In U-Haft getötet: Tochter fordert Untersuchung und Autopsie-Bericht

(Minghui.org) Yang Yuyong, ein Falun-Dafa-Praktizierender aus dem Bezirk Wuqing, wurde vor sieben Monaten im Untersuchungsgefängnis ermordet. Sein Leichnam liegt noch im Kühlhaus des Bestattungsinstitutes.

Yang Yuyong

Beamte der Staatssicherheit blockieren Untersuchungsverfahren 

Yangs Familie hat vor mehr als sechs Monaten eine Beschwerde bezüglich seines Todes in der Haftanstalt eingereicht. Allerdings blockieren Beamte der Staatssicherheit in Tianjin und im Bezirk Wuqing eine Untersuchung.

Vor dem chinesischen Neujahrsfest erhielt Yangs Familie dann von der Staatsanwaltschaft des Bezirks Wuqing die Nachricht, dass es keine Untersuchung zu diesem Fall geben wird. Man beorderte sie zur Bezirkspolizei, wo die Angehörigen erfuhren, dass die Autopsie und Einäscherung innerhalb von zwei Monaten nach Yangs Tod erfolgen müsse.

Yang Yuyongs Tochter protestiert vor der Staatsanwaltschaft des Bezirks Wuqing, weil der Tod ihres Vaters nicht untersucht wird.

Yangs Frau, Meng Xianzhen, wird immer noch in einem Untersuchungsgefängnis festgehalten. Deshalb erging die Nachricht, dass Yangs Tod nicht untersucht wird, an die Tochter. Gegen diese Ungerechtigkeit protestierte die Tochter vor der Staatsanwaltschaft mit einem Bildnis ihres Vaters.

Im Rückblick: Inhaftierung und Folter

Yang Yuyong und seine Frau Meng Xianzhen aus dem Dorf Xitian in der Gemeinde Huanghuadian wurden am 7. Dezember 2016 verhaftet. Man brachte sie ins Untersuchungsgefängnis im Bezirk Wuqing, wo sie von Wärtern und Oberhäftlingen gefoltert wurden.

Aus Protest gegen die Folter trat Yang in einen Hungerstreik. Daraufhin wurde er auf ein Foltergerät gesetzt sowie mit schweren Hand- und Fußfesseln gefesselt.

Folterillustration: Mit Hand- und Fußfesseln gefesselt

Als Yang seinem Verteidiger erzählte, dass er gefoltert worden war, zerrte ihn der Wärter Liu Zhaogang in einen leeren Raum. Dort wurde Yang mit einem Bambusstab geschlagen, bis sein Gesäß blutete. Der Wärter drohte damit, ihn mit einem noch größeren Werkzeug zu schlagen, sollte er dem Anwalt von den Schlägen erzählen.

Nachdem Yangs Familie eine zweite Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft Wuqing eingereicht hatte, schlug der Wärter Yang ins Gesicht. Außerdem erhielten 13 Insassen in der Zelle den Befehl, Yang zu schlagen und sexuell anzugehen. Yang wurde ohnmächtig und wusste später nicht mehr, wie lange er bewusstlos gewesen war. Es gibt Hinweise auf eine Audioaufzeichnung des sexuellen Übergriffs.

Yang beschrieb seinem Anwalt am 28. Juni 2017 die Schläge und teilte ihm die Namen seiner Angreifer mit. 

Zwei Wochen später, am 11. Juli 2017, starb er in der Haftanstalt.

Yangs zwei Kinder und Verwandte sahen seinen Leichnam, als sie im Krankenhaus für chinesische Medizin Wuqing ankamen. Ein großer Teil seines Körpers war mit Wunden und Prellungen bedeckt, auch sein Rücken. Es gab große Wunden an seinen Ohren, Blut in seinen Augen und Einstiche in seinen Zehennägeln. Weder die Polizeibehörde Wuqing noch das Untersuchungsgefängnis wollen die Ursache für Yangs Tod bekannt geben. Der Leichnam wurde von über hundert Polizisten bewacht.

Appell und Beschwerde der Familie werden ignoriert

Yangs Kinder appellierten an die zuständigen Regierungsbehörden. Sun Guangxing, stellvertretender Leiter der örtlichen Polizeibehörde, und der Polizeibeamte Gu Liang bedrohten daraufhin die Angehörigen. Sie forderten die Familie auf, den Grund für Yangs Tod nicht online bekannt zu machen und keine Medieninterviews zu geben. Auch die Polizei setzte die Familie unter Druck zu schweigen. Anwälte wurden angewiesen, diesen Fall nicht anzunehmen.

Yang Guangwei, die Tochter, übermittelte dem Volkskongress Tianjin einen Beschwerdebrief, nachdem sie erfolglos versucht hatte, Antworten zum Tod ihres Vaters zu finden. Sie führte darin die Tatsachen und verdächtigen Aspekte des Falles an: „Es gibt Beweise für das Strafregister des Untersuchungsgefängnisses Wuqing und für ihre Versuche, kriminelle Aktivitäten zu vertuschen. Angesichts der Tatsache, dass Polizeibeamte einen Mord begangen haben, fordern wir eine sofortige Untersuchung!“

Die Tochter reichte die Beschwerde auch beim Berufungsbüro der Polizeibehörde von Tianjin ein. Sie traf sich mit Beamten der Berufungsbehörde der Bezirkspolizei Wuqing, mit Gu Liang von der Strafverfolgungsabteilung der Polizei und dem Leiter der Polizeiwache Huanghuadian. Gu fragte die Tochter nach einer Autopsie. Er sagte, dass der Fall von der Polizeibehörde und der Staatsanwaltschaft des Bezirks bearbeitet werden würde, und verlangte, dass sie ihre Appelle einstellen solle.

Wenige Tage später traf sich die Tochter mit Ma Ruhai von der Bezirksstaatsanwaltschaft, der einer Autopsie zustimmte. Sie verwies auf die zahlreichen Wunden am Körper ihres Vaters und darauf, dass niemand wegen seines Todes angeklagt worden war. Sie argumentierte, es gebe Überwachungsvideos in der Zelle. Diese könnten diejenigen identifizieren, die ihren Vater geschlagen hätten. Außerdem verlangte sie Einsicht in den Autopsie-Bericht.

Die Untersuchung wird verweigert, die Familie bedroht

Yangs Tochter erhielt die Nachricht, dass der Todesfall ihres Vaters auf keinen Fall vor dem chinesischen Neujahr 2018 zur Untersuchung eingereicht werden würde. Der Beamte der Staatsanwaltschaft behauptete, dass ein Häftling wegen Körperverletzung angeklagt worden sei.  Gefängniswärter seien bei dem Vorfall nicht beteiligt gewesen.

Als sie nach der Identität derjenigen fragte, die die Schlägerei angestiftet hatten, lautete die Antwort: „Niemand.“ Ihr wurde gesagt, dass die Wunden an Yangs Ohren „möglicherweise durch Zwangsernährung entstanden seien“. Über die Wunden an seinen Zehennägeln wurde nichts gesagt. Als sie erneut nach der Todesursache fragte, hieß es: „Lungenentzündung und mehrfaches Organversagen, wie es in der Krankenakte steht.“ Eine Erklärung für das Organversagen erhielt die Tochter nicht.

Guo Liang von der Polizeibehörde Wuqing teilte der Tochter mit, dass eine Autopsie und Einäscherung innerhalb von zwei Monaten, also kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest, durchgeführt werden würde, unabhängig davon, ob die Familie damit einverstanden sei.

Man drohte damit, Yangs Frau zu sechs Jahren Gefängnis zu verurteilen, wenn die Angehörigen nicht aufhören würden, Anklage gegen die Beamten zu erheben.

Früherer Bericht:Tianjin: Falun-Gong-Praktizierender im Untersuchungsgefängnis zu Tode gefolterthttp://de.minghui.org/html/articles/2017/8/1/128175.html