(Minghui.org) Eine 85-jährige Frau aus dem Kreis Chenxi in der Provinz Hunan muss mit einer sechsmonatigen Haftstrafe rechnen, weil sie Falun Gong praktiziert.
Die Verfolgung von Li Yueying begann mit ihrer Festnahme in der ersten Hälfte des Jahres 2020. Nach Angaben aus Verfahrensunterlagen war sie verhaftet worden, nachdem Huang Mingbi, Direktor des Komitees für Politik und Recht des Kreises Chenxi, sie dabei beobachtet hatte, wie sie Plakate zu Falun Gong im öffentlichen Raum angebracht hatte. Nach ihrer Freilassung sei Li weiterhin von der Polizei schikaniert worden. Später wurde ihr Fall an die Staatsanwaltschaft des Bezirks Yuanling weitergeleitet. Der zuständige Staatsanwalt habe Li und ihre Familienangehörigen mehrfach telefonisch kontaktiert und eingeschüchtert.
Im März 2022 erschien der Staatsanwalt gemeinsam mit dem Polizeibeamten Hu Changsheng und mit einer Kopie der Anklageschrift in Lis Wohnung. Er forderte sie auf, ihn zum Gericht zu begleiten, um das Verfahren „abzuschließen“. Li weigerte sich, der Aufforderung nachzukommen, woraufhin die beiden den Ort wieder verließen.
Ou Yuanyuan vom „Anti-Kult-Büro“ des Bezirks Chenxi belästigte Li Yueying am 14. und 24. November 2025 zweimal. Am 26. November erschien sie ein drittes Mal, diesmal in Begleitung von Mitarbeitern des Bezirksgericht Yuanling.
Nachdem die Beteiligten ohne Lis Einwilligung Fotos von ihr angefertigt hatten, trugen sie sie die Treppe hinunter und brachten sie mit einem Krankenwagen zur Untersuchung in ein Krankenhaus. Angehörige protestierten vehement gegen das Vorgehen. Li wurde noch am selben Abend wieder freigelassen.
Die Behörden nahmen Li Yueying am 19. Dezember 2025 erneut fest und brachten sie zur körperlichen Untersuchung in ein Krankenhaus in Huaihua. Nach Angaben aus ihrem Umfeld drohten sie ihr mit einer Haftstrafe und forderten sie auf, eine Vereinbarung zu unterzeichnen, in der sie sich bereit erklären sollte, „freiwillig eine sechsmonatige Haftstrafe zu verbüßen“. Li verweigerte dies entschieden. Unklar ist, ob die Behörden zur Durchsetzung der Maßnahme ein formelles Gerichtsverfahren durchgeführt haben.
Infolge der erheblichen psychischen Belastung litt Li unter Gesichtsrötung, Mundtrockenheit sowie gefährlich hohem Blutdruck. Am Abend desselben Tages durfte sie nach Hause zurückkehren.
Frühere Verfolgung
Li Yueying ist Rentnerin einer staatlichen Fischfarm im Landkreis Chenxi. Sie begann im August 1995 mit dem Praktizieren von Falun Gong. Nach eigenen Angaben verschwanden in der Folge zahlreiche gesundheitliche Beschwerden vollständig, darunter eine Herzerkrankung, eine Lendenwirbelsäulenspondylose, Bluthochdruck sowie ein Magengeschwür.
Im November 1999, vier Monate nach Beginn der landesweiten Verfolgung von Falun Gong durch die Kommunistische Partei Chinas, reiste Li nach Peking, um für ihr Recht auf Glaubensausübung zu appellieren. Auf dem Tiananmen-Platz wurde sie festgenommen. Nach Angaben aus ihrem Umfeld schlugen Polizeibeamte ihr mit einem harten Gegenstand auf den Kopf, sodass ihr Mantel von Blut befleckt gewesen sei. Anschließend wurde sie in den Landkreis Chenxi zurückgebracht und dort 50 Tage lang inhaftiert.
Im September 2000 reiste Li erneut nach Peking, um zu appellieren. In der Folge wurde sie zu einem Jahr Haft im Zwangsarbeitslager Baimalong in der Stadt Zhuzhou in der Provinz Hunan verurteilt.
Eine weitere Festnahme erfolgte im Dezember 2001, nachdem sie mit anderen über Falun Gong gesprochen hatte. Nach 15 Monaten Haft wurde sie zu drei Jahren Gefängnis verurteilt und in das Frauengefängnis der Provinz Hunan in der Provinzhauptstadt Changsha eingeliefert.
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