(Minghui.org) Eine Mutter und ihr Sohn aus der Stadt Linghai in der Provinz Liaoning wurden am 26. Dezember 2025 zu jeweils sechs Jahren Haft sowie zu einer Geldstrafe von 15.000 Yuan (etwa 1.800 Euro) verurteilt, weil sie Falun Dafa praktizieren.
Lu Suping (69), eine ehemalige Immobilienangestellte, und ihr Sohn Jiang Nan (45), ein Nachhilfelehrer, wurden am 2. Juni 2025 in ihrer Wohnung verhaftet. Als Jiang an diesem Tag um 13.40 Uhr die Tür öffnete, stürmten drei Zivilbeamte herein und stießen ihn zu Boden. Sie legten ihm Handschellen an und forderten seine Mutter sowie die beiden anwesenden Falun-Dafa-Praktizierenden Wang Yanjie (67) und Niu Fang (53) auf, sich nicht zu bewegen.
Während ein Beamter die drei Frauen bewachte, begann ein anderer, die Wohnung zu durchsuchen. Kurz darauf trafen mehr als zehn weitere Beamte ein und beteiligten sich an der Razzia. Sie trugen zwei Körperkameras bei sich, um den Einsatz vollständig aufzuzeichnen.
Die Polizisten beschlagnahmten zahlreiche Gegenstände, darunter Falun-Dafa-Bücher, ein Porträt des Begründers von Falun Dafa sowie zwei Mobiltelefone. Anschließend brachten sie Lu, Jiang, Wang und Niu zur Vernehmung in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Linghai.
Am nächsten Tag wurden die vier Personen im dritten Krankenhaus der Stadt Jinzhou ärztlich untersucht. Jinzhou ist die übergeordnete Verwaltungsbehörde für Linghai. Wang und Niu wurden für zehn Tage in der Haftanstalt der Stadt Jinzhou in Verwaltungshaft genommen. Lu brachte man in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Jinzhou, ihren Sohn in das Untersuchungsgefängnis der Stadt Linghai.
Die Staatsanwaltschaft der Stadt Linghai erließ am 3. Juli 2025 formelle Haftbefehle gegen Lu und Jiang. Jiang beauftragte einen Anwalt, der jedoch von Staatsanwalt Li Feng bedroht wurde, weil er es gewagt hatte, einen Falun-Dafa-Praktizierenden zu vertreten. Ob Lu einen Anwalt hatte, ist unklar.
Die Polizei übergab den Fall gegen Lu und Jiang am 2. September 2025 an die Staatsanwaltschaft. Die Anklageerhebung erfolgte zu einem unbekannten Zeitpunkt.
Das Stadtgericht Linghai verhandelte den Fall am 22. Dezember 2025, ohne Jiangs Familie darüber zu informieren. Jiang selbst erfuhr erst am Morgen der Verhandlung von dem Termin. Ob seine Mutter im Voraus benachrichtigt wurde, ist unklar.
Jiang trug seine Verteidigung vor, wurde jedoch vom Vorsitzenden Richter Du Wenfang wiederholt unterbrochen, sodass er seine Erklärung nicht vollständig darlegen konnte. Die Verhandlung dauerte etwa eine Stunde. Vier Tage später verurteilte Du Jiang und seine Mutter.
Frühere Verfolgung
Bereits vor der jüngsten Verfolgung waren Mutter und Sohn im Jahr 2013 nach ihrer Verhaftung am 8. Dezember 2012 zu Haftstrafen von dreieinhalb beziehungsweise drei Jahren verurteilt worden. Lu verbüßte ihre Strafe im Frauengefängnis der Provinz Liaoning, ihr Sohn im Gefängnis der Stadt Jinzhou sowie im ersten Gefängnis der Stadt Shenyang.
Lu, die Falun Dafa die Wiederherstellung ihrer Gesundheit und eine Verbesserung des Verhältnisses zu ihrer Schwiegermutter zuschreibt, wurde bereits am 9. Januar 2002 verhaftet und von sieben männlichen Beamten geschlagen. Vor Schmerzen wälzte sie sich auf dem Boden. Ihr Gesicht war durch die Schläge entstellt und ihre Augen waren stark geschwollen. Später zwangen die Behörden sie, 5.000 Yuan (etwa 605 Euro) für ihre Freilassung zu zahlen. Das Geld erhielt sie erst im Jahr 2005 zurück.
Frühere Berichte:
Mutter und Sohn wegen Falun Dafa vor Gericht – beide bereits vorher wegen ihres Glaubens inhaftiert
36 Falun-Dafa-Praktizierende innerhalb von zwei Tagen verhaftet (Stadt Jinzhou, Provinz Liaoning)
Gesetzwidrig: Falun-Dafa-Praktizierenden wird Rente entzogen (Stadt Jinzhou, Provinz Liaoning)
Polizei erpresst über zwei Millionen Yuan (Provinz Liaoning) (Tabelle)
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