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Shanghai: 75-Jährige stirbt nach mehr als zwölf Jahren Haft

4. März 2026 |   Von einem Minghui-Korrespondenten in Shanghai, China

(Minghui.org) Die 75-jährige Sun Zhuoying aus Shanghai starb am 6. Dezember 2025, nachdem sie jahrelang wegen ihres Glaubens an Falun Dafa verfolgt worden war.

Nachdem die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Juli 1999 eine landesweite Kampagne gegen Falun Dafa gestartet hatte, wurde Sun Zhuoying für mindestens 12 Jahre inhaftiert (zwei Strafen mit Zwangsarbeit und drei Gefängnisstrafen). Zuletzt wurde sie am 8. Juni 2022 freigelassen. Aber auch in den Folgejahren war sie ständigen Schikanen ausgesetzt. Das örtliche Büro 610 installierte eine Überwachungskamera an ihrer Tür und brach häufig in ihre Wohnung ein, um zu überprüfen, ob sie Informationsmaterialien über Falun Dafa ausdruckte.

Im März 2024 übergab Sun der örtlichen Polizeistation eine DVD mit Informationen über Falun Dafa. Daraufhin wurde ihre Wohnung durchsucht. Die Beamten beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher. Aufgrund ihres schlechten Gesundheitszustands und ihres hohen Alters wurde Sun jedoch nicht verhaftet. Sie verstarb im Dezember 2025.

2001 zu vier Jahren Haft verurteilt

2001 wurde Sun zu vier Jahren Haft im Frauengefängnis von Shanghai verurteilt. Sie wurde gezwungen, stundenlang zu stehen oder zu sitzen, manchmal bis Mitternacht. Durch die Misshandlungen war ihr die meiste Zeit schwindelig, doch die Wärter schlugen und beschimpften sie weiter.

Die Wärter befahlen Sun, die Toilette zu reinigen, die von Dutzenden Insassen benutzt wurde – aber ihr wurde dies verwehrt. Stattdessen musste sie ihre Notdurft in der Zelle in einer Bettpfanne verrichten. Die Wärter verboten Sun oft, die Bettpfanne zu leeren, um die anderen Gefangenen gegen sie aufzuwiegeln. Nach Ablauf der Haftstrafe hielten die Beamten Sun weitere drei Monate in einer Gehirnwäsche-Einrichtung fest, bevor sie nach Hause durfte.

2005 zu eineinhalb Jahren Arbeitslager verpflichtet

Im April 2005 wurde Sun erneut verhaftet und für 18 Monate im Frauenzwangsarbeitslager Shanghai verpflichtet.

Nachdem der Direktor des Arbeitslagers Falun Dafa diffamiert und Sun laut „Falun Dafa ist gut“ gerufen hatte, wurde sie für einen Monat in Isolationshaft gesperrt. Ihre Haftstrafe wurde zudem um zwei Monate verlängert.

Später wurde Sun gezwungen, täglich Schwerstarbeit zu verrichten. Sie hatte lediglich zehn Minuten, um sich und ihre Kleidung zu waschen. Ab Mai 2005 zwangen die Wärter alle Gefangenen, gleichzeitig (anstatt abwechselnd) den Waschraum zu benutzen, da es zu viele neu aufgenommene Drogenhändlerinnen gab. Alle Frauen mussten sich vor den anderen waschen. Es gab keine Privatsphäre.

2007 erneut im Zwangsarbeitslager

Mitte August 2007 wurde Sun erneut verhaftet und zu Zwangsarbeit auf unbestimmte Zeit verurteilt. Als sie sich weigerte, Bücher zu lesen, die Falun Dafa verleumdeten, wies Aufseher Shao Dongsheng die Drogenhändlerin Lu Peili und andere Insassen an, Sun abwechselnd diese Bücher vorzulesen.

Infolge der Misshandlungen erlitt Sun drei schwere Magen-Darm-Blutungen und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Das Arbeitslager weigerte sich, ihr Haftverschonung zu gewähren.

2011 zu fünf Jahren Haft verurteilt

Suns nächste Verhaftung erfolgte am 13. Mai 2011. Sie hatte ein Transparent aufgehängt, um den 19. Jahrestag der öffentlichen Einführung von Falun Dafa zu würdigen. Das Gericht des neuen Bezirks Pudong verurteilte sie zu fünf Jahren Haft im Frauengefängnis von Shanghai.

Während ihrer Haft stopften die Wärter ihr einen schmutzigen Lappen in den Mund und klebten ihr Klebeband über Mund, Ohren und Kopf. Zudem fesselten sie ihre Hände, Beine und Füße – nur weil sie „Falun Dafa ist gut“ gerufen hatte. Anschließend schlugen die Wärter ihr mit einem schweren Gegenstand auf den Kopf und beschimpften sie zwei Stunden lang. Erst als Sun bewusstlos wurde und einnässte, ließen sie von ihr ab.

Danach forderten die Wärter Sun wiederholt auf, Erklärungen zu verfassen, in denen sie sich von Falun Dafa distanzieren sollte. Als sie sich weigerte, wurde sie in Isolationshaft gebracht und erhielt nur sehr wenig zu essen. Sie wurde gezwungen, von 5.30 Uhr morgens bis zur zehnminütigen Mittagspause um 12.00 Uhr mit dem Gesicht zur Wand zu stehen. Anschließend musste sie weiter bis zum Abendessen stehen. Nach einer weiteren zehnminütigen Pause ging die Folter dann bis Mitternacht weiter. Darüber hinaus wurde sie den ganzen Tag über von den Mitgefangenen nach Belieben geschlagen und beschimpft.

Als Sun sich weiterhin weigerte, Falun Dafa aufzugeben, zwangen die Häftlinge sie, den ganzen Tag regungslos in einem auf dem Boden gezeichneten Quadrat zu hocken. Manchmal zogen sie die Praktizierende herum, um sie zu quälen.

Die Wärter stellten eigens einen kleinen Hocker her, der zu Druckstellen am Gesäß führte. Im Sommer fesselten sie Sun Hände und Beine und deckten sie mit einer dicken Bettdecke zu. Sie schwitzte stark und wäre fast kollabiert.

Im Winter übergossen die Wärter Sun mit kaltem Wasser, zogen ihr alle 15 Minuten die Bettdecke weg, wenn sie schlief, oder zwangen sie, im Zimmer herumzulaufen.

Als Sun im Mai 2016 freigelassen wurde, war sie auf einem Ohr taub. Sie hatte Schmerzen am gesamten Körper. Weder konnte sie stehen noch sitzen oder gehen. Auch mit dem Essen und dem Schlafen hatte sie Schwierigkeiten.

2020 zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt

Suns letzte Festnahme erfolgte am 9. Dezember 2020. Der Staatsanwalt genehmigte ihre Verhaftung am 16. Januar 2021 und gab ihren Fall später an das Bezirksgericht Fengxian weiter. Am 26. Oktober 2021 wurde Sun der Prozess gemacht. Am Ende verurteilte der Richter Zhu Qin die Praktizierende zu achtzehn Monaten Haft.

Sun litt mehrfach unter Magen-Darm-Blutungen, musste aber dennoch ihre Haftstrafe absitzen. Es ist unklar, ob sie nach der Urteilsverkündung in der Haftanstalt des neuen Bezirks Pudong blieb oder in ein Gefängnis verlegt wurde.

Nach ihrer Freilassung am 8. Juni 2022 stand Sun unter ständiger Überwachung – bis sie am 6. Dezember 2025 starb.

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