(Minghui.org) Meine Familie ist eine Patchworkfamilie, entstanden durch meine zweite Ehe. Da ich willensstark, egoistisch und dominant war, wurde ich zur unangefochtenen Autorität in unserem Haushalt. Ich hatte in allem das letzte Wort, ob groß oder klein, und jeder musste mir gehorchen. Niemand wagte es, mich zu provozieren.

Mein Mann hat einen Sohn und ich habe eine Tochter. Ich sah jedoch immer auf seinen Sohn herab und ignorierte ihn. Meine Worte und Taten ihm gegenüber waren hart und extrem. Jahr für Jahr stauten sich Groll, Eifersucht, Diskriminierung, Ausgrenzung, Konkurrenzdenken und Rachegelüste in meinem Herzen an. Wenn er auch nur einen Bissen mehr aß, kochte meine Wut unkontrolliert hoch. Getrieben von bösen Gedanken handelte ich dann manchmal irrational.

Über die Jahre spielte ich die Rolle der „bösen Stiefmutter“ bis zum Äußersten und häufte dabei enormes Karma an. Die angesammelten negativen Gefühle bildeten einen massiven, unüberwindlichen Berg, der mich erdrückte. Tief in meinem Inneren wusste ich, dass ich nicht gemäß dem Fa handelte und ich empfand deswegen tiefes Bedauern. Dennoch konnte ich diese Stiefmutter-Persönlichkeit nicht unterdrücken, was zu wiederholten Konflikten führte. Ich war ungeduldig und sehnte mich danach, mich so schnell wie möglich zu entwickeln und zu meinem wahren Selbst zurückzufinden.

Schließlich vertraute ich mich einer Mitpraktizierenden an. Sie sagte: „Es gibt einen einfachen Weg: Lerne das Fa intensiver, erhöhe deine Xinxing, verstehe das Fa aus dem Fa heraus und nutze das Fa, um alles damit zu beurteilen und zu korrigieren.“ Danach fingen wir an, gemeinsam die jüngsten Vorträge des Meisters zu lernen.

Durch das Fa-Lernen und den Austausch mit anderen Praktizierenden wurde mein Herz von komplexen Gefühlen erfüllt. Jedes Wort des Meisters über das Fa traf mich tief. Als ich mein Verhalten reflektierte, empfand ich überwältigende Reue. Ich fühlte mich der barmherzigen Erlösung des Meisters nicht würdig. Zwar lernte ich täglich das Fa, doch kultivierte ich mich nicht wirklich. Sobald ich das Fa beiseiteschob, tat ich wieder, was mir gefiel.

Da durchfuhr mich ein anderer Gedanke: Auch dieses Kind gehört zur Familie des Meisters – welches Recht hatte ich, es so zu behandeln? Ich war voller Reue. In diesem Moment wurde mir plötzlich alles klar und ich sagte zu mir selbst: „Ich bin Falun-Dafa-Praktizierende. Diese „böse Stiefmutter“ ist nicht mein wahres Selbst. Sie ist ein falsches Selbst, geformt durch erworbene Anschauungen und Karma. Ich will es nicht. Diese Stiefmutterrolle wurde mir von den alten Mächten aufgezwungen, um mich zu zerstören. Ich erkenne ihre Machenschaften nicht an. Ich werde den von meinem Meister arrangierten Weg gehen, mich gut kultivieren und dem Meister helfen, Lebewesen zu erretten.

Die Praktizierende lächelte und sagte: „Es war der Meister – es ist Dafa, das die ‚Stiefmutter‘ in dir erweckt.“ Ich lächelte wissend. Danke, Meister!

Vor einigen Tagen hatte ich in meiner Kultivierung nachgelassen. Da zeigten sich plötzlich Symptome von Krankheitskarma in meinem Körper. Durch diesen Prozess der Karmabeseitigung hat sich meine Einstellung zu meinem Sohn dramatisch verändert. Er hegte keinen Groll wegen meiner früheren Behandlung und war nach wie vor genauso fürsorglich wie eh und je. Er kümmerte sich rührend um mich, kaufte mir Obst und putzte das Haus.

Als ich ihn kniend auf dem Küchenboden sah, wie er schrubbte, brach mir das Herz und Tränen rannen mir über die Wangen. Szenen aus der Vergangenheit spielten sich wie ein Film vor meinen Augen ab. Mir wurde bewusst, wie bösartig ich gewesen war – mir hatte die Würde und die Barmherzigkeit einer Praktizierenden gefehlt. Ich hatte mich schlimmer benommen als jeder andere Mensch.

Von diesem Moment an beschloss ich mich zu bessern; solange die Fa-Berichtigung noch nicht abgeschlossen war, gab es noch Zeit. Ich musste wahre Barmherzigkeit entwickeln, eine aufrichtige und standhafte Praktizierende sein und alle um mich herum mit Güte behandeln.

Daraufhin bemühte ich mich sehr, das Fa fleißiger und gründlicher zu lernen und mich in kritischen Momenten an den hohen Maßstäben des Fa zu messen. Ich verstärkte auch das Aussenden der aufrichtigen Gedanken. Ich bat den Meister um Stärkung, damit ich Selbstsucht, Eigennutz, Boshaftigkeit und alle anderen korrumpierenden Einflüsse in meinen Gedanken vollständig beseitigen konnte. Alles, was nicht mit Dafa übereinstimmt – einschließlich der von den alten Kräften auferlegten Arrangements und der neun toxischen Elemente des kommunistischen Übels (Boshaftigkeit, Täuschung, Aufstachelung, Kampf, Raub, Bandenwesen, Infiltration, Zerstörung und Kontrolle) –, versuchte ich vollständig auszumerzen, von der makroskopischen bis zur mikroskopischen Ebene.

Der Meister sagt:

„fǎ zhèng qián kūn, xíe è quán mìe“ (Die zwei Handgesten für das Aussenden der aufrichtigen Gedanken (Fa Zheng Nian in: Essentielles für weitere Fortschritte II)
Die allgemeine Bedeutung des ersten Mantras lautet: „Das Fa (fǎ) berichtigt (zhèng) den Kosmos (qián kūn); das Böse (xíe è) vollständig (quán) vernichtet (mìe).“

Dabei wurde mir bewusst, dass ich, obwohl ich mein Verständnis innerlich erhöhte, auch mein Verhalten grundlegend ändern musste. Mein Sohn ist jetzt 25 Jahre alt. Ich wollte ihm alles persönlich erklären und mich aufrichtig entschuldigen, um die tiefen Wunden zu heilen, die ich ihm zugefügt hatte. Da mein Meister meinen aufrichtigen Wunsch nach der Verbesserung meines wahren Selbst erkannte, ermöglichte er mir die Gelegenheit.

Eines Tages zur Mittagszeit sagte ich direkt zu meinem Sohn: „In den letzten Jahren habe ich dir wirklich Unrecht getan. Ich habe mich nicht richtig um dich gekümmert. Meine Erziehungsmethoden waren extrem negativ. Und ich habe Gewalt angewendet, um dich zu kontrollieren, ohne jemals an deine Gefühle zu denken. Ich habe mich wirklich falsch verhalten. Bitte hege trotzdem möglichst keinen Groll mir gegenüber. Mein Verhalten entsprach nicht meinem wahren Selbst.“

Er antwortete ruhig: „Mama, ehrlich gesagt, ohne deine strengen Warnungen wäre ich vielleicht im Gefängnis gelandet.“ Als ich das hörte, war mein Herz schwer und innerlich zerrissen. Von da an beschloss ich, mich im Dafa gut zu kultivieren, der Lehre des Meisters zuzuhören, meine tief verwurzelten Anschauungen zu ändern, Vorurteile abzulegen sowie den Sohn meines Mannes wie meinen eigenen Sohn zu betrachten und ihm mit aufrichtiger Güte zu begegnen.

Heute ist unsere Beziehung als Mutter und Sohn harmonisch und unsere Familie ist erfüllt von Wärme und Glück. Wann immer negative Gedanken oder schlechte Anschauungen auftauchen, kann ich sie sofort erkennen, ihre Wirkung verhindern und sie beseitigen.

In der mir verbleibenden Zeit werde ich mein Fa-Lernen intensivieren, mich dem Fa vollständig angleichen und fleißig kultivieren.