(Minghui.org)
Sehr geehrter Meister! Liebe Mitpraktizierende!
Heute möchte ich einige Erkenntnisse aus meiner Kultivierung teilen, die ich in den letzten mehr als sechs Monaten während meiner Tätigkeit in einem weltlichen Beruf gewonnen habe.
Vor etwa zwei Jahren lief der Pachtvertrag für unser Restaurant aus. Da ich glaubte, dass sich die Fa-Berichtigung ihrem Ende zuneigt, war es für mich zweitrangig, wer die Räumlichkeiten übernehmen oder wie hoch die Pacht sein würde. Meine Priorität lag darauf, mehr Zeit für die Errettung von Menschen zu haben. Doch durch eine Reihe unglücklicher Zufälle zerschlugen sich mehrere Gelegenheiten, die Räumlichkeiten zu verpachten oder Partnerschaften einzugehen. Infolgedessen blieb das Restaurant aufgrund verschiedener, scheinbar ungünstiger Umstände zwei Jahre lang ungenutzt. Das Haupthindernis bestand darin, dass in unserem Kanton die strengsten Vorschriften der Schweiz für das Gastgewerbe gelten. Betreiber müssen über ein entsprechendes Wirtepatent verfügen. Da ich keine Zeit mit dem Erlernen weltlicher Fertigkeiten verschwenden wollte, hatte ich die Prüfung dazu nie abgelegt.
Als später jemand eine Unterkunft für mehr als ein Dutzend Arbeitskräfte suchte, beschloss ich, das Restaurant kurzerhand in eine Unterkunft für Kurzzeitmieter umzuwandeln. Damals ging ich davon aus, dass diese Lösung bis zum Abschluss der Fa-Berichtigung Bestand haben würde. Unerwarteterweise stellte einige Monate später ein älterer Nachbar, der zugleich unser ehemaliger Vermieter war, meinen Mann wütend zur Rede. Er fragte: „Warum verschwendet ihr einen solch erstklassigen Restaurantstandort für Mietunterkünfte? Viele Freunde finden es schade und können nicht verstehen, warum ihr kein Restaurant mehr betreibt. Sogar die Lokalzeitung hat bereits darüber berichtet.“ Nachdem mein Mann mir davon erzählt hatte, begann ich darüber nachzudenken. Hatten wir es versäumt, der Anforderung des Meisters zu entsprechen, uns „bei der Kultivierung so weit wie möglich an die Gesellschaft der gewöhnlichen Menschen anzupassen“ (Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Singapur, 22.–23.08.1998)?
Da fragte ich mich: „Würde ein gewöhnlicher Mensch das tun, was wir getan haben – das Restaurant lieber zwei Jahre lang leer stehen lassen, anstatt die Prüfung für die Geschäftsführerlizenz abzulegen und den Betrieb selbst zu führen?“ Sicherlich nicht, es sei denn, es handelte sich um Milliardäre, was wir eindeutig nicht waren. In dieser Hinsicht hatte ich offensichtlich den Maßstab der gewöhnlichen Gesellschaft nicht erfüllt. Da wurde mir klar, dass ich nicht im Einklang mit dem Fa gehandelt hatte,und dass ich mich sofort korrigieren musste. Ich trug alle Lernmaterialien zusammen und begann fleißig zu lernen. Der Erwerb eines Wirte Patentes in der Schweiz umfasst ein breites Spektrum. Dazu gehören Lebensmittelsicherheit, Brandschutzmaßnahmen, Betriebsführung, Buchhaltung und sogar Biologie sowie Arbeitsrecht, Zivilrecht und weitere gesetzliche Bestimmungen. Für jemanden wie mich, die seit zwanzig Jahren keinen Fuß mehr in ein Klassenzimmer gesetzt hatte, war dies eine gewaltige Herausforderung. Es gab viele Fachbegriffe, die ich nicht einmal auf Chinesisch erfassen konnte, geschweige denn auf Deutsch, das nicht meine Muttersprache ist. Man kann sich leicht vorstellen, wie schwierig das Ganze war.
Glücklicherweise hatte ich während meiner Schulzeit jede Zertifizierung, die ich anstrebt hatte, auch tatsächlich erreicht. Daher war ich recht zuversichtlich, was das Bestehen von Prüfungen anging. Nach zwei Monaten fleißigen Lernens wuchs mein Selbstvertrauen noch weiter. Ich hatte das Gefühl, die Prüfung gut gemeistert zu haben. Doch als die Ergebnisse vorlagen, war ich in einem Fach durchgefallen, von dessen Bestehen ich fest überzeugt gewesen war – ein Ergebnis, das mich völlig ratlos machte. Die Regeln erlaubten es mir, meine Prüfungsarbeit innerhalb einer Woche einzusehen. Dabei stellte ich fest, dass ich etwa 70 bis 80 Prozent der Fragen richtig beantwortet hatte, aber dennoch als „nicht bestanden“ gewertet worden war. Verwirrt fragte ich die zuständige Sachbearbeiterin, wie die Punktzahl berechnet worden sei, da auf dem Prüfungsblatt keine Punktwerte für die einzelnen Fragen angegeben waren. Sie antwortete: „Dass weiß niemand. Nur der Prüfungsausschuss kennt das Bewertungssystem.“ Dies klärte die Bedeutung des Hinweises auf der Prüfungsankündigung auf, wonach der Ausschuss beraten würde, bevor die Ergebnisse an die Kandidaten bekannt gegeben würden. Das bedeutete, dass die Bewertung nicht vollständig fair und transparent war.
Ich fühlte mich ungerecht behandelt und witterte Diskriminierung, weil ich eine Eingewanderte war. Diese Erfahrung war zutiefst belastend und versetzte meinem Selbstwertgefühl einen schweren Schlag. Ich hatte gehofft, mich einer älteren Praktizierenden anvertrauen zu können, zu der ich ein gutes Verhältnis hatte, doch stattdessen erntete ich eine unerklärliche, wütende Standpauke, als hätte ich ihr irgendein Unrecht angetan. Dieser emotionale Schmerz verstärkte meine ohnehin schon vorhandene Frustration. Die doppelte Belastung war kaum zu ertragen. Ich erwog sogar, meine Studien ganz aufzugeben. Doch bald wurde mir klar: War dies nicht eine Prüfung im Hinblick auf meine Anhaftung an meinen Ruf und meine Gefühle? Mein Kummer rührte von einer Mischung aus gekränktem Stolz, dem Wunsch, das Gesicht zu wahren, und emotionalem Schmerz her. Ich kam nicht umhin zu erkennen, dass es an der Zeit war, diese Anhaftungen loszulassen.
Später begriff ich durch das Fa, dass es sich um eine Prüfung handelte, die darauf abzielte, mein Selbstwertgefühl auf einer tieferen Ebene zu erschüttern. Zuvor hatte ich das Gefühl gehabt, dass bei mir im Allgemeinen alles glattlief, was zu einer gewissen Selbstgerechtigkeit geführt hatte. Nachdem ich die Prüfung beim ersten Mal nicht bestanden und in meiner Kultivierung nicht vorankam, erkannte ich, dass ich bestimmte mentale Hürden in Bezug auf meinen Charakter noch nicht überwunden hatte. Ich ließ mein Bedürfnis, den Schein zu wahren, meine Angst vor Schwierigkeiten und Mühsal sowie meine Ungeduld, schnell Ergebnisse zu erzielen, hinter mir. Stattdessen konzentrierte ich mich darauf, fleißig zu lernen.
Einen Monat später bestand ich die Prüfung und erhielt mein Wirte-Patent. Nach den gesetzlichen Vorschriften in unserem Kanton hat die verantwortliche Person während mindestens 80 Prozent der Betriebszeiten im Restaurant anwesend zu sein. Da fast alle chinesischen Restaurantbesitzer in unserem Kanton mit der Lizenz einer anderen Person arbeiten, rieten mir viele dazu, meine Lizenz zu vermieten. Sie argumentierten, ich könne durch die Miete leichtes Geld verdienen, zusätzlich zur Pacht für die Räumlichkeiten, ohne im Restaurant arbeiten zu müssen – eine scheinbare Win-Win-Situation. Doch als Falun-Dafa-Jüngerin konnte ich absolut nichts Illegales tun. So blieb mir nur eine Möglichkeit: das Restaurant selbst zu führen, damit es nicht ungenutzt blieb. Ich war zunehmend davon überzeugt, dass der Meister dies für mich arrangiert hatte, auch wenn ich die tiefere Bedeutung zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz begriff.
Erst als ich die „Fa-Erklärung auf der Fa-Konferenz in Los Angeles“ las, verstand ich es.
Dort erklärt der Meister:
„Wenn viele Berufe und viele Fachbereiche Dinge sind, die aus ihren weit entfernten Lebenssystemen hierher geschafft worden sind, und wenn sich die Dafa-Jünger in so einer Umgebung kultivieren, nämlich es in jedem Beruf Dafa-Jünger gibt, die sich kultivieren, ist das nicht so, dass ihr sie mit diesem Fa berichtigt? Ist das nicht die Anerkennung von ihrer Existenz? Seid ihr dann nicht dabei, sie zu erretten?“ (Fa-Erklärung in Los Angeles City, 25.02.2006)
Dieses Fa beseitigte augenblicklich meine Unklarheiten. Es veranlasste mich dazu, die Arbeit mit größerer Ernsthaftigkeit zu betrachten, da mir bewusst wurde, dass es sich nicht bloß um einen gewöhnlichen Beruf handelte, sondern auch um einen Weg, um Lebewesen in dieser Dimension und den entsprechenden anderen Dimensionen zu erretten – und natürlich um einen wichtigen Teil meines eigenen Kultivierungsweges.
Unterscheidung zwischen der Kultivierung in der Fa-Berichtigung und der persönlichen Kultivierung
Die Gestaltung und Renovierung des Restaurants verliefen auf wundersame Weise reibungslos. Es war, als hätte der Meister alles für uns arrangiert. Mit minimalem Kosten- und Arbeitsaufwand gelang es uns, einen wunderschön gestalteten Raum zu schaffen, der allseits gelobt wurde. Manche Gäste vermuteten sogar, er sei von professionellen Designern eingerichtet worden.
Der Koch und seine Frau, die ich anfangs eingestellt hatte, stellten mich jedoch vor große Prüfungen in Bezug auf Ruhm, persönlichen Gewinn und Gefühlsduselei. Als der Koch zu den Probearbeiten kam, griff er mich sofort an. Mein Mann meinte, wenn er schon vor Arbeitsbeginn so wütend werde, würde ich die Zusammenarbeit mit ihm wohl kaum bewältigen können. Ich lächelte und sagte: „Das spielt keine Rolle. Er hatte seine Gründe für den Ärger, es geschah nicht aus Bosheit.“ Außerdem gab es zu diesem Zeitpunkt keinen geeigneteren Koch und seine Wutausbrüche waren eine Prüfung für meine Nachsicht. Ich dachte mir, dass er ja nicht jeden Tag wütend sein würde. Später stellte ich jedoch fest, dass er seine Emotionen nicht unter Kontrolle halten konnte. Mindestens einmal täglich kam es zu einem kleineren Ausbruch und alle paar Tage zu einem heftigeren. Er hatte zudem die Angewohnheit, im Zorn Dinge zu zertrümmern. Unsere frisch gefertigten Holztischplatten wiesen schon nach zwei Tagen an mehreren Stellen Dellen auf. Ich versuchte, ruhig mit ihm zu reden, doch er wollte überhaupt nicht zuhören. Wenn ihm zum Beispiel bei einer Bestellung ein Fehler unterlief, weigerte er sich, diesen zuzugeben, und fuhr uns stattdessen an. Ganz gleich, wie unvernünftig er sich verhielt, ich behielt im Sinn, dass ich eine Dafa-Kultivierende bin, und versuchte, ruhig zu bleiben und ihn in einem sanften Ton zu ermahnen. Einmal sagte er zu seiner Frau: „Du solltest dir ein Beispiel an der Chefin nehmen. Schau nur, wie sanftmütig sie ist. Selbst wenn ich die Beherrschung verliere, lässt sie sich nicht aus der Ruhe bringen.“
Ich blickte nach innen und fragte mich, warum ich in eine solche Situation geraten war. Ich erkannte, dass er stark von der „Parteikultur“ geprägt ist. Daher fragte ich mich, ob auch ich Elemente dieser Parteikultur noch in mir trug – etwa eine Mentalität des Kampfes, einen Mangel an Mitgefühl, wodurch ich das Böse in ihm nicht auflösen konnte, die Unwilligkeit, eigene Fehler einzugestehen, oder der Wunsch, das Gesicht zu wahren. Nach einiger Zeit wurde mir klar, dass ich das Aussenden aufrichtiger Gedanken möglicherweise nicht ernst genug genommen hatte. Dies hatte es dem bösen Geist der Partei in ihm ermöglicht, zu erstarken.
Als ich das Aussenden aufrichtiger Gedanken intensivierte, bemerkte ich einen deutlichen Rückgang seiner Wutausbrüche. Ich spürte, dass er seine Emotionen nun besser im Griff hatte. Doch wann immer ich viel zu tun hatte und bei den aufrichtigen Gedanken nachließ, verlor er erneut die Beherrschung. Einmal geriet er in der Küche in einen heftigen Streit mit seiner Frau, wobei er Töpfe zertrümmerte und Pfannenwender umherwarf, sodass Gäste erschraken und fortgingen. Das machte mich wirklich wütend. Es schien mir, als sei er nur da, um Unruhe zu stiften. Später entdeckte ich, dass er nicht nur ein schlechtes Temperament, sondern auch einen miserablen Charakter hatte. Im Grunde war er ein Rowdy und ein Schurke. Da seine Frau jedoch ständig versuchte, die Wogen zu glätten, und ich aus persönlicher Rücksicht zögerte, sah ich davon ab, ihnen zu kündigen.
Bekannte aus der Gastronomie rieten mir zwar, die beiden sofort zu entlassen, doch ich empfand diese Situation als Teil meiner eigenen Kultivierung. Ich fragte mich, ob eine Kündigung bedeuten würde, eine Xinxing-Prüfung nicht bestanden zu haben. Ich wollte ihm noch eine Chance geben und die ganze Angelegenheit als Gelegenheit betrachten, meine Xinxing zu erhöhen. Dennoch zehrten die ständigen Unruhen an meinen Kräften. Zeitweise litt ich unter Schlaflosigkeit, und mein psychischer Zustand verschlechterte sich zunehmend.
Eines Tages sagte mein Mann, der ebenfalls praktiziert, zu mir, dass es so nicht weitergehen könne. Schließlich ging es nicht mehr um die persönliche Kultivierung, sondern um die Kultivierung in der Zeit der Fa-Berichtigung, und die beiden störten meine Kultivierung und die Errettung von Menschen. Er gab zu bedenken, dass der Koch zu jener Sorte Mensch gehöre, die einen Freund für einen geringen Gewinn verraten würde; was wäre, wenn die bösartige Kommunistische Partei (KPC) ihm Vorteile geboten hätte, damit er uns während der Shen-Yun-Tournee stören würde? Diese Bemerkungen waren für mich ein Weckruf, und ich beschloss, ihn zu entlassen. Als ich noch unsicher war, wann ich den beiden kündigen sollte, meldete sich jemand bei mir, der früher Falun Dafa praktiziert hatte und den Koch gut kannte. Er riet mir dringend, den Koch sofort zu entlassen. Er warnte mich, dass es sehr problematisch werden könne, wenn ich noch eine Woche warten würde – womit die dreimonatige Beschäftigungsdauer erreicht gewesen wäre.
Er enthüllte mir, dass der Koch bereits vorbestraft war; unter anderem hatte er einem früheren Chef heißes Öl über den Kopf gegossen. Er hatte eine Vorgeschichte verschiedener Straftaten sowie eine Neigung zu wiederholtem Diebstahl. Dieser Mann hatte sich gemeldet, weil er gehört hatte, dass ich Falun Dafa praktizierte, und mich daher für einen guten Menschen hielt und mir helfen wollte. Ich empfand dies als eine wahrhaft barmherzige Fügung des Meisters. Sofort setzte das Kündigungsschreiben auf und entließ ihn.
Ich hatte geglaubt, ich würde materiellem Gewinn keine allzu große Bedeutung beimessen, doch das erste Paar, das ich als Köche engagierte, lehrten mich eines Besseren. Da mir Erfahrung in der Gastronomieführung fehlte und ich zu jenem Zeitpunkt keinen geeigneten Buchhalter finden konnte, hatte ich die Lohnbedingungen nicht klar festgelegt; infolgedessen nahm das Paar am Ende mehr Geld an sich, als ihnen eigentlich zustand. Da mir die Räumlichkeiten gehörten, war der finanzielle Druck glücklicherweise nicht erdrückend, sodass ich beschloss, die Sache auf sich beruhen zu lassen – auch deshalb, weil ich die Unklarheit als mein eigenes Versäumnis betrachtete. Als unsere Zusammenarbeit schließlich endete, forderten sie jedoch unter verschiedenen Vorwänden eine zusätzliche Vergütung. Die Frau verließ den Betrieb drei Wochen vor ihrem Mann, weshalb ich zunächst ihre Abrechnung beglich. Ich hatte sie anfangs vollständig ausbezahlt – einschließlich aller ausstehenden Löhne und des Urlaubsgeldes –, und sie hatte den Empfang quittiert. Doch nur zwei Tage später behauptete sie, ich hätte bestimmte sogenannte Überstundenvergütungen zu niedrig berechnet. Tatsächlich lief das Geschäft zu Beginn schleppend; wir schlossen oft schon früh am Abend, und da ihr die Erfahrung fehlte, erledigte ihr Mann fast die gesamte Arbeit. Sie verbrachte 90 % ihrer Zeit damit, einfach nur dazusitzen und sich mit mir zu unterhalten. Dass sie die Dreistigkeit besaß, Überstundenvergütung zu verlangen, ließ mein Herz schneller schlagen und mein Gesicht heiß werden.
Plötzlich erinnerte ich mich an die Worte des Meisters im Zhuan Falun:
„Wenn es um deine Interessen geht, ziehst du bei klarem Verstand den Kürzeren. Wenn andere deine Vorteile an sich reißen, kämpfst und streitest du nicht darum wie die anderen. Bei allen verschiedenen Störungen deiner Xinxing wirst du benachteiligt. In dieser schwierigen und leidvollen Umgebung stählst du deinen Willen und erhöhst deine Xinxing, und unter dem Einfluss aller schlechten Gedanken der gewöhnlichen Menschen kannst du herausragen.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 398)
Ich sagte mir, dass dies eine Gelegenheit sei, meine Anhaftung an persönlichen Gewinn loszulassen – in dem Bewusstsein, dass man nichts gewinnen kann, ohne etwas zu verlieren. Also zahlte ich ihr einen zusätzlichen Betrag von über tausend Schweizer Franken und ließ sie ein Dokument unterzeichnen, das bestätigte, dass alle ausstehenden Forderungen vollständig beglichen waren. Nachdem wir mit ihr abgerechnet hatten, weigerte sie sich, in ihre eigene Unterkunft zurückzukehren, und blieb stattdessen in den Personalräumen über dem Restaurant. In dieser Zeit bemerkte ich, wie sie in den Räumen heimlich mein Rindfleisch und andere Zutaten aß, während der Koch uns nur die billigsten Produkte oder Abfälle servierte – das Essen war so schlecht, dass mein Mann sich einmal fast übergeben musste. Wir betrachteten dies als Gelegenheit, unseren Charakter zu verbessern und unsere Anhaftung an das Essen loszulassen; außerdem blieb er nur noch bis zum Monatsende, sodass wir dachten, wir könnten es durchstehen. Etwa eine Woche später reiste die Frau des Kochs endlich ab. Ich dachte, ich würde sie nun nie wiedersehen, doch keine Woche später ließ sie mir über ihren Mann ausrichten, ich hätte ihre Überstunden zu niedrig vergütet, und forderte die Differenz. Diesmal sprach ich streng mit dem Koch: „Übertreib es nicht und nutze meine Geduld nicht aus; ich werde ihr keinen einzigen Cent mehr geben!“ Kaum hatte ich das gesagt, wurde mir klar, dass ich meine Xinxing nicht bewahrt hatte. Als ich mit meinem Mann – der ebenfalls Praktizierender ist – darüber sprach, erkannte ich, dass ich Groll und ein Gefühl der Ungerechtigkeit in mir trug. Wir hatten drei Monate lang Seite an Seite mit ihnen gearbeitet und uns am meisten angestrengt, doch ich hatte keinen Cent Lohn erhalten, während sie sich vor der Arbeit gedrückt und das Geld eingesteckt hatten... Mein Mann riet mir: „Lass es los; nichts geschieht zufällig.“ Ich stimmte ihm zu; vielleicht schuldete ich ihnen etwas aus einem früheren Leben. Außerdem war dies eine gute Gelegenheit, meine Anhaftung an persönlichen Gewinn loszulassen – wie sonst hätte ich in den Himmel gelangen können? Bei diesem Gedanken verspürte ich Erleichterung. Einige Tage später kam die Frau, um das Geld zu holen, und wir zahlten ihr ruhig die Differenz – das dritte Mal, dass wir das taten. Als der Koch am Monatsende ging, wandte ich dieselbe Berechnungsmethode an, um auch ihm eine Nachzahlung zu leisten, doch diesmal empfand ich keinerlei emotionale Unruhe im Inneren. Vor seiner Abreise stahl und beschädigte er etliche unserer Sachen, aber ich betrachtete dies einfach als das Begleichen einer Schuld. Nicht nur der Koch, auch einige Gäste versuchten uns auszunutzen. So nutzten beispielsweise einmal eine Mutter und ihre Tochter das automatisierte QR-Code-Zahlungssystem, um nur für das Essen einer Person zu bezahlen, bevor sie sich heimlich davonmachten. Als ich begriff, was geschehen war, waren sie bereits verschwunden. Da ich wusste, dass sie Einheimische waren, und ich ihnen nicht wegen des Geldes hinterherlaufen wollte, prägte ich mir lediglich ihr Aussehen ein. Einige Zeit später kamen sie erneut ins Restaurant. Normalerweise tue ich mich schwer, sich Gesichter von Westlern zu merken – doch erkannte sie sofort wieder und machte sogar die Bedienung auf sie aufmerksam. Unmittelbar danach wurde mir jedoch ein Problem bewusst: „Warum hatte ich sie so genau in Erinnerung behalten? Es schien auf Groll und dem Wunsch zu beruhen, einen persönlichen Verlust zu vermeiden “ Sobald mir das klar wurde, konnte ich mich nicht mehr an ihre Gesichter erinnern.
Im Bestreben, den Maßstäben eines Dafa-Jüngers in der Zeit der Fa-Berichtigung zu entsprechen
Dank der barmherzigen Gnade des Meisters fanden wir auf wundersame Weise unseren jetzigen Koch. Er wurde mir unabhängig voneinander von drei Mitpraktizierenden aus verschiedenen Ländern empfohlen. Obwohl er Falun Dafa nicht praktiziert, hat er die Dafa-Bücher gelesen, nimmt gelegentlich an unseren gemeinsamen Übungen im Freien teil, unterstützt Dafa nachdrücklich, ist entschiedener Antikommunist und besitzt einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Obwohl er erst spät, mit über vierzig Jahren, Koch gelernt hat, übertreffen seine kulinarischen Fähigkeiten bei weitem die seines Vorgängers – der von sich behauptet hatte, auf dem Niveau eines Michelin-Sterns zu kochen –, was mir viele Sorgen erspart hat. Das Geschäft hat sich einigermaßen stabilisiert. Aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten in der Gastronomie konnte ich jedoch die Medienprojekte, an denen ich zuvor beteiligt war, nicht fortführen.
Dennoch nutzte ich jede Gelegenheit, um mit unseren Gästen über Falun Dafa zu sprechen. Einmal kam ein Abgeordneter des Kantonsparlaments mit seiner Familie zum Essen. Wir unterhielten uns lange und er nahm erfreut eine Broschüre über Falun Dafa entgegen. Ich hänge nicht stark daran, ob das Geschäft gut oder schlecht läuft. Ich halte mich einfach an die Lehre des Meisters: Wenn man etwas tut, sollte man es gut machen, andernfalls sollte man es ganz lassen. Daher bemühe ich mich, eine kompetente Geschäftsinhaberin zu sein, um Verbindungen zu weiteren Lebewesen zu knüpfen, während ich mich ständig daran erinnere:
„Handeln ohne trachten“ (Im Dao, 4.01.1996, in: Hong Yin)
Ich nehme die geschäftlichen Schwankungen gelassen hin und stelle täglich die „drei Dinge“ über alles andere.
Da ich an weniger Projekten für Dafa teilnehmen kann als früher, fragte ich mich, ob ich bei der Kultivierung zurückgeblieben sei. Durch das Fa-Lernen habe ich erkannt, dass meine Aufgabe darin besteht, auf meinem gegenwärtigen Weg die „drei Dinge“ gut zu erfüllen, während ich beständig den Kultivierungsweg einer Dafa-Jüngerin in der Zeit der Fa-Berichtigung gehe.
Dies sind meine jüngsten, noch oberflächlichen Kultivierungserfahrungen in der gewöhnlichen Gesellschaft. Falls etwas nicht angemessen ist, bitte ich um Korrektur.
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