(Minghui.org) Wenn ich über meinen holprigen Kultivierungsweg nachdenke, erfüllt mich tiefe Dankbarkeit gegenüber dem Meister, der mich stets mit seiner Barmherzigkeit beschützt hat. Durch das Schreiben dieses Erfahrungsberichts habe ich die Lücken in meiner Kultivierung besser wahrnehmen können und möchte die kostbare Zeit, die uns noch bleibt, bestmöglich nutzen. Ich bin entschlossen, mich wirklich standhaft zu kultivieren und die drei Dinge, die von allen Dafa-Jüngern erwartet werden, gut zu tun.

Güte kultivieren und Neid loslassen

Als meine Mutter noch bei guter Gesundheit war, lebte sie bei der Familie meines älteren Bruders. Sie verstand sich sehr gut mit meiner Schwägerin. Meine Mutter kümmerte sich um die gesamte Hausarbeit, da beide in Vollzeit arbeiteten.

Später entwickelte meine Mutter eine zerebelläre Atrophie und brauchte ständige Pflege. Meine ältere Schwester bot ihnen an, tagsüber zu helfen. Alle drei oder vier Tage kamen wir außerdem zu Besuch und brachten meiner Mutter alles mit, was sie brauchte.

Ein paar Jahre später verstarb meine Mutter. Meine ältere Schwester und ich waren unsagbar traurig. Am Abend des Todestages lud uns mein älterer Bruder zum Abendessen ein.

Am Esstisch machte meine Schwägerin im Gegensatz zu uns einen gleichgültigen Eindruck, ohne eine Spur von Trauer. Ich dachte: „Meine Mutter hat so viel für dich getan und dir und meinem älteren Bruder das Familienanwesen hinterlassen. Wie kannst du so gleichgültig und kaltherzig sein?“

Ich konnte nicht verhindern, dass sich in mir ein gewisser Groll hegte. Mir wurde klar, dass hinter all dem mein Neid steckte. Deshalb versuchte ich, diese Anhaftung loszulassen.

Zwei Tage später beschwerte sich meine ältere Schwester ebenfalls über unsere Schwägerin. Ich dachte: „Ich bin eine Dafa-Praktizierende und sollte mich nicht wie meine ältere Schwester beschweren, sonst handle ich nicht nach den Fa-Prinzipien und habe zudem meinen Mund nicht kultiviert. Außerdem vermehre ich auch noch mein Karma.

Obwohl ich mich nicht an der Beschwerde meiner älteren Schwester beteiligte, ließ ich die Angelegenheit nicht vollständig los, so dass ich mir ein paar lockere Bemerkungen nicht verkneifen konnte. Später wurde mir bewusst, dass es auch falsch ist, solche spitzen Bemerkungen zu machen.

Eines Tages wurde mir plötzlich klar, dass ich als Dafa-Praktizierende immer Rücksicht auf andere nehmen sollte. Meine Schwägerin ist auch ein Mensch, sozusagen ein Verwandter unseres Meisters. Ich darf keine negativen Gefühle ihr gegenüber haben, sondern muss sie mit Güte erretten. Sofort korrigierte ich meine vorherigen falschen Gedanken.

Eine Woche nach dem Tod meiner Mutter besuchten wir alle unseren älteren Bruder. Auf dem Hinweg blitzten erneut ein paar schlechte Gedanken über meine Schwägerin auf. Ich wusste, dass mein Neid wieder zum Vorschein kam und deshalb rezitierte ich die Worte des Meisters:

„Ebenen der GesinnungEin böser Mensch ist böse aufgrund des Neids. Aus Egoismus und Ärger beklagt er sich über sogenannte Ungerechtigkeiten.Ein wohlwollender Mensch ist immer barmherzig. Ohne Beschwerde und Hass hält er die Leiden für Freude.Ein erleuchteter Mensch ist frei von Anhaftung. Ruhig beobachtet er die von Illusionen verblendeten Menschen der Welt.“(Ebenen der Gesinnung, 25.09.1995, in: Essentielles für weitere Fortschritte I)

Als wir bei meinem älteren Bruder ankamen, hatten sich die neidischen negativen Gedanken gegenüber meiner Schwägerin aufgelöst. Die Kraft von Dafa hatte sie beseitigt. An diesem Abend war die Atmosphäre unter uns allen sehr angenehm und harmonisch, denn ich hatte meine menschlichen Anhaftungen losgelassen. Es war ein wunderbares Gefühl!

Meine Schwägerin und ich sind uns jetzt wieder nahe, wir sind wie Schwestern zueinander und ich kann alles mit ihr bereden.

Bei der Zusammenarbeit mit einem Mitpraktizierenden meine Xinxing erhöhen

Einmal besuchte ich eine Mitpraktizierende. Sie sagte: „Ich will nicht, dass andere schlecht über mich reden. Das ist eine Anhaftung und es fällt mir schwer, sie loszulassen.“

Daraufhin erzählte ich ihr, wie ich selbst mit einer solchen Prüfung umgegangen war. Abschließend äußerte ich: „Ich glaube, ich habe es überwunden. Es sollte dir nach ein paar Prüfungen auch gelingen.“

Rückblickend erkenne ich, dass meine Wortwahl meine Neigung zum Angeben offenlegte. Damals war mir das jedoch noch nicht klar.

Als wir beide am nächsten Tag unterwegs waren und den Menschen die wahren Tatsachen über Dafa erklärten, bemerkten wir vor einem Haus einen älteren Mann, der ein kleines Kind auf dem Arm hatte. Wir gingen auf ihn zu und begannen ein Gespräch mit ihm, in dem meine Mitpraktizierende ihm die wahren Umstände erklärte. Daraufhin wollte der ältere Mann sich sofort von den KPCh-Organisationen distanzieren und aus der Partei austreten.

Ein junger Mann – er stand hinter ihm – hörte mit. Wahrscheinlich handelte es sich um seinen Sohn. Da er nichts sagte, erklärten wir auch ihm die wahren Tatsachen. Er weigerte sich allerdings, uns zuzuhören und meinte: „Ich glaube nichts davon. Lasst mich einfach in Ruhe.“ Dann drehte er sich weg und ging hinein.

Wir setzten unseren Weg fort. Nach einer Weile sagte meine Mitpraktizierende: „Ich möchte dir einen Tipp geben. Du kannst die Leute nicht einfach so aufhalten und sie in ein Gespräch verwickeln, sie könnten sich überrumpelt fühlen.“

Zunächst lehnte ich ihren Vorschlag und war sogar ein bisschen verärgert: „Dann sag mir doch, welche Leute ich ansprechen soll. Du solltest kooperieren. Ich bin zwar nicht immer mit deiner Vorgehensweise einverstanden, aber ich kooperiere immer.“ Meine Gedanken waren in diesem Moment voller menschlicher Anschauungen.

Dann dachte ich: „Was ich gesagt habe, war falsch. Mein Verhalten hat offengelegt, dass ich nicht gerne kritisiert werde oder mich ungenügend gewürdigt fühle. Tatsächlich wollte sie mich auch darauf aufmerksam machen, besser auf die Sicherheit zu achten und vorsichtiger zu sein.“

„Du bist wütend geworden“, sagte die Mitpraktizierende zu mir, „deshalb habe ich auch nach innen geschaut. Ich habe immer noch eine gewisse Anhaftung an die Angst.“ – „Ich bin nun nicht mehr wütend. Wir sollten beide nach innen schauen“, schlug ich ihr vor. Auf dem Rückweg dachte ich: „Ich verhalte mich wirklich schlecht. Die Mitpraktizierende hat nichts Verletzendes zu mir gesagt. Warum habe ich so reagiert? Ich muss gründlicher nach innen schauen und herausfinden, an was es liegt.“

Zu Hause wurde mir klar, dass ich immer noch eine gewisse Angst verspüre, wenn ich den Menschen die wahren Umstände erkläre. Ich habe auch Angst davor, dass andere mich nicht schätzen und auf mich herabschauen. So nahm ich mir vor, ab jetzt mehr Wert auf das Mundkultivieren zu legen.

Meine Mitpraktizierende ist eigentlich ein sehr gutherziger Mensch. Wenn sie anderen die wahren Umstände erklärt, spricht sie äußerst klar und bringt die Sache auf den Punkt. Außerdem ist sie immer bereit, anderen zu helfen. Bisher haben wir sehr gut zusammengearbeitet. Ich fühlte mich nur wegen meiner menschlichen Anhaftungen unausgeglichen.

Ich hatte gedacht, die Anhaftung, nur Gutes über mich hören zu wollen, losgelassen zu haben. Aber sie war noch da; ich möchte mich immer noch profilieren und bei Konflikten beschwere ich mich über andere. All dies wirkt sich negativ auf das Umfeld aus, in dem wir den Menschen die wahren Umstände erklären.

Durch diese Erkenntnis dachte ich: „Wir haben den gemeinsamen Wunsch, die Menschen zu erretten. Ich muss gut mit meiner Mitpraktizierenden zusammenarbeiten. Wir müssen einander helfen, damit wir unsere Mission erfüllen können. Auf diese Weise können wir den Meister bei der Fa-Berichtigung unterstützen.

Ich bin dem Meister für seine Arrangements sowie der Mitpraktizierenden gegenüber zutiefst dankbar. Sie haben mir geholfen, einige meiner tief verborgenen Anhaftungen zu entdecken und die Ernsthaftigkeit der Kultivierung zu erkennen. Ich bin entschlossen, mich gut zu kultivieren und meine Anhaftungen loszulassen. Wenn Probleme auftreten, werde ich immer nach innen schauen.“

Am nächsten Tag besuchte ich die Mitpraktizierende. Sie freute sich sehr, dass ich bei ihr vorbeischaute und es war, als sei nichts passiert. Als wir uns über die Ereignisse des vorherigen Tages unterhielten, lachten wir beide. „Was meinst du, was hat das mit unserer Kultivierung zu tun?“, fragte ich sie.

„Die alten Mächte haben versucht, einen Keil zwischen uns zu treiben. Sie wollten sich einmischen und unsere Bemühungen, Menschen zu erretten, stören.“ Wir lächelten uns wissend an. Durch diesen Vorfall konnte ich noch weitere Anhaftungen loslassen. Es ist tatsächlich so: „Wenn etwas wie eine schlechte Sache aussieht, stellt es sich letztendlich als eine gute Sache heraus.“