(Minghui.org) Mein Mann und ich praktizieren Falun Dafa und haben vor drei Jahren eine Fa-Lerngruppe in unserem Haus gegründet. Wir haben alle möglichen Störungen und großen Druck überwunden. Unsere Gruppe ist stark und engagiert. Wir  bilden einen gemeinsamen Körper und wollen nur dem vom Meister vorgegebenen Weg der Kultivierung folgen.

Unerschütterliches Engagement

Während der COVID-Pandemie vor drei Jahren schlug mir der örtliche Falun-Dafa-Koordinator vor, eine Lerngruppe zu gründen, damit Praktizierende in unserer Gegend alle Hindernisse überwinden und gemeinsam das Fa lernen könnten.

Unser älterer Sohn war im Kindergarten und der jüngere Sohn hatte gerade erst laufen gelernt – sie waren wohlerzogen und beteiligten sich manchmal sogar beim Lesen. Alle in unserer Gruppe machten Fortschritte in ihrer Kultivierung. Doch nicht lange nach der Gründung unserer Gruppe wurde mein Mann unrechtmäßig wegen Praktizierens von Falun Dafa verhaftet. Danach kamen die anderen Praktizierenden nicht mehr zum Fa-Lernen. Ich war in Vollzeit berufstätig und musste rechtliche Hilfe in Anspruch nehmen, um die Freilassung meines Mannes zu erwirken. Immer wieder musste ich ins Gefängnis, zur Polizeiwache und zum Gericht. In dieser Zeit kümmerten sich meine Mutter und meine Schwiegermutter um unsere Söhne.

Nach einem Monat wurde mein Mann wieder freigelassen. Sein Arbeitgeber sagte ihm, er solle zu Hause warten, bis er wieder zur Arbeit gerufen werde. Er wartete zwei Jahre!

An den Tagen, die die Kommunistische Partei (KPCh) als sensible Tage bezeichnet, wurde Polizei vor unserem Wohnhaus postiert. Unser lokaler Koordinator ermutigte uns, die Treffen unserer Lerngruppe wieder aufzunehmen. So wie wir wurden auch einige andere Teilnehmer von der Polizei beobachtet und verfolgt, doch sie schafften es, die Hindernisse zu überwinden und ihre Angst abzulegen.

Alltagsstress überwinden

Mein Mann und ich brachten abwechselnd eines unserer Kinder morgens zur Schule. Wir waren jeden Tag extrem beschäftigt. Eines Tages kam ich später als sonst nach Hause. In der Wohnung gab es kein fließendes Wasser, darum musste mein Mann einen kleinen Topf Wasser vom Lastwagen der Notfall-Wasser-Versorgung vor dem Haus holen. Doch unser jüngerer Sohn musste auf die Toilette und benutzte das Wasser aus dem Topf, um die Toilette damit zu spülen. Da musste mein Mann schnell wieder hinauslaufen, um noch mehr Wasser zu holen. Als ich nach Hause kam, herrschte totales Chaos in unserer Wohnung! Mein Mann bat mich, die Kinder zu füttern, während er vor dem Treffen der Fa-Lerngruppe alles aufräumte.

Als unser älterer Sohn eingeschult wurde, mussten wir ihm abends bei den Hausaufgaben helfen. Er hatte immer sehr viel auf, was uns überforderte. Manchmal verlor ich die Geduld. Mein Mann ermutigte mich: „Praktizierende haben kein ruhiges Leben, sie ertragen Entbehrungen. Wir stellen doch lediglich einen Raum zur Verfügung. Unsere Schwierigkeiten sind nichts im Vergleich zu dem, was die Praktizierenden zu Beginn der Verfolgung durchgemacht haben.“ So fand ich nach und nach zu einem inneren Gleichgewicht, während wir viele Hindernisse zu überwinden hatten.

Während der zwei Jahre, in denen mein Mann zu Hause war, kümmerte er sich nicht nur um die Kinder, sondern beteiligte sich stillschweigend an vielen Projekten für Dafa und blieb manchmal bis weit nach Mitternacht auf. Er hilft anderen Praktizierenden bei Computerproblemen. Außerdem bringt er älteren Praktizierenden den Umgang mit Computern bei, damit sie auf die Minghui-Website zugreifen und Informationsmaterialien über Falun Dafa erstellen können. Ich arbeite tagsüber, deshalb sorge ich abends dafür, dass mein Mann Ruhe hat, um sich auf seine Projekte konzentrieren zu können.

Unvergessliche Momente mit Fa-Lerngruppe für junge Leute

Ein paar junge Praktizierende kamen zu uns zum Fa-Lernen. Sie hatten von unserer Lerngruppe gehört und wollten mitmachen. Das Problem war, dass ihre Termine nicht mit unseren zusammenpassten. Um ihnen entgegenzukommen, gründeten wir eine Fa-Lerngruppe für junge Leute, die sich am Wochenende traf. Dafür mussten sie eine zweistündige Busfahrt auf sich nehmen. Nach dem Fa-Lernen sprachen wir über unsere Kultivierungserfahrungen und die Prüfungen, die wir gerade durchmachten.

Junge Menschen haben einen wachen Verstand und ein innovatives Denken. Ich fühlte mich überfordert, weil ich nicht wusste, wie ich auf ihre neuen Ideen reagieren sollte. Mir wurde klar, dass es an der Zeit war, nach innen zu schauen, denn der einzige Weg, wie wir uns als ein Körper weiterentwickeln können, ist, unsere Gedanken auf der Grundlage des Fa auszutauschen. Selbst mit der Unterstützung meines Mannes fiel es mir schwer, die Gruppe anzuleiten. Schließlich sprangen erfahrene Praktizierende ein und moderierten die Diskussionen. Unser Ziel war es, diese jungen Praktizierenden zu begleiten. Sie genossen unsere Kultivierungsumgebung und verpassten kein einziges Wochenende unserer Gruppentreffen. Wir alle spürten, wie wir uns durch die Kultivierung erhöhten.

Ein paar Monate nach ihrem Beginn pausierte die Fa-Lerngruppe der jungen Praktizierenden auf Grund von beruflichen Veränderungen vorübergehend. Ich bin den jungen Praktizierenden, die teilgenommen haben, dankbar und schätze die Unterstützung der älteren Praktizierenden. Auch wenn diese wertvolle Gruppe nicht lange bestand, hat sie ihren Zweck erfüllt.

Einen Körper mit Praktizierenden außerhalb Chinas bilden

In den letzten drei Jahren haben wir das Fa-Lernen in der Gruppe zweimal wöchentlich organisiert. Wir veranstalten Konferenzen zum Erfahrungsaustausch am 25. April und 20. Juli (dem Tag, an dem 1999 die Verfolgung begann) sowie am Jahrestag der Veröffentlichung der Neun Kommentare über die Kommunistische Partei. Wir haben auch Erfahrungsberichte für die schriftliche Fa-Konferenz für Praktizierende in China und zum Welt-Falun-Dafa-Tag eingereicht. Unsere Lerngruppe veranstaltet zudem zweimal jährlich eine kleine Konferenz zum Erfahrungsaustausch. Die Atmosphäre ist dann feierlich und kraftvoll. Unser sechsjähriger Sohn hat bereits zwei kleine Konferenzen organisiert.

Einige Praktizierende unserer Gruppe haben neue Gruppen in ihren Häusern gegründet. Viele zuvor aufgelöste Lerngruppen wurden wiederbelebt. Unter den Praktizierenden dieser Gruppen gibt es einige, die eine Zeit lang pausierten und nun zurückgekehrt sind, und andere, die das Praktizieren vernachlässigt hatten sowie neue Praktizierende. Manche sind mittlerweile Koordinatoren. Ich glaube, unsere Fortschritte sind darauf zurückzuführen, dass wir zusammenkommen und eine Gemeinschaft bilden!