(Minghui.org) Ich grüße den verehrten Meister, liebe Mitpraktizierende
Der Meister sprach früh vom grundlegenden Eigensinn und davon, dass Praktizierende ihn schließlich endgültig beseitigen sollten. Ich habe mich an den Beginn meiner Kultivierung erinnert und darüber nachgedacht, was mich ursprünglich dazu bewogen hatte, Falun Dafa zu praktizieren.
Darüber erklärt der Meister:
„Das Fa mit Anhaftung zu lernen, ist keine wahre Kultivierung. Aber man kann im Laufe der Kultivierung nach und nach seine eigenen grundlegenden Anhaftungen erkennen, sie beseitigen und so den Maßstab eines Kultivierenden erreichen. Was sind also grundlegende Anhaftungen? Die Menschen bilden in dieser Welt viele Anschauungen und werden dann von diesen getrieben, das zu verfolgen, was sie sich ersehnen.“ (Der Vollendung entgegen, 16.06.2000, in: Essentielles für weitere Fortschritte II)
Als ich 1998 zufällig auf einen Artikel über Falun Gong in einer Zeitschrift stieß, erkannte ich sofort, dass dies eine echte Kultivierungsschule ist. Damals verspürte ich den starken Wunsch, so schnell wie möglich den Leiden und der Trübsal des menschlichen Daseins zu entfliehen. Ich hoffte, durch das Praktizieren von Falun Dafa und das Lesen der Schriften von den irdischen Leiden befreit zu werden. Mir wurde allerdings nach und nach klar, dass ich eigentlich nach einem sorglosen, gemütlichen und unbeschwerten Leben strebte, ohne Drangsale und Schwierigkeiten. Anfangs hoffte ich, dass der Meister bald all mein Karma beseitigen und mir in der Meditation wunderbare, glückselige Momente in anderen Dimensionen ermöglichen würde. Als Kind und auch noch später hatte ich viele Leiden ertragen, und nun hoffte ich auf ein Leben ohne Drangsale. Es war, als hätte ich nun mit Falun Dafa fortan immer einen Schutzschirm gegen jegliche Probleme bei mir.
Mit der Zeit erkannte ich jedoch, dass wahre Kultivierung eine ernsthafte Angelegenheit ist. Meine Vorstellung von sofortiger Erleuchtung war eine große Illusion und naives Wunschdenken. Im Falun Dafa sollte ich Entbehrungen und Leiden ertragen und sie als Teil des Kultivierungsweges ansehen und dafür sogar dankbar sein. Anfangs waren die Xinxing-Prüfungen noch ganz leicht zu überwinden. Daher wurde ich überschwänglich und meinte, dass ich die Vollendung ganz leicht erlangen könnte. Zeitweise konnte ich mir nicht erklären, warum manche Mitpraktizierenden so viele Hindernisse und Krankheitskarma hatten und sie auch nach längerer Zeit nicht auflösen konnten. Das führte dazu, dass ich meinte, eine bessere angeborene Grundlage zu haben als andere. Ich war überheblich, blickte auf andere herab und strich mir die Lorbeeren für die Arbeit unseres ehrwürdigen Meisters ein. Ist das nicht Ausdruck von Selbstüberschätzung, Herablassung, Aneignung fremder Leistungen und Arroganz? Barmherziger Meister, ich habe mich geirrt! Sie haben so viel für mich ertragen, damit ich die Ehre habe, heute eine Falun-Dafa-Schülerin zu sein. Daher weise ich diese Anhaftung entschieden zurück und löse sie auf!
Mit der Zeit traten jedoch vor allem zwischenmenschliche Herausforderungen in meiner Familie und mit anderen Praktizierenden auf. Je härter die Prüfungen wurden, desto weniger konnte ich mich davor verschließen. Ich schaute nach innen und erkannte meine Anhaftung an ein sorgenfreies Leben. In Auseinandersetzungen musste ich mich meiner eigenen Sichtweise stellen und auch andere Meinungen akzeptieren. Bei falschen Anschuldigungen musste ich Nachsicht üben und den Groll beseitigen. Diese Erkenntnisse halfen mir, meine Mitpraktizierenden besser zu verstehen und ihre Mühsal nicht mit meinen begrenzten Erkenntnissen zu verurteilen.
Eine Mitpraktizierende versuchte oft, mich zu kontrollieren und zu kritisieren. Einmal machte sie mich darauf aufmerksam, meine Mitteilungen über Falun Dafa nicht über eine E-Mail-Gruppe und dann auch noch über eine Handygruppe zu verschicken, da sie bereits täglich viele Mitteilungen bekomme. Über ihre forsche Kritik war ich erstaunt, da sie die Einzige war, die dies beanstandete. Wenige Tage später sah ich, dass sie selbst es oft so machte, indem sie ihre Informationen an beide Gruppen schickte. Zunächst war ich verdutzt und der Gedanke kam hoch, sie darauf aufmerksam zu machen.
Dann ermahnte ich mich jedoch, nicht lehrmeisterlich zurückzuschlagen. Das war eine gute Gelegenheit nach innen zu schauen. War nicht jede Situation auch ein Spiegelbild von mir selbst? So reagierte ich nicht darauf, war innerlich jedoch noch etwas aufgewühlt. Dabei erkannte ich, dass ich die Tendenz hatte, die Fehler anderer hervorzuheben, auch wenn dies nur gedanklich war. Außerdem hatte ich den Fokus nach außen gerichtet, anstatt nach innen zu schauen, wie es sich für eine wahre Kultivierende geziemt. Diese egoistische Haltung und Überheblichkeit musste ich unbedingt beseitigen. Fehlte mir in diesen Momenten nicht auch die Barmherzigkeit? Eigentlich sollte ich dieser Mitpraktizierenden dankbar sein, dass sie meine Anhaftungen wachgerüttelt hat, damit ich mich erhöhen kann. War es nicht gerade der barmherzige Meister, der mir einen Hinweis gab, meine Xinxing zu erhöhen? Wie konnte ich so undankbar gegenüber dem Arrangement des Meisters sein? Hatte er nicht schon so viel Karma von mir weggenommen und ich beklagte mich noch für das bisschen Leiden. Deshalb sollte ich ihm unbedingt dankbar sein.
Der Meister erklärt:
„Barmherzigkeit lässt Frühling zwischen Himmel und Erde werdenAufrichtige Gedanken erretten Menschen in der Welt.“(Fa berichtigt das Universum, 06.04.2002, in: HongYin II)
Die Barmherzigkeit kann wirklich den Groll zum Schmelzen bringen. Wenn ich zuerst an die anderen denke und mich selbst nicht in den Vordergrund stelle, spüre ich, wie sich mein Herz weit öffnet.
Widerwille und Überwindung
Letztes Jahr konnte sich mein Mann plötzlich kaum noch bewegen. Zu der Zeit war er im Süden der Schweiz. Schnell packte ich einige Sachen zusammen und fuhr in drei Stunden dorthin. Als ich ihn sah, erschrak ich: Er konnte kaum noch laufen und sprach nur noch mit schwacher Stimme. Er wollte sich nicht im Krankenhaus untersuchen lassen, denn wir wussten damals noch gar nicht, was mit ihm los war. Ich war innerlich sehr beunruhigt. Wir rezitierten zusammen die glückverheißenden Worte, Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut, dann wollte er mit mir zusammen in einem Restaurant etwas essen. Am Abend jedoch musste er notfallmäßig ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dort stellte man einen leichten Hirnschlag fest. Er bestand darauf, nach einigen Stunden das Krankenhaus wieder zu verlassen, und unterschrieb seine Entlassung. Dank der barmherzigen Unterstützung des Meisters kehrten wir am nächsten Tag ohne Zwischenfälle nach Hause zurück.
In der nächsten Zeit musste ich häufig seine Wäsche waschen, weil er nachts nicht mehr sicher zur Toilette gehen konnte. Zuerst ekelte mich der Geruch und es fiel mir schwer, diese Aufgabe zu übernehmen, die verschmutzte Unterwäsche und zum Teil auch die Bettlaken zu waschen. Ich musste all dies neu lernen. Dann sagte ich zu mir: „Ich bin eine Falun-Dafa-Praktizierende und sollte das mit Leichtigkeit angehen. Ich kann diese Hürde überwinden. Leidet er nicht schon genug und ich beschwere mich innerlich noch wegen solcher Kleinigkeiten. Ist das nicht eine Gelegenheit, meine Anhaftung zu beseitigen?“ Nach und nach wusch ich seine Wäsche, ohne mich dabei zu ekeln. Auch gelang es mir, mich stärker in seine Lage hineinzuversetzen. Hatte er nicht schon genug zu leiden? Dadurch wurde mein Herz weiter und meine Nachsicht wuchs. Für diese Erfahrung bin ich dem barmherzigen Meister dankbar.
Schwierig, eine klare Entscheidung zu treffen
In diesem Jahr musste sich mein Mann einer plötzlichen Notoperation im Rücken unterziehen. Anfänglich war ich beunruhigt. Die Operation verlief sehr gut und der Professor war ganz zufrieden. Nach einem geplanten zweiwöchigen Krankenhausaufenthalt wurden es am Schluss fünf Wochen. In dieser Zeit war ich fast jeden Tag dort. Dabei lasen wir gemeinsam das Fa und rezitierten die Worte „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut“ und gingen ein paar Schritte spazieren. Da mein Mann das Fa nicht gut selbstständig lernen kann, war ich zuerst etwas enttäuscht und hoffte, dass dieser Schicksalsschlag vielleicht ein Weckruf vom Meister war. Später erkannte ich, dass ich ihn nur sanft dazu auffordern kann, aber keinen Druck erzeugen darf.
Wir hatten zuvor schon länger geplant, gemeinsam nach Füssen zu Shen Yun zu fahren. Ich war in der Öffentlichkeitsarbeit bei NTDTV vorgesehen und eingeplant. Durch diesen längeren Spitalaufenthalt meines Mannes war ich einige Zeit hin- und hergerissen, ob ich überhaupt nach Füssen gehen konnte. Zum Teil hatte ich sogar schlaflose Nächte. Ich besprach es dann mit meinem Mann und er war der Meinung, dass ich doch alleine hingehen solle.
In dieser Zeit erkannte ich, dass ich auf mich alleine angewiesen war, innerlich eine klare Entscheidung zu treffen. Fragen kamen in mir hoch: „Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Sollte ich bei NTDTV einfach noch so kurzfristig absagen? Was denken die gewöhnlichen Menschen wohl, wenn ich meinen Mann in dieser Zeit im Spital alleine lasse? Welche Anhaftungen habe ich dabei? Habe ich Angst, schlecht angesehen zu werden und Angst vor Gesichtsverlust? Würde Falun Dafa dadurch vielleicht von gewöhnlichen Menschen in ein falsches Licht gestellt? Wenn ich nicht hingehe, ist das dann aufrichtig? Folge ich dem Arrangement der alten Mächte, indem ich an meinen Gefühlen festhalte?“ Als ich kurz vor der Abreise die Gewissheit hatte, dass mein Mann in guter ärztlicher Obhut war und er in zwei Tagen in eine malerisch gelegene Rehabilitationsklinik gehen konnte, war ich erleichtert. Und so entschied ich mich klar, alleine nach Füssen zu fahren. In diesem Prozess wurde mir eine weitere Anhaftung bewusst. Da ich lange Zeit mit meiner Entscheidung gehadert hatte, erkannte ich in mir auch eine gewisse Ungeduld. Oft neige ich dazu, Dinge möglichst schnell zu erledigen, um mich anschließend wieder anderen Aufgaben widmen zu können. Dabei wurde mir bewusst, dass ich nicht vollständig darauf vertraue, dass sich alles so entwickelt, wie es geschehen soll. Stattdessen versuche ich häufig, den Lauf der Dinge nach meinen Vorstellungen zu bestimmen. Eigentlich darf ich mich vielmehr dem natürlichen Fluss des Lebens – dem Wuwei – anvertrauen und darauf vertrauen, dass sich alles zur richtigen Zeit fügt.
In diesem letzten Moment der Fa-Berichtigung, liebe Mitpraktizierende, lasst uns gemeinsam fleißig voranschreiten, unsere Schwächen erkennen und beheben und Hand in Hand mit dem Meister nach Hause zurückkehren!
Dem barmherzigen Meister danke ich für die unermessliche Gnade! Ich danke allen Mitpraktizierenden, die mich auf diesem einzigartigen Kultivierungsweg bis heute begleitet haben.
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