Überlegungen zu meiner jüngsten Verhaftung

(Minghui.org) Am 25. Februar 2023, am Vorabend der „zwei Sitzungen“ in China, führten die Polizeibehörde, das Büro 610 und das Komitee für Politik und Recht meiner Stadt eine koordinierte großangelegte Aktion zur Verhaftung von Falun-Dafa-Praktizierenden durch.

18 Praktizierende, darunter auch ich, wurden ohne Rechtsgrundlage von der Polizei gezielt verhaftet und an verschiedenen Orten verhört und festgehalten.

Als ich an diesem Tag auf der Straße unterwegs gewesen war, sprangen mehrere Personen aus ihren Autos und hielten mich an. Ohne sich auszuweisen oder ein Dokument vorzuzeigen, drängten sie mich in ihr Auto (ein Privatfahrzeug). Sie sagten, sie seien von der Polizei der Stadt, und weigerten sich, mir Näheres mitzuteilen.

Alles geschah so plötzlich, dass ich ganz verwirrt war. Während mein Herz raste, fragte ich mich: „Wovor hast du Angst? Der Meister ist doch an deiner Seite.“

Der Meister erklärt uns:

„Ich bin im Kosmos verwurzelt. Wenn dir jemand Schaden zufügen könnte, könnte er auch mir Schaden zufügen. Ganz deutlich ausgedrückt, könnte er auch dem Kosmos Schaden zufügen.“ (Zhuan Falun, 2019, Seite 55)

Ich beruhigte mich und sagte im Stillen: „Meister, es tut mir leid. Ich muss eine Lücke haben, die von den alten Mächten ausgenutzt wird, weil ich von der Polizei verfolgt werde. Sie haben uns gesagt, wir sollen gegen die Zeit anrennen und dringend die Menschen erretten. Meine Lücke jedoch fügt den Menschen Schaden zu.“ Ich war traurig.

Die Polizisten in Zivil brachten mich auf die Polizeiwache. In der Eingangshalle sah ich einen Stapel von Falun-Dafa-Büchern auf dem Boden und einen großen Stapel  Informationsmaterialien über Falun Dafa. Daneben lag ein Stapel Geldscheine, auf denen Informationen über Falun Dafa aufgedruckt waren. Mir wurde klar, dass sie einige Produktionsstätten zur Herstellung von Informationsmaterialien durchsucht hatten. Was für ein Verlust!

Die Haltung der Polizisten wurde weicher. Einer sagte: „Wir wollen nur mit Ihnen reden.“ Er sagte zu uns (ein anderer Praktizierender war auch dabei), wir könnten uns hinsetzen, wo wir wollten. Ein Mann, der das Sagen zu haben schien, betrat den Raum und meinte: „Ihr seid zu weit gegangen, indem ihr überall auf den Straßen Plakate aufgehängt habt.“

Ich sagte zu ihm: „Wir wollen, dass die Menschen wissen, dass Falun Dafa gut ist. Unser Meister ermutigt uns, noch mehr Menschen zu erretten und ihnen zu helfen, sich auf die Seite des Guten zu stellen, sich der Verfolgung zu widersetzen und eine gesegnete Zukunft zu haben. Jetzt ist so eine entscheidende Zeit, aber ihr verfolgt weiter Falun-Dafa-Praktizierende. Was wollt ihr tun? Bitte lest den Artikel vom Meister ‚Warum gibt es die Menschheit‘, dann werdet ihr alles verstehen.“

Sie fragten mich, was in meiner Tasche sei. Ich antwortete: „Das sind Informationen über Falun Dafa und Geldscheine mit Botschaften über Falun Dafa, die alle der Errettung der Menschen dienen. Für mich sind das Schätze und keine sogenannten ‚Beweise‘.“

Sie fragten nach meinem Namen und ich nannte ihn. Dann fragte ich: „Wie heißen Sie?“ Sie sagten, ich könne mir einfach ihre Polizeiausweisnummern merken. Ich sagte: „Sie haben mich hierhergebracht, aber Sie wollen mir nicht einmal Ihren Namen sagen?“

Sie fragten mich nach meiner Ausweisnummer und meiner Handynummer und ich sagte es ihnen. Als sie mich fragten, woher meine Informationsmaterialien kämen, entgegnete ich: „Ich werde es Ihnen nicht sagen, selbst wenn ich es wüsste!“ Später forderten sie mich auf, ein Dokument zu unterschreiben. Ich lehnte ab.

Sie sagten: „Schauen Sie, wir haben Sie so freundlich behandelt. Wir haben Ihnen Wasser und Kuchen angeboten und Sie davor bewahrt, mit Handschellen an den Eisenstuhl gefesselt zu werden. Können Sie nicht einfach kooperieren? Wir flehen Sie an, Oma! Unterschreiben Sie einfach das Dokument, dann können Sie nach Hause gehen.“ Meine Antwort darauf lautete: „Jemand in meinem Alter (76) könnte sehr wohl Ihre Oma sein. Ich möchte Ihnen nicht schaden, indem ich etwas unterschreibe.“

Sie verhöhnten mich und meinte: „Sie sollten die Kommunistische Partei zur Rechenschaft ziehen.“

Ich ergriff die Gelegenheit und erklärte: „Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) ist ein Schurke. Das Ministerium für öffentliche Sicherheit hat 14 Sekten bekannt gegeben, aber Falun Dafa stand nicht auf der Liste. Die Verfolgung von Falun Dafa ist seit 23 Jahren ununterbrochen im Gange und dauert noch immer an.

Die Verfolgung von Falun Dafa ist ein grausames Verbrechen und hat den Himmel erzürnt. Viele Parteimitglieder sind während der COVID-Pandemie gestorben. Sie sollten den Schwur widerrufen, den Sie mit erhobener Faust geleistet haben, als Sie der Kommunistischen Partei, dem Jugendverband und den Jungen Pionieren beigetreten sind. Damit haben Sie geschworen, dass Sie mit Ihrem Leben für den Kommunismus kämpfen werden. Das war ein tödlicher Schwur!“

Sie forderten mich wiederholt auf, das Dokument zu unterschreiben. Ich schaute es mir an. Der Titel des Formulars lautete (in etwa) „Verdächtige Vernehmungserklärung“, ausgeführt von einer Polizeistation auf dem Lande. Offensichtlich hatten sie Polizisten vom Lande zu dieser Operation hinzugezogen, denn das Formular war bereits für sie vorbereitet worden. Mir wurde klar, dass die Aktion von langer Hand geplant war.

Ich sagte zu ihnen: „Ich werde nicht unterschreiben, denn mich hat niemand verdächtigt und ich habe kein Verbrechen begangen. Es sind Sie und die KPCh, die Verbrechen begehen.“ – „Sie versuchen immer noch mit der Kommunistischen Partei zu kämpfen“, hielten sie mir vor. Darauf erwiderte ich: „Sie ist es nicht wert, mit ihr zu kämpfen. Der Himmel wird sie zerstören und niemand kann das aufhalten.“

Danach verließen sie kurz den Raum und kamen wieder zurück, um mich zu fragen, ob ich diesen und jenen kenne. Ich verneinte. Zu diesem Zeitpunkt wurde mir klar, dass ich bereits mit ihnen zusammengearbeitet hatte, als ich ihnen meinen Namen nannte. Innerlich sagte ich: „Meister, ich habe gerade einen Fehler gemacht. Ich hätte nicht mit ihnen zusammenarbeiten sollen. Bitte geben Sie mir eine Chance, mich zu korrigieren.“

Danach antwortete ich auf alles, was sie mich fragten, mit: „Ich habe das Recht zu schweigen.“

Als sie von uns eine Urinprobe für einen Drogentest nehmen wollten, sagte ich: „Das ist eine Beleidigung für Praktizierende. Ich werde nicht mitmachen.“ Sie besprachen sich untereinander und sagten zu mir: „Wir müssen Sie festnehmen, da Sie nicht kooperieren wollen.“ Ich antwortete: „Sie haben überhaupt nicht das Sagen.“ Darauf sahen sie mich wütend an und fragten mich: „Wer hat denn das Sagen?“ Ernsthaft erklärte ich: „Mein Meister hat das Sagen.“

Ich blieb unbewegt, während ich mit ihnen sprach. Die Atmosphäre war friedlich. Der junge Beamte forderte mich wiederholt auf, mich zu setzen und zu essen. Er reichte mir Wasser und stellte den Kuchen neben den Eisenstuhl. Nach vier oder fünf Stunden Stehen und ohne etwas gegessen oder getrunken zu haben, war ich müde und so setzte mich hin.

Anschließend sandte ich aufrichtige Gedanken aus, ohne meine rechte Handfläche aufzurichten. Sobald ich mich hinsetzte, erinnerte ich mich an das Gedicht des Meisters:

„Hände aufrichten, Himmel und Erde erschüttert …“ 

(Großer Erleuchteter, 12.11.1995, in: Hong Yin I)

Deshalb richtete ich meine rechte Handfläche auf, um aufrichtige Gedanken auszusenden und alle bösen Wesen und Faktoren, die die Praktizierenden verfolgten, zu beseitigen. Ich hörte die Leute sagen: „Die ist zäh. Sie praktiziert sogar hier!“ Sie dachten, ich würde praktizieren. Daher störten sie mich, indem sie mich ansprachen. Ein Beamter sagte: „Praktizieren Sie doch etwas anderes, warum sollten Sie sich Ärger einhandeln?“

Ich sagte zu ihm: „Seit 27 Jahren praktiziere ich Falun Dafa und habe keine Spritzen oder Medikamente gebraucht. Würden Sie nicht sagen, dass Falun Dafa großartig ist?“

Während ich wartete, kam ein junges Mädchen herein. Ich konnte erkennen, dass sie obdachlos war, weil sie keine Winterschuhe und lange Hosen trug. Ich unterhielt mich mit ihr und sie erzählte mir, dass sie 14 Jahre alt  und schon einmal bei den Jungen Pionieren gewesen sei. Daher riet ich ihr: „Bitte sag dich von dem Eid los, den du mit erhobener Faust geleistet hast und der ein tödlicher Eid war. Ich kann dir dabei helfen.“ Sie willigte ein.

Ich fragte sie: „Willst du aus der Partei austreten?“ Sie nickte. Ich sagte zu ihr: „Wenn du die verheißungsvollen Worte ‚Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut‘ aufrichtig rezitierst, werden dir die Gottheiten und Buddhas helfen.“ Sie rezitierte schweigend weiter und bald darauf rief jemand sie weg.

Ich fragte die beiden Beamten, die den Fall bearbeiteten: „Was für eine Art von Schicksalsverbindung haben wir hier?“ Der große Beamte sagte: „Sündhaftes Karma.“ – „Nein, es ist gutes Karma“, widersprach ich. „Die Praktizierenden erretten die Menschen. Was gibt es Wichtigeres, als Lebewesen zu erretten? Sie und ich, wir haben uns nicht gekannt und hatten auch keine Probleme miteinander, aber Sie haben uns verhaftet. Dennoch hassen wir Sie nicht, denn die bösartige KPCh hat Sie benutzt, um uns zu verfolgen. Also sind Sie auch ein Opfer der Partei.“

Sie sagten: „Sie sollten die Kommunistische Partei zur Rechenschaft ziehen. Wir haben nichts damit zu tun.“ Ich gab zu bedenken: „Aber Sie sind die Täter! Kennen Sie die Geschichte mit dem Anheben der Gewehrmündung um einen Zentimeter?“ (Das bezog sich auf eine Geschichte, in der ein Richter während der Nürnberger Prozesse einen angeklagten Soldaten darauf hinwies, dass er die Möglichkeit gehabt hätte, sich nicht an dem Verbrechen gegen das jüdische Volk zu beteiligen, anstatt dem Befehl zu befolgen, unschuldige Menschen zu verletzen.)

Ich sagte: „Seien Sie gut zu den Falun-Dafa-Praktizierenden und Sie werden gesegnet sein.“ Dann rezitierte ich für sie ein Gedicht aus Hong Yin.

„Gutes und Böses werden vergolten, klar ist der himmlische GrundsatzDer ganze Himmel voller Gottheiten und Buddhas, schauen auf die Taten der MenschenDafa-Jünger zu verfolgen, gigantische SündeSofortige Vergeltung in diesem Leben, gibt es die Vergeltung?“(Gibt es die Vergeltung, 03.04.2015, in: Hong Yin IV)

Da wurden sie ganz still.

Um 23 Uhr kam der höhere Beamte herein und meinte: „Gnädige Frau, wir werden Sie wegen Ihres Alters nicht festhalten. Sie können nach Hause gehen.“ Mit seinem Mobiltelefon rief er meine Familie an. Ich dankte dem Meister aus tiefstem Herzen, denn er hatte mich vor der Gefahr bewahrt!

Jetzt bin ich schon ein paar Tage zu Hause, kann mich aber immer noch nicht beruhigen. Der Schatten dessen, was passiert ist, kursiert noch immer in meinem Kopf, und so viele Praktizierende sind noch inhaftiert. Daher kann ich nur immer wieder aufrichtige Gedanken aussenden, um ihnen zu helfen.

Ich suchte in meinem Inneren und fand mehrere Gründe, warum ich in diesem kritischen Moment gestolpert war.

Der Prolog zur Fa-Berichtigung in der Menschenwelt begann, als der neue Artikel vom Meister „Warum gibt es die Menschheit“ veröffentlicht wurde. Ich spürte die Dringlichkeit. Bei der Rettung der Menschen hatte ich keine gute Arbeit geleistet. Daher hatte ich das Gefühl, dass ich aufholen musste. Ich war ängstlich. In Wirklichkeit war es der versteckte Wunsch, meine Kultivierung zu vollenden.

Zunächst hatte ich den neuen Artikel des Meisters persönlich verteilt, aber das ging mir zu langsam. Daher beschloss ich, ihn in großem Stil zu verteilen, da die Minghui-Zeitschriften den Artikel schon veröffentlicht hatten.

So hängte ich den Artikel an die Türklinken in meiner Nachbarschaft. Es schien eine gute Wirkung zu haben, denn die Leute, die normalerweise meine Informationsmaterialien nicht annahmen, akzeptierten sie nun. Ich war zufrieden.

Ich merkte jedoch nicht, dass ich es falsch gemacht hatte, bis ich den Erfahrungsaustausch der Praktizierenden im Minghui-Radio hörte. Mir wurde klar, dass ich den Meister und das Fa nicht respektiert hatte. Außerdem hatte ich andere Menschen dazu gebracht, eine Sünde zu begehen (weil sie es wegwarfen). Ich glaube, das war der Grund für mein Leid in dieser Zeit.

Ein weiterer Grund war meine Anhaftung an mein Mobiltelefon. Unter anderem hatte ich jeden Tag die Wetter-App gecheckt und manchmal die Nachrichten gelesen. Trotz der Hinweise des Meisters und der Ermahnungen der Mitpraktizierenden konnte ich nicht damit aufhören. Weil ich die Kultivierung nicht ernst genommen hatte, war ich selbst in Bedrängnis geraten.

Ich hoffe, dass die Mitpraktizierenden aus meinen Lektionen lernen, die Zeit schätzen, die der Meister für uns verlängert hat. Zudem hoffe ich, dass sie sich gut kultivieren, noch mehr Menschen erretten, unser vorgeschichtliches Gelübde erfüllen und dem Meister nach Hause folgen werden.