63-Jähriger immer wieder schikaniert und aufgefordert, seinen Glauben aufzugeben (Provinz Heilongjiang)

(Minghui.org) Ein 63-jähriger Bürger der Stadt Jiamusi in der Provinz Heilongjiang wurde in den letzten zwei Jahren wiederholt schikaniert und aufgefordert, seinen Glauben an Falun Dafa [1] aufzugeben.

Jin Jie

Jin Jie fing im Jahr 2000 an, Falun Dafa zu praktizieren. Er bemühte sich, nach den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht zu leben. Dadurch konnte er viele schlechte Gewohnheiten loslassen.

Damit die Menschen die Fakten über Falun Dafa verstehen und nicht der dämonisierenden Propaganda des chinesischen kommunistischen Regimes zum Opfer fallen, verteilte Jin in seiner Freizeit Informationsmaterialien über Falun Dafa. 2011 geriet er deshalb in die Fänge der Polizei. Er wurde verhaftet und zu 1,5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Wärter im Gefängnis fesselten ihn an einen Metallstuhl, schockten ihn mit Elektrostäben, fesselten ihn auf dem Boden und zwangsernährten ihn.

Seitdem steht Jin auf einer schwarzen Liste der Polizei und wird immer wieder schikaniert.

Schikanen im Jahr 2018

Im Dezember 2018 kamen der Polizeibeamte Li Qiang und zwei Mitarbeiter des Wohnungskomitees zu Jin nach Hause. Sie verlangten von ihm, eine vorbereitete Erklärung zu unterschreiben, mit der er auf Falun Dafa verzichten sollte. Jin weigerte sich.

Belästigung und Inhaftierung im Jahr 2019

Am 29. Juli 2019 schikanierten Polizisten Jin erneut. Sie fragten ihn, ob er immer noch Falun Dafa praktiziere, und durchsuchten seine Wohnung. Jin sagte den Polizisten, dass er seinen Glauben auf keinen Fall aufgeben werde. Da er die Polizisten nicht davon abhalten konnte, seine Wohnung zu durchsuchen, nahm er sie per Video auf. Doch die Polizisten schnappten sich sein Handy und löschten das Video.

Jin wurde dann auf die Polizeiwache gebracht. Dort sagte er den Polizisten, dass Falun Dafa gut sei und er keine Gesetze verletzt habe, indem er praktiziere. Die Polizisten berichteten ihm, dass im Zuge ihrer Ermittlungen alle seine Nachbarn ihn als einen guten Menschen bezeichnet hätten. Da sie jedoch von ihren Vorgesetzten eine Namensliste und eine Quote bekommen hätten, würden sie keine andere Wahl haben, als ihn zu verhaften.

Am nächsten Tag wurde Jin in die Haftanstalt gebracht. Er entdeckte, dass die Wärter ihre Essensreste, in denen Schweinefleisch enthalten war, an die Häftlinge gaben, darunter auch an ihn. Da er der Hui-Ethnie angehört und kein Schweinefleisch isst, bat Jin darum, seine Mahlzeiten separat zubereitet zu bekommen. Die Wärter beschuldigten ihn, Ärger zu machen. Sie schlugen ihn in der Nacht und fesselten ihn an ein Bett. Daraufhin erhielt er neun Tage lang nur Essiggurken mit Reis zum Essen.

Schikanen und Verhaftungen im Jahr 2020

Zwei Mitarbeiter des Wohnkomitees kamen im Juli 2020 zu Jin nach Hause und verlangten erneut, dass er eine Verzichtserklärung auf Falun Dafa unterschreibt. Als er sich weigerte, antworteten ihm die Mitarbeiter, „mehr darüber nachzudenken“, und gingen davon.

Am 5. Oktober 2020 kamen erneut drei Polizeibeamte. Sie durchsuchten seine Wohnung und beschlagnahmten sein Handy, Materialien über Falun Dafa und Bilder sowie Geldscheine im Wert von 50 Yuan (ca. 7 Euro), die mit Informationen über Falun Dafa bedruckt waren. (Aufgrund der strengen Informationszensur in China nutzen Falun-Dafa-Praktizierende kreative Wege, um Informationen über ihren Glauben zu verbreiten, unter anderem drucken sie Informationen auf Geldscheine).

Jin wurde auf die Polizeiwache gebracht und aufgefordert, Falun Dafa aufzugeben. Er weigerte sich erneut. Die Beamten fanden die Nummer seiner Frau und beauftragten sie, ihn dazu zu überreden. Da seine Frau nicht in der Stadt war, rief sie ihren Bruder und ihre Schwester an, die in Jiamusi lebten, und bat sie, zur Polizeiwache zu gehen und mit Jin zu sprechen. Sie suchte auch einen alten Freund von Jin auf, der früher stellvertretender Leiter eines Gefängnisses war, damit auch er auf Jin einreden sollte. Doch Jin blieb ruhig und unbewegt.

Der Polizeibeamte Guan Zhuguo sagte ihm: „Es reicht, wenn du mit dem Kopf nickst. Dann können wir diese Aussage für dich unterschreiben. Dann werden wir dich freilassen. Andernfalls wirst du festgenommen.“ Jin sagte, sollte die Polizei ihn verfolgen, werde er sie im Internet bloßstellen.

Am nächsten Tag brachten Polizisten Jin zu einer körperlichen Untersuchung ins Krankenhaus. Als Jin sich weigerte, sich einer Untersuchung zu unterziehen, hielten mehrere Beamte gewaltsam seinen Arm fest und ließen die Krankenschwester eine Blutprobe entnehmen und seinen Blutdruck messen. Danach schmerzte Jins rechte Brustseite noch mehrere Tage später. Als er die körperliche Untersuchung bestanden hatte, hielten die Polizisten ihn zehn Tage lang im Untersuchungsgefängnis der Stadt Jiamusi fest.

Jin bekam nicht genug zu essen und war während seiner Inhaftierung immer hungrig. Es war sehr teuer, zusätzliches Essen zu kaufen. Eine 20-Yuan-Butterbrotdose enthielt nur etwas Reis und zwei Gemüsespeisen.

Etwa zwei Monate nach seiner Entlassung, am 8. Dezember, rief ein Polizist seine Schwägerin an und bat sie, die Verzichtserklärung für ihn zu unterschreiben. Sie antwortete: „Wenn es jeder unterschreiben kann, warum unterschreiben Sie es nicht selbst?“

Daraufhin rief der Polizist Jin an und befahl ihm, zur Polizeiwache zu kommen. Jin fand dort seine Schwägerin vor. Jiu Jun, der Leiter der Polizeiwache sagte zu ihm: „Ich weiß, dass es dir nicht möglich ist, die Verzichtserklärung zu unterschreiben. Wie wäre es, wenn du deine Schwägerin bittest, sie zu unterschreiben? Bist du damit einverstanden?“

Jin antwortete: „Ich kann nicht lügen. Es liegt an Ihnen, ob Sie etwas vortäuschen wollen.“ Dann ging er davon.

Frühere Berichte:

Bericht aus erster Hand: Herr Jin Jie erzählt von den Misshandlungen und der Folter, die er im Arbeitslager Suihua erlitten hat (Fotos, Illustrationen)

Herr Jin Jie aus der Stadt Jiamusi im Suihua Zwangsarbeitslager inhaftiert (Foto)


[1] Falun Dafa, auch Falun Gong genannt, ist eine buddhistische Selbstkultivierungsmethode. Sie wurde von Meister Li Hongzhi im Jahr 1992 in China eingeführt und hat sich rasant verbreitet. Viele Menschen konnten durch die Angleichung an die Prinzipien dieser Praktik – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – ihre Moral und ihre Gesundheit verbessern. Praktizierende dieses Kultivierungsweges werden seit dem 20. Juli 1999 auf Geheiß des damaligen Parteichefs Jiang Zemin in China verfolgt. Er ist der Hauptverantwortliche für die Verbrechen gegen die Menschlichkeit an Falun-Dafa-Praktizierenden.