(Minghui.org) Während meines Studiums in Peking begann ich 1994, Falun Dafa zu praktizieren. Im Jahr 2006 sah ich ein Foto der Tian Guo Marching Band, die an einer Parade in New York teilnahm.
Zu dieser Zeit lebte ich noch in China, wo eine düstere Atmosphäre der Unterdrückung herrschte. Praktizierende konnten jederzeit verhaftet werden. Umso bewegender war es für mich, außerhalb Chinas Praktizierende zu sehen, die die Würde und Erhabenheit des Dafa offen in der Öffentlichkeit präsentierten. Ende 2006 hatte ich das Glück, nach Montreal in Kanada zu gelangen. Als der örtliche Koordinator ankündigte, dass im März 2007 eine Tian Guo Marching Band gegründet werde, meldete ich mich sofort an.
Im Folgenden möchte ich von einigen meiner Erfahrungen aus den inzwischen 19 Jahren in der Marching Band berichten.
Zusammenarbeit und Überwinden von Schwierigkeiten
Als die Tian Guo Marching Band Montreal gegründet wurde, erhielt ich aufgrund meiner Körpergröße die Trompete. Nach weniger als drei Monaten Proben sollten wir bereits an unserer ersten lokalen Parade teilnehmen. Da die meisten Mitglieder zuvor noch nie ein Instrument gespielt hatten, schien diese Aufgabe nahezu unmöglich. Doch wir alle hatten den aufrichtigen Wunsch, Dafa zu ehren. Deshalb übten wir äußerst fleißig und unterstützten uns gegenseitig. Damals bestand unsere Trompetengruppe aus neun Mitgliedern. Wir probten häufig gemeinsam und tauschten unsere Erfahrungen aus.
Nicht jedem gelang es, die schwierigen hohen Töne zu spielen, dazu mussten wir unsere Ausdauer verbessern. Daher teilte uns der Dirigent in zwei Gruppen ein: Eine Gruppe übernahm die anspruchsvollen hohen Passagen, während sich die andere auf die mittleren und tiefen Töne konzentrierte. Unsere erste Parade verlief erfolgreich – wir hatten das scheinbar Unmögliche möglich gemacht. Alle Passanten waren von der wundersamen Kraft des Dafa beeindruckt, und wir freuten uns, unseren Beitrag zur Bestätigung von Falun Dafa leisten zu können. Für mich begann damit mein Weg der Kultivierung als Mitglied der Tian Guo Marching Band.
Ein Rollenwechsel bietet die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung
Etwa sechs Monate nach meinem Eintritt in die Trompetengruppe schlug der Dirigent vor, dass nun ich selbst die Rolle des Dirigenten und Stabführers übernehmen sollte. Diese Veränderung stellte für mich eine große Herausforderung dar. Als Trompeter fühlte ich mich gewissermaßen geschützt: Niemand konnte mich sehen, doch alle konnten hören, wie meine Töne sich in die Melodie einfügten. Es war ein sicheres und wunderbares Gefühl. Als Dirigent und Stabführer hingegen stand ich plötzlich im Rampenlicht. Alle meine Schwächen würden sichtbar sein. Zudem musste ich nun viele Aspekte berücksichtigen und bei Paraden schnell reagieren. Allein der Gedanke daran machte mich schon nervös. Obwohl ich wusste, dass diese Entscheidung nicht zufällig war, erfüllte sie mich zunächst mit Sorge.
Nachdem wir gemeinsam das Fa gelernt hatten, erzählte ich einer anderen Praktizierenden von meinen jüngsten Erfahrungen. Ich hoffte, ein paar tröstende Worte zu hören. Doch zu meiner Überraschung sagte sie: „Nichts geschieht zufällig. Dass du ausgewählt wurdest, bedeutet, dass du das Potenzial hast, Gutes zu tun. Als Dirigent trägst du eine große Verantwortung. Wie ein Heerführer hast du die Aufgabe, die gesamte Gruppe zum Erfolg zu führen.“
Ihre Worte klangen streng und zunächst fühlte ich mich dadurch unruhig. Ich hatte das Gefühl, der Meister wollte mich durch ihre Worte ermahnen. Ich beruhigte mich, ging in mich und erkannte, dass hinter meinen Klagen der Wunsch stand, mich selbst zu schützen. Ich wollte nicht, dass andere meine Schwächen bemerkten, und wollte mich einfach nur wohlfühlen. Tatsächlich bot mir diese Situation jedoch die Gelegenheit, meine Anhaftungen zu erkennen, loszulassen und mein Bestes zu geben. Dann konnte ich das tun, was ich tun sollte. Beim Üben konzentrierte ich mich darauf, meine Technik zu verbessern. Wenn andere Praktizierende mich auf Fehler hinwiesen, bemühte ich mich, sie zu korrigieren, anstatt darüber nachzudenken, ob ich mich gerade blamiert hatte. Mit der Erhöhung meiner Xinxing verschwand auch mein Unbehagen allmählich. Ich gewöhnte mich an meine neue Rolle und setzte gemeinsam mit den anderen weiterhin die Bestätigung des Fa fort.
Ein Wunder geschieht
Bei einer Nachtparade war es anfangs noch hell. Am Taktstock des Stabführers befindet sich das Falun-Symbol, das von einer LED-Lichterkette umgeben ist. Hätte ich das Licht gleich zu Beginn eingeschaltet, wäre der Akku zu schnell leer gewesen. Deshalb beschloss ich, das Licht erst später während der Parade einzuschalten.
Ich war etwas angespannt: Neben allen möglichen Veränderungen, auf die ich achten musste, durfte ich auch nicht den richtigen Zeitpunkt zum Einschalten des Lichts verpassen.
Die Töne erklangen in wunderbarer Harmonie. Durch diese grandiose Musik hinter mir fühlte ich mich wie in einer anderen Welt, in der sich mein Körper leicht anfühlte und meine Gedanken leer waren. Plötzlich bemerkte ich, dass es bereits dunkel geworden war und es an der Zeit war, das Licht einzuschalten. Ich wartete, bis zum Ende des Liedes. Doch als ich den Taktstock senkte, stellte ich fest, dass das Licht bereits brannte. Es war ein Wunder! Es hatte sich von selbst eingeschaltet! Der Schalter war so konstruiert, dass ein versehentliches Einschalten praktisch unmöglich war, und ich hatte ihn vor der Parade noch getestet.
Nach der Parade fragte ich die anderen Mitglieder, ob sie bemerkt hätten, wann das Licht anging. Sie sagten, es sei genau in dem Moment passiert, als es dunkel wurde, und sie hätten angenommen, ich hätte es eingeschaltet. Da war mir klar, dass der Meister uns dadurch ermutigen wollte.
Das Überwinden von Selbstzweifeln
Im Jahr 2012 zog ich nach Toronto und schloss mich der Tian Guo Marching Band Toronto an. Man sagte mir, dass der zweite Dirigent ein zusätzliches Instrument lernen sollte und wurde ermutigt, der Snare-Drum-Gruppe beizutreten. Zu Beginn fiel mir das Erlernen der Snare Drum schwer. Selbst nach einiger Zeit konnte ich nicht mit den anderen Schritt halten, was mich sehr verunsicherte. Ich dachte daran aufzugeben und sagte zu einem Praktizierenden, dass die anderen ihr Talent zur Geltung bringen, während ich nur meine Schwächen offenlegte. Er antwortete scherzhaft, ich solle dann eben genau an diesen Schwächen arbeiten. Ich musste lachen und stimmte ihm zu. Mir wurde klar, dass auch das Überwinden der eigenen Schwächen ein wichtiger Teil der persönlichen Entwicklung ist.
Es gab einige Momente, in denen ich kurz davor war aufzugeben. Ich fragte mich, ob ich wirklich wegen der Anforderungen aufhören wollte oder ob mein Stolz und mein Ruf eine Rolle spielten. Ich dachte bei mir: „Wenn der Meister jetzt direkt vor mir stünde – könnte ich dann sagen, dass ich mein Bestes gegeben habe und trotzdem gescheitert bin? Ich habe mich noch nicht vollständig angestrengt. Wie kann ich so leicht aufgeben?!“
Schließlich gab ich mir einen Monat Zeit zum intensiven Üben. Ich wollte sehen, ob ich Fortschritte machen würde. Die anderen Bandmitglieder unterstützten und ermutigten mich. Ich blieb dran, und allmählich verbesserten sich meine Fähigkeiten. Heute kann ich sogar neue Mitglieder anleiten und ihnen hilfreiche Tipps geben. Das Erlernen der Snare Drum wurde für mich zu einer wertvollen Erfahrung – und schließlich zu einer meiner Stärken.
Wenn ich heute auf die fast 19 Jahre zurückblicke, in denen ich Teil der Tian Guo Marching Band bin, erinnere ich mich an viele Höhen und Tiefen. Es gab Zeiten, in denen ich mich verloren fühlte, und Momente des Bedauerns oder der Enttäuschung. Die schönsten Erinnerungen sind jedoch jene Augenblicke, in denen sich mein Fa-Verständnis vertiefte, in denen ich die stille Unterstützung des Meisters spüren konnte und in denen ich gemeinsam mit anderen Praktizierenden die Freude erlebte, Dafa zu bestätigen. Jedes Mal, wenn die Tian Guo Marching Band auftritt, fühle ich mich von einer heiligen Energie erfüllt. Wenn wir hinter dem Falun-Dafa-Banner marschieren, zeigen wir die würdevolle Haltung eines Praktizierenden, und die Musik, die wir spielen, reinigt auch andere Dimensionen. Für mich ist das eine große Ehre. In den 19 Jahren hat sich meine anfängliche Nervosität durch Erfahrung und Ausdauer allmählich in Vertrautheit und Gelassenheit gewandelt.
Der Meister sagt:
„Kultiviere dich wie am Anfang, dann ist die Vollendung gewiss.“ (Fa-Erklärung am Welt-Falun-Dafa-Tag, New York, 13. Mai 2014)
Ich hoffe, dass ich weiterhin gut mit den anderen zusammenarbeiten kann, dass ich unserem ursprünglichen Wunsch treu bleiben und auf unserem Kultivierungsweg weiter voranschreiten kann – damit wir unsere Gelübde erfüllen.
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