(Minghui.org) Ich habe 2016 begonnen, Falun Dafa zu praktizieren. Hier möchte ich einige meiner Kultivierungserfahrungen teilen.

Mich bei jedem Gedanken gemäß Falun Dafa korrigieren

Vor Jahren wollte ich Shen-Yun-Plakate aufhängen, aber da ich keine Erfahrung hatte, konnte ich keinen Praktizierenden finden, der bereit war, mit mir zusammenzuarbeiten. Ich sagte mir: „Sobald ich einen anderen Praktizierenden finde, der bereit ist, mit mir zusammenzuarbeiten, werde ich bedingungslos wie ein junger Mönch kooperieren.“ Bald darauf erklärte sich die Praktizierende A aus unserem Bezirk bereit, mit mir zusammenzuarbeiten.

Bei unserem ersten Treffen legte A eine detaillierte Liste mit Anweisungen vor, in der stand, dass sie die Hauptrednerin sein würde, während ich hinter ihr aufrichtige Gedanken aussenden sollte. Wenn sie über Shen Yun sprechen würde, dürfte ich keine negativen Gedanken haben. Ich sollte mich auch nicht von irgendwelchen Speisen ablenken lassen, denen wir draußen begegnet würden, und so weiter.

Zunächst war ich verblüfft, doch dann erinnerte ich mich an mein Gelübde, bedingungslos wie ein junger Mönch mitzuarbeiten. Ich betrachtete es als einen Auftrag des Meisters. Daher stimmte ich ihren Bedingungen zu.

Während ich zusammen mit A Plakate aufhängte, achtete ich genau auf meine Gedanken und versuchte, alle negativen Gedanken, die ich ihr gegenüber hatte, zu beseitigen. Als ich zum Beispiel vor ihr herging und ihren Wagen schob, rief sie mir plötzlich zu, wir könnten diesen Weg nicht nehmen, weil der Boden schmutzig sei. Und so drehte ich um und nahm den von ihr angegebenen Weg.

Zuerst dachte ich, es sei eigentlich egal, welchen Weg wir nahmen. Dann wurde mir klar, dass mein Gedanke eine Beschwerde war. Sofort korrigierte ich meine Denkweise: „A hat sich unterwegs bereits sehr bemüht, für Shen Yun zu werben. Wenn der Wagen sauber bleibt, muss sie nach ihrer Rückkehr keine Zeit damit verbringen, ihn zu reinigen.“ Als ich so dachte, konnte ich meine Beschwerde loslassen.

Ein anderes Mal wollte A gerade ein Plakat aufhängen, als sie sich plötzlich zu mir umdrehte und fragte: „Wo soll ich das anbringen?“ Ich zeigte auf eine Wand neben einer Tür. Zu meiner Überraschung antwortete sie: „Warum denkst du anders als ich? Du musst mit mir zusammenarbeiten.“ Sofort dachte ich: „Woher soll ich denn wissen, was du denkst?“ Mir wurde schnell klar, dass auch das eine Beschwerde war. Ich änderte meine Einstellung und sagte zu ihr: „Du hast recht. Ich sollte kooperativer sein.“

Und so passte ich mich im Laufe all unserer gemeinsamen Aktivitäten immer wieder As Sichtweise an.

Als wir uns einige Wochen später wieder trafen, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass ich sie unglaublich liebenswert fand. Zuvor hatte ich mich gezwungen, ihren Anweisungen zu folgen, doch nun war ich mehr als bereit, alles zu tun, worum sie mich bat.

Damals war ich mir nicht ganz sicher, warum das so geschehen war. Ich dachte, es könnte daran liegen, dass ich mich in dieser Zeit gut kultiviert hätte.

Wenn ich heute darüber nachdenke, habe ich mich damals jedoch nicht wirklich mit ganzem Herzen kultiviert. Ich habe die Dinge nicht anhand des Fa beurteilt und mich nicht wirklich bemüht, meine Xinxing zu erhöhen. Ich hatte lediglich die oberflächliche Harmonie eines gewöhnlichen Menschen aufrechterhalten. Als die Mitpraktizierende mich zurückrief und verlangte, einen anderen Weg zu nehmen, hatte ich nicht gründlich darüber nachgedacht, warum sie mich nicht den Weg gehen ließ, den ich gehen wollte.

Jetzt wird mir klar, dass meine Motivation für die Teilnahme an der Plakat-Aktion falsch war. Ich wollte die Gelegenheit einfach als Sprungbrett nutzen, um in meiner Kultivierung voranzukommen, die Vollendung zu erreichen und zu vermeiden, eliminiert zu werden. Mein Fokus lag nicht darauf, Lebewesen zu retten, sondern mich selbst zu retten.

Einmal hatte A mir gesagt, ich solle nicht zu spät kommen und kam dann selbst zu spät. Oberflächlich betrachtet war sie im Unrecht, doch aus der Perspektive der Kultivierung war es tatsächlich meine Schuld, denn ich war früh gekommen, um Kritik zu vermeiden – meine Motivation war Selbstschutz. Bevor ich ging, hatte ich nicht einmal nachgefragt, ob meine Familie Hilfe brauchte. Ich dachte nur an mich selbst. A hingegen kam zu spät, weil in ihrer Familie ein Notfall eingetreten war und sie geholfen hatte.

Da wurde mir klar, dass diese Praktizierende, die ich als schwierig im Umgang angesehen hatte, in Wirklichkeit gütig und wunderbar war. Der Meister hatte es so gefügt, dass ich mit ihr zusammenarbeiten konnte, damit ich eine wahre Kultivierende kennenlernen und über mein Verhalten nachdenken konnte. Der Meister wollte mir zeigen, dass ich einen falschen Weg eingeschlagen hatte. Das war mir bis dahin noch nicht bewusst gewesen.

Aufrichtig Menschen retten

Als in Wuhan die Pandemie ausbrach, war ich in Hongkong. Unterwegs hörte ich Gerüchte, dass Menschen, die aus dem Ausland nach Taiwan zurückkehrten, sich in Quarantäne begeben müssten.

Einige Praktizierende glaubten, dies sei auf die Einmischung übler Kräfte zurückzuführen. Wir sollten es nicht anerkennen, sondern weiterhin wie gewohnt hinausgehen und die drei Dinge tun. Andere waren der Meinung, wir sollten uns an das Gesetz halten und vermeiden, bei den gewöhnlichen Menschen Unmut zu erregen. Ich war fest entschlossen, Menschen zu retten, und so beschloss ich, wie gewohnt hinauszugehen.

Während ich eines Morgens mit der Gruppe das Zhuan Falun las, erhielt ich einen Anruf von einem Ermittler: „Ich war gerade bei Ihnen zu Hause und habe geklingelt; warum war niemand da?“ Ich fuhr sofort mit dem Fahrrad nach Hause, doch als ich dort ankam, war der Ermittler bereits wieder weg.

Ich versuchte, mich zu beruhigen und aufrichtige Gedanken auszusenden, doch verschiedene Gedanken lenkten mich ab. Plötzlich stieg eine Welle von Ärger in mir auf und ich konnte keine aufrichtigen Gedanken mehr aussenden. Ich hatte das Gefühl, als hätte mich eine Welle des Grolls erfasst und ich fragte mich: „Ich helfe den Menschen und informiere sie über Falun Dafa – warum hat der Meister mich nicht beschützt?“

Als der Ermittler zurückkam, wollte ich keine Fragen beantworten. Er notierte sich mein Motorradkennzeichen und später erhielt ich einen Bußgeldbescheid über mehr als 10.000 Neue Taiwan-Dollar (etwa 275 Euro). Ich hatte das Gefühl, dass dies vielleicht eine Folge davon war, dass ich die Situation nicht gut gehandhabt hatte.

Als ich zurückblickte, wurde mir klar, dass meine Absicht beim Aussenden aufrichtiger Gedanken falsch gewesen war. Ich dachte daran, das Böse, das sich bei „mir“ einmischte, zu beseitigen. Mein Ziel war es, dass der Meister „mich“ beschützte und verhinderte, dass „ich“ verhaftet wurde. Ich war egoistisch und handelte nicht im Einklang mit dem Fa, daher waren meine aufrichtigen Gedanken schwach. Hätte ich meine eigene Sicherheit und mein Wohlergehen wirklich losgelassen und mich aufrichtig um alle Lebewesen gekümmert, hätte mir die Kraft der Barmherzigkeit und der Güte vielleicht geholfen, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Ich erinnere mich an ein Erlebnis in Hongkong. Ein älterer Herr saß auf einer Bank, neben ihm saß ein Paar mit Kind. Der Herr wirkte sehr freundlich und ich wollte ihm helfen, aus der Kommunistischen Partei Chinas und den ihr angegliederten Organisationen auszutreten. Ich dachte ganz selbstverständlich: „Es wäre großartig, wenn dieses Paar gehen würde.“ Im nächsten Moment stand das Paar auf und ging. Dann konnte ich dem Herrn die wahren Umstände erklären und ihm helfen, aus der KP Chinas auszutreten.

Der Meister sagt:

„Diese Sachen werden vom Meister arrangiert; der Meister macht das. Daher heißt es, die Kultivierung hängt von einem selbst ab und die Kultivierungsenergie hängt vom Meister ab.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 69)

Ich denke, solange unsere Gedanken aufrichtig sind und unsere Handlungen wirklich darauf abzielen, Lebewesen zu retten, kann der Meister uns dabei helfen, diese Dinge zu verwirklichen.

Menschen helfen, die Schönheit von Dafa in ihrem Alltag zu erfahren

Eines Nachmittags auf der Insel Jeju in Südkorea, als ich in einem Fast-Food-Restaurant aß, bemerkte ich einen Vater und seinen Sohn aus Festlandchina am Tisch gegenüber, die gerade ihre Mahlzeit beendeten. Der Vater wollte die Reste mitnehmen. Doch die Restaurants in Korea stellen keine Behälter zur Verfügung. Er schien unsicher zu sein, wie er das Essen transportieren sollte.

Mir fiel ein, dass ich eine kleine Plastiktüte in meiner Handtasche hatte, und so ging ich hinüber und reichte sie ihm. Zunächst zögerte er, doch dann lächelte er, bedankte sich bei mir und nahm sie entgegen.

Ich kehrte zu meinem Platz zurück und überlegte, ob ich mit ihm über Falun Dafa sprechen sollte. Als er sich zum Gehen bereit machte, ging ich zu ihm hinüber und sagte: „Guten Tag, mein Herr. Ich bin eine Falun-Dafa-Praktizierende. Wenn Sie einen Moment Zeit haben, können Sie gerne über die Straße kommen und sich unsere Informationstafeln ansehen.“ Er lächelte und nickte. Ich nutzte die Gelegenheit und fragte ihn: „Möchten Sie, dass ich Ihnen ein Pseudonym gebe, damit Sie aus der Kommunistischen Partei austreten können?“ Er willigte ein, legte die Hände vor der Brust aneinander und bedankte sich bei mir.

Obwohl ich ihm nicht viel über Falun Dafa erzählt habe, glaube ich, dass meine kleine freundliche Geste ihm geholfen hat, seine Abwehrhaltung abzulegen und die Barmherzigkeit einer Falun-Dafa-Praktizierenden zu spüren.

Ich habe darüber nachgedacht, dass meine früheren Gespräche über Falun Dafa ebenfalls dem Ziel dienten, mich selbst zu erhöhen und zur Vollendung zu gelangen. Deshalb wollte ich zu schnell Ergebnisse sehen. Ich war immer in Eile, weil ich glaubte: Je mehr ich sprach, desto mehr Menschen würden es hören und desto besser würde ich das Fa bestätigen. Ich machte mir kaum Gedanken darüber, ob die Menschen meine Worte annehmen konnten oder was sie darüber dachten.

Ich habe viel Zeit darauf verwendet, meiner Familie, meinen Freunden und ganz gewöhnlichen Menschen von der Schönheit von Dafa zu erzählen, in der Überzeugung, dass sie es ganz selbstverständlich annehmen würden, sobald sie davon erfahren und es verstanden hätten.

Aber so funktioniert das nicht. Die Kinder hören vielleicht gar nicht richtig zu, empfinden es sogar als lästig und entwickeln Widerstand. Wenn die Eltern dagegen selbst zuerst ihre Pflichten erfüllen und sich gut um ihre Kinder kümmern, werden die Kinder ganz natürlich verstehen, was es bedeutet, ihren Eltern gegenüber pflichtbewusst zu sein.

Jetzt glaube ich, dass die Menschen die Güte von Dafa ganz natürlich spüren werden, solange wir uns gut kultivieren und ihnen aufrichtig und mit Freundlichkeit begegnen. Wenn die Menschen in meiner Umgebung die Güte von Dafa nicht erkennen, weil meine Kultivierung nicht gut genug ist, könnte ich unbeabsichtigt ihre Chancen auf Errettung behindern.

Fazit

Einmal hörte ich, wie eine Praktizierende auf der Insel Jeju ihre Erkenntnisse mitteilte, und das bewegte mich zutiefst. Der Kern ihrer Worte war, dass wir demütig sein sollten – wie das Meer, das alle Flüsse aufnimmt.

In der Vergangenheit dachte ich, dass ich es bei meiner Kultivierung gut machen würde. Wenn jedoch Konflikte auftraten, hörte ich oft nicht auf den Rat anderer Praktizierender und blickte auch nicht wirklich nach innen. Dadurch verpasste ich viele Gelegenheiten, mich zu erhöhen.

Ich teile diese Unzulänglichkeiten mit euch allen in der Hoffnung, dass wir daraus lernen und uns gemeinsam erhöhen können. Danke, Meister, und Dank an alle Praktizierenden.