(Minghui.org) Grüße an den Meister! Grüße an die Mitpraktizierenden!

Ich möchte von meinen Erfahrungen berichten, wie ich gelernt habe, mich wahrhaftig zu kultivieren, indem ich den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht folge.

Ich praktiziere Falun Dafa seit acht Jahren. In den vergangenen zwei Jahren habe ich bedeutende Prüfungen durchlaufen. Doch verglichen mit der Verfolgung und dem Leid, das Mitpraktizierende auf dem chinesischen Festland ertragen mussten, erscheinen meine eigenen Schwierigkeiten gering. Als Praktizierende, die im Westen lebt, bin ich zutiefst dankbar, das Fa erhalten zu haben, mich in den USA kultivieren zu dürfen und ein Teilchen des Dafa zu sein.

Mein familiärer Hintergrund

Aufgrund meines familiären Hintergrunds trug ich viele Anhaftungen in mir, als ich mit dem Praktizieren von Falun Dafa begann. Meine Eltern stammten beide aus einflussreichen Familien, und schon früh wurde uns das Konzept des „Noblesse oblige“ vermittelt – ein Prinzip europäischer Adelsfamilien, das besagt, dass mit einem höheren Status auch eine größere Verantwortung einhergeht. Blickt man auf meine Familiengeschichte zurück, so finden sich unter meinen Vorfahren berühmte Ingenieure, die in die Geschichtsbücher eingegangen sind; sie dienten Königshäusern und Kaisern und bauten nach dem Zweiten Weltkrieg die Infrastruktur in Lateinamerika auf. Außerdem bin ich eine Nachfahrin bedeutender Persönlichkeiten der frühen amerikanischen Geschichte. In jüngerer Zeit haben sich Onkel und Schwestern auf den Pariser Laufstegen und in Hollywood einen Namen gemacht oder sind in der Rockmusikszene berühmt geworden. Doch im Wandel der Zeiten fiel es auch meiner Familie schwer, die wahre Bedeutung von „Noblesse oblige“ zu erfassen; so glaubte auch ich als Kind, über anderen zu stehen. Mein Mann sagt, das treffendere Wort dafür sei „Arroganz“. Erst kürzlich ist mir klar geworden, dass er recht hat.

Kultivierung und berufliches Vorankommen

Als ich Falun Dafa kennenlernte, veränderte sich mein Leben schlagartig. Zuvor war mein Leben aus den Fugen geraten. Wegen meiner schlechten Gesundheit war ich ans Bett gefesselt. Ich suchte nach einem Weg, dem Kreislauf der Reinkarnation an diesem schrecklichen Ort zu entkommen. In derselben Woche, in der ich begann, Falun Dafa zu praktizieren, trat ich eine neue Stelle an und schlug eine steile berufliche Laufbahn ein. In den folgenden acht Jahren wurde ich mehrfach befördert, für anspruchsvollere Positionen abgeworben und gelangte schließlich in eine Führungsposition bei einem großen internationalen Unternehmen.

Dort hatte ich zum ersten Mal eine Vorgesetzte. Sie war effizient, kompetent und professionell. Als ich einmal eine Angelegenheit mit einer anderen Abteilung unprofessionell gehandhabt hatte, rief sie mich am nächsten Morgen an, um mit mir zu klären, warum ich diese schlechten Entscheidungen getroffen hatte. Anstatt mich verärgert oder ungehalten zurechtzuweisen, blieb sie ruhig, sanftmütig und freundlich. Während des Gesprächs blickte sie aufrichtig nach innen und überlegte, ob sie mich möglicherweise falsch angeleitet hatte. Ihr Mitgefühl berührte mich so sehr, dass ich meine Tränen nicht zurückhalten konnte. Wie konnte es sein, dass sie als gewöhnlicher Mensch auf so wunderbare Weise Mitgefühl zeigte, während ich als Kultivierende in meiner „Barmherzigkeit“ so sehr versagte? Sie führte mir das folgende Prinzip vor Augen:

„Kein Dao kultivieren, aber schon im Dao“ (Zhuan Falun Band II).

Der Meister sagte:

„..., ohne Verlust, kein Gewinn. Wer etwas gewinnt, muss etwas verlieren.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 351))

Sechs Monate später wurde ich entlassen. Meine Anhaftungen kosteten mich meine Führungsposition, weil ich mich nicht am Maßstab von Zhen, Shan, Ren (Wahrhaftigkeit, Güte, Nachsicht) orientiert hatte. Hätte ich mich von Anfang an als Kultivierende betrachtet und nach innen geschaut, anstatt die Ursachen im Außen zu suchen, und hätte ich meine Arroganz, mein Streben nach Perfektion sowie meine Neigung, Aufgaben lediglich abzuarbeiten, losgelassen, wären die Dinge vielleicht anders verlaufen.

In dem Moment, als ich entlassen wurde, schlug meine Sichtweise ins andere Extrem um. Ich war so entsetzt darüber, wie sehr ich als Mensch, als Berufstätige und als Kultivierende versagt hatte, dass ich beim Fa-Lernen kaum noch aufnahm, was ich las. Ein Mitpraktizierender erinnerte mich an die Geschichte in der 6. Lektion des Zhuan Falun. Sie handeltvon einem Menschen, der sich mit großer Mühe zum Arhat kultiviert hatte, und der aufgrund seiner Angst hinuntergefallen war.

Ich hatte Schlaf- und Konzentrationsstörungen und verlor den Appetit. Wenn ich das Fa weder lesen noch hören konnte und das Gedankenkarma mich zu verschlingen drohte, rezitierte ich immer wieder das Lunyu, da ich den ersten Absatz auswendig gelernt hatte. Ebenso rezitierte ich wiederholt das Gedicht

Aufrichtige Gedanken, aufrichtiges Verhalten (29.05.2002, in: Hong Yin II):

„Große Erleuchtete, keine Furcht vor BitternisWillen diamantfestKein Festhalten an Leben und TodEdelmütig auf dem Weg der Fa-Berichtigung “

Ich fragte mich: „Was war meine größte Angst und damit meine größte Anhaftung?“ Hatte ich den Ruf von Dafa geschädigt, weil ich die Fa-Prinzipien am Arbeitsplatz so schlecht angewendet hatte? Schickte ich diese Lebewesen direkt in die Hölle, weil sie nun eine schlechte Meinung von Falun Dafa hatten? Wie konnte ich mich überhaupt als Falun-Dafa-Praktizierende bezeichnen? Ich flehte den Meister an: „Ich möchte mich erhöhen, um das wiedergutzumachen. Bin ich in meiner Kultivierungsebene gefallen und habe andere Seelen mit hineingezogen? Ist das unverzeihlich? Kann mir vergeben werden?“

Der Meister sagte:

„ Alle Probleme, auf die du später stoßen wirst, sind nicht zufällig. Bitte sei geistig darauf vorbereitet. Du wirst auf Schwierigkeiten stoßen, um dadurch alle Dinge loszulassen, die die gewöhnlichen Menschen nicht loslassen können.“ (Falun Gong, 2014, S. 58)

Ich verstand, dass der Meister einen Weg arrangiert hatte, damit ich von einem gewöhnlichen Menschen Barmherzigkeit lernen konnte, da ich sie durch das Fa-Lernen nicht verstanden hatte. Zu einem früheren Zeitpunkt meiner beruflichen Laufbahn hatte ich über ein Jahrzehnt in einem internationalen Umfeld gearbeitet, in dem unflätige Sprache an der Tagesordnung war. Ich fragte mich, wie ich jemals aufhören sollte, gelegentlich solche Ausdrücke zu verwenden. An dem Tag, an dem ich entlassen wurde, verlor ich die Lust daran. Ich erkannte, wie weit dies unter dem Niveau eines Praktizierenden lag; damit war jetzt Schluss.

Durch diese Erfahrung entdeckte ich auch, dass ich mein Hauptbewusstsein stärken musste. Während ich mein Hauptbewusstsein kontinuierlich stärkte, stieß ich auf unzählige Schichten sehr starken Gedankenkarmas. Ich hielt stets an der Lehre des Meisters fest, um durchzuhalten. Als ich an meine absolute Grenze gestoßen war und nicht mehr weiterwusste, bat ich den Meister um Hilfe. Diese Erfahrung, die bis auf die Knochen ging und tief ins Herz schnitt, ließ mich erneut erkennen, wie wichtig es ist, das Fa mit aufrichtigem Herzen zu lernen, und wie man – geführt von Zhen, Shan, Ren, – Anhaftungen an das Ego loslässt und sich zu einem Wesen kultiviert, das für andere lebt.

Fazit

Der Meister sagte:

„In der mächtigen Strömung innerhalb der Menschheit schwimmt ihr gegen den Strom nach oben. Denkt man darüber nach, dann weiß man allerdings, dass es noch mehr bedeutet. “ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Washington, D.C. 2018, 21.06.2018)

Als Kultivierende rufe ich mir immer wieder in Erinnerung, dass ich gegen die Strömung der menschlichen Welt schwimme. In meiner Kultivierung habe ich in meinem Verständnis der Prinzipien Zhen, Shan, Ren einen Durchbruch erzielt, zu dem ich zuvor nicht gelangen konnte. Dabei habe ich die Arroganz erkannt, die sich in meinem Herzen verbarg, und muss weiterhin daran arbeiten, diese Anhaftung loszulassen. Danke, Meister, für Ihre barmherzige Errettung. Ich möchte weiterhin mein Hauptbewusstsein stärken, meine ganze Aufmerksamkeit darauf richten, das Fa des Meisters gut zu lernen, und ein Teilchen sein, das zum Dafa-Körper beiträgt und während der Fa-Berichtigung das Fa beschützt.

Dies ist mein Verständnis auf meiner gegenwärtigen Ebene. Bitte korrigiert mein Verständnis, damit ich mich weiter erhöhen kann.

Danke, Meister. Danke, liebe Mitpraktizierende.