(Minghui.org) In der Nacht hatte es leicht geregnet, doch bis zum Morgengrauen ließ der Regen nach. An diesem frühen Wintermorgen, kurz vor Tagesanbruch, schimmerte der Boden im Licht der Straßenlaternen noch feucht und es lag eine kühle Frische in der Luft.

Als ich am Übungsplatz ankam, sah ich keine anderen Praktizierenden. Ich dachte mir: „Da ich schon einmal hier bin, mache ich das Beste daraus und mache die Übungen alleine!“ Ich setzte mich hin, um die fünfte Übung zu machen, und schaltete den Audio-Player ein. Als die beruhigende Übungsmusik erklang, konzentrierte ich mich auf die Anweisungen des Meisters. Da erlebte ich allmählich die wunderbare Schönheit, in einen Zustand der Ruhe einzutreten. Als ich weitermachte, hatte ich das Gefühl, nicht mehr alleine zu sein. Ein tiefes Gefühl der Verwunderung stieg in mir auf, das den Vers widerspiegelte:

„Kosmos weit und klar, sich Licht des Fa angleichen.“ (Sich angleichen, Vollendung, 31.12.1994, in: Hong Yin)

Bin ich alleine, wenn ich die Übungen mache?

Der Meister beschreibt den menschlichen Körper als ein kleines Universum und das bringt mich immer zum Nachdenken. Die moderne Physik kann nur die Teilchen der Materie und ihre Bestandteile nach der Spaltung untersuchen. Mit den uns derzeit zur Verfügung stehenden Messinstrumenten ist es unmöglich, sich vorzustellen, dass die Räume zwischen den einzelnen Teilchenschichten – und die Räume zwischen den Teilchen – riesige Weiten sind.

Die moderne Medizin untersucht ebenfalls das gesamte physiologische System, beginnend bei den menschlichen Zellen, um die Ursachen von Krankheiten zu analysieren. Das menschliche Denken ist vollständig darauf beschränkt, was die Wissenschaft begreifen kann.

Der Meister hat die Geheimnisse des Universums, von Raum und Zeit sowie des menschlichen Körpers offenbart. Es zeigt sich, dass unsere scheinbar kleinen physischen Körper in Wirklichkeit Miniaturuniversen sind. Sie enthalten unzählige Ebenen des Raums: von der oberflächlichen Ebene der Moleküle, Atome, Elektronen und Protonen bis hin zu tieferen Ebenen wie Quarks und Neutrinos – und darüber hinaus weitere Ebenen, die selbst für Mikroskope unsichtbar sind. Jede dieser Raumschichten beherbergt unermesslich viele Lebensformen.

Dazu sagt der Meister:

„Bis dorthin können diese nicht einmal mit dem Mikroskop gesehen werden, trotzdem ist es noch weit entfernt vom Ursprung des Lebens und der Materie.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 37)

Bei genauer Betrachtung gibt es auf unserem Kultivierungsweg nicht nur die Menschen, denen wir im realen Leben begegnen, und die Lebewesen in den Himmelskörpern, die uns entsprechen. Was ist mit den unzähligen Lebensclustern in unserem Körper? Sind sie nicht auch Lebewesen, die grenzenlose Hoffnung in uns als primäre Wesenheit setzen? Zusammengenommen ist diese gewaltige Anzahl von Leben jenseits dessen, was der menschliche Verstand jemals erfassen kann.

Wenn wir die Übungen praktizieren, bewegen sich in dem Moment, in dem sich unser Körper bewegt, auch unzählige Schichten grenzenloser Lebensgemeinschaften in anderen Dimensionen im Einklang mit dem Hauptkörper. Wie könnte es in diesem Moment sein, dass man alleine in diesem Raumfeld praktiziert?

Unser Hauptbewusstsein muss klar und stark sein und Verantwortung für alle Wesen übernehmen

Als der Meister über die Wichtigkeit sprach, dass Dafa-Jünger die wahren Umstände erklären, um Lebewesen zu retten, sagte er auch:

„Wenn ihr es hier erklärt, erklären es auch eure fertig kultivierten Körper Ebene für Ebene in unterschiedlichen Himmelssystemen.“ (Fa-Erklärung und Fa-Erläuterung auf der Fa-Konferenz im Großraum New York, 20.04.2003)

Es ist offensichtlich, dass, wenn wir uns auf das Lernen des Fa konzentrieren, aufrichtige Gedanken aussenden, die wahren Umstände erklären oder die Übungen praktizieren, unzählige Lebensformen auf verschiedenen Ebenen und Dimensionen innerhalb unseres Mikrokosmos ebenfalls an diesen Aktivitäten beteiligt sind. Geleitet von unserem Hauptbewusstsein kultivieren sie sich gemeinsam und gleichen sich Dafa an. Sie werden sich zweifellos über die Hoffnung freuen, die durch unser beharrliches Voranschreiten geweckt wird.

Wenn wir hingegen nicht streng mit uns selbst sind, in unserer Kultivierung selbstgefällig werden und nur halbherzig praktizieren, wird nicht nur unser eigener Körper darunter leiden. Wir vernachlässigen und gefährden dabei auch unzählige andere Leben. Das bringt sie in eine gefährliche Lage, in der sie möglicherweise ausgesondert werden. Wie ängstlich und entmutigt werden sie sich fühlen!

Mängel überprüfen und nach Verbesserung streben

Der Meister hat uns diese kostbare Methode der Doppelkultivierung von Geist und Körper geschenkt. Sie hilft uns dabei, unsere uralten Gelübde zu erfüllen, den Meister bei der Berichtigung des Fa und der Rettung der Lebewesen zu unterstützen.

Der Meister hat sein Herz und seine Seele für dieses große Gelübde hingegeben und die erlittenen Strapazen sind so groß, dass selbst die Götter Ehrfurcht empfinden. Wie können wir dieser grenzenlosen Gnade Buddhas, die nur einmal in Millionen von Jahren erscheint, mit gebührender Ehrfurcht und Demut würdig sein? Wie können wir nur dann aktiv werden, wenn Krankheit oder Leiden auftreten, nur um schnell karmische Schulden zu begleichen, Schmerzen zu beseitigen oder das Altern zu verlangsamen?

Die Grundlage unserer Praxis besteht darin, Dafa an die erste Stelle zu setzen, uns gut zu kultivieren und die heilige Mission zu erfüllen, den Meister bei der Rettung der Lebewesen zu unterstützen. Dies ist der Schlüssel zur Kultivierung der Falun-Dafa-Schüler.

Wenn ich darüber nachdenke, kann ich nicht umhin, mich zutiefst für meine früheren Neigungen zu schämen, „nach Gefühl“ zu praktizieren oder in der Kultivierung keine vollständige „Einheit von Körper und Geist“ zu erreichen. Ich empfinde aufrichtig, dass ich der barmherzigen Gnade, die der Meister uns erwiesen hat, nicht gerecht geworden bin.

Aus Verantwortung gegenüber Dafa und allen Lebewesen nehme ich dies zum Anlass, mich daran zu erinnern, dass ich – ganz gleich, wie beschäftigt ich beruflich bin – die Übungen keinesfalls vernachlässigen darf. Sie stehen gleichrangig mit den drei Dingen, die wir gewissenhaft und gründlich tun sollen. Bloß routinemäßiges Abarbeiten oder ein rein äußerliches Erfüllen der Anforderungen bleibt letztlich wirkungslos und ist vergeudete Müh. Vorbei ist vorbei; der einzige Weg nach vorn besteht darin, sich mit aufrichtigem Fleiß anzustrengen, um aufzuholen.