(Minghui.org) Während ihrer letzten fünf Jahre langen Haftstrafe wegen ihres Glaubens an Falun Gong erlitt Jiang Yongqin infolge von Folter einen Beinbruch und erkrankte an Lungenkrebs. Sie war extrem geschwächt, magerte ab und hatte erhebliche Bewegungseinschränkungen. Ihr wurde Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung gewährt. Derzeit befindet sie sich in Behandlung.
Jiang, 57, stammt aus der Stadt Jilin in der Provinz Jilin. Sie wurde am 12. Juni 2022 verhaftet. Nach ihrer Festnahme wurde sie in Polizeigewahrsam misshandelt: Die Polizisten schmierten ihr Wasabi-Öl in die Nase und steckten ihr angezündete Zigaretten in die Nasenlöcher. Danach wurde sie von Polizisten sexuell missbraucht.
Das Bezirksgericht Changyi verhandelte Jiangs Fall am 14. Juni 2023. Ihrem Anwalt wurde die Vertretung verweigert und der Richter vertagte die Sitzung bereits nach 20 Minuten.
Am 24. Januar 2024 verurteilte man Jiang zu fünf Jahren Haft und sperrte sie anschließend in das Frauengefängnis der Provinz Jilin.
Dies war nicht das erste Mal, dass Jiang, Mutter von drei Kindern, wegen ihres Glaubens verfolgt wurde. Während ihrer Tätigkeit als Lehrerin am Laborzentrum der Universität für Wissenschaft und Technologie von Zhejiang wurde sie am 26. September 2009 verhaftet. Ihre Computer und ihr Mobiltelefon wurden beschlagnahmt. Später wurde sie zu drei Jahren Haft verurteilt und im April 2010 in das Frauengefängnis der Provinz Zhejiang eingeliefert. Während der sieben Monate im Untersuchungsgefängnis von Hangzhou wurde sie gezwungen, Kleidung herzustellen und oberflächenmontierte Chipkomponenten zu verlöten (Chips auf winzige Kontaktflächen elektronischer Geräte zu löten).
Nach Jiangs Überstellung ins Gefängnis wurde sie gezwungen, eine Häftlingsuniform zu tragen. Die Wärter hielten sie in Handschellen und Fußfesseln. Sie zwangen sie zu unbezahlter Arbeit, unter anderem zum Verpacken von Paketen und zur Herstellung von Heizdecken.
Im März 2012 wurde sie zwar freigelassen, sah sich aber anschließend ständigen Schikanen durch die örtliche Polizei und Agenten des Büro 610 ausgesetzt.
2015 kam es zu einer erneuten Festnahme, als Jiang noch in Hangzhou in der Provinz Zhejiang lebte. Die Polizei durchsuchte ihre Wohnung und beschlagnahmte über 40 Falun-Gong-Bücher, über 30 DVDs, einen Computer und eine Festplatte. Sie wurde für einen unbekannten Zeitraum im Untersuchungsgefängnis von Hangzhou festgehalten.
Am 10. Oktober 2017 wurde sie ein weiteres Mal von der Polizei festgenommen. Man drohte ihr, sie vor dem 19. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas für einen Monat in ein Umerziehungslager zu stecken.
Im Jahr 2019 wurde Jiang in Hangzhou nochmals schikaniert. Später zog sie zurück nach Jilin, wo sie 2021 im Rahmen der „Null-Fälle-Kampagne“ erneut von Mitarbeitern des Wohnkomitees belästigt wurde. Ziel dieser Kampagne war es, alle auf der schwarzen Liste der Regierung stehenden Falun-Gong-Praktizierenden zu zwingen, ihrem Glauben abzuschwören.
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