(Minghui.org) Ich praktiziere seit 2012 Falun Dafa. Seitdem bin ich bei guter Gesundheit und ein besserer Mensch geworden. Die Menschen in meinem Umfeld finden, dass ich früher eine egozentrische Frau mit einem stark ausgeprägten Charakter gewesen, nun jedoch anderen gegenüber gelassen und rücksichtsvoll geworden sei. Ich weiß, dass diese Veränderungen durch Falun Dafa und seine Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht gekommen sind.

Aufgrund der brutalen Verfolgung in China wurden zahlreiche Praktizierende festgenommen und inhaftiert. Deshalb schloss ich mich einer Gruppe Praktizierender an, die mit Polizeibeamten telefoniert, um die Freilassung der inhaftierten Praktizierenden zu erwirken und den Beamten vor Augen zu führen, dass Falun Dafa – entgegen der diffamierenden Propaganda der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) – zu Unrecht verfolgt wird. Im Folgenden berichte ich über einige solche Anrufe.

Mein erster Anruf

An einem Tag im Jahr 2014 händigte ein Mitpraktizierender Wang (Pseudonym) und mir die Telefonnummern von sechs Polizeibeamten aus und bat uns, sie anzurufen und die Freilassung aller kürzlich festgenommen Praktizierenden zu fordern. Zunächst war ich etwas nervös. Ich dachte an die Verhaftung meines Mannes vor einigen Jahren und wie mindestens zehn Polizisten unsere Wohnung nach Falun-Dafa-Materialien durchstöbert hatten.

Ich zwang mich zur Ruhe und beschloss, drei der Nummern anzurufen. Als nach dem Wählen der ersten Nummer das Telefon klingelte, schlug mir das Herz bis zum Hals. Es klingelte eine volle Minute, ohne dass sich jemand meldete. Ich schloss die Augen und tat einen tiefen Atemzug. Der zweite Anruf wurde nicht durchgestellt, da der Beamte sein Telefon ausgeschaltet hatte. Als sich beim dritten Anruf ein Beamter meldete, nannte ich ihn bei seinem Namen und bat ihn: „Bitte lassen Sie die inhaftierten Falun-Dafa-Praktizierenden frei und verfolgen Sie keine guten Menschen.“ Er beschimpfte mich und legte auf.

Kurz darauf normalisierte sich mein Herzschlag – ich hatte meine Angst überwunden. Obwohl ich zu diesem Polizisten nur einen Satz gesagt hatte, war es doch ein erster Schritt gewesen. Da Wang ihre Anrufe ebenfalls getätigt hatte, ging ich zu ihr herüber. Beim Gehen schien ich auf Baumwolle zu treten: Der Boden fühlte sich weich und mein Körper schwerelos an. Dieses wunderbare, besondere Gefühl ist mir bis heute deutlich in Erinnerung geblieben. Ich dankte Meister Li, dem Begründer des Falun Dafa, für diese Ermutigung!

Ein Telefonteam bilden

Nachdem ich mit diesen ersten Anrufen Erfahrungen gesammelt hatte, tauschte ich mich mit den Praktizierenden, mit denen ich gemeinsam das Fa lernte, aus und rief ein Viererteam ins Leben, das die Justizbeamten unserer Region anrufen sollte. Uns war klar, dass diese Beamten durch die verleumderische Propaganda der KPCh über Falun Dafa getäuscht worden waren. Es galt, ihnen die Fakten zu vermitteln, damit sie gerettet werden konnten.

Wir errichteten eine Datenbank mit Beamten, die bei der Polizei, der Staatsanwaltschaft und der Justiz in den umliegenden Bezirken arbeiteten, und speicherten ihren Arbeitsort und ihre Handynummer ab. Innerhalb eines Jahres riefen wir jeden von ihnen viermal an.

Während dieses Prozesses tätigten drei von uns die Anrufe, während der vierte Praktizierende die Briefe zur Erklärung der wahren Umstände zusammenstellte und via MMS an sie übermittelte. Bei jedem Anruf notierten wir die Anzahl der getätigten Anrufe, ob der Anruf entgegengenommen wurde, die Gesprächsdauer, die Reaktion der Empfänger und ob eine Text- oder MMS-Nachricht an sie verschickt wurde. Diese Informationen waren hilfreich, wenn wir einen weiteren Anruf tätigten. Mit Unterstützung des Meisters gelang es uns, in diesen vier Telefongesprächen über 1.000 Polizeibeamten zum Austritt aus den KPCh-Organisationen (einschließlich des Jugendverbandes und den jungen Pionieren) zu verhelfen.

Beamte stellen sich auf die richtige Seite

In jenem Jahr riefen wir bei jeder Verfolgung in unserer Region unverzüglich die darin involvierten Beamten an und starteten auf diese Weise unsere Rettungsaktion der inhaftierten Praktizierenden. Als Erstes eruierten wir mit Hilfe der Datenbank die betreffende Polizeistation und kontaktierten anschließend die Beamten, die sich bereits über Falun Dafa im Klaren waren und die drei Austritte vollzogen hatten.

Nach mehreren Telefongesprächen erkannten die Beamten unsere Stimmen wieder. Ich sprach sie oft mit ihrem Namen an und riet ihnen, sich nicht an der Unterdrückung von Falun Dafa zu beteiligen. „Falun-Dafa-Praktizierende sind unschuldige Menschen, die bessere Bürger sein wollen“, erklärte ich. „Bitte fügen Sie ihnen keinen Schaden zu; selbst hohe Beamte wie Bo Xilai und Zhou Yongkang haben für ihre Taten Vergeltung erfahren, nicht wahr?“ Einige von ihnen bestätigten das, andere bekundeten: „Ich habe mich nicht an der Verfolgung beteiligt. Tatsächlich habe ich Ihren Mitpraktizierenden Brot und Wasser gekauft. Sie können das selbst überprüfen.“

Einmal rief ich einen jungen Polizisten an, der mich mit Schimpfwörtern bedachte, sobald ich Falun Dafa erwähnte. Ich blieb ungerührt, da ich wusste, dass die KPCh ihn in die Irre geführt hatte – ansonsten hätte er nicht so reagiert. Ich rief ihn 21-mal an, weil er immer wieder auflegte, und erörterte ihm den Sachverhalt des Falun Dafa aus verschiedenen Blickwinkeln. Er beschimpfte mich 20-mal, wobei seine Stimme immer schwächer wurde. Als ich ihn zum 21. Mal anrief, sagte ich: „Ich hoffe aufrichtig, dass Sie ein guter Mensch sind, und empfehle Ihnen, sich von der Partei zu distanzieren und somit eine gute Zukunft für sich zu wählen.“

Er hörte auf zu fluchen und sagte, dass ich ihn überzeugt hätte, und bedankte sich dafür. Ich bat ihn, nicht mir, sondern Meister Li zu danken und fügte hinzu, dass ich mich für ihn freuen würde.

Einmal riefen wir einen Polizeidirektor an, der sich die Fakten anhörte und sich dann bereit erklärte, seine Mitgliedschaft in den KP-Organisationen aufzugeben. Nachdem er als Direktor in eine andere Polizeistation versetzt worden war, besuchte er mit mehreren Beamten einen Praktizierenden und legte ihm unter vier Augen nahe: „Sie sollten ab jetzt nicht mehr die Tür öffnen, ganz gleich, welcher Polizeibeamte davorsteht. Die Befehle stammen von den höheren Beamten und wir haben keine andere Wahl, als ihnen zu folgen und Sie zu Hause aufzusuchen. Wenn Sie jedoch nicht aufmachen, heißt das, dass Sie nicht zu Hause sind. Wir werden dann wieder gehen. Bitte verstehen Sie meine Situation.“

Als an einem anderen Tag ein Praktizierender verhaftet worden war, riefen wir den zuständigen Beamten an, der uns mitteilte: „Keiner von uns will das tun. Es ist der Direktor der Staatssicherheitsbehörde, der diese Befehle erteilt hat. Er ist ein übler Geselle! Ich werde Ihnen seine Telefonnummer geben. Sie [die Praktizierenden] können ihn Tag und Nacht anrufen [um Druck auf ihn auszuüben].“ Ich tat wie geheißen und rief unverzüglich den Direktor an, der mich sodann gleich beschimpfte. Außerdem leitete ich seine Telefonnummer an Minghui.org weiter und erhöhte in Zusammenarbeit mit meinen Mitpraktizierenden die Zahl der Anrufe, um die Bösartigkeit dieses Direktors zu unterdrücken.

Als einmal die geplante Freilassung einer Praktizierenden aus dem Gefängnis bevorstand, erfuhren wir, dass die Leiterin des Büro 610 vorhatte, sie zur weiteren Verfolgung in eine Gehirnwäsche-Einrichtung zu bringen. In der Tat hatte diese Leiterin in der Vergangenheit mit unzähligen Praktizierenden das Gleiche gemacht. Ich rief sie mit Unterstützung einer Mitpraktizierenden an, erläuterte ihr die Vorteile des Falun Dafa und gab zu bedenken: „Wenn Sie so weitermachen, wird das Konsequenzen haben. Die Informationen werden an Minghui weitergeleitet und archiviert. Sie werden in Zukunft zur Rechenschaft gezogen werden.“

Die Leiterin hörte uns über 20 Minuten lang schweigend zu und entgegnete dann: „Ich verstehe. Ich weiß nun, was zu tun ist.“ Am Tag ihrer Freilassung war die Leiterin vor Ort und erlaubte der Praktizierenden, nach Hause zu gehen.

Die im täglich veröffentlichten Verzeichnis aufgelisteten Nummern abtelefonieren

Minghui führt ein aktuelles Verzeichnis von Verfolgungsfällen. Ende 2015 begann unser kleines Team, diese Nummern anzurufen. Zwei von uns tätigten täglich die Anrufe, während ein dritter Praktizierender MMS-Nachrichten verschickte und ein vierter für die Fälle zuständig war, in denen Praktizierende vor Gericht gestellt wurden. Außerdem bauten wir eine Datenbank mit Kontaktinformationen des Justizsystems in China auf.

Jeden Morgen lernten wir gemeinsam das Fa und sandten anschließend eine Stunde lang aufrichtige Gedanken aus. Am Nachmittag luden wir nach der Veröffentlichung des Tagesberichtes die Fälle herunter und bearbeiteten sie weiter. Jeder von uns besaß vier entsperrte Mobiltelefone, so dass wir die SIM-Karten jederzeit austauschen konnten. Aus Sicherheitsgründen führten wir zwei Telefonate mit einer SIM-Karte und wechselten dann zu einer anderen SIM-Karte. Auf diese Weise hatte jeder von uns Dutzende von SIM-Karten, die wir aus Sicherheitsgründen nach einigen Malen der Benutzung wegwarfen. Manchmal verfügte eine SIM-Karte, die Dutzende von Yuan gekostet hatte, über ein Guthaben von lediglich ein paar Yuan; manchmal wurden mehrere der erworbenen SIM-Karten gesperrt. Wir ließen uns von diesen Störungen jedoch nicht beirren und telefonierten einfach weiter.

Unabhängig davon, ob die Polizeibeamten unsere Anrufe beantworteten oder nicht, übermittelten wir jedem von ihnen MMS- und SMS-Nachrichten mit folgenden Informationen: 

a) Falun Dafa ist wunderbar und unsere Verfassung erlaubt uns, es zu praktizieren. 

b) Die KPCh wird versuchen, sich in Zukunft ihrer Verantwortung für die Verfolgung zu entziehen und niedere Beamte als Sündenböcke missbrauchen. 

c) Hohe Beamte wie Zhou Yongkang und Bo Xilai haben bereits Vergeltung erfahren.

Vor dem Versenden dieser Nachrichten überprüften wir jedes Mal unsere Telefone, ob sie erfolgreich übermittelt werden konnten. Als ich einmal darüber nachdachte, ob diese Beamten die von uns gesendeten Informationen überhaupt erhalten würden, erhielten wir eine Antwort von einem Beamten, der uns beschimpfte. Wir lächelten – er hatte die Nachricht erhalten.

Das Recherchieren von Telefonnummern

In den Regionen, in denen die Verfolgung am heftigsten war, waren manchmal die Kontaktinformationen der Polizeistationen und -beamten nicht leicht verfügbar. Daher rief ich für die Kontaktinformationen von bestimmten Polizeistationen bei der Polizeizentrale 110 an. Auf diese Weise konnten wir die Telefonnummern des Leiters der Polizeistation, des stellvertretenden Leiters, der Abteilung für Haushaltsregistrierung und einzelner Beamter in Erfahrung bringen.

Wenn wir sie anschließend anriefen, wollten die Leiter der Polizeistationen und andere Beamte oft wissen, wie wir an ihre Nummern gekommen waren. Dann sagten wir jeweils: „Gott beobachtet euch. Eure üblen Taten, die ihr während der Verfolgung an den Falun-Dafa-Praktizierenden begangen habt, wurden weltweit aufgedeckt.“ Danach leiteten wir die Telefonnummern an Minghui weiter, damit noch mehr Praktizierende sie zur Errettung der Mitpraktizierenden und Beendigung der Verfolgung nutzen konnten.

Eine Zeit lang wurden Falun-Dafa-Praktizierende in einem bestimmten Landkreis im Norden Chinas von den Beamten schwer misshandelt. Vor allem ein Beamter agierte äußerst bösartig und schikanierte und verhaftete mehrfach Praktizierende. Da in keinem Minghui-Artikel seine Telefonnummer erwähnt wurde, recherchierte ich im Online-Verzeichnis nach der Telefonnummer der Polizeidienststelle, rief dort an und erhielt so die Nummer des betreffenden bösartigen Polizeibeamten.

Dann rief ich den Polizeibeamten an, nannte ihn bei seinem Namen und legte ihm nahe, keine Praktizierenden mehr zu schikanieren. Anschließend übersandten wir ihm Informationen via MMS, in denen wir die Verfolgungsfälle auflisteten, an denen er sich beteiligt hatte, und gaben seine Kontaktdaten an Minghui weiter, damit weitere Praktizierende ihn anrufen konnten. Auf diese Weise verfuhren wir mit mehreren Beamten anderer Regionen.

Mit Güte und Weisheit handeln

Ein Direktor der Staatssicherheit in Nordchina verhaftete an einem Tag mehrere Praktizierende. Als wir ihn anriefen, meldete sich eine Frauenstimme und sagte, wir hätten eine falsche Nummer gewählt. Später stellte sich heraus, dass die Nummer korrekt war.

Nachdem ich erfahren hatte, dass der Direktor an Bluthochdruck litt, schickte ich ihm folgende Textnachricht: „Wir haben früher zusammengearbeitet und ich erinnere mich, dass Sie an Bluthochdruck gelitten haben. Wie geht es Ihnen inzwischen?“ Als ich bemerkte, dass er die Nachricht las, rief ich ihn auf der Stelle an. „Danke für Ihre Nachfrage“, ertönte es am anderen Ende der Leitung. „Können Sie mir sagen, wo wir uns begegnet sind?“ Ich erzählte ihm, dass ich eine Falun-Dafa-Praktizierende sei und die schlimmen Dinge, die er hinsichtlich der Verfolgung unschuldiger Praktizierender verübt habe, nun für alle im Internet ersichtlich seien. Nachdem er sich einige Sätze angehört hatte, legte er auf. Wir schickten ihm sogleich Informationen via MMS und SMS, in denen wir die verleumderische Propaganda der KPCh entlarvten.

Ein junger Praktizierender in Südchina wurde verhaftet und misshandelt. Wir riefen den Parteisekretär des Komitees für Politik und Recht an und erklärten ihm, dass der Praktizierende unschuldig sei. Dann nannten wir das Beispiel eines Justizdirektors in Nordchina, der die Fakten über Dafa erfahren und in den vergangenen Jahren über 100 Praktizierende freigelassen hatte. Der Direktor sei später ins Ausland gezogen, wo er inzwischen mit seiner Familie ein glückliches Leben genieße. Der Parteisekretär hörte ungefähr 20 Minuten zu und sicherte uns danach seine Unterstützung zu. Zwei Tage später erfuhren wir auf Minghui.org, dass der junge Praktizierende freigelassen worden war. Wir freuten uns, dass der Parteisekretär die richtige Entscheidung getroffen hatte.

Manchmal reagierten Polizeibeamte, die in Verfolgungsfälle verwickelt waren, nicht auf unsere Anrufe. Dann schickten wir ihnen eine Nachricht, in der wir uns als ein Freund vorstellten. Daraufhin nahm der Beamte unsere Anrufe entgegen. Wir hegten weder Groll noch negative Gefühle, sondern behandelten sie wie unsere Verwandten, weil es unser Wunsch ist, sie zu erretten.

Der Meister hat gesagt:

„Die wahren Umstände erklären, die Menschen erretten – das ist eben das, was ihr machen sollt. Etwas anderes braucht ihr nicht zu machen.“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in New York 2015, 14.05.2015)

All dies haben wir in all den Jahren getan, um unsere Mission zu erfüllen.