(Minghui.org) Drei Monate vor Beginn der Unterdrückung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im Juli 1999 versammelten sich am 25. April rund 10.000 Praktizierende in Peking zu einem friedlichen Protest.
Dieser spontane Appell folgte auf die unrechtmäßigen Verhaftungen von Praktizierenden in Tianjin und spiegelte das Vertrauen der Beteiligten in die Regierung sowie ihren Glauben an das Gemeinwohl wider.
Ein friedlicher Appell
Mit der wachsenden Popularität von Falun Gong in China versuchte die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) bereits Monate, ja sogar Jahre vor dem historischen Appell von 1999, die öffentliche Meinung gegen die Kultivierungspraxis zu lenken. Im April 1999 veröffentlichte der KPCh nahestehende Wissenschaftler He Zuoxiu einen kritischen Zeitungsartikel. Als Praktizierende daraufhin den Verlag aufsuchten, um über die Hintergründe von Falun Gong zu informieren, wurden sie am 22. und 23. April in Tianjin von der Polizei festgenommen.
Als sich andere Falun-Gong-Praktizierende an die Stadtverwaltung von Tianjin wandten und die Freilassung der Inhaftierten forderten, wurden sie nach Peking verwiesen, da der Haftbefehl von dort gekommen war. Am 25. April 1999 versammelten sich daher spontan Falun-Gong-Praktizierende aus Peking und Umgebung in der Nähe des Petitionsbüros in der Fuyou-Straße.
Augenzeugenberichten zufolge verhielten sich die Praktizierenden in der Fuyou-Straße gemäß den Falun-Gong-Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Sie standen ruhig da, führten die Übungen durch und sammelten sogar den Müll auf, darunter auch die von Polizisten weggeworfenen Zigarettenkippen. Ihre Ruhe und ihr gutes Benehmen beeindruckten Polizei und Passanten.
Polizei weist Praktizierende an, Zhongnanhai zu umstellen
Die Praktizierenden verfolgten keine politischen Ziele – sie wollten lediglich nach Peking reisen und der Regierung die Fakten über Falun Gong darlegen. Deshalb gingen sie zum Petitionsbüro in der Fuyou-Straße. Einige Polizisten wiesen sie jedoch an, sich entlang der Straßen um Zhongnanhai aufzustellen.
In einem kürzlich auf Minghui veröffentlichten Artikel schrieb der Autor: „Am 25. April befanden wir uns auf der Chang’an-Straße. Gegen acht Uhr morgens stiegen wir dort aus dem Bus. Polizisten eskortierten uns in den Bereich direkt vor den roten Mauern des Xinhua-Tors. Später erfuhren wir, dass es dabei in Wirklichkeit um eine Falle gehandelt hatte, um Falun Gong zu diskreditieren. Die Falle war von Luo Gan, dem damaligen Parteisekretär des Zentralkomitees für Politik und Recht, gestellt worden.“
Die Polizisten wirkten gelassen. „Wir standen etwa dreißig bis vierzig Meter östlich des südlichen Tors von Xinhua [dies ist in Videoaufnahmen des Ereignisses vom 25. April zu sehen]. Gegenüber standen bewaffnete Soldaten in einem Abstand von drei bis fünf Schritten“, fuhr der Autor fort. „Anders als Wachen an einem Eingang blieben sie nicht unbeweglich stehen, sondern gingen umher – manche rauchten, andere unterhielten sich und einige wenige kamen auf uns zu, um die Gegenstände in unseren Händen zu begutachten. Manche von ihnen wirkten ungeduldig. Wir hingegen – Männer und Frauen, Jung und Alt, einfache Bürger aus allen Teilen des Landes – standen ruhig da, unsere Gesichter waren gelassen; niemand zeigte Anzeichen von Angst oder Aufregung.“
Zehntausend von 100 Millionen
Laut der Propaganda der KPCh ist Falun Gong organisiert, wie sonst könnten sich plötzlich 10.000 Praktizierende vor Zhongnanhai versammeln? Diese Behauptung ist irreführend. 1999 gab es in China etwa 100 Millionen Praktizierende (rund 8 Prozent der chinesischen Bevölkerung). Allein in Peking (einer Stadt mit über 20 Millionen Einwohnern) lebten 1,6 Millionen Praktizierende. Viele hatten von den Verhaftungen in Tianjin gehört. Da die Praktizierenden die Informationen an ihren Übungsstätten oder über lokale Netzwerke (wie Festnetztelefone) weitergaben, konnte eine freiwillige Veranstaltung leicht 10.000 Praktizierende aus Peking und Umgebung anziehen.
Angesichts der hohen Bevölkerungsdichte Chinas sind 30.000 bis 80.000 Besucher bei großen Konzerten keine Seltenheit. Daher sollte die Teilnahme von etwa 10.000 Praktizierenden an dem Aufruf am 25. April 1999 kein Grund zur Sorge sein.
Die Praktizierenden nahmen an, dass die KPCh in Tianjin die Verhaftungen vorgenommen hatte, weil die Behörden Falun Gong missverstanden. Da sie Vertrauen in die Regierung hatten, wandten sie sich an das Petitionsbüro des Staates, um den Beamten die Sachlage darzulegen. Der damalige Premierminister Zhu Rongji traf sich noch am selben Tag mit Vertretern der Praktizierenden und die Angelegenheit wurde beigelegt. Medien außerhalb Chinas lobten die Großveranstaltung und einige deuteten sie als Zeichen der Offenheit der chinesischen Regierung.
Das autoritäre Regime der KPCh gab jedoch dem Gemeinwohl nicht nach. Wochen später, im Juli 1999, ordnete der KPCh-Vorsitzende Jiang Zemin die landesweite Verfolgung an, die bis heute andauert.
Früherer Artikel dazu:
https://www.minghui.org/mh/articles/2026/4/5/“四·二五”-我们在长安街上-508461.html
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