weil er sich weigerte, die Häftlingsuniform anzuziehen. Sie steckten ihn in Einzelhaft und ließen ihn erst wieder frei, als er infolge des Hungerstreiks schwer erkrankte.

Im darauffolgenden Jahr sperrte Hauptmann Xu Wenlong den Praktizierenden fünf weitere Male in Einzelhaft, weil er sich weigerte, die Gefängnisuniform zu tragen oder Zwangsarbeit zu verrichten. Einmal wurde er von einem Wärter so heftig geschlagen, dass sein Gesicht blutüberströmt war. Die Wärter stifteten die Häftlinge auch dazu an, ihn zu schlagen, und schlugen ihm einen Zahn aus. Die Wärter unternahmen nichts, um die Häftlinge zu bestrafen, woraufhin diese Li noch brutaler schlugen.

Ende 2022 wurde das Gefängnis umstrukturiert und Li unter die Leitung eines neu gebildeten „Anti-Aufruhr“-Teams gestellt. Er weigerte sich, den Anweisungen des neuen Teams Folge zu leisten und wurde wiederholt in Einzelhaft gesteckt. Aus Protest trat er in den Hungerstreik und wurde wiederholt zwangsernährt.

Lis Gesundheitszustand verschlechterte sich infolge der langjährigen Zwangsernährung und Misshandlungen. Im November 2022 litt er unter generalisierten Ödemen, Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum und Leberzirrhose. Anstatt seine Peiniger zur Verantwortung zu ziehen, erpresste das Gefängnis 50.000 Yuan (ca. 6022 Euro) von seiner Familie, um seine „medizinischen Kosten“ zu decken.

Li fiel ins Koma und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er eine Woche später, am 24. September 2023, starb. Insidern zufolge starben mindestens 16 weitere Falun-Gong-Praktizierende, nachdem sie im Gefängnis Hulan misshandelt worden waren. Das Gefängnis war als Hochsicherheitsgefängnis für zum Tode Verurteilte und Häftlinge mit mindestens 15 Jahren Haft konzipiert. Nach Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 wurde es zur Haupteinrichtung für Falun-Gong-Praktizierende in der Provinz Heilongjiang.

Ausgewählte Urteilsfälle

Fall 1: Pensionierter Grundschullehrer nach 16. Festnahme zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt

Gao Ke, ein pensionierter Grundschullehrer aus Harbin, Provinz Heilongjiang, wurde am 14. September 2022 verhaftet, weil er Kalender mit Informationen über Falun Gong verteilt hatte. Obwohl er einige Tage später wegen hohem Blutdruck gegen Kaution freigelassen wurde, rief ihn die Polizei ab Februar 2023 an und forderte ihn auf, sich bei der Staatsanwaltschaft zu melden. Er weigerte sich, verließ sein Zuhause und versteckte sich vor der Polizei. Stattdessen schikanierten Polizisten und Mitarbeiter des örtlichen Straßenkomitees nun seine Frau und seinen Sohn. Sie postierten außerdem Beamte vor seinem Wohnhaus, um jeden zu überwachen, der das Gebäude betrat oder verließ.

Am 16. Juni 2023 verlor Gaos Familie den Kontakt zu ihm. Später erfuhr sie, dass er an diesem Tag verhaftet worden war, als er beim Einkaufen einem Polizisten begegnete, der ihn kannte.

Im Untersuchungsgefängnis Yaziquan beauftragten die Wärter zwei Häftlinge, ihn rund um die Uhr zu überwachen. Die Häftlinge schlugen Gao und erlaubten ihm nicht, die Toilette zu benutzen oder ohne ihre Erlaubnis mit anderen zu sprechen. Aus Protest trat er in den Hungerstreik und wurde am siebten Tag zwangsernährt. Während der Zwangsernährung erlitt er einen Schock und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Trotz seines ernsten Zustandes holten die Wärter des Untersuchungsgefängnisses ihn vier Tage später aus dem Krankenhaus. Er war handlungsunfähig und brauchte Unterstützung, um die Toilette zu benutzen.

Gao wurde später zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt und in das Gefängnis Hulan verlegt. Die Einzelheiten seines Prozesses, der Urteilsverkündung und der Verlegung müssen noch untersucht werden.

Gaos letzten beiden Verhaftungen und seiner anschließenden Gefängnisstrafe gingen 14 weitere Verhaftungen voraus (die zu fünf Jahren Zwangsarbeit führten). Während jeder Haftstrafe im Arbeitslager wurde ihm die Aufnahme verweigert oder er wurde vorzeitig entlassen, da sein Gesundheitszustand schlecht war oder er sich durch Folter in kritischem Zustand befand.

Fall 2: 59-jährige Frau aus Heilongjiang wegen Praktizierens von Falun Gong zu acht Jahren Haft verurteilt

Ma Yun, 59, aus der Stadt Jixi, Provinz Heilongjiang, wurde am 22. April 2023 verhaftet. Auf der Polizeiwache wurde sie verhört und gegen Mitternacht in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Jixi gebracht.

Ma bekam in der Haft eine schwere Herzerkrankung und wurde in ein Krankenhaus eingeliefert. Trotz ihres Zustandes weigerte sich die Polizei, sie freizulassen. Am 14. November stand sie im Bezirk Jidong vor Gericht. Sowohl sie als auch ihr Anwalt verteidigten ihr verfassungsmäßiges Recht auf Glaubensfreiheit und betonten, dass Falun Gong in China gesetzlich nicht strafbar sei. Der Richter verurteilte sie am 20. November 2023 zu acht Jahren Haft und einer Geldstrafe von 20.000 Yuan (ca. 2411 Euro).

Fall 3: 57-jährige Frau aus Heilongjiang im Geheimen zu sieben Jahren Haft verurteilt

Wang Zhengyong, 57, aus der Stadt Daqing, Provinz Heilongjiang, wurde am 18. Mai 2023 bei einer Polizeirazzia festgenommen. Fünf Stunden später wurde sie gegen Kaution freigelassen, doch am 19. Mai 2024, als ihre einjährige Kautionsfrist endete, nahm die Polizei sie erneut in Gewahrsam. Das Bezirksgericht Ranghulu hielt Ende September 2024 eine geheime virtuelle Anhörung ihres Falles ab, ohne ihre Familie zu benachrichtigen. Sie wurde Ende 2024 zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50.000 Yuan verurteilt.

Fall 4: 59-jährige Frau aus Heilongjiang zu neun Jahren Haft verurteilt

Du Xiuyan, 59, ist Einwohnerin der Stadt Harbin, Provinz Heilongjiang. Sie wurde am 1. April 2024 zu Hause festgenommen. Mitte Juni 2024 stand sie vor dem Bezirksgericht Acheng und wurde zu neun Jahren Haft verurteilt. Sie verbüßt ihre Haftstrafe derzeit im Frauengefängnis der Provinz Heilongjiang.

Fall 5: Zwei Frauen aus Heilongjiang, 60 und 74, wegen Falun-Gong-Praktizierens verurteilt

Zwei Einwohnerinnen des Kreises Yilan in der Provinz Heilongjiang wurden am 11. Februar 2025 zu Unrecht verurteilt. Gao Jing, 60, wurde zu vier Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe von 50.000 Yuan verurteilt. Fu Guiqin, 74, erhielt zwei Jahre und zehn Monate Gefängnis sowie eine Geldstrafe von 100.000 Yuan (ca. 12.054 Euro).

Die beiden Frauen wurden am 8. Februar 2024 festgenommen. Bei der für die Inhaftierung erforderlichen körperlichen Untersuchung wurde bei Fu ein systolischer Blutdruck von 180 mmHg festgestellt (der Normalwert liegt bei 120 oder weniger). Außerdem fiel es ihr schwer, alleine zu gehen. Um das Untersuchungsgefängnis zu überzeugen, sie aufzunehmen, nutzte die Polizei ein altes Überwachungsvideo, das Fu beim zügigen Gehen zeigt. Fus Gesundheitszustand verschlechterte sich während der Haft weiter, und sie wurde Ende April 2024 gegen Kaution freigelassen.

Die Staatsanwaltschaft gab die Fälle gegen Fu und Gao zweimal zurück, da die Beweise unzureichend waren. Die Polizei brachte Gaos Schwiegervater, Wang Fuyou, durch eine List dazu, belastende Aussagen gegen sie zu unterschreiben. Bei dem 83-jährigen Wang war Hirnatrophie diagnostiziert worden und er verschwand einmal, da er sich nicht an den Heimweg erinnern konnte. Die Polizei zwang auch Gaos Mann, ihren Sohn und ihre 83-jährige Schwiegermutter, „Aussagen“ gegen sie abzugeben. Darüber hinaus fälschte Liu im Namen von Gaos Familienangehörigen Beweise. Mit diesen „zusätzlichen“ Beweisen brachte er die Staatsanwaltschaft dazu, die Fälle ein drittes Mal anzunehmen.

Fu und Gao standen am 17. Dezember 2024 im Bezirk Yilan vor Gericht. Fu fiel plötzlich in Ohnmacht und wurde ins Krankenhaus gebracht. Nachdem sie wieder zu sich gekommen war, wurde sie in den Gerichtssaal zurückgebracht. Während der Verhandlung war sie manchmal klar, manchmal verwirrt. Da sie die Fragen des Richters nicht beantworten konnte, musste er die Verhandlung unterbrechen.

Gaos Familie stellte fest, dass sie abgemagert war, ihr Haar ganz ergraut war und sie die meisten Zähne verloren hatte. Sie war während der gesamten Verhandlung mit Handschellen und Fußfesseln gefesselt.

Während der zweiten Anhörung verlas der Richter die „Aussage“ von Gaos Mann gegen sie. Als er schwor, so etwas nie gesagt zu haben, wies der Richter die Gerichtsdiener an, ihn aus dem Gerichtssaal zu entfernen. Erst dann wurde ihm und seiner Familie klar, dass Hauptmann Liu sie dazu verleitet hatte, ohne ihr Wissen gegen Gao auszusagen.

Gao und Fu wurden am 11. Februar 2025 verurteilt.