(Minghui.org) Ein 94-jähriger Mann aus der Stadt Jixi, Provinz Heilongjiang, sieht sich erneut mit der Androhung einer dreijährigen Haftstrafe konfrontiert, die 2021 gegen ihn verhängt wurde. Der Richter, der das Urteil fällte, behauptet, der Mann sei haftfähig, solange er noch essen könne.
Verhaftung und Verurteilung wegen seines Glaubens
Die Leidensgeschichte von Xu Shujun begann am 30. August 2017, als er und seine inzwischen verstorbene Ehefrau Wang Chuanyun verhaftet wurden, weil sie Transparente mit Botschaften über die Verfolgung ihres Glaubens Falun Dafa durch die Kommunistische Partei Chinas aufgehängt hatten. Das Ehepaar wurde nach wenigen Stunden gegen Kaution freigelassen, später jedoch von Staatsanwalt Yin Shaoduo von der Staatsanwaltschaft des Kreises Jidong angeklagt. Die Transparente waren im Kreis Jidong gefunden worden, der zur Stadt Jixi gehört.
Richter Gai Qiuhai vom Kreisgericht Jidong verurteilte das Ehepaar Anfang September 2021 jeweils zu drei Jahren Haft sowie zu einer Geldstrafe von 10.000 Yuan (etwa 1.200 Euro). Kurz darauf stellte die Tochter des Paares fest, dass ihr gemeinsames Bankkonto gesperrt worden war. Man teilte ihr mit, dies sei geschehen, weil ihre Eltern „die Gerichtsstrafe nicht bezahlt hätten“. Als sie beim Gericht die Strafe begleichen wollte, erfuhr sie, dass der gesamte Betrag bereits vom Bankkonto ihrer Eltern gepfändet worden war.
Das Sozialversicherungsamt der Stadt Jixi stellte kurz nach der Verurteilung auch die Rentenzahlungen des Ehepaares ein. Um der Haft zu entgehen, tauchte das Paar unter. Die Staatssicherheitsabteilung des Kreises Jidong überwachte die Tochter, die ihre Eltern im Untergrund versorgte, und spürte schließlich deren Aufenthaltsort auf.
Schikanen trotz schwerer Erkrankung und Tod der Ehefrau
Am 14. August 2025 erschienen Polizisten im Mietshaus des Ehepaares und erklärten, sie beabsichtigten, ihnen eine Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung zu gewähren und den Fall abzuschließen. Am 25. August kehrten die Beamten zurück und brachten das Ehepaar zur ärztlichen Untersuchung in das Volkskrankenhaus von Jixi. Sechs Polizisten filmten den gesamten Vorgang. Anschließend wurde das Ehepaar nach Hause geschickt, doch am 27. August erschien die Polizei erneut, um sie zu verhören. Polizist Wang Qing sagte zur Tochter: „Wang Chuanyuns Tage sind gezählt. Sie sollten Ihre Verwandten bitten, zurückzukommen und sie ein letztes Mal zu sehen.“
Wang starb am 16. September 2025. Sie war etwa 86 Jahre alt. Neun Tage später suchte die Polizei ihren Ehemann auf und belästigte ihn.
Die Staatsanwaltschaft des Kreises Jidong, die Polizeistation Nanshan im Bezirk Jiguan der Stadt Jixi sowie die Gemeinde Nanshan teilten Xu am 20. Oktober 2025 mit, dass sie seine Krankenakten für die Bewährungsprüfung benötigten. Seine Tochter brachte ihn am 24. Oktober in das Krankenhaus für Traditionelle Chinesische Medizin in Jixi, wo er 13 Tage lang stationär behandelt wurde.
Am 19. Dezember wies Richter Gai an, Xu für eine „medizinische Untersuchung“ in das Stadtkrankenhaus von Jixi zu bringen. Am 26. Dezember erschienen erneut Polizisten. Xu hatte 13 Pfund an Gewicht verloren, während er um den Tod seiner Frau trauerte und der unablässigen Schikane durch Richter und Polizei ausgesetzt war. Er war bettlägerig, musste Windeln tragen, hatte sein Gehör verloren und konnte nur noch Reisbrei zu sich nehmen. Selbst die Polizisten zeigten sich schockiert über seinen erschütternden Zustand. Ein Beamter rief aus: „Wie konnte dieser alte Mann so viel Gewicht verlieren?“
Am 12. Januar 2026 teilte Richter Gai Xus Tochter Folgendes mit:
– Die technische Abteilung des Mittleren Gerichts der Stadt Jixi erklärte, der alte Mann erfülle nicht die Voraussetzungen für eine Haftaussetzung zur medizinischen Behandlung.– Den vom Krankenhaus für Traditionelle Chinesische Medizin in Jixi ausgestellten Krankenakten zufolge könne er noch fünf bis sechs Jahre leben und sei daher nicht für eine Haftaussetzung berechtigt.– Kein Arzt des Volkskrankenhauses von Jixi sei bereit gewesen, die erforderlichen Dokumente zu unterzeichnen, die seine Haftaussetzung bestätigen würden. Daher müsse er sich in Harbin (der Hauptstadt der Provinz Heilongjiang) einer weiteren medizinischen Untersuchung unterziehen. Sollte er sich weigern, werde die Polizei ihn inhaftieren.
Harbin liegt mehr als 480 Kilometer entfernt. Aufgrund seines Gesundheitszustands war Xu nicht in der Lage, eine derart lange Reise anzutreten. Am 22. Januar kamen zwei Beamte der Polizeidienststelle des Kreises Jidong und fotografierten ihn. Zudem drohten sie damit, künftig jeden Monat wiederzukommen.
Am 24. Januar bedrohte Richter Gai Xus Tochter mit den Worten: „Wenn Ihr Vater sich weigert, nach Harbin zu fahren, kann ich Leute aus Harbin hierher bestellen und Sie müssen alle Kosten übernehmen. Auch wenn Ihr Vater nicht mehr für sich selbst sorgen kann, kann ich ihn trotzdem ins Gefängnis bringen lassen, solange er noch essen kann.“
Xus geistiger und körperlicher Zustand verschlechterte sich infolge der anhaltenden Schikanen und Einschüchterungen zunehmend. Auch seine Tochter steht unter enormem psychischem Druck und lebt in ständiger Angst, ihren Vater jederzeit zu verlieren.
Frühere Berichte:
Ehepaar, beide über 80, wegen ihres Glaubens zu Gefängnis verurteilt
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