Auch inhaftierte Praktizierende brauchen unsere Unterstützung

(Minghui.org) Ich habe vor Kurzem Meister Lis Antwort auf die Frage eines Praktizierenden während der Fa-Konferenz in Atlanta 2003 gelesen.

Frage: Ich bitte den Meister, an diesem feierlichen Tag den Respekt und den Dank aller Dafa-Jünger entgegenzunehmen. Die Jünger werden es auf jeden Fall gut machen, damit der Meister etwas mehr Freude hat und weniger hart arbeiten muss.

Meister: Ich danke euch allen! (Beifall.) Auch wenn du möchtest, dass ich mich freue, kann bei mir keine Freude aufkommen, denn alle Dafa-Jünger werden noch verfolgt. Wie viele Dafa-Jünger werden gerade in diesem Moment in den bösartigen Arbeitslagern in China verfolgt? Den Herzenswunsch hat der Meister schon verstanden.“ (Li Hongzhi, Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Atlanta 2003)

Ich habe erkannt, dass wir uns als Schüler des Meisters um jeden einzelnen inhaftierten Praktizierenden und um dessen Familienangehörige kümmern sollen. Seitdem ich selbst in chinesischen Zwangsarbeitslagern, Gefängnissen und Gehirnwäsche-Einrichtungen gewesen bin, weiß ich aus erster Hand, wie elend es in diesen staatlich verwalteten Einrichtungen zugeht. Ich weiß auch, was die dortigen Praktizierenden denken, was sie benötigen und wie sie sich fühlen.

Während meiner Haftzeit hat eine Gruppe von Mitpraktizierenden versucht, mir zu helfen. Einige von ihnen kannte ich, einige nicht.

Von da an habe ich selbst versucht, so vielen Praktizierenden wie möglich zu helfen, aus dem Gefängnis zu kommen. Ich denke oft darüber nach, wie es diesen Praktizierenden geht und was sie sich wohl von uns erhoffen, was wir für ihre Freilassung tun.

Ich kannte einen felsenfesten Praktizierenden, der es komplett ablehnte, mit den bösen Kräften in einem Zwangsarbeitslager zusammenzuarbeiten, obwohl er oft mit Elektrostäben geschockt wurde. Die Wärter und die anderen Gefangenen bewunderten ihn. Dennoch sind nur wenige Freunde und Familienmitglieder gekommen, um ihn zu besuchen.

Die örtlichen Praktizierenden aus seiner Gegend wussten noch nicht einmal, dass er im Gefängnis saß. Später hat man mich in dasselbe Arbeitslager gebracht, in dem er auch untergebracht war. Somit erhielt ich die Gelegenheit, ihn persönlich kennenzulernen.

Die Wärter hatten ihn in eine sehr kleine Zelle gesperrt. Da er kein Geld hatte, konnte er sich noch nicht einmal das Allernötigste leisten. Mit der Zeit war er enorm abgemagert.

Nachdem ich 2012 freigekommen war, las ich einen Artikel in der Minghui Weekly über seinen viel zu frühen Tod. Laut dieses Artikels hatte man ihm kurze Zeit vor seiner Entlassung giftige, unbekannte Substanzen injiziert. Wenig später verstarb er dann.

Ich kann einfach nicht glauben, dass so ein standhafter Praktizierender von uns gegangen ist. Immer wieder denke ich: Wenn die örtlichen Praktizierenden sich Gedanken um sein Wohlergehen gemacht hätten, nachdem sie so lange Zeit nichts mehr von ihm gehört hatten, würde er heute vielleicht noch leben! Sein Tod stellt einen großen Verlust für alle Praktizierenden dar, egal, wo sie auch leben. Jeder wird gebraucht, um die Lebewesen zu erretten.

Während ich in einem Arbeitslager in der Nähe gefangengehalten wurde, versammelten sich die Praktizierenden aus meiner Gegend, um aufrichtige Gedanken für eine frühzeitige Entlassung auszusenden. Die Wärter im Lager berichteten mir, dass sie einen gewissen Druck verspürten, wenn sie meine Zelle betraten. Bei anderen Praktizierenden hätten sie dieses Gefühl nicht gehabt, wenn sie deren Zellen betraten. Deswegen wagten sie nicht, mich zu schlagen.

Als meine ältere Schwester, ebenfalls eine Praktizierende, mich besuchte, sagte sie zu dem Wärter: „Ihr lasst mich meinen Bruder nicht besuchen. Macht ihr das etwa, weil ihr und andere ihn regelmäßig schlagt?“ Der Wärter schaute sehr beunruhigt aus.

Bei meiner Entlassung sagte der Chef des örtlichen Büros 610 zu mir: „Sie können sich glücklich schätzen, dass Sie eine ältere Schwester haben, die nach Ihnen schaute. Der andere Mann hatte nicht so viel Glück!“ Dabei bezog er sich auf den Praktizierenden, der starb, weil ihm unbekannte Drogen injiziert worden waren.

Jedenfalls sah die Situation ganz anders als, als ich in einem Arbeitslager außerhalb meiner Provinz gefangengehalten wurde. Ein Wärter brüllte mich sogar an: „Wenn wir dich schikanieren, was wirst du dann tun? Du kommst aus einer anderen Provinz und hast hier nicht so viele Bekannte. Wenn du unbedingt in einen Hungerstreik treten willst, dann tu es. Hier interessiert es keinen, ob du lebendig bist oder tot!“

Später habe ich herausgefunden, dass die Praktizierenden überall nach mir suchten, nachdem wir den Kontakt verloren hatten.

Ich habe einmal mit dem Leiter einer Staatssicherheitsabteilung gesprochen, als ich auf einer lokalen Polizeiwache festgehalten wurde. Als er mich eintrug, verhielt er sich sehr überheblich. Er schimpfte: „Ich habe keine Angst davor, dass ihr auf der Minghui-Webseite oder in der Epoch Times über mich berichtet!“

Als ich den Ärzten und Polizisten im Untersuchungsgefängnis von seinen Missetaten berichtete, war er nicht mehr so arrogant. Als ich dem Verantwortlichen einer Gruppe in einem Arbeitslager von diesem Mann erzählte, hörte er mir sehr aufmerksam zu.

„Schreib seine Vergehen auf“, sagte er, während er mir Stift und Papier reichte. An dem Tag, als ich aus dem Arbeitslager entlassen wurde, sagte er: „Ich gebe dir einen Tipp: Entweder gibst du deinen Glauben an Falun Gong auf oder du reichst eine Klage gegen die Polizei ein.“

Zur Zeit sind die Peiniger in Panik, dass ihre Vergehen auf der Minghui-Website öffentlich gemacht werden. Ängstlich schauen sie sich täglich die Website an und lesen sich die Artikel ganz genau durch. Wenn wir irgendwelche unrichtigen Details bei ihrer Beteiligung an der Verfolgung vorbringen, beschuldigen sie uns sofort, ihnen etwas angehängt zu haben.

Aber es reicht noch nicht, sie auf Minghui-Webseite öffentlich zu machen. Ihre Vergehen sollten die Aufmerksamkeit der örtlichen zivilen und höheren Zuständigen erhalten, sodass die Verfolgung beendet wird.

Es sind erst wenige Tage des neuen Jahres vergangen. Von daher schlage ich den Mitpraktizierenden, auch denen in Übersee, vor, den inhaftierten Praktizierenden Grußkarten zu schicken. Unterschätzt nicht die Wirkung, die diese Karten auf die Praktizierenden vor Ort, die anderen Insassen und die Gefängnisangestellten haben!