(Minghui.org) Gao Jianling verbüßte eine 7,5-jährige Haftstrafe wegen ihres Glaubens an Falun Dafa. Kürzlich berichtete sie über die Misshandlungen, die sie während ihrer Haft im Gefängnis erlitten hat.

Gao, eine Einwohnerin von Tianjin, begann 1998 mit dem Praktizieren von Falun Dafa und bemühte sich seitdem, die Prinzipien von Falun Dafa – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – zu befolgen und ein guter Mensch zu sein. Bald darauf erlangte sie ihre Gesundheit zurück. 

Am 28. Dezember 2017 wurde sie festgenommen und am 15. November 2018 vom Bezirksgericht Wuqing zu einer Haftstrafe von 7,5 Jahren verurteilt. Im Januar 2019 sperrte man sie in das Frauengefängnis von Tianjin.

Während ihrer Haft in der zweiten Gruppe der fünften Abteilung des Gefängnisses stifteten die Abteilungsleiterin Du Yan, die stellvertretende Abteilungsleiterin Yao Yao und die Gruppenleiterin Song Yunjie die Mitgefangene Li Ming dazu an, Gao zu foltern. In der Sommerhitze durfte sie über drei Wochen lang nicht duschen und erhielt kein Toilettenpapier. Zudem verweigerte man ihr Wasser und ließ sie hungern. Die Mitgefangene Li nahm ihr die ihr zustehenden Eier, Früchte und Fleisch weg. Gao durfte keine zusätzlichen Lebensmittel kaufen und konnte monatlich nur 50 Yuan (etwa 6,00 Euro) für Dinge des täglichen Bedarfs ausgeben. Ihr wurde ständig der Schlaf entzogen und sie wurde gezwungen, über lange Zeiträume zu stehen. Ihr Körper war von den häufigen Schlägen mit blauen Flecken übersät.

Innerhalb kurzer Zeit sank ihr Körpergewicht von 70 Kilogramm auf 51 Kilogramm. Einmal erreichte ihr Puls 130 Schläge pro Minute, dennoch ließen die Mitgefangenen sie die Stehfolter weiter ertragen.

Umerziehungskampagnen“

Ab Februar 2020 führten die neue Abteilungsleiterin Liu Rui gemeinsam mit der Unterabteilungsleiterin Yao und der Aufseherin Song eine sogenannte „Umerziehungskampagne“ gegen Gao durch. Die Insassinnen Qu Jinjin und Su Chunyuan wurden angewiesen, sie zu überwachen. Sie zwangen Gao, täglich stundenlang regungslos zu stehen oder zu sitzen. Wenn sie ihren Rücken nicht gerade halten konnte, schlugen sie sie. Yao trat ihr häufig auf die Füße. Die Insassin Su schlug ihr einmal ins Gesicht, wodurch eine Narbe entstand, die bis heute sichtbar ist.

Im Juli 2020 schlug die Insassin Su erneut auf Gao ein. Gao hatte blutunterlaufene Augen, und ihr Gesicht war geschwollen und von blauen Flecken übersät. Sie beschwerte sich bei der Aufseherin Song, doch diese behauptete, auf den Überwachungskameras nichts gesehen zu haben. Daraufhin wurde Su noch dreister und prahlte häufig damit, wie geschickt sie Gao foltern könne.

Gao wurde einmal über einen Monat lang in der Gefängnisbibliothek festgehalten. Aufgrund des stundenlangen Stehens bekam sie gefährlich hohen Blutdruck. Nachts weckten die Mitgefangenen sie alle 30 Minuten und zwangen sie, jeweils fünf Minuten lang zu stehen, bevor sie wieder ins Bett durfte.

Nachdem Sun Wei im September 2020 die Leitung der Abteilung übernommen hatte, führten die Wärter eine weitere „Umerziehungskampagne“ gegen Gao durch.

Die Mitgefangene Qu schlug Gao häufig und ohrfeigte sie in einem kleinen Raum in der Werkstatt. Zudem zog Qu sie an den Haaren, trat ihr auf die Zehen, bis diese blau und geschwollen waren, und spuckte ihr Speichel und Schleim ins Gesicht oder in ihren Trinkbecher.

Qu ließ Gao nicht zur Toilette gehen. Als diese sich in die Hose machte, warf Qu ihre Hose weg. Schließlich hatte Gao keine Hose mehr und musste sich mit einem großen schwarzen Plastiksack bedecken.

Während des Mittherbstfestes 2020 stellte das Gefängnis den Insassen zusätzliches Essen zur Verfügung, doch Qu nahm Gao ihre Portion weg.

Bevor Gao im Juni 2025 entlassen wurde, zwangen die Wärter sie, eine Erklärung zu unterschreiben, in der sie bestätigte, im Gefängnis nicht gefoltert worden zu sein.

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