(Minghui.org) Eine 70-jährige Frau aus der Stadt Zhangjiakou, Provinz Hebei, wurde am 10. September 2026 wegen ihres Glaubens an Falun Gong festgenommen.
Vier Beamte der Polizeiwache Xinhua-Straße nahmen Liu Ying in ihrer Wohnung fest. Ihre Familie erhielt keine Auskunft darüber, wo sie festgehalten wurde.
Liu begann im September 1994, Falun Gong zu praktizieren. Seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 geriet sie wiederholt ins Visier der Behörden. Ihr Ehemann litt unter dem enormen psychischen Druck, den die Verfolgung mit sich brachte. Schließlich hielt er diesem Druck nicht mehr stand und nahm sich am 20. Mai 2007 das Leben.
Zwei Festnahmen in 2000
Liu wurde erstmals am 17. Juli 2000 festgenommen, als sie in einem örtlichen Kino arbeitete. Sie wurde zunächst zur Polizeidienststelle des Kreises Zhangbei gebracht und anschließend in die dortige Haftanstalt überführt, wo sie neun Tage lang festgehalten wurde. Die Polizei erpresste 5.000 Yuan (etwa 670 Euro) von ihrem Ehemann.
Am 5. Oktober 2000 reiste Liu nach Peking, um sich für das Recht einzusetzen, Falun Gong zu praktizieren. Am nächsten Morgen wurde sie auf dem Platz des Himmlischen Friedens festgenommen und in ihre Heimatregion zurückgebracht. Anschließend hielt man sie 54 Tage lang in der Haftanstalt der Stadt Zhangjiakou fest. Für ihren „Aufenthalt“ stellte ihr die Haftanstalt 750 Yuan (etwa 100 Euro) in Rechnung. Darüber hinaus erpressten Beamte der Polizeiwache Qiaoxi weitere 5.000 Yuan von ihrem Ehemann.
Nach ihrer Freilassung untersagte ihr Arbeitgeber, das Kulturamt der Stadt Zhangjiakou, ihr, ihre berufliche Tätigkeit wieder aufzunehmen, und stellte ihre Gehaltszahlungen für zweieinhalb Monate ein. Zudem wurde sie von ihrer Position als stellvertretende Leiterin auf einen niedrigeren Posten versetzt und von der jährlichen Gehaltserhöhung ausgeschlossen.
2001 zur Teilnahme an zwei Gehirnwäscheverfahren gezwungen
Liu wurde im Januar 2001 festgenommen und sechs Tage lang in einer Gehirnwäsche-Einrichtung festgehalten.
Unmittelbar nachdem sie am 10. Mai 2001 gegen Mitternacht ihre Arbeit verlassen hatte, wurde Liu von Mitarbeitern des Nachbarschaftskomitees festgenommen und drei Tage lang in Gewahrsam gehalten. Das Nachbarschaftskomitee stellte ihr zudem 170 Yuan (etwa 23 Euro) für die Verpflegung in Rechnung.
Am 19. August 2001 drangen fünf Beamte in Lius Wohnung ein und brachten sie in eine weitere Gehirnwäsche-Einrichtung. Ihr Arbeitgeber wurde gezwungen, für die elf Tage ihres dortigen „Aufenthalts“ mehr als 1.700 Yuan (etwa 227 Euro) zu zahlen.
Eine weitere Festnahme in 2004
Am 20. Dezember 2004 gegen 20:30 Uhr wurde Liu erneut an ihrem Arbeitsplatz festgenommen. Die Polizei durchsuchte sowohl ihr Büro als auch ihre Wohnung und beschlagnahmte ihre Falun-Gong-Bücher, Radios, ein Tonbandgerät sowie eine Taschenlampe.
Am nächsten Tag wurde Liu in die Haftanstalt Zhangshi eingeliefert. Fünfzehn Tage später hat man sie in die Gehirnwäsche-Einrichtung Shalingzi verlegt, wo sie weitere 23 Tage festgehalten wurde. Die Polizei erpresste von ihrem Mann eine Summe von 8.000 Yuan (etwa 1.100 Euro).
Inhaftierung vor den Olympischen Spielen in Peking
Am 20. Juli 2008, nur wenige Wochen vor den Olympischen Sommerspielen in Peking, wurde Liu erneut festgenommen und 67 Tage lang in der Gehirnwäsche-Einrichtung Zhangshi – auch bekannt als „Schule für Rechtsbildung Zhangshi“ – festgehalten.
Als Liu am 24. September freigelassen wurde, weigerte sich das Nachbarschaftskomitee, ihr den beschlagnahmten Ausweis zurückzugeben.
Schikanen und Festnahme in 2015
Am Abend des 18. Juni 2015 drangen mehrere Beamte der Polizeiwache Xinhua-Straße in Lius Wohnung ein. Nachdem Liu sie aufgefordert hatte, sich nicht an der Verfolgung zu beteiligen, verließen sie die Wohnung wieder.
Am 25. Juni 2015 drangen erneut Polizeibeamte, diesmal von der Polizeiwache Qiaoxi, in Lius Wohnung ein und nahmen sie fest. Anschließend wurde sie zehn Tage lang in der Haftanstalt Shisanli festgehalten.
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