(Minghui.org) In letzter Zeit gibt es auf der RTC-Plattform viele Kontroversen, insbesondere über die Inhalte und Methoden der Erklärung der wahren Umstände. Das hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, meine Gedanken mit euch zu teilen – vor allem in der Hoffnung, von euch Rückmeldungen zu erhalten.
Ich betrachte mich selbst als introvertiert und habe daher immer jene Mitpraktizierenden sehr bewundert, die an vorderster Front die wahren Begebenheiten über Falun Dafa erklären, insbesondere diejenigen, die sich über viele Jahre hinweg unermüdlich dafür eingesetzt haben. Später erfuhr ich, dass es eine Schreibgruppe gibt, die bei der Zusammenstellung von Informationen hilft. Plötzlich hatte ich ein Aha-Erlebnis: Die Mitpraktizierenden können so fließend und wortgewandt sprechen, weil sie Unterstützung im Hintergrund haben. Da wurde mir bewusst, wie groß die Kraft ist, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen.
Später stellte ich fest, dass ich zwar schon viele Texte über die Erklärung der wahren Umstände gelesen und sogar selbst einige verfasst hatte, doch sobald ich Chinesen gegenüberstand, schien mein Kopf leer zu sein. Daher wurde mir bewusst, dass die Mitpraktizierenden die Zusammenhänge über Falun Dafa und die Verfolgung so fundiert und überzeugend erklären können, weil sie sich die Mühe machen, die Texte auswendig zu lernen, sie sich einprägen und immer wieder einüben. All diese Anstrengungen führen zu diesem Ergebnis – es geschieht keineswegs über Nacht.
Als ich dann hörte, wie Mitpraktizierende am Telefon gelassen mit negativem Feedback umgingen, wie sie sich mit Hingabe um ihren Gesprächspartner sorgen, wie sie sich mit Fremden so ungezwungen unterhalten, als wären es Freunde, und wie geduldig und aufmerksam sie zuhören …
Das machte mir noch deutlicher: Die Erklärung der wahren Umstände spiegelt nicht nur unseren Kultivierungszustand wider, sondern ist zugleich selbst ein Teil unseres Kultivierungsprozesses. Ich denke, was viele Mitpraktizierende auf dieser Plattform dazu bewegt, weiterhin beharrlich Anrufe zu tätigen, ist dieses aufrichtige Herz – der Wunsch, dass die Menschen die wahren Zusammenhänge über Falun Dafa und die Verfolgung in China erfahren und gerettet werden.
Angesichts der vielen Kontroversen auf der RTC-Plattform halte ich es – auf Grundlage dessen, was ich in letzter Zeit gehört, gesehen und worüber nachgedacht habe – für eine gute Gelegenheit, nach innen zu schauen.
Keinesfalls überheblich werden
In letzter Zeit habe ich Rückmeldungen von Mitpraktizierenden gehört, durch die ich erkannte, dass ich mich selbst daran erinnern sollte, keinesfalls überheblich zu werden. Auch in meiner Arbeit unter den gewöhnlichen Menschen zeigte sich bei mir eine gewisse Tendenz anzunehmen, ich hätte vieles schon besser verstanden und meine Kollegen seien nicht klug genug. Dabei hatte ich völlig vergessen, dass ich mich noch mitten in der Einarbeitungsphase befand. Selbst wenn ich bereits Erfahrungen habe: Ich bin schließlich neu im Unternehmen – was gibt es da, worauf ich mir etwas einbilden könnte?
Besonders aufgefallen ist mir, dass Selbstgefälligkeit dazu führen kann, viele Lernchancen zu verlieren. Wie heißt es so schön: „Jeder hat seine Stärken und Schwächen.“ Wenn wir unsere eigenen Mängel nicht erkennen und uns nicht korrigieren, ist es dann nicht wie „gegen den Strom zu schwimmen“? Wer nicht vorankommt, treibt zurück! Ganz abgesehen von anderen Auswirkungen: Schon allein in diesem Punkt muss man am Ende doch selbst den Verlust tragen.
Keinesfalls die Schwächen anderer mit der Lupe betrachten
In letzter Zeit habe ich bemerkt, dass ich die Schwächen anderer fast wie unter der Lupe sehe – sehr klar und deutlich. Manchmal erkenne ich sogar ziemlich deutlich die Ursachen dahinter, nämlich ihre Anhaftungen, und kann sie scheinbar ganz logisch analysieren. Doch dabei habe ich offenbar vergessen, dass das, was ich bei anderen sehe, sehr wahrscheinlich damit zu tun hat, dass ich selbst ähnliche oder gleiche Probleme habe, mich auf einer ähnlichen Ebene befinde oder die Dinge aus meiner eigenen Perspektive und mit meinen eigenen Anhaftungen beurteile.
So gesehen ist es weniger so, dass ich die Probleme anderer aufzeige, sondern vielmehr, dass ich andere mit meinen eigenen, noch fehlerhaften Anschauungen betrachte. Anstatt also daran festzuhalten, warum der andere sich nicht verändert, sich nicht korrigiert oder nicht nach innen schaut, wäre es besser, wenn ich selbst zuerst nach innen schauen und prüfen würde, wo meine eigenen Probleme liegen. Sobald ich mich selbst wirklich korrigiert und erhöht habe, werde ich auch mehr Verständnis für andere haben und sogar ihre guten Seiten leichter erkennen können.
Als ich meine eigene Überheblichkeit und die Haltung, auf andere herabzusehen, bemerkte, stellte ich fest, dass meine Kollegen ganz anders sind, als ich zuvor gedacht hatte. Der Umgang miteinander wurde plötzlich viel entspannter und in meinem Inneren stellte sich mehr Empathie und Freude ein. Ich denke, dass wir als Dafa-Kultivierende nicht täglich von Groll und Bitterkeit erfüllt sein sollten. Mit einer friedlichen und ausgeglichenen Haltung können wir vielleicht ganz andere Seiten unserer Mitpraktizierenden erkennen. Das ist etwas, an das ich mich selbst immer wieder erinnern muss.
Die Kraft der Barmherzigkeit spüren
Kürzlich bin ich beim Fa-Lernen auf folgende Worte gestoßen, durch die ich die Kraft der Barmherzigkeit besonders tief spüren konnte:
Der Meister antwortet auf die Frage eines Dafa-Jüngers:
„Bei allem, was unsere Dafa-Jünger tun, sollen wir es mit gütigen Gedanken und Vernunft tun. Egal, ob ihr den Menschen die wahren Umstände erklärt oder an irgendeiner Aktivität teilnehmt, ihr sollt den Menschen das Herrliche und die Gutherzigkeit der Dafa-Jünger zeigen. Macht bloß nicht irgendetwas Radikales. Während du die Lebewesen errettest und die wahren Umstände erklärst, kann auch keine positive Wirkung erzielt werden, wenn deine Worte zu extrem sind, denn deine Unbarmherzigkeit kann jene bösartigen Faktoren in den Gedanken der vergifteten Menschen nicht auflösen. So kannst du keine positive Wirkung erzielen.
Ich habe euch schon gesagt, dass die Barmherzigkeit nicht künstlich aufgesetzt ist. Sie ist auch nicht ein oberflächlicher Zustand, den man aufrechterhält. Barmherzigkeit kommt wirklich tief aus dem Herzen. Erst durch die Kultivierung kann sie erreicht und gezeigt werden. Sobald dein Wort vor den Lebewesen ausgesprochen wird, sobald dein Gedanke entsteht, können die schlechten Faktoren schon aufgelöst werden. Es kann schon dazu führen, dass die schlechten Dinge aufgelöst werden, die die Menschen auf der Welt vergiften und die sich in den gedanklichen Faktoren der Menschen befinden. Dann wird es den Menschen klar, so kannst du sie erretten. Ohne die Wirkung der starken Kraft der wahren Barmherzigkeit schaffst du es nicht, sie aufzulösen, dann kannst du bei der Erklärung der wahren Umstände die Wirkung nicht erzielen. Besonders diejenigen, die sich extrem verhalten, ich sage euch, ihr könnt absolut keine gute Wirkung erzielen, eben weil sich eure herauskultivierten Fähigkeiten und eure Barmherzigkeit nicht verkörpern können. So sollt ihr bei keiner Angelegenheit die Gesinnung haben, euch mit anderen anzulegen oder mit anderen zu kämpfen. Das ist alles falsch, ihr dürft euch nicht extrem verhalten, auch wenn ihr zum Konsulat geht. Ihr sollt den Menschen gegenüber barmherzig sein. Den bösartigen Lebewesen gegenüber ist es anders. Beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken, um das Böse, die Dämonen, die finsteren Geister und die morschen Gespenster, die nicht zur Menschheit gehören, und die schwarzen Hände zu beseitigen, das ist kein Problem, egal wie ihr sie behandelt. Zu den Menschen sollt ihr barmherzig sein. Wollen wir nicht die Menschen erretten? Die Menschen erretten, wenn du unbarmherzig zu den Menschen bist, kannst du sie so erretten?“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2004, 28.02.2004)
Ich habe darüber nachgedacht, ob unsere Kontroversen unter Mitpraktizierenden nicht auch ähnlich sind wie die Erklärung der Fakten gegenüber gewöhnlichen Menschen. Wenn wir nur darauf hoffen, dass der andere unsere Sichtweise akzeptiert, und versuchen, ihm unsere Gedanken aufzudrängen, führt das dann nicht leicht zu einer Gegenreaktion, sodass jeder auf seiner Meinung beharrt und keiner nachgibt? Manchmal definieren wir sogar – bewusst oder unbewusst – das Fa in der Annahme, genau dies sei die Bedeutung der Worte des Meisters.
Nachdem ich das gesehen und gehört habe, möchte ich mich selbst daran erinnern, auf keinen Fall leichtfertig die Lehre des Meisters zu interpretieren. Vielleicht verstehe ich die Dinge derzeit so, doch mit der fortschreitenden Kultivierung könnte ich andere Einsichten gewinnen. Auch andere Praktizierende können dieselben Worte anders verstehen. Wenn wir uns miteinander austauschen und einander erinnern, können wir uns vielleicht sogar gegenseitig inspirieren und gemeinsam erhöhen.
Wenn wir im Austausch offen unsere eigenen Gedanken äußern, zugleich die Ansichten des anderen anhören, ihn aus verschiedenen Blickwinkeln zum Nachdenken inspirieren und ihm ermöglichen, zu eigenen Schlussfolgerungen zu gelangen – wäre die Kommunikation dann nicht viel besser? Ist das nicht ähnlich wie die Erklärung der wahren Umstände? Manchmal können wir die Gräueltaten der bösartigen Partei sehr deutlich schildern, manchmal können wir die Atmosphäre mit traditionellen, wohlklingenden Worten auflockern und den anderen an traditionelle Werte heranführen. Manchmal können wir auch über die Schönheit von Dafa sprechen – besonders durch eigene Erfahrungen, sodass der andere die positive Energie und Wärme spüren kann. Es scheint keine feste Regel zu geben, dass man nur auf eine bestimmte Weise sprechen darf. Jeder Praktizierende kann sein eigenes Urteilsvermögen einsetzen und je nach Situation entscheiden, was und wie er etwas sagt. Am wichtigsten ist, wenn unsere Worte von Herzen kommen. Nur diese aufrichtige Barmherzigkeit hat die Kraft, das Herz eines Menschen zu berühren und zu verändern.
Unsere Mission erfüllen
In letzter Zeit haben wohl viele Mitpraktizierende gewisse Störungen und innere Schwankungen erlebt und auch das gegenseitige Vertrauen scheint teilweise auf die Probe gestellt zu werden. Ich habe darüber nachgedacht: Ist es wirklich so wichtig, darüber zu streiten, wessen Texte besser oder schlechter ist? Wenn wir alle mit dem aufrichtigen Wunsch handeln, dass noch mehr Menschen die Zusammenhänge über Falun Dafa besser verstehen, wird der Meister uns vielleicht befähigen, dass jeder von uns kraftvolle Skripte verfassen kann, die möglicherweise unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Wenn wir diese dann miteinander teilen, wäre die Wirkung dann nicht umso besser? Umgekehrt gefragt: Wenn wir unsere Energie darauf verwenden, die Texte anderer zu analysieren und zu kritisieren, ob sie schlecht oder ungeeignet sind – geraten wir dann nicht vom Wesentlichen ab?
Ich verstehe es so, dass die Mitpraktizierenden an vorderster Front sehr genau wissen, wie die Menschen heute denken und wie man sie am besten anspricht. Die Schreibgruppe hingegen legt den Schwerpunkt darauf, diese Informationen aufzugreifen, passende Materialien zu recherchieren und die Ausdrucksweise klarer und strukturierter zu gestalten, um den Mitpraktizierenden an der Front eine gute Vorbereitung zu ermöglichen. Letztlich entscheidend ist jedoch der Kultivierungszustand der Mitpraktizierenden, welche die Telefongespräche führen. Warum kann derselbe Satz, von verschiedenen Menschen ausgesprochen, eine ganz unterschiedliche Wirkung haben – bei manchen sogar dazu führen, dass der andere tief berührt ist und Tränen vergießt? Vielleicht ist genau das etwas, worüber wir wirklich nachdenken sollten.
Die Angst loslassen
Früher wollte ich oft zur schweigenden Mehrheit gehören, weil ich das Gefühl hatte, dort mehr Sicherheit zu finden. Bei den jüngsten Kontroversen habe ich jedoch bemerkt, dass dieses Gefühl in mir etwas nachgelassen hat. Dennoch spüre ich immer noch eine gewisse Angst, mich auf Diskussionen einzulassen. Ich fragte mich selbst: Wovor habe ich eigentlich Angst? Vor falschen Urteilen, vor Missverständnissen? Davor, Fehler zu machen? Oder vor Schwierigkeiten?
Durch die Fa-Erklärung des Meisters auf der Fa-Konferenz im Westen der USA 2004 spürte ich erneut seine unermessliche Barmherzigkeit. Gleichzeitig erkannte ich auch den Egoismus hinter meiner Angst – der aus dem Wunsch resultiert, mich selbst zu schützen.
Einmal las ich im Erfahrungsbericht eines Mitpraktizierenden den Satz: „Solange wir mehr Menschen retten und den Meister bei der Fa-Berichtigung unterstützen können – was gibt es da zu fürchten?“ Ich denke, Fehler zu machen, ist nicht schlimm. Viel schlimmer ist es doch, die eigenen Anhaftungen nicht zu erkennen oder sogar daran festzuhalten. Sollte ich mich dann etwa aus Selbstschutz übervorsichtig verhalten oder die Augen vor der Realität verschließen, nur um mich selbst zu schützen?
Ich möchte dazu ein vielleicht nicht ganz treffendes Bild verwenden: Manche Konflikte und Spannungen wirken wie eindringende Viren, die darauf abzielen, unser Vertrauen zueinander zu untergraben, sodass jeder für sich isoliert kämpft und sie uns einzeln leichter besiegen können. Doch für uns Falun-Dafa-Praktizierende ist das Nach-innen-Schauen wie ein Mechanismus der Selbstheilung, der es äußeren Störungen unmöglich macht, ihr Ziel zu erreichen. Wie es in der traditionellen chinesischen Medizin heißt: „Ist die aufrechte Energie im Inneren stark, kann das Böse nicht eindringen.“ Vielleicht könnte jede scheinbare „Störung von außen“ auch eine Gelegenheit sein, unsere aufrichtige Energie und aufrichtigen Gedanken zu stärken.
Dass wir uns heute gemeinsam im Falun Dafa kultivieren, uns im selben Projekt unterstützen und zusammenarbeiten können, ist vielleicht auch ein einst gegebenes Versprechen – eine seit unermesslicher Zeit bestehende Gelegenheit, die sich in diesem Moment erfüllt. Wenn jedoch unsere gemeinsame Kraft durch gegenseitiges Misstrauen geschwächt wird – wer würde sich darüber freuen?
Die oben genannten Gedanken wollte ich mit euch teilen. Sollte etwas nicht im Einklang mit dem Fa sein, bitte ich die Mitpraktizierenden um barmherzige Korrektur.
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