(Minghui.org) Viele von uns schauen zu Vorbildern auf, die uns durch die vielen Höhen und Tiefen des Lebens begleiten. Für mich ist George Washington aufgrund seiner Integrität, seiner Bescheidenheit und seines unerschütterlichen Einsatzes ein herausragendes Vorbild.

Als ich kürzlich Geschichtsbücher las, fielen mir Ähnlichkeiten zwischen George Washington, dem Gründervater Amerikas, und Kaiser Wu von Han, einem der einflussreichsten Kaiser der chinesischen Geschichte, auf. Abgesehen von ihrer Weitsicht, ihrem Talent und ihrer Beharrlichkeit scheinen beide in entscheidenden Momenten ihres Lebens von göttlicher Gnade gesegnet worden zu sein.

George Washington

Washington sah sich in seiner Kindheit mit vielen Herausforderungen konfrontiert. Er verlor in jungen Jahren seinen Vater und seinen geliebten älteren Bruder Lawrence. Der Tod seines Vaters beraubte ihn zudem jeglicher formalen Bildung über die Grundschule hinaus. Trotz dieser Widrigkeiten gab er jedoch nicht auf und verfasste als Teenager mehr als 100 Regeln für den Umgang mit anderen, bekannt als „110 Regeln des Anstandes und gegenseitigen Respekts in Gesellschaft und im Gespräch“ [1], die er aus einer englischen Übersetzung eines französischen Ratgebers übernahm.

Auf dieser moralischen Grundlage lernte Washington, gut zu schreiben, wurde ein talentierter Zeichner und erwarb praktische Kenntnisse in der Landvermessung. Im Alter von 19 Jahren begleitete Washington seinen Bruder Lawrence nach Barbados in der Karibik, in der Hoffnung, in dem Klima würde die Tuberkulose seines Bruders heilen. Seine Güte wurde belohnt, denn diese Reise brachte ihn nicht nur mit der Plantagengesellschaft in Kontakt, sondern zeigte ihm auch eine der am stärksten befestigten Kolonien des Britischen Empire. Weitere Begegnungen mit hochrangigen Militärs festigten seinen Wunsch, eine militärische Laufbahn einzuschlagen. Die Pocken, eine tödliche Krankheit, die er sich während der Reise zugezogen hatte, erwiesen sich ebenfalls als Glücksfall, da seine Genesung ihm lebenslange Immunität verschaffte – andernfalls wäre er möglicherweise gestorben, als die Krankheit während des Unabhängigkeitskrieges wiederholt in seiner Armee um sich griff.

Dies zeigte sich während der Schlacht von Long Island im August 1776, der ersten großen Schlacht nach der Unabhängigkeitserklärung. Die anhaltende, pandemieartige Krankheit dezimierte die amerikanischen Truppen und trug zu ihrer Niederlage bei. Nach diesem Rückschlag waren Washington und seine 9.000 Mann starken Kontinentalsoldaten gezwungen, Long Island zu räumen und sich mit Booten über den East River nach Manhattan zurückzuziehen. Die Evakuierung begann im Schutz der Dunkelheit und dauerte bis in den nächsten Tag hinein, was angesichts der überwältigenden Größe der britischen Armee fast unmöglich schien. Dann ereignete sich ein Wunder. „Als die Sonne aufging, senkte sich auf wundersame Weise Nebel über dem Fluss, der die verbleibenden Männer schützte. Augenzeugen zufolge war George Washington der letzte Mann, der Brooklyn verließ“, schrieb die Historikerin Mary Stockwell.

Mit einer Größe von 1,93 m war Washington ein leichtes Ziel unter Soldaten, die im Durchschnitt 1,73 m groß waren. Bereits während der Schlacht am Monongahela im Jahr 1775, einem Teil des französisch-indianischen Krieges, befahl ein indianischer Häuptling seinen Männern, Washington zu töten. Washington überlebte jedoch und war dankbar. „Durch die allmächtige Vorsehung Gottes wurde ich über alle menschliche Wahrscheinlichkeit und Erwartung hinaus beschützt; denn vier Kugeln durchschlugen meinen Mantel, und zwei Pferde wurden unter mir erschossen, doch entkam ich unverletzt, obwohl der Tod meine Gefährten rings um mich herum niedermähte“, schrieb er.

Als der Indianerhäuptling Washington 1770 erneut begegnete, glaubte er, dass „eine Macht, die weit mächtiger ist als wir, [Washington] vor Unheil bewahrte“. Er prophezeite zudem, dass Washington „zum Oberhaupt der Nationen werden würde und ein noch ungeborenes Volk ihn als Gründervater eines mächtigen Reiches feiern würde“.

Washingtons Widerstandskraft war entscheidend für den Erfolg des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges. Ein gutes Beispiel dafür ereignete sich im Winter 1777/78 in Valley Forge. „Der Mangel an geeigneter Kleidung war ein erhebliches Problem. Washington wusste zwar, dass die meisten seiner Männer diensttauglich waren, doch er schätzte, dass mindestens ein Drittel von ihnen keine Schuhe hatte. Viele besaßen keinen anständigen Mantel, der sie vor dem ständigen Regen schützte, der das Lager heimsuchte“, schrieb Stockwell.

Während Washington den Soldaten befahl, Holzhütten zu bauen, um sich warm zu halten, sicherte er sich die Unterstützung des Kongresses bei der Versorgung und erhielt Hilfe von Offizieren wie Baron Friedrich von Steuben, um die Soldaten auszubilden. All dies wäre für Washington ohne seinen tiefen Glauben unmöglich gewesen. „Ich sah einen Mann auf den Knien, der inmitten des Schnees inbrünstig betete … ein solches Gebet habe ich noch nie aus dem Munde eines Menschen gehört“, erinnerte sich Isaac Potts, ein Quäker, der Washington beim Beten beobachtete.

Das Ergebnis ist in der Geschichte gut dokumentiert. „Hier entwickelte sich die Kontinentalarmee, die noch immer größtenteils aus einer Ansammlung unterschiedlicher kolonialer Milizen bestand, unterstützt von Hunderten von Lagerfolgern und Verbündeten, unter Washingtons Führung zu einer geschlossenen und disziplinierten Streitmacht“, erklärte ein Artikel des „National Historical Park“.

Kaiser Wu von Han

Solche Weitsicht, Beharrlichkeit, Wunder und Glaube zeigten sich auch bei Kaiser Wu aus der Han-Dynastie. Als siebter Kaiser dieser Dynastie machte er seine Regierungszeit zu einem goldenen Zeitalter der chinesischen Geschichte. Da er neun ältere Brüder hatte, standen seine Chancen, Kaiser zu werden, anfangs eher schlecht. Doch die Großzügigkeit seiner Mutter hatte ihm die Gunst des vorherigen Kaisers Jing eingebracht, ebenso wie seine eigene Intelligenz. So wurde er im Alter von sieben Jahren zum Kronprinzen ernannt.

Gerechtigkeit ist eine entscheidende Eigenschaft für eine Führungskraft, und hier ist eine Geschichte über den Prinzen, der dieses Prinzip im Alter von 14 Jahren auf die Probe stellte. Zu jener Zeit war der Gerichtshof mit einem Fall befasst, der einen Bauern namens Fang Nian betraf. Nachdem Fang miterlebt hatte, wie seine Stiefmutter seinen eigenen Vater ermordete, tötete er seine Stiefmutter. Der Gerichtshof betrachtete dies als einen Akt des Verrats, doch Kaiser Jing war sich nicht sicher und bat den Prinzen um seine Meinung.

„Man behauptet, eine Stiefmutter sei einer leiblichen Mutter ähnlich, doch dies macht deutlich, dass die beiden tatsächlich unterschiedlich sind“, erklärte der Prinz. „Die Frau wurde Fangs Stiefmutter, weil sie seinen Vater heiratete; mit dem ersten Mord wurde das Familienband im Grunde genommen zerrissen. Daher sollte Fang als gewöhnlicher Mörder verurteilt werden, nicht als Verräter.“ [2] Sowohl Kaiser Jing als auch der Gerichtshof ließen sich davon überzeugen. 

Zwei Jahre später wurde der Prinz im Jahr 140 v. Chr. im Alter von 16 Jahren zum Kaiser Wu. Er ernannte sofort talentierte konfuzianische Gelehrte wie Dong Zhongshu in hohe Ämter. Seine Großmutter, die Kaiserinwitwe Dou, übte weiterhin Macht aus und lehnte diese neuen Ideen ab, in der Hoffnung, die Politik früherer Kaiser fortzusetzen. Anstatt zu streiten, bewies der junge Kaiser Durchhaltevermögen und wartete auf den richtigen Moment. Doch er blieb nicht einfach untätig. Stattdessen ergriff er zahlreiche Initiativen, die seiner Vision entsprachen, darunter die Entsendung von Zhang Qian in die westlichen Regionen. Dies erwies sich als entscheidend, da Zhangs Talente nicht nur zur Erweiterung des Territoriums beitrugen, sondern auch die Seidenstraße nach Zentralasien und Westasien begründete.

Nachdem seine Großmutter im Jahr 135 v. Chr. verstorben war, belebte Kaiser Wu den Konfuzianismus neu, indem er solche Gelehrten in Schlüsselpositionen berief, die kaiserliche Akademie ausbaute und fehlende Dokumente früherer Dynastien sammelte, um die Kultur zu bereichern. Außerdem führte er ein System zur Auswahl von Beamten ein, das auf deren Kenntnis der klassischen Texte beruhte. All diese Faktoren trugen zum beispiellosen Wohlstand der Han-Dynastie bei und legten ein solides Fundament für künftige Dynastien.

Kaiser Wus größte Errungenschaft war der Sieg über die Xiongnu (Hunnen), ein Traum von sechs Kaisern vor ihm, der nie in Erfüllung gegangen war. Da Kaiser Wu auf der Suche nach talentierten Personen war, schickte ihm das Schicksal höchstwahrscheinlich zwei begabte Generäle – Wei Qing und Huo Qubing. Trotz ihrer niedrigen Herkunft vertraute der Kaiser ihnen, und ihre anhaltenden außergewöhnlichen Erfolge wurden zu einem beispiellosen Vermächtnis. Beeindruckt von Huos Leistungen plante der Kaiser, ihm eine Villa zu bauen, damit er eine Familie gründen konnte. „Die Xiongnu sind noch nicht vernichtet; wie könnte ich da daran denken, eine Familie zu gründen?“, antwortete Huo. Dieser Ausspruch wurde ebenfalls zu einem bekannten Sprichwort, das in der Geschichte von Generation zu Generation weitergegeben wurde und die Hingabe an ein höheres Ziel anstelle von Eigeninteresse veranschaulicht.

Infolgedessen erreichte China während der Ära von Kaiser Wu in diesen Jahrhunderten einen Höhepunkt in Wirtschaft, Territorium, Politik und Kunst. All dies stand in engem Zusammenhang mit seinem tiefen Glauben. Tatsächlich soll Kaiser Wu mehrfach göttlichen Lebewesen begegnet sein. Im Jahr 110 v. Chr. traf er die legendäre Königinmutter des Westens und Lady Shangyuan. Um das Tao zu kultivieren, müsse man sich von den fünf Lastern befreien, erklärte Lady Shangyuan. Darüber hinaus solle man anderen mit Freundlichkeit begegnen, wachsam bleiben, Missstände beseitigen, Barmherzigkeit zeigen, sich der Zügellosigkeit enthalten, Verschwendung vermeiden und das Göttliche ehren.

Zwei Jahre vor seinem Tod im Jahr 89 v. Chr. reflektierte Kaiser Wu über die Lektionen, die er im Leben gelernt hatte, und erließ das Bußedikt von Luntai, eines der ersten Bußedikte, die von Kaisern in der chinesischen Geschichte erlassen wurden. „Vor kurzem erhielt ich einen Vorschlag, wonach jeder eine zusätzliche Steuer von 30 Münzen zur Unterstützung der Grenzverteidigung zahlen solle. Dies würde das Volk zusätzlich belasten, insbesondere die Älteren, Schwachen oder diejenigen, für die niemand sorgt“, schrieb er. „Die wichtigste Aufgabe besteht derzeit darin, Beamten aller Ebenen strengstens zu verbieten, hart und grausam gegenüber dem Volk zu sein, und sie daran zu hindern, Steuern ohne Genehmigung zu erhöhen. Auf diese Weise werden wir Wege finden, die landwirtschaftliche Produktion erheblich zu steigern.“

Dieses Dokument des Kaisers von Wu ist ein weiteres Zeugnis für das Grundprinzip der chinesischen Zivilisation – die ständige Selbstreflexion und Veredelung seines Charakters. In ähnlicher Weise betonte auch Washington Aufrichtigkeit und Integrität. „Ich halte die Maxime, dass Ehrlichkeit die beste Politik ist, für weniger auf öffentliche als auf private Angelegenheiten anwendbar.“

Eine Reise in die Vergangenheit

Da ich in der Menschenwelt lebe, faszinieren mich diese Geschichten oft, und ich träume sogar von solchen göttlichen Begegnungen. Doch all das blieb stets unerfüllt, bis ich eine Aufführung von Shen Yun sah. Indem Shen Yun die alte Zivilisation auf der Bühne zum Leben erweckt, erklärt es nicht nur, woher wir ursprünglich stammen, sondern zeigt auch einen Weg auf, wie wir wieder zurückkehren können.

Viele andere Zuschauer haben dieselbe Erfahrung gemacht. Prinz Gundakar von Liechtenstein und Prinzessin Marie von Liechtenstein sahen Shen Yun am 23. Januar 2026 in Wien. Prinzessin Marie sagte, die spirituelle Bedeutung, die durch die Musik vermittelt wurde, sei besonders bewegend gewesen. Sie wies auf ein Lied hin, das von der Sopranistin vorgetragen wurde, und sagte: „Mir haben die von der Sopranistin gesungenen Texte sehr gut gefallen. Sie sprachen davon, dass Gott – der Schöpfer – wahrhaftig der Mittelpunkt allen Lebens ist.“ Als sie weiter darüber nachdachte, fügte sie hinzu: „Wenn alles verloren scheint, wenn Menschen ihren Glauben verlieren, sollte man an etwas Höheres denken. So habe ich es verstanden.“

Beide waren sich einig, dass Shen Yun eine tiefgreifende Bedeutung für die heutige Gesellschaft hat. Prinz Gundakar erklärte: „Ich halte das für äußerst wichtig. Die Verbindung zwischen dem Göttlichen und der Menschheit wird in diesen Tanzstücken mit außergewöhnlicher Schönheit vermittelt. Das ist wahrlich die zentrale Botschaft dieser Werke – Schönheit, Transzendenz und alles, was vom Göttlichen kommt, zum Ausdruck zu bringen. Es hat einen tiefen und bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.“

„Es geht um Stärkung und darum, dass Menschen zusammenkommen“, sagte Mayra Martinez, eine Architektin, die die Aufführung am 6. März in Phoenix, Arizona, sah. Sie sagte, einer der letzten Teile des Programms handele davon, „sich einer höheren Macht zuzuwenden, die einem hilft, dunkle Zeiten zu überstehen.“

Diese Werte liegen mir sehr am Herzen, weil sie uns mit der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft verbinden. Sie helfen uns, unser wahres Selbst zu finden, und geben uns Hoffnung.


[1] Originaltitel: The Rules of Civility[2] Im traditionellen China unterschied sich Verrat (Hochverrat) grundlegend von gewöhnlichem Mord durch die Betroffenheit des Staates, des Kaisers und der gesamten Gesellschaftsordnung – was zu kollektiven Strafen führte, während Mord meist individuell geahndet wurde. Nach konfuzianischer Lehre galt Verrat als Zerstörung der familiären und staatlichen Hierarchie, weshalb ganze Clans büßen mussten, um Stabilität zu sichern – im Gegensatz zum „privaten“ Mord, der die Familie nicht automatisch belastete.