(Minghui.org) Eine 86-jährige Frau aus Shifang in der Provinz Sichuan starb im Dezember 2024, nur wenige Monate nach Ablauf ihrer dreijährigen Bewährungszeit, zu der sie aufgrund ihres Glaubens an Falun Dafa verurteilt worden war.

Xie Changxiu, Jahrgang 1938, wurde am 30. September 2020 festgenommen. Eine Sozialarbeiterin, die ein Gespräch zwischen ihr und einem Mann über Falun Dafa mitgehört hatte, hatte die Polizei verständigt. Kurz darauf brachten mehrere uniformierte Beamte, von denen nur einer ein Polizeiabzeichen trug, sie zur Polizeiwache in Luoshui.

Nach dem Verhör fuhren die Polizisten Xie zum Regierungsgebäude des Dorfes Dongyue. Da dort kein zuständiger Beamter anwesend war, brachte man sie anschließend nach Hause. Ohne Durchsuchungsbefehl beschlagnahmten die Beamten sämtliche Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien sowie ihren Ausweis, außerdem mehr als 1.000 Yuan (etwa 120 Euro) Bargeld, drei Mobiltelefone und zwei Musikabspielgeräte. Entgegen den gesetzlichen Vorschriften stellten sie keine Liste der beschlagnahmten Gegenstände aus.

Die Polizisten durchsuchten auch die Wohnung von Xies Sohn, die direkt nebenan liegt. Anschließend brachten sie sie für ein weiteres Verhör zurück zur Polizeiwache. Sie weigerte sich, die Herkunft der beschlagnahmten Falun-Dafa-Materialien preiszugeben. Der Beamte Pan drohte ihr, ihr gewaltsam eine Schüssel Chiliwasser zu einzuflößen.

Xies Familie wurde am Nachmittag benachrichtigt, sie abzuholen. Die Angehörigen gingen davon aus, dass sie bedingungslos freigelassen worden war, erfuhren später jedoch, dass die Polizei sie lediglich gegen eine Kaution von 1.000 Yuan freigelassen hatte.

Das Gericht in Shifang verhandelte Xies Fall am 16. April 2021, verweigerte ihrer Familie jedoch, daran teilzunehmen. Xie konnte weder den Staatsanwalt noch Richter verstehen. Es blieb unklar, ob sie Hörprobleme hatte oder ob das Mikrofon defekt war.

Xie wurde am 16. April 2021 zu zwei Jahren Haft mit anschließender dreijähriger Bewährungszeit verurteilt. Zusätzlich wurde ihr eine Geldstrafe von 1.000 Yuan auferlegt. Ihre Familie bemerkte, dass ihr Alter im Urteil von 83 auf 75 Jahre herabgesetzt worden war.

Von April 2021 bis April 2024 wurde Xie monatlich zu Hause von Polizisten schikaniert und aufgefordert, eine Erklärung zu verfassen, in der sie Falun Dafa aufgeben sollte. Da sie nicht schreiben konnte, schickte die Polizei die Erklärung per SMS an das Handy ihrer Enkelin, die sie für sie abtippte.

Am 11. September 2021 wurde Xie in das Rechtsbildungszentrum der Stadt Pengzhou gebracht. Dort wurde sie einer intensiven Gehirnwäsche unterzogen, die darauf abzielte, sie von ihrem Glauben abzubringen. Sie wurde noch am selben Tag freigelassen.

Der unerbittliche Druck und die Schikanen endeten im April 2024 mit dem Ablauf ihrer dreijährigen Bewährungszeit. Acht Monate später starb sie.

Frühere Verfolgung

Xie begann 2005 Falun Dafa zu praktizieren und erholte sich von ihrem schweren Emphysem (einer Lungenerkrankung) und anderen Beschwerden. Sie wurde auch ein rücksichtsvollerer Mensch. 2013 wurde sie von einem LKW angefahren und verzichtete auf Schadensersatz vom Unfallverursacher, obwohl ihr Oberschenkelknochen bei dem Unfall freilag. Nach zwei Tagen im Krankenhaus bat sie um ihre Entlassung, da sie fest daran glaubte, dass Falun Dafa ihr bei der Genesung helfen würde. Einen Monat später veranstaltete ihr Sohn eine Feier, um sich bei Familie und Freunden für die Besuche nach dem Unfall zu bedanken. Die Gäste waren verblüfft, als die damals 75-jährige Xie selbstständig ihr Schlafzimmer verließ. Sie waren beeindruckt von der wundersamen Heilkraft von Falun Dafa.

Xies persönliche Erfahrung bestärkte ihren Glauben an Falun Dafa und sie nutzte verschiedene Gelegenheiten, um auf die Verfolgung aufmerksam zu machen. Sie geriet immer wieder ins Visier der Polizei. Vor ihrer letzten Verfolgungswelle wurde ihre Wohnung in der Nacht des 14. September 2017 durchsucht, als im Zuge einer Polizeirazzia zehn weitere Falun-Dafa-Praktizierende aus der Gegend festgenommen wurden. Obwohl sie nicht verhaftet wurde, verbot man ihr, sich mit anderen Praktizierenden zu treffen.

Die Polizei ordnete außerdem an, dass ihr Sohn, der zu dieser Zeit auswärts arbeitete, nach Shifang zurückkehren und seine Mutter im Auge behalten sollte. Sie drohten, die Schulausbildung und die zukünftigen Berufschancen seiner Tochter sowie die Rente seiner Mutter zu gefährden.