(Minghui.org) Eine 88-jährige Frau aus der Stadt Luzhou, Provinz Sichuan, starb am 18. Dezember 2025. Ihr stand wegen ihres Glaubens an Falun Dafa eine Gerichtsverhandlung bevor.
Tang Xuzhen ist eine pensionierte Professorin für Zytologie am Institut für Pathologische Anatomie der Medizinischen Universität Südwestchina. Als sie am 8. April 2022 aus einem Bus stieg, wurde sie von einem Mann und einer Frau angehalten. Die beiden Zivilbeamten forderten sie auf, mit ihnen zu kommen. Sie weigerte sich, doch sie wurde in ein Auto gestoßen und zur Polizeistation Lianhuachi gebracht.
Während Tang verhört wurde, waren zwei Überwachungsgeräte im Einsatz, eines auf dem Schreibtisch und das andere an der Wand ihr gegenüber. Die Beamtin gab sich als Wang Xuelin zu erkennen. Der Mann sagte, er heiße Hou. Tang weigerte sich, ihre Fragen zu beantworten, woraufhin sie zu drei verschiedenen Orten in der Stadt gebracht wurde, wo sie angeblich „Falun-Dafa-Materialien“ verteilt haben sollte. Sie versuchten, sie an diesen drei Orten zu fotografieren, doch Tang weigerte sich und ließ es nicht zu.
Am Nachmittag informierte Polizeichef Yu Lei die Beamten in Tangs Heimatbezirk Jiangyang, wo ihr Sohn sie abholen sollte. Als ihr Sohn eintraf, stiegen die Beamtin Wang und ein weiterer Polizist ebenfalls in sein Auto. Polizeichef Yu und ein weiterer Beamter folgten ihnen in einem anderen Wagen. Die vier Beamten durchsuchten anschließend Tangs Wohnung. Keiner von ihnen trug eine Uniform, und sie zeigten weder ihre Dienstausweise noch einen Durchsuchungsbefehl. Sie beschlagnahmten ihre Falun-Dafa-Bücher und Informationsmaterialien. Ein Verzeichnis der beschlagnahmten Gegenstände wurde in ihrer Anwesenheit nicht erstellt und Tang bekam auch keine Liste, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist.
Wang und eine weitere Beamtin in Zivilkleidung kamen am nächsten Tag erneut zu Tangs Wohnung und forderten sie auf, Dokumente zu unterschreiben. Sie weigerte sich, woraufhin sie ihren Mann zwangen, die Papiere zu unterschreiben. Er erholte sich noch von einer Kopfverletzung, die er im Vorjahr erlitten hatte, und wusste nicht, was er unterschrieb. Er wusste nur, dass er drei Blätter Papier unterschrieben hatte. Ohne sein Wissen wurde er später als Zeuge der Anklage gegen seine Frau geführt.
Wang kam am dritten Tag noch einmal und ließ Tangs Mann drei weitere Dokumente unterschreiben (eines davon war wahrscheinlich die Hausarrestanordnung).
Am 8. April 2022 forderte Wang Frau Tang auf, sich am folgenden Donnerstag (dem 14.) auf der Polizeistation Lianhuachi zu melden. Zwei Tage später kam Wang erneut und drängte Tang, am Donnerstag zur Polizeistation zu gehen. Sie weigerte sich, dem nachzukommen.
Drei Jahre später, am 21. Oktober 2025, rief eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft des Bezirks Jiangyang Tang an und teilte ihr mit, dass sie wegen des Vorfalls von 2022 sowie wegen der „Verbreitung von Falun-Dafa-Materialien“ im August 2024 und im Mai und Juni 2025 angeklagt worden sei. Die Anruferin forderte sie auf, sich zum Unterschreiben der Anklageschrift bei der Staatsanwaltschaft zu melden. Tang weigerte sich.
Tang verstarb am 18. Dezember 2025, während sie auf ihren Prozess wartete. Bereits 15 Jahre vor ihrem Tod waren ihre Rentenzahlungen wegen ihres Glaubens an Falun Dafa eingestellt worden. Ihr ehemaliger Arbeitgeber gab an, die Rentenleistungen für sie zurückgelegt zu haben und bereit zu sein, ihr das Geld auszuzahlen, sobald sie eine Erklärung zum Verzicht auf ihren Glauben unterschrieben habe.
Tang wurde auch vor dieser jüngsten Verfolgungsepisode bereits mehrmals verhaftet. Im April 2001 war sie zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden und nach einer Verhaftung im Oktober 2009 zu 3,5 Jahren Gefängnis.
Rückblick: Falun Dafa stellte ihre Gesundheit wieder her
Tang litt in ihren jüngeren Jahren an mehr als zehn Krankheiten, darunter Pilz-Gastritis, Hepatitis, Cholezystitis und Pyelonephritis. 1996 wurde bei ihr außerdem Nasenrachenkrebs diagnostiziert, was ihr das Schlucken und Essen erschwerte.
Frustriert und enttäuscht verlor Tang alle Hoffnung. Im April 1996 hörte sie von Falun Dafa und begann zu praktizieren. Innerhalb von drei Tagen verlor sie etwa 600 Milliliter Blut. Die Nasenblutung hörte daraufhin auf, und der Krebs war geheilt. Nicht lange danach verschwanden auch ihre anderen Krankheiten auf wundersame Weise.
Neben ihrer wiedererlangten Gesundheit stellte Tang fest, dass die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sie offener, aufrichtiger und freundlicher machten. Um Patienten aus abgelegenen Regionen zu helfen, ihre Laborergebnisse schneller zu erhalten, machte sie oft Überstunden ohne zusätzliche Bezahlung. Ihr Engagement und ihre Fachkenntnisse brachten ihr den Respekt von Spezialisten, medizinischem Personal und Patienten ein. Selbst nach ihrer Pensionierung stellte ihr Arbeitgeber sie wieder ein.
Die erste Verfolgung
Frau Tang reiste am 26. Oktober 1999 nach Peking, um sich für Falun Dafa einzusetzen, und wurde auf dem Tiananmen-Platz verhaftet. Sie wurde vier Tage lang im Fengtai-Stadion und im Gefängnis des Bezirks Mentougou in Peking festgehalten, bevor sie in das Verbindungsbüro der Provinz Sichuan in Peking gebracht wurde. Nach zwei Tagen in diesem Büro eskortierten Polizisten sie zurück in ihre Heimatstadt in Sichuan, wo sie drei Tage lang im örtlichen Gefängnis Huangjingshan festgehalten wurde.
Im Jahr 2001 bestieg Tang erneut einen Zug nach Peking, wurde aber unterwegs abgefangen. Die beiden Sicherheitsbeamten ihrer Fakultät, mit den Nachnamen Lyu und Yu, die sie zurückbrachten, zogen ihre Reisekosten von Tangs Gehalt ab und verhängten zusätzlich eine Geldstrafe von 1.597 Yuan (ca. 194 Euro). Tang wurde 15 Tage lang im Gefängnis Huangjingshan festgehalten und anschließend in die Haftanstalt Sanhuashan verlegt, wo sie täglich zu harter Arbeit gezwungen wurde. Jedes Mal, wenn sie versuchte, Falun-Dafa-Übungen zu machen, wurde sie geschlagen und in Handschellen und Fußfesseln gelegt.
Tang wurde acht Monate später in das Umerziehungslager Zhangba verlegt. Sie weigerte sich, ihrem Glauben abzuschwören, und der Regierungsangestellte Wang Yongzhen, der zu ihrer Überwachung abgestellt worden war, zwang sie, stundenlang zu stehen. Als sie protestierte, schlug Wang ihr ins Gesicht, woraufhin dieses anschwoll. Wang Xue, Leiter des Büro 610, ordnete an, dass ihre Fakultät 1.000 Yuan (ca. 121 Euro) für ihre Lebenshaltungskosten zahlen sollte. Das Geld wurde später von ihrem Gehalt abgezogen.
Zhang wurde einen Monat später in das Umerziehungslager Xicao verlegt. Kurz darauf wurde sie in das Gefängnis Huangjingshan gebracht und dort 15 Tage lang festgehalten. Sie musste 330 Yuan (ca. 40 Euro) an Lebenshaltungskosten bezahlen. Anschließend wurde sie in das Umerziehungslager Xicao zurückgebracht und gezwungen, monatlich etwa 1.000 Yuan an Kosten zu zahlen. Diese wurden ihr vom Gehalt abgezogen.
Im Jahr 2001 zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt
Tang gelang am 14. Oktober 2000 die Flucht aus der Gehirnwäsche-Einrichtung, wurde aber am 9. April 2001 erneut verhaftet und in der Haftanstalt Sanhuashan festgehalten. Die Kosten (insgesamt über 4.500 Yuan, ca. 1.761 Euro), die der Polizei bei der Fahndung nach ihr entstanden waren, wurden von ihrem Gehalt abgezogen. Wenige Tage später wurde sie zu drei Jahren Zwangsarbeit verurteilt, die sie im Hausarrest verbüßen sollte. Die Polizei ließ sie jedoch nicht frei, sondern hielt sie sieben Monate lang im Gefängnis von Yuhuangguan fest. Dort erhielt sie verdorbenes, von Maden befallenes Sauergemüse und musste dennoch 500 Yuan (ca. 61 Euro) für die Verpflegung bezahlen, obwohl die Verpflegung für alle Häftlinge kostenlos sein sollte.
Im November 2001 wurde Tang in das Umerziehungslager Shibaowan gebracht und dort zehn Tage lang festgehalten. Der stellvertretende Fakultätsleiter Chen Wenyu wies den Sicherheitschef Li Lianjie an, bei der Polizei einen Antrag auf Verlängerung ihrer Haft im Gefängnis Yuhuangguan um einige Monate zu stellen. Sie belogen ihre Familie und behaupteten, sie wolle über das bevorstehende chinesische Neujahrsfest nicht nach Hause zurückkehren. Während ihrer Haft wurde sie gefoltert. Bei einer Gelegenheit, als sie die Falun-Dafa-Meditation durchführte, fesselten die Wärter sie mit Handschellen an eine Metalltür, sodass ihre Zehen kaum den Boden berührten – und das über eine Stunde lang.
Erneute Verhaftungen in den Jahren 2004 und 2005
Tang wurde Ende Dezember 2004 verhaftet und 26 Tage lang in der Haftanstalt des Kreises Hejiang festgehalten. Lin Min, Leiter des Büro 610 des Bezirks Jiangyang in der Stadt Luzhou, und der Beamte Yang von der Haftanstalt des Kreises Hejiang filmten sie gegen ihren Willen und zwangen sie, ihre Handabdrücke auf Dokumenten zu hinterlassen. Dabei wurde sie von Yang so heftig gestoßen, dass ihre Hände stark verletzt wurden.
Nach einer weiteren Verhaftung im Jahr 2005 wurde Tang in das Umerziehungslager Shibaowan gebracht, wo drei Frauen zu ihrer Überwachung abgestellt wurden. Sobald sie mit den Falun-Dafa-Übungen begann, traten diese Frauen auf sie ein. Nachts legte eine der Frauen, mit Nachnamen Zhou, ihre Füße auf Tangs Körper, um sie festzuhalten. Später installierten sie ein elektronisches Überwachungsgerät in ihrem Zimmer, um sie rund um die Uhr zu überwachen, was ihr enormen Stress verursachte.
Ständige Überwachung zu Hause
Auch wenn Tang nicht in Haft war, wurde sie ständig überwacht. Einmal bemerkte sie, wie jemand sie auf der Straße filmte. Man machte heimlich Fotos von ihr und verlangte von ihrem Mann, sie zu identifizieren. Einmal, als sie mit dem Taxi nach Hause fuhr, fand sie Polizeiautos und Motorräder vor ihrem Haus vor. Ein anderes Mal wurde sie verhaftet, als sie sich draußen schnell etwas zu essen holte.
Auch ihr Telefon wurde abgehört. Im April 2005 reiste sie nach Chengdu (der Hauptstadt der Provinz Sichuan), um an der Hochzeit ihres Neffen teilzunehmen. Die Polizei beschuldigte sie, in die Hauptstadt gereist zu sein, wo sie sich für Falun Dafa einsetzen wollte, und folgte ihr dorthin und überwachte sie.
Eine Überwachungskamera wurde an einem Baum gegenüber ihrem Schlafzimmer installiert. Die Polizei mietete die Wohnung gegenüber ihrer und ließ sie rund um die Uhr überwachen. Sie zogen sich erst im Juni 2009 zurück und entfernten die Kamera, als Tang erneut verhaftet worden war.
Zu 3,5 Jahren Haft verurteilt
Tang kehrte am 23. Juni 2009 gegen 17:00 Uhr nach Hause zurück und fand dort drei Fremde vor, die ihre Wohnung durchsuchten. Nur ihr stummer Bruder, der zu dieser Zeit bei ihr lebte, war anwesend. Die Polizei beschlagnahmte ihre Falun-Dafa-Bücher, einen Laptop, zwei Drucker, ein Laminiergerät, Audio- und Videoaufnahmen von Falun-Dafa-Vorträgen sowie ein Porträt des Begründers von Falun Dafa.
Sie wurde zur Polizeistation Dashanping und später in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Luzhou gebracht. Sie weigerte sich, die Gefängniskleidung zu tragen, woraufhin die Wärterin Liu Xiaoling sie eine Woche lang in Handschellen fesselte. Ihr wurde das Duschen verweigert, und ihre Achselhöhlen entzündeten sich und eiterten. Tang Derong vom Büro 610 verhörte sie.
Das Bezirksgericht Jiangyang verhandelte ihren Fall Ende Dezember 2010. Vor dem Prozess erhielt sie, entgegen den gesetzlichen Bestimmungen, keine Kopie der Anklageschrift. Sie wurde erst einen Tag vor der Verhandlung darüber informiert.
Es waren keine Zuschauer anwesend, da ihre Familie nicht über die geheime Verhandlung benachrichtigt worden war. Ihr wurde keine Gelegenheit gegeben, sich selbst zu verteidigen. Lediglich die Richter, der Staatsanwalt und fünf Gerichtsdiener waren anwesend.
Die Polizei beschlagnahmte mehrere Tausend Yuan Bargeld in Tangs Wohnung, doch der Staatsanwalt gab vor Gericht an, es handele sich lediglich um drei Ein-Yuan-Scheine. Die Menge der beschlagnahmten Falun-Dafa-Materialien wurde um ein Vielfaches höher angegeben als die tatsächlich in ihrer Wohnung gefundenen Gegenstände.
Tang wurde wenige Tage nach dem Prozess zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Sie legte Berufung ein, doch diese wurde von der Haftanstalt zurückgehalten. Ein Wärter behauptete, ihre Berufung sei verloren gegangen und es sei sinnlos, eine weitere einzureichen. Wenige Tage später teilte ihr der Wärter mündlich mit, dass ihre Berufung abgelehnt worden sei.
Ihre Familie erfuhr von ihrer Haftstrafe und konnte sie vor ihrer Verlegung ins Gefängnis noch besuchen. Am 8. Februar 2010 wurde sie in das Frauengefängnis der Provinz Sichuan eingeliefert.
Die Gefängniswärter befahlen Tang, für alles, was sie benötigte, einschließlich des Toilettengangs, „Meldung – ich bin eine Kriminelle“ zu rufen. Sie stellten zwei Personen (später fünf) ab, die sie rund um die Uhr in zwei Schichten überwachten. Die Aufseher zwangen sie, Materialien zu studieren, die Falun Dafa und seinen Begründer verunglimpften.
Eines Tages litt Tang unter Sodbrennen und wurde ärztlich untersucht. Es wurden keine Krankheiten festgestellt, aber sie erhielt zwei Spritzen unbekannten Inhalts. Anschließend verspürte sie Schmerzen.
Rentenbezüge seit Oktober 2010 eingestellt
Während Tang ihre Haftstrafe verbüßte, stellte Kong Xiaomin, die Personalleiterin ihrer Fakultät, ihre Rentenzahlungen ab Oktober 2010 ein. Auf den ihr weiterhin zugestellten monatlichen Abrechnungen war ein Abzug von 3.797 Yuan (ca. 461 Euro) vermerkt. Andere Rentner erhielten Anpassungen an die Lebenshaltungskosten und weitere Rentenleistungen, die ihr jedoch verweigert wurden.
Tang wurde im Dezember 2012 entlassen. Im Jahr 2015 erneuerte ihre Fakultät die Krankenversicherungskarten aller Mitarbeiter. Kong wies die Personalabteilung an, ihr keine neue Karte auszustellen.
Tang suchte mehrmals die Universität auf, um die Wiederaufnahme ihrer Rentenzahlungen zu erwirken, jedoch ohne Erfolg. Am 9. Oktober 2016 ging sie erneut dorthin, und eine Sicherheitsbeamtin namens Li sprach kurz mit ihr, bevor sie Beamte der Polizeistation Beicheng rief. Mehrere männliche Beamte zerrten Tang aus dem Bürogebäude und in ihren Streifenwagen. Auf der Polizeiwache stachen sie ihr in die Finger, um ihre Fingerabdrücke abzunehmen. Sie ließen sie erst um 20 Uhr an diesem Abend frei. Als sie 2019 erneut ihre Arbeitsstelle aufsuchte, wurde ihr der Zutritt zum Gebäude verweigert.
Die Fakultätsleitung teilte ihr mit, dass ihre Pensionsansprüche zurückgehalten würden und ihr das Geld ausgezahlt werde, sobald sie eine Erklärung zum Verzicht auf Falun Dafa unterschreibe. Sie reichte eine Beschwerde bei der Stadtverwaltung von Luzhou ein, wo ihr mitgeteilt wurde, dass diese nicht zuständig sei. Daraufhin stellte sie am 10. Oktober 2020 einen öffentlichen Antrag bei der Provinzregierung, um die rechtliche Grundlage für die Aussetzung ihrer Pensionszahlungen zu erfahren. Sie erhielt jedoch keine Antwort.
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