(Minghui.org) Ich wurde in einem kleinen Bergdorf geboren. Als einziges Mädchen in der Familie wurde ich bereits in jungen Jahren verwöhnt und verhätschelt. Da ich groß war und gut aussah sowie eine schöne Figur hatte, benahm ich mich später anderen gegenüber arrogant, anspruchsvoll und herablassend. Nach meiner Heirat kümmerte sich mein Mann um alles. Da ich mir um nichts Sorgen machen musste und er besonders beschützend und fürsorglich war, ging es mir gut.
1996 kam mein Mann bei einer plötzlichen Überschwemmung ums Leben. Zurückgelassen mit zwei Kindern, ohne finanzielle Unterstützung durch Verwandte und ohne eigenes Einkommen, befand ich mich in einer verzweifelten Lage. Die alleinstehenden Männer, die mir als mögliche Ehepartner vorgestellt wurden und die ansonsten gut zu mir gepasst hätten, waren nicht bereit, meine beiden Kinder aufzunehmen. Über ein Jahr lang durchlebte ich mit meinem achtjährigen Sohn und meiner neun Monate alten Tochter viele Schwierigkeiten und Entbehrungen. Schließlich sah ich keinen anderen Ausweg, als einen Mann zu heiraten, der etwa 50 Kilometer entfernt in einem staatlichen Forstbetrieb arbeitete. Er hatte eine feste Anstellung, sah gut aus und war ungefähr in meinem Alter, war jedoch geistig beeinträchtigt.
Nach unserer Heirat stellte ich fest, dass alles, was mein Mann tat und sagte, für mich eine Qual war. Nach dem Toilettengang reinigte er sich oft nicht richtig, sodass seine Unterwäsche verschmutzt war. Häufig wusch er sich weder das Gesicht noch die Hände. Außerdem hatte er ein aufbrausendes Temperament, hörte auf niemanden und vertrug keine Kritik. Da ich selbst großen Wert auf Sauberkeit lege, ungeduldig und leicht reizbar bin, fiel es mir unerträglich schwer, mit jemandem zusammenzuleben, der diese schlechten Angewohnheiten hatte. Es war unmöglich, vernünftig mit ihm reden. Daher überlegte ich, ihn zu verlassen.
Doch angesichts meiner ausweglosen Lage wurde mir klar, dass ich nirgendwohin gehen konnte und alles ertragen musste. Innerhalb weniger Monate verfiel ich in eine tiefe Depression und litt sogar unter einer Besessenheit durch einen Geist. Schließlich kam es so weit, dass ich mich nicht mehr selbst versorgen konnte. Wenn ich mich entschließen würde, meinem Leben ein Ende zu setzen, was würde dann aus meinen beiden Kindern werden? Zugleich hatte ich das Gefühl, nicht mehr weiterleben zu können.
Gerade als ich glaubte, keinen Ausweg mehr zu haben, schlug mir im April 1998 ein Verwandter vor, Falun Dafa auszuprobieren. Sobald ich mit dem Praktizieren begann, normalisierte sich mein psychischer Zustand wieder und die durch die Besessenheit verursachten Symptome verschwanden.
Am nächsten Tag erhielt ich ein Exemplar des Zhuan Falun. Als ich es las, erfüllte mich eine unbeschreibliche Begeisterung, und ich spürte, dass dies genau das war, worauf ich gewartet hatte. Zudem verstand ich, dass die eigentliche Ursache all meines Leidens meine karmische Vorgeschichte aus unzähligen Leben war. Durch die Ehe mit meinem jetzigen Mann kam ich mit diesem Fa in Berührung, und dafür sollte ich ihm dankbar sein. Wenn man bedenkt, dass er in meiner schwierigsten Zeit in mein Leben trat – und dass sein Verdienst aus der einfachen körperlichen Arbeit, die er an seinem Arbeitsplatz verrichtet, ausreichte, um uns zu versorgen –, war er für mich und meine Kinder wahrlich ein Wohltäter. Deshalb sollte ich ihn gut behandeln.
Während ich das Fa weiter lernte und die Übungen praktizierte, gewann ich allmählich ein besseres Verständnis der Lehre und lernte Gedichte aus Hong Yin I - III auswendig. Auch „Essentielles für weitere Fortschritte I “ lernte ich auswendig. Ich vertiefte mich jeden Tag in die Lehre von Dafa und die Kultivierung. Mit Worten lässt sich nicht beschreiben, wie glücklich ich mich schätzte, Dafa erhalten zu haben.
Als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) am 20. Juli 1999 begann, Falun Dafa zu verfolgen, machte ich mich auf den Weg nach Peking, um mich für Falun Dafa einzusetzen. Es waren der Meister und Dafa, die mich gerettet hatten, mir beigebracht hatten, ein guter Mensch zu sein, und mir Erkenntnisse offenbart hatten, die gewöhnliche Menschen niemals erfahren können. Daher bin ich unglaublich glücklich, diesem Dafa begegnet zu sein – einer Lehre, die so selten ist, dass sie nur einmal in Zehntausenden von Jahren verbreitet wird –, und ich werde niemals zulassen, dass ein so wunderbarer Meister und ein so wunderbares Dafa verleumdet werden. Als wir Shanhaiguan erreichten, wurden viele andere Praktizierende aus verschiedenen Regionen und ich aufgegriffen und aus dem Zug gebracht.
In den Monaten nach meiner Rückkehr nach Hause widmete ich mich dem Auswendiglernen der Schriften, die ich zuvor bereits auswendig gelernt hatte, erneut und begann zum zweiten Mal, das Zhuan Falun abzuschreiben. Andere Praktizierende fuhren nach Peking, um dort zu appellieren. Im November wollten wir zu dritt nach Peking reisen. Die beiden anderen befürchteten jedoch, dass ich noch Bedenken haben könnte, und fuhren deshalb einen Tag früher los. Ich selbst hatte vor, am dritten Tag mit meiner fünfjährigen Tochter aufzubrechen. Gerade als ich mich auf den Weg machen wollte, begegnete ich einem Praktizierenden, der soeben aus Peking zurückgekehrt war. Dieser Praktizierende warnte mich: „Die Lage ist äußerst gefährlich – vielleicht haben sie dort sogar Maschinengewehre!“ Ohne einen Moment zu zögern, antwortete ich: „Selbst wenn sie Maschinengewehre hätten, würde ich nicht einmal mit der Wimper zucken.“
Damals stieg ich in einen Bus und machte mich auf den Weg nach Peking, um für Dafa einzutreten. Als ich die Stadt erreichte, musste ich auf einen Nachtzug warten, um meine Reise fortzusetzen. An diesem Abend begann meine Tochter zu weinen und wollte unbedingt nach Hause. Als ich am Bahnhof in die Menge fremder Gesichter blickte, fragte ich mich, wie es meinem Sohn wohl ginge, wie mein geistig beeinträchtigter Mann ihn behandelte und ob ich überhaupt noch ein Zuhause hatte, in das ich zurückkehren konnte. Bei diesen Gedanken zog sich mir vor Schmerz das Herz zusammen. Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten und hatte das Gefühl, keinen Schritt mehr weitergehen zu können.
In diesem Moment erinnerte ich mich an etwas, das der Meister gesagt hatte:
„Wenn die Illusionen vorbei sind, auf die du nicht verzichten konntest, wirst du begreifen, was du verloren hast.“ (Kultivierung nach der Pensionierung, 13.10.1995, in Essentielles für weitere Fortschritte I)
Sofort wurde mir alles klar: Die alten Mächte versuchten, meine Anhaftung an meinen Sohn auszunutzen, um mich daran zu hindern, das Fa zu bestätigen. Ich durfte mich nicht täuschen lassen. Meine aufrichtigen Gedanken kamen zum Vorschein. Unter der Führung und dem Schutz des Meisters stieg ich mitten in der Nacht in einen Zug nach Peking und schaffte es, die strengen Sicherheitskontrollen zu passieren. Als ich aus dem Zug stieg, fuhr ich mit der U-Bahn weiter – mal führte ich meine Tochter an der Hand, mal trug ich sie –, bis ich schließlich am Tiananmen-Platz ankam.
Während ich mich mit Mitpraktizierenden aus einer anderen Region unterhielt, kam die Polizei, drängte uns alle in ein Polizeifahrzeug und fuhr uns zu einer Haftanstalt. Anschließend wurde ich der Polizei meiner Region übergeben und 27 Tage lang rechtswidrig inhaftiert. Mein Arbeitgeber verhängte zudem eine Geldstrafe von 9.000 Yuan (etwa 120 Euro) gegen mich – damals eine beträchtliche Summe. Da ich kein Geld hatte, erfolgte die Zahlung in Raten – jeweils die Hälfte des Monatsgehalts meines Mannes von 500 bis 600 Yuan (etwa 75 - 80 Euro) –, bis der gesamte Betrag beglichen war.
Meine Tochter kam in den Kindergarten. Aufgrund unserer sehr angespannten finanziellen Lage nahm ich eine Stelle in einer privaten Fabrik an. Die Arbeit war körperlich sehr anstrengend; ich kam erst sehr spät von der Arbeit nach Hause und musste mich dann noch um den gesamten Haushalt und die familiären Angelegenheiten kümmern. Da mir sowohl die Zeit als auch die körperliche Energie fehlten, konnte ich nicht am gemeinsamen Fa-Lernen teilnehmen. Glücklicherweise brachten mir andere Praktizierende Exemplare der Minghui Weekly.
Ich vergesse nie, dem Meister dabei zu helfen, Menschen zu erretten. Wann immer ich einer Person begegne, mit der ich eine Schicksalsverbindung habe, erkläre ich ihr, was Dafa ist. Manchmal nutze ich die Pausen in der Fabrik, um gemeinsam mit anderen Praktizierenden Informationsmaterialien zu verteilen und die wahren Umstände von Falun Dafa und der Verfolgung zu erläutern. Zum Jahresende verteile ich Kalender mit den Informationen über Falun Dafa. Wenn ich welche übrig habe, bringe ich sie mit in die Fabrik, um sie meinen Kollegen zu geben.
Während der Arbeit rezitiere ich still das Fa
Im Jahr 2016 war ich mit dem Zug unterwegs, um meine Kinder in der Stadt zu besuchen. Mein Sitzplatz befand sich zufällig direkt neben dem Abteil der Zugpolizei, aber es gelang mir dennoch, die Menschen neben mir und mir gegenüber zum Parteiaustritt aus der KPCh zu bewegen. Die Fahrgäste auf der anderen Seite des Ganges saßen entweder nach vorne gebeugt da oder hatten sich mit geschlossenen Augen in ihren Sitzen zurückgelehnt. Ich verließ meinen Sitzplatz und hockte mich in den Gang, um mit einer über vierzigjährigen Frau sprechen zu können – der einzigen Person, die noch am Gang saß und uns beobachtete –, und ermutigte sie, aus der KPCh auszutreten. Gerade als ich zu meinem Platz zurückkehrte, kam ein großer Polizist mit seinem Handy in der Hand heraus. Er stand in der Tür und musterte den Waggon mit strengem Blick. Augenblicklich sandte ich aufrichtige Gedanken aus. Einen Moment später drehte er sich um und ging weg. Ich wusste, dass der Meister mich beschützt hatte.
Als ich auf meiner Rückreise am Stadtbahnhof auf den Zug wartete, überkam mich ein tiefes Gefühl der Trauer, als ich auf die riesige Menschenmenge blickte. So viele kostbare Leben werden von der KP vergiftet – wie bedauernswert sie doch sind! Auch wenn ich in diesem Moment nicht viele Menschen erreichen konnte, nahm ich mir vor, die Gelegenheit, den Menschen direkt neben mir zu helfen, auf keinen Fall zu verpassen. Mir fielen über ein Dutzend bewaffnete Polizisten auf, die offenbar unter den sitzenden Fahrgästen etwas überprüften.
Sie waren nur wenige Schritte entfernt – was sollte ich tun? Sollte ich es riskieren und den Menschen in meiner Nähe die Fakten erklären? Ein felsenfester, aufrichtiger Gedanke stieg aus den Tiefen meines Herzens empor: „Ich habe den Meister und das Fa. Es gibt nichts zu fürchten.“ Die Fakten zu erklären, um Menschen zu erretten, ist meine Mission – ich muss sie erretten. Mit nur wenigen kurzen Sätzen gelang es mir, den Mann und die Frau, die zu meiner Rechten und Linken saßen – beide um die 50 –, davon zu überzeugen, ihre Mitgliedschaft in der Partei aufzugeben.
Im Jahr 2017 durchlebte ich ein schweres Krankheitskarma. Es begann mit etwas, das wie eine Erkältung und Fieber aussah, doch der Zustand verschlechterte sich rasch: Mein ganzer Körper schmerzte, und ich litt unter anhaltendem, unkontrollierbarem Husten, der mir qualvolle Schmerzen in der Brust bereitete und mir das Atmen erschwerte. Innerhalb von drei Tagen hatte ich meine absolute Grenze erreicht – bis zu dem Punkt, an dem ich das Gefühl hatte, überhaupt nicht mehr atmen zu können.
Aufgrund meiner langen Arbeitszeiten konnte ich nur selten am gemeinsamen Fa-Lernen teilnehmen. Auch für das eigene Fa-Lernen fand ich kaum Zeit. Dadurch blieb ich sowohl in meiner Xinxing als auch in meinem Erkenntnisvermögen zurück. Meine Arbeit am Fließband in der Fabrik wurde nach Akkord bezahlt.Wie ein gewöhnlicher Mensch strebte ich plötzlich immer stärker nach materiellen Vorteilen und arbeitete bis zur Erschöpfung, um möglichst viel Geld zu verdienen. Meine Kultivierung wies gravierende Lücken auf, doch das erkannte ich nicht. Schließlich, als ich das Gefühl hatte, gleich zu ersticken, kam mir ein menschlicher Gedanke: „Ich fürchte den Tod nicht, aber was würde aus meinem Mann und meinen beiden Kindern werden, die keine Unterstützung von außen hatten und noch nicht ganz auf eigenen Beinen standen? Ich durfte nicht sterben.“ Ich ertrug die starken Schmerzen, stand auf, zog meinen Mantel an und ging in eine Klinik.
Der Arzt sagte: „Sie haben durch das Fieber eine Lungenentzündung bekommen. Sie benötigen mindestens eine Woche lang Infusionen.“ Obwohl sich meine Atmung verbesserte, hustete ich immer noch unaufhörlich und hatte Brustschmerzen. In der Situation konnte ich nicht zur Arbeit gehen und beantragte deshalb eine Freistellung. Da ich erkannte, dass meine Kultivierung zu kurz gekommen war, ging ich an jenem Abend zu einer Fa-Lerngruppe, um gemeinsam mit anderen Praktizierenden das Fa zu lesen. Durch unsere Diskussion vertiefte sich mein Verständnis, und bereits nach zwei Tagen intravenöser Behandlung brauchte ich nicht mehr in die Klinik zu gehen.
So erkannte ich, dass ich mich zu sehr im Streben nach persönlichem Gewinn verstrickt hatte und dass ich in meiner Kultivierung schnell aufholen musste. Außerdem nahm ich abends am gemeinsamen Fa-Lernen teil. Tagsüber nutzte ich mein Motorrad – ich war die Einzige unter uns, die damit fahren konnte –, um Praktizierende in verschiedene Dörfer zu bringen, damit sie den Menschen die Fakten erläutern, Informationsmaterialien verteilen und Plakate aufhängen konnten – die Menschen sollten schließlich gerettet werden. Als die falsche Erscheinung des „Krankheitskarmas“ anhielt, ließ ich meine menschlichen Anschauungen einfach los und widmete mich voll und ganz meiner Kultivierung. Oft rezitierte ich die Worte des Meisters:
„Wenn es schwer zu ertragen ist, versuch doch mal, es zu ertragen. Wenn es unmöglich erscheint oder man glaubt, dass es nur schwer möglich ist, versuch es mal und schau, ob es tatsächlich unmöglich ist oder nicht.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 480)
Eines Tages erwähnte ein Mitpraktizierender, dass er das Zhuan Falun auswendig lerne und bereits die vierte Seite erreicht habe. Ich hatte oft in der Minghui Weekly gelesen, wie andere Praktizierende das Zhuan Falun auswendig lernten. Ich dachte immer: „Obwohl mein Gedächtnis nicht schlecht ist, kann ich mir nicht vorstellen und ich halte es auch nicht für möglich, ein so umfangreiches Buch auswendig zu lernen. Außerdem habe ich eine Arbeit, daher habe ich einfach keine Zeit dafür.“
Oft träumte ich, dass ich zu spät zur Arbeit oder zur Schule kam oder mein Motorrad nicht finden konnte, um dorthin zu gelangen. Dabei erkannte ich, dass ich in meiner Kultivierung nachgelassen hatte. Als ich hörte, wie ein Mitpraktizierender davon sprach, das Fa auswendig zu lernen, wurden meine aufrichtigen Gedanken geweckt, und ich begann ohne einen Moment zu zögern, das Fa auswendig zu lernen. Ab dem 1. Juni 2017 – und unter der Voraussetzung, dass meine anderen Verpflichtungen nicht vernachlässigt wurden – hatte ich bis zum 21. November desselben Jahres das Zhuan Falun einmal auswendig gelernt. Mein Krankheitskarma verschwand vollständig und ich konnte wieder zur Arbeit gehen.
Seit ich meinen einfältigen Mann geheiratet hatte, sagten mir unzählige Menschen, dass ich für ihn viel zu schade sei. Alle gingen davon aus, dass ich ihn verlassen würde, sobald unsere Kinder erwachsen wären. Niemand glaubte, dass ich bei ihm bleiben würde. Im Laufe der Jahre bemerkten die Menschen in unserer Wohnanlage jedoch, dass ich nicht nur bei ihm geblieben war, sondern mich auch weiterhin liebevoll um ihn kümmerte. Ich achtete stets darauf, dass er sauber und ordentlich gekleidet war und ein gepflegtes Äußeres hatte. Nach und nach begannen sie, mich als gutherzigen und freundlichen Menschen zu loben. Andere Praktizierende und ich erklärten ihnen: „Ich praktiziere Falun Dafa. Deshalb werde ich meinen Mann nicht verlassen, sondern mich weiterhin gut um ihn kümmern. Ohne Falun Dafa wäre ich schon längst gegangen, denn ich hätte diese Situation unmöglich ertragen können. Selbst wenn ich geblieben wäre, hätte ich mich gewiss nicht so hingebungsvoll und gewissenhaft um ihn gekümmert wie heute.“ Die Nachbarn nickten zustimmend. Sie wussten, dass ich die Wahrheit sagte.
Im Laufe der Jahre musste ich die seelischen Qualen ertragen, die durch die unberechenbaren Äußerungen und das Verhalten meines Mannes verursacht wurden, ganz zu schweigen von einer ständigen Flut weiterer Prüfungen. Mein Sohn bekam nach einer gescheiterten Beziehung während seines Studiums eine Depression und war drei Jahre lang zu nichts fähig. Er blieb einfach zu Hause. Meine Tochter durchlief mehrere rebellische Phasen, die mir große Sorgen bereiteten, und sie verursachte unserer Familie sogar finanzielle Probleme.
Das Leben ist für einen gewöhnlichen Menschen wahrlich schwer; als Praktizierende verstehe ich, dass ich diesen drei Menschen etwas schuldete – eine Schuld, die ich zurückzahlen musste. Wenn es sich so anfühlte, als hätte ich meine Grenze erreicht, sprach ich mit Mitpraktizierenden über meine Schwierigkeiten. Ich weiß, dass ich eine schwere karmische Vorgeschichte habe, und deshalb musste ich mehr Not und Leid ertragen als andere. Diese Umstände betrachtete ich als Chancen – sie waren dazu da, mir bei meiner Kultivierung zu helfen.
Ich muss alles stets aus der Perspektive einer Falun-Dafa-Praktizierenden betrachten und anderen mit Freundlichkeit begegnen. Doch manchmal kommen Gefühle des Ärgers oder des Grolls zum Vorschein, und es gibt Momente, in denen ich die Beherrschung verliere. Wann immer dies geschieht, rezitiere ich in Gedanken das Fa, und die Situation entspannt sich. Wenn ich an meine absolute Belastungsgrenze stoße, rezitiere ich das Fa, und die Schwierigkeit ist schnell vorüber.
Eines Morgens im Jahr 2018, als ich gerade die Übungen praktizierte, rief mich meine Tochter an. Sie erzählte mir, dass sie Kredite in Höhe von insgesamt über 100.000 Yuan aufgenommen hatte, deren Rückzahlung bereits überfällig war. Sie konnte die Schulden nicht begleichen. Tatsächlich waren es mehr als 200.000 Yuan, doch sie wagte nicht, mir die volle Summe zu nennen. Das war ein so plötzlicher und überwältigender Schock, dass ich die Beherrschung verlor und explodierte. In der Situation schrie ich meine Tochter an und brach dann auf dem Bett zusammen, wo ich hemmungslos weinte und kurz vor einem völligen Zusammenbruch stand. Ich fragte mich: „Warum gibt es so viele schwere Prüfungen und Leiden? Warum nimmt das kein Ende? Wie soll ich nur weiterleben? Ich halte das wirklich nicht mehr aus! Welche karmischen Verbindungen können nur dazu geführt haben?“
Der Meister sagte:
„Warum stößt du auf solche Probleme? Sie sind alle durch das Karma verursacht, das du selbst verschuldet hast. Wir haben schon unzählige Portionen für dich beseitigt; es bleibt nur noch ein kleines bisschen, das auf verschiedene Ebenen verteilt ist. Für die Erhöhung deiner Xinxing sind einige Schwierigkeiten eingerichtet worden, wodurch dein Herz gestählt wird und alle Anhaftungen beseitigt werden. All dies sind deine eigenen Schwierigkeiten. Wir haben sie benutzt, um deine Xinxing zu erhöhen, und du wirst sie auch alle überwinden können. Solange du deine Xinxing erhöhst, kannst du sie schon überwinden.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 189)
„Meister, ich habe verstanden“, sagte ich. Langsam stand ich vom Bett auf, wischte mir die Tränen ab und begann, das Essen zuzubereiten. Nachdem mein Mann gegessen hatte und ich alles aufgeräumt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Arbeit, ohne selbst etwas gegessen zu haben.
Bei der Arbeit im Jahr 2019 zog ich einen mit Brettern beladenen Wagen, der etwa 500 kg wog, und verletzte mir dabei die rechte Schulter. Im Volksmund spricht man von einer Verstauchung oder Zerrung, und wie das Sprichwort sagt: „Es dauert hundert Tage, bis man sich von einer Knochen- oder Sehnenverletzung erholt hat“, was bedeutete, dass ich für einige Zeit nicht zur Arbeit gehen konnte. In der Situation begann ich wieder, gemeinsam mit anderen Praktizierenden das Fa zu lernen und die drei Dinge zu tun.
Von den acht oder neun Praktizierenden in unserer Fa-Lerngruppe beziehen alle bis auf eine Altersrente. Diejenige, die keine Rente bezieht, betreibt ein großes Geschäft, ihre Kinder sind alle erwachsen und haben eigene Familien, und ihre Geschwister verstehen sich sehr gut. Meine Situation ist anders: Ich habe keine Rente, meine Kinder sind noch nicht verheiratet, und unter meinen Geschwistern herrscht erhebliche Uneinigkeit. Einige von ihnen sind nicht in der Lage – oder einfach nicht bereit –, sich um unseren 84-jährigen Vater zu kümmern, daher fällt diese Verantwortung auf mich. Wann immer mein Vater ein Problem hat oder krank wird, ruft er mich an. Oft muss ich mit meinem Motorrad fahren – eine Strecke von über 115 km hin und zurück –, um mich um ihn zu kümmern, oder bei ihm bleiben, wenn er im Krankenhaus liegt. Hinzu kommt, dass ich noch ausstehende Kredite abbezahlen muss.
Gelegentlich kamen meine menschlichen Anschauungen zum Vorschein und verursachten mir solche Schmerzen, dass ich den Wunsch verspürte, Mitpraktizierende zu meiden. Dann erkannte ich, dass ich besonders neidisch bin. Ich begriff, dass die alten Mächte versuchten, Zwietracht zwischen mir und anderen Praktizierenden zu säen und mich so verfolgten – doch ich werde niemals in ihre Falle tappen. Daher entschloss ich mich, diese einmalige Gelegenheit zu ergreifen, die drei Dinge zu tun und dem Meister zurück in meine wahre Heimat zu folgen. Da ich berufstätig war, hatte ich im Laufe der Jahre nicht viele Materialien zur Aufklärung über die wahren Umstände verteilt, und mir war klar, dass ich mehr tun musste. In den folgenden Jahren nahm ich tagsüber einen Mitpraktizierenden auf meinem Motorrad mit, um die Tatsachen zu erläutern, Botschaften über Dafa anzubringen und Materialien zu verteilen.
Als der Artikel des Meisters „Warum gibt es die Menschheit?“ veröffentlicht wurde, erkannten wir, dass er nicht heimlich verteilt werden sollte, sondern den Menschen persönlich überreicht werden sollte. Hatten wir angesichts der Verfolgung durch das kommunistische Regime Angst? Ja, das hatten wir. Aber wir wussten, dass wir Falun-Dafa-Praktizierende in der Zeit der Fa-Berichtigung sind – Praktizierende, die dem Meister bei der Fa-Berichtigung helfen – und dass die Errettung der Menschen unsere Mission ist, etwas, was wir tun müssen.
Wir organisierten uns in Zweiergruppen, wobei jedes Paar mehrere Dörfer abdecken sollte. Tagsüber besuchten wir jeden einzelnen Haushalt und überreichten jedem persönlich den Artikel, bis wir alle Dörfer im Umkreis von über zehn Kilometern erreicht hatten. Bevor wir den Hof eines Hauses betraten, sandten wir zunächst aufrichtige Gedanken aus. Mit Ausnahme von Häusern, die verschlossen, unbewohnt oder verlassen waren, gelang es uns, fast jeden zu erreichen. Viele Menschen erfuhren dadurch die Fakten und wurden gerettet. Einige drohten, die Polizei zu rufen. Unter dem Schutz des Meisters konnten wir stets sicher wieder gehen.
Mein Mann ging 2023 in den Ruhestand und auch ich beziehe nun eine Rente. Mein Mann möchte nicht mehr, dass ich arbeite. Dadurch habe ich mehr Zeit, mich meiner Kultivierung zu widmen. Im Laufe der Jahre habe ich mich auf das Fa als meinen Wegweiser verlassen und dadurch zahlreiche Prüfungen und Schwierigkeiten überwunden. Ich bemühe mich, meinen Kopf mit Fa zu füllen, und ermutige oft Mitpraktizierende, es ebenfalls auswendig zu lernen. Ich habe Artikel wie „Warum will der Schöpfer alle Lebewesen erretten?“ und „In kritischen Momenten wird das Herz geprüft“ sowie verschiedene konkrete Passagen aus den Vorträgen, die der Meister in unterschiedlichen Regionen gehalten hat, auswendig gelernt.
Da ich nun nicht mehr arbeite, habe ich Zeit, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Auswendiglernen des Zhuan Falun, des kostbaren Buches, das unsere Kultivierung anleitet. Ich setze mir nicht zum Ziel, das gesamte Buch auswendig zu lernen – ich lerne einfach so viel auswendig, wie ich kann, ohne an einem Ergebnis zu haften.
Außerdem habe ich zum dritten Mal damit begonnen, das Zhuan Falun abzuschreiben. Auf Anregung der Minghui-Redaktion lernte ich den Artikel des Meisters „Der Vollendung entgegen“ in fünf Tagen auswendig.
Der Meister hat uns übernatürliche Fähigkeiten verliehen; es kommt lediglich darauf an, ob meine aufrichtigen Gedanken und meine Ausdauer ausreichen. Wann immer gewöhnliche, weltliche Gedanken in meinem Kopf auftauchen, rezitiere ich sofort das Fa – welche Passage mir auch immer in den Sinn kommt. Wir befinden uns nun in der letzten, abschließenden Phase der Fa-Berichtigung. Ich muss alle menschlichen Anhaftungen loslassen, die drei Dinge gut machen, zu hundert Prozent an den Meister und das Fa glauben, dem Meister bei der Fa-Berichtigung helfen und ihm folgen, um die Vollendung zu erreichen und in unsere wahre Heimat zurückzukehren!
Bitte weist mich gütig auf alles hin, was möglicherweise nicht im Einklang mit dem Fa steht.
Copyright © 1999-2026 Minghui.org. Alle Rechte vorbehalten.