(Minghui.org) Dass ich im Frühjahr 1996 begonnen habe, Falun Dafa zu praktizieren, empfinde ich als großes Glück. Drei Jahre später begann Jiang Zemin, der damalige Chef der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) mit der Verfolgung. Der Begründer des Falun Dafa wurde verleumdet, und die Öffentlichkeit wurde durch die Propaganda der Partei getäuscht. Als Praktizierende empfand ich es als meine Verantwortung, die Menschen über die wahren Umstände der Verfolgung von Falun Dafa aufzuklären und dem Meister zu helfen, Lebewesen zu retten.

Ich möchte meine Erfahrungen mit der Verfolgung und meiner Gefangenschaft in einer Gehirnwäsche-Einrichtung mit euch teilen. Ich nutzte die Weisheit, die ich durch das Praktizieren von Falun Dafa erlangt hatte, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dies ist mein Zeugnis für die unermessliche Barmherzigkeit des Meisters und die gewaltige Kraft von Falun Dafa.

Die Kraft der Barmherzigkeit

Kurz nach Beginn der Verfolgung von Falun Dafa im Juli 1999 wurden in meiner Stadt mehrere Gehirnwäsche-Einrichtungen etabliert. Praktizierende wurden festgenommen und unter Druck gesetzt, das Praktizieren aufzugeben. Ich wurde verhaftet und in eine dieser Einrichtungen gebracht.

Ich kam vom Treppenaufgang aus gesehen in den vierten Raum im Westflügel. Obwohl ich an diesem Tag weder aß noch trank, verspürte ich weder Hunger noch Durst. Der Raum war dunkel und karg – es gab nur zwei Betten aus Metallrohren. Ich setzte mich auf eines. Die Matratze war so alt und schmutzig, dass ich zunächst nicht erkennen konnte, was es war. Dicker Staub bedeckte den Boden und die Fensterbank. Das Fenster war vergittert und neben der Tür stand ein Spucknapf. Ich konnte nicht anders, als mich selbst zu bemitleiden.

Mir fiel eine große Lotusblume auf, die in die Wand geritzt war, darüber die drei großen Schriftzeichen für Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Ein Falun-Dafa-Praktizierender musste sie eingeritzt haben, ein außergewöhnlicher Künstler. Ich bewunderte die Blume und dachte: „Was für ein wunderschönes Kunstwerk! Das konnte nur mit Hilfe von Gottheiten entstanden sein.“

Inspiriert stand ich schnell vom Bett auf und sah mich im Raum um. Ich entdeckte doch tatsächlich einen kleinen Nagel in der Ecke des Fensterbretts. Damit fügte ich vorsichtig oberhalb der Lotusblume hinzu: „Falun Dafa ist gut; Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut. Falun Dafa ist ein aufrichtiges Fa.“ Das Kunstwerk schien nun vollendet und bot einen prachtvollen Anblick. Ich starrte es an und versank ganz in diesen Moment.

Meine Umgebung und meine Umstände spielten keine Rolle mehr. Ich wusste, dass ich niemals einsam sein würde, solange ich den Meister und das Fa in mir trug; dann setzte ich mich und begann, aufrichtige Gedanken auszusenden. Die eisige Winterluft, meine Erschöpfung und der Lärm schienen fern. Ich war von einer kraftvollen und wohlwollenden Energie umhüllt, und das war ein wundervolles Gefühl. Ich dankte dem Meister, dass er über mich wachte und mich stärkte.

Ich beneide dich wirklich!“

Am nächsten Morgen trat jemand die Tür auf. „Steh auf und wasch dich!“, rief eine Frau. Ich ging aus dem Zimmer und sah sie im Flur stehen, die Hände hinter dem Rücken verschränkt. Ich hatte weder Handtuch noch Seife, also spritzte ich mir ein paar Mal Wasser ins Gesicht.

Als ich zurück ins Zimmer gehen wollte, rief sie: „Ihr Typen! Ihr redet immer davon, Menschen zu retten. Seht, wo euch das hingebracht hat. Das habt ihr euch selbst eingebrockt. Immer redet ihr von Gottheiten und Buddhas. Wo ist denn euer Gott? Warum ist er nicht hier, um euch zu retten? Ich will sehen, ob es wirklich einen Gott gibt. Seid doch endlich realistisch!“

Kaum hatte ich das Zimmer betreten, wurde die Tür hinter mir zugeschlagen. Ich ließ mich davon nicht beirren. Noch nie zuvor hatte ich diese Frau getroffen. Mir wurde klar, dass ihre Feindseligkeit auf den Lügen der KPCh beruhte, die Falun Dafa verleumdeten und diffamierten. Ich bin selbst eine Falun-Dafa-Praktizierende, und mein Meister erkennt diese Verfolgung nicht an. Aber da ich nun einmal hier war, wollte ich die Lügen der KPCh aufdecken und der Frau helfen, die Wahrheit zu erkennen. Ich wollte die Güte, die ich durch das Praktizieren entwickelt hatte, nutzen, um ihre Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen.

Als sich die Tür wieder öffnete, stand die Frau etwa zwei Meter entfernt mit dem Rücken zu mir. Ich ging auf sie zu und sagte: „Es tut mir leid.“ Sie drehte sich um und sah verwirrt aus. Ich erklärte: „Bitte denken Sie nicht negativ über Falun Dafa. Falun Dafa ist gut. An den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht ist nichts auszusetzen. Meine Mitpraktizierenden und ich sind zwar auch Kultivierende, aber wir machen trotzdem Fehler. Genau wie bei einer Prüfung: Egal wie gut der Lehrer den Stoff vermittelt hat, manche schneiden gut ab, manche schlecht. Das heißt aber nicht, dass der Lehrer schlecht unterrichtet.“ Ich sah ihr in die Augen und lächelte.

Ihr Gesichtsausdruck wurde weicher. Sie sah mich einen Moment lang an und fragte dann, was ich damit meinte. Ich antwortete: „Bitte denken Sie daran: ‚Falun Dafa ist gut, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.‘“ Dann erzählte ich ihr von meinen Kultivierungserfahrungen und klärte sie über die Verfolgung auf. Ich erinnerte sie daran, dass unsere chinesischen Vorfahren glaubten, dass gute Taten belohnt werden, schlechte Taten aber Konsequenzen haben.

Im Laufe der Zeit interessierte sie sich für meine Geschichte und unterhielt sich gern mit mir. Wir wurden gute Freundinnen. Manchmal erzählte sie mir von ihren familiären Konflikten, und ich sagte ihr meine ehrliche Meinung. Es machte ihr nichts aus, wenn ich sie auf ihre Schwächen hinwies, vielmehr meinte sie dann: „Ehrliche Ratschläge sind schwer zu akzeptieren, aber ich weiß, dass sie zu meinem Besten sind. Ich weiß es zu schätzen, dass Sie mir das gesagt haben. Ich genieße Ihre Gesellschaft sehr. Unsere Gespräche haben mir sehr geholfen.“

Eines Tages wirkte sie recht nachdenklich: „Diese Arbeit hier deprimiert mich. Sie sichert mir zwar ein Einkommen, aber ich muss ständig Dinge sagen und tun, die gegen mein Gewissen sind. Ich bin hin- und hergerissen. Obwohl ich kommen und gehen kann, ist mein Kopf nicht frei. Ich beneide Sie wirklich. Obwohl Sie hier festgehalten werden und diesen Raum nicht verlassen können, sind sie frei und können Ihre wahren Gefühle ausdrücken. Ich wünschte, ich könnte wie Sie sein.“ Sie hörte auf, meine Zimmertür abzuschließen, und so konnte ich den Flur auf und ab gehen, wann immer ich wollte.

Die wahren Umstände erklären

Drei Praktizierende wurden in einem Raum östlich von meinem festgehalten. Eines Morgens hörte ich schwere Schritte die Treppe heraufkommen und an meinem Zimmer vorbeigehen. Dann öffnete jemand die Tür zum ersten Zimmer. Der Leiter der Gehirnwäsche- Einrichtung redete. Seine Stimme wurde immer lauter, bis sie im Flur dröhnte, begleitet von Geschrei und Flüchen. Hin und wieder mischten sich andere ein, ebenfalls aggressiv.

Die Unruhe legte sich, kurz bevor die Tür zum zweiten Zimmer geöffnet wurde. Der Leiter der Einrichtung rief den Praktizierenden beim Namen und fragte: „Praktizierst du immer noch [Falun Dafa]? Die Partei zahlt dein Gehalt, und trotzdem bist du parteifeindlich!“ Er schrie und fluchte weiter.

Ich setzte mich aufs Bett und sandte aufrichtige Gedanken aus. Die Schritte kamen näher, und jemand öffnete die Tür zu meinem Zimmer. Vier Personen, darunter der Leiter, standen im Türrahmen. Bevor sie etwas sagen konnten, sprang ich schnell vom Bett auf und ging auf sie zu. „Bitte kommen Sie herein!“ Ich lächelte, als ich sie hereinbat.

Der Leiter starrte mich etwa zehn Sekunden lang an und sagte: „Du tust ja so, als wäre das dein Zuhause.“ Er kam herein und sah die Lotusblume und die Schriftzeichen an der Wand. „Du willst also auf dieser Lotusblume reiten und in den Himmel kommen?“, fragte er.

Ich sagte: „Ich habe nie behauptet, dass ich auf dieser Lotusblume in den Himmel reiten werde. Aber ich mag Lotusblumen. Obwohl sie aus dem Schlamm wachsen, sind sie rein und unbefleckt. Ich möchte mich weiterentwickeln und erhöhen, indem ich nach den Prinzipien von Falun Dafa lebe: Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht. Ich möchte ein guter Mensch sein, ein besserer Mensch, ein Mensch, der über diese weltliche Sphäre hinauswächst.“

Er nickte und sagte: „Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – das klingt nach guten Prinzipien. Die Übungen zur Verbesserung der Gesundheit zu machen, ist nichts Schlechtes.“

Ich freute mich darüber und sagte: „Ich hätte nicht erwartet, dass Sie so einsichtig sind. Wenn dem so ist, lassen Sie mich doch bitte nach Hause gehen.“

Ich hielt inne und sagte dann: „Aber ich weiß, worin wir uns nicht einig sind.“ Er fragte, in welchem Punkt denn, und ich erklärte ihm: „Der Himmel wird die Kommunistische Partei Chinas vernichten.“

„Ja“, antwortete er und sah mich streng an. „Das behauptet ihr Falun-Dafa-Praktizierenden.“

Ich sagte ihm: „Nicht Falun Dafa, der Himmel wird die Partei vernichten. Die Partei hat so viele politische Kampagnen ins Leben gerufen und über 80 Millionen unschuldige Chinesen getötet – die Landbesitzer, die Geschäftsleute, Intellektuelle, die patriotischen Studenten, die 1989 in Peking protestierten – sie waren Chinas Elite. Jetzt verfolgt das Regime Falun-Dafa-Praktizierende, weil sie Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht praktizieren. Aufrichtigkeit, Güte, Toleranz und Geduld sind die Grundwerte unseres chinesischen Volkes, die seit Generationen weitergegeben werden. Diese Werte sind es, die uns als Nation zusammenhalten und die wir hochhalten sollten. Doch die Partei verbietet es den Menschen, sie zu praktizieren, was zu weit verbreiteter Korruption und allgemeinem Verfall geführt hat. Wir alle sind Opfer. Wenn wir das so weiterlaufen lassen, schaufeln wir uns im Grunde unser eigenes Grab.“

„Nun, die Partei zahlt mein Gehalt“, antwortete er, „also muss ich ihre Politik befolgen.“

Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Die KPCh produziert keine Güter und erwirtschaftet keinen Gewinn. Woher kommt dann ihr Geld? Sie lebt von uns Steuerzahlern. Wir finanzieren den gesamten Staatsapparat und die Gehälter der Parteifunktionäre. Was Sie besitzen, ist kein Geschenk der KP, sondern das Ergebnis harter Arbeit und der Tugenden, die Sie und Ihre Vorfahren über Generationen und Leben hinweg angesammelt haben. Für wen auch immer Sie arbeiten, Sie müssen entsprechend entlohnt werden. In einem privaten Unternehmen würden Sie vielleicht sogar mehr verdienen und eine höhere Position bekleiden.“

Er dachte darüber nach und fragte dann, was es bedeute, die KPCh zu verlassen. Ich sagte: „Wenn ich das Wort ‚Korruption‘ sage, wer kommt Ihnen als Erstes in den Sinn?“ Er reagierte defensiv und sagte, es gebe auch gute Menschen in der Partei. Ich nickte. „Deshalb versuchen wir, diesen Leuten zu helfen, sich von der Partei zu lösen. Diejenigen, die wirklich schlecht sind, können nicht mehr gerettet werden. Es ist wie mit einem Korb Äpfel: Wären nur wenige schlecht, würden wir sie aussortieren und wegwerfen. Wären aber die meisten schlecht, würden wir die guten aussortieren und den Rest zusammen mit dem Korb wegwerfen. Man sagt ja immer: ‚Man soll nicht gegen Gottes Willen handeln. Wer dem Lauf der Natur folgt, wird Erfolg haben; wer gegen sie handelt, wird zugrunde gehen.‘“

Er stand auf und sagte: „Gut. Ich bin fertig.“ Ich stand ebenfalls auf und begleitete sie alle hinaus.

Der Leiter der Gehirnwäsche-Einrichtung folgte meinem Rat und entließ einen Praktizierenden mit schwerem Krankheits-Karma.

Falun Dafa ist bemerkenswert.“

Abteilungsleiter Ding stand eines Tages neben mir, bevor wir zum Mittagessen gingen. Sobald ich den Mund öffnete, um etwas zu sagen, winkte er ab und sagte: „Fang bloß nicht an. Ich will dir nicht zuhören, wenn du über Falun Dafa redest.“ Ich kicherte leise, sagte aber nichts.

Nach einer Weile kam er zu mir und sagte: „Seht euch doch mal an! Ihr redet nur noch von ‚Falun Dafa ist gut‘ und ‚Verlasst die KPCh!‘. So nervig! Eure Kollegen gehen euch bestimmt alle aus dem Weg, oder? Wenn ihr Falun Dafa praktizieren wollt, dann tut es doch. Warum müsst ihr denn gegen die Partei sein und versuchen, sie zu stürzen?“ Ich sagte nichts.

Als ich eines Morgens vom Badezimmer zurückkam, stand die Tür zum ersten Zimmer neben dem Treppenaufgang offen. Ein widerlicher Gestank lag in der Luft. Ding und zwei Wärter standen etwas abseits, hielten sich die Nase zu und fluchten.

Ich wusste, dass eine Praktizierende im Hungerstreik war und jeden zweiten Tag zwangsernährt wurde. Die Tür zu diesem Zimmer war immer verschlossen gewesen, und niemand wusste, was dort vor sich ging oder wie es ihr ging. Ich schaute hinein. Auf dem Boden lag eine abgenutzte Matratze. Die Praktizierende, zerzaust und ungepflegt, lag darauf neben einem Haufen ihres eigenen Erbrochenen.

Ich holte tief Luft, ging zu Ding und sagte: „Ich werde alles säubern und ihr frische Kleidung geben.“

„Ihre Familie hat nie Wechselkleidung mitgebracht“, spottete er. Ich sagte ihm, ich hätte saubere Kleidung für sie. Er sagte: „Das ist ziemlich ekelhaft. Bist du sicher, dass es dir nichts ausmacht?“ Ich lächelte und versicherte ihm, dass es mir nichts ausmache. Ich holte mir saubere Kleidung aus meinem Zimmer und bat Ding und die Wärter, uns etwas Privatsphäre zu gewähren.

Die Praktizierende lag mit dem Gesicht zur Wand. Ich beugte mich vor, legte ihr sanft die Hand auf die Schulter und sagte: „Hallo.“ Langsam öffnete sie die Augen und sah mich an. Ich fragte: „Alles in Ordnung? Darf ich dir beim Umziehen helfen?“ Sie nickte. Ich half ihr auf. Ihr war verboten worden, auf die Toilette gehen, deshalb war die Matratze mit Urin und Erbrochenem getränkt.

Nachdem ich sie umgezogen hatte, holte ich einen Wischmopp aus dem Badezimmer und säuberte den Boden. Ding und die beiden Wärter kamen, um nach uns zu sehen, und beobachteten mich, während ich der Praktizierenden die Haare kämmte. Sie hatte langes, verfilztes Haar. Da ich keinen Kamm hatte, benutzte ich meine Finger und arbeitete mich Stück für Stück von oben nach unten vor. Ich wischte ihr mit einem feuchten Handtuch das Gesicht ab und rollte ihre schmutzige Kleidung zusammen, um sie zu waschen. In weniger als einer Stunde war das Chaos im Zimmer beseitigt, und alle schienen sich zu entspannen und waren besser gelaunt. Ding und die Wärter lächelten uns sogar an.

Ding sagte: „Warum seid ihr so nett? Jede Geste, jede Bewegung wirkt aufrichtig und freundlich. Ein gütiger Mensch ist wie Gold. Wo immer er ist, strahlt er.“

Ich sagte: „Gut gesagt. Die ältere Generation weiß, dass Mao Zedong während seiner Herrschaft mehrere politische Kampagnen initiierte, darunter die Drei-Anti-Bewegung, die Fünf-Anti-Bewegung, die Anti-Rechts-Kampagnen und die Kulturrevolution. Millionen unschuldiger Chinesen wurden getötet, und Mao führte China in eine Richtung, die gegen den Willen des Himmels verstieß.

Nun verfolgt die Partei eine Gruppe von Kultivierenden, die einfach nur gut sein wollen. Durch so viel Böses zerstört sich das Regime selbst, und der Himmel wird es tilgen. So funktioniert das Universum. Die KPCh ist nicht China. Auch ohne die Partei ist China China. Die Chinesen sind intelligent und fleißig und durchaus in der Lage, Wohlstand zu schaffen und sich selbst mit Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu versorgen. Wir müssten diese korrupten Beamten nicht unterstützen.“

Er hörte schweigend zu und sagte dann: „So habe ich das noch nie betrachtet.“

Ich fuhr fort: „Nun, ein bisschen über mich. Anders als Sie sagten, mieden mich die Leute an meinem Arbeitsplatz nicht. Sie respektierten und mochten mich sogar. Meine Kollegen luden mich zu ihren Reisen ein und sagten, ich sei angenehm und unterhaltsam. Sie wussten, dass es keine Konflikte geben würde, solange ich dabei war, sodass die Reise gelingen würde.“

Ding sagte: „Das glaube ich dir.“

„Aber ich war nicht immer so beliebt“, erzählte ich ihm. „Erst seit ich Falun Dafa praktiziere. Früher war ich sehr ehrgeizig und musste in allem die Oberhand behalten. Ich war nicht bescheiden und passte mich nicht an. Ich erledigte keine Hausarbeit und war meiner Familie gegenüber aufbrausend. Ich explodierte ohne jeden Grund. Mein Mann und meine Tochter hatten Angst vor mir und mieden mich.

Alles änderte sich, als ich im Frühjahr 1996 mit Falun Dafa begann. Die Prinzipien von Dafa – Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht – erweckten mein wahres Wesen. Ich beschloss, mich zu kultivieren. Ich hielt mich an den hohen Maßstab von Dafa und strebte danach, ein ehrlicher, freundlicher und toleranter Mensch zu sein – ein guter Mensch. Durch das Praktizieren fand ich inneren Frieden, und meine beruflichen und privaten Beziehungen verbesserten sich. Ich war gesund, gelassen und geduldig. Heute erledige ich fast alle Hausarbeiten.

Seitdem mein Mann und meine Tochter meine 180-Grad-Wendung miterlebt haben, unterstützen sie meine Kultivierung. Sogar meine Schwiegermutter, die mich sonst nie besuchte, sagte, ich sei ein anderer Mensch geworden, seit ich Falun Dafa praktiziere. Ich kümmere mich gut um meine Familie und den Haushalt und bin respektvoll gegenüber Älteren. Sie sagte, ich sei immer zufrieden und Falun Dafa sei einfach wunderbar.“

Ding sagte: „So etwas Gutes! Warum musste Jiang Zemin das verfolgen? Was geschah wirklich auf dem Tiananmen-Platz?“

Ich erklärte, dass die Verfolgung keine rechtliche Grundlage hatte und die Selbstverbrennung auf dem Platz des Himmlischen Friedens inszeniert war, um die Öffentlichkeit in die Irre zu führen und die Unterdrückung zu rechtfertigen. Ich erklärte: „In kleinen Angelegenheiten kann man unterschiedlicher Meinung sein, aber wenn es darum geht, zwischen Gut und Böse zu wählen, sollten wir uns auf die Seite der Gerechten stellen und nicht denen helfen, die Böses tun.“

Ding fluchte nicht mehr und holte eine zusätzliche Matratze herbei. Immer wenn er Dienst hatte, ließ er die Wärter die Matratze der hungerstreikenden Praktizierenden wechseln, damit die verschmutzte auslüften und trocknen konnte. Er besuchte mich gern und unterhielt sich mit mir. „Du weißt so viel über Wissenschaft und Geschichte“, sagte er. „Ich habe so viel von dir gelernt.“

„Ich bin in der Schule nicht besonders weit gekommen“, sagte ich. „Doch Falun Dafa hat mir Weisheit geschenkt.“ Ding versuchte, mir so viel Freiheit wie möglich zu lassen.

Er sagte zu mir: „Du hast hier das Sagen. Ich glaube nicht, dass ich dich jemals ‚umerziehen‘ kann – stattdessen hast du mich verändert.“

„Das liegt daran, dass alles, was ich sage, wahr ist und dass ich wirklich Ihr Bestes im Sinn habe“, erwiderte ich.

Er nickte und sagte: „Das merke ich.“ Er lächelte, hob den Daumen und sagte: „Ich bewundere dich. Falun Dafa ist bemerkenswert.“

Ich werde Falun Dafa praktizieren, wenn euer Meister nach China zurückkehrt.“

Eines Abends kam Wärter Bian in mein Zimmer und sagte: „Gehen Sie runter. Jemand möchte Sie sprechen.“ Ich folgte ihm in den Wachraum. Dort saßen zwei Männer von etwa 30 Jahren; sie waren gut gekleidet.

Ich grüßte sie höflich und lächelte sie an. Sie schienen überrascht von meiner Freundlichkeit und Ungezwungenheit. Einer von ihnen sagte: „Sie sehen nicht dumm aus. Die Regierung hat Falun Dafa verboten. Warum sind Sie so stur? Sie haben Ihre angesehene und gut bezahlte Arbeit aufgegeben, um hier zu leiden! Wozu? Wir arbeiten für die Regierung und verdienen nicht so viel wie Sie. Warum sind Sie gegen die Kommunistische Partei?“

Ich sagte ihnen: „Eigentlich haben Dafa-Praktizierende keine Feinde und sind gegen niemanden. Ich möchte einfach meinem Gewissen folgen. Ich schätze meinen Beruf, meine Kollegen, meine Freunde und meine Familie, aber ich kann nicht gegen mein Gewissen handeln und Falun Dafa verleumden, das ich zutiefst verehre. Es ist nicht so, dass ich meine Arbeit nicht mehr will. Die Geschäftsleitung wurde von Ihren Vorgesetzten unter Druck gesetzt, mich zu entlassen.“

Der andere Mann sagte: „Sie könnten einfach sagen, dass Sie nicht mehr praktizieren, und dann wäre alles erledigt.“

Ich schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht. Freundlichkeit und Ehrlichkeit sind der richtige Weg. Ich kann nicht gegen mein Gewissen handeln, nur um kurzfristige Erleichterung zu finden. Ich möchte Menschen, die die Wahrheit über Dafa nicht kennen, nicht in die Irre führen. Das wäre unverantwortlich, weder anderen noch mir selbst gegenüber. Außerdem ist Kultivierung eine sehr ernste Angelegenheit. Dafa hat mich gelehrt, ein guter Mensch zu sein, indem ich mich an die Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht halte. Mein Ziel ist es, mich stetig zu erhöhen und meine Moral zu stärken. Das kommt nicht nur mir körperlich und geistig zugute, sondern meine Gutherzigkeit wirkt sich auch positiv auf die Menschen um mich herum aus und schenkt ihnen Freude.

Im Großen und Ganzen ist Glaubensfreiheit ein gottgegebenes Recht und durch die Verfassung geschützt. Artikel 35 und 36 der chinesischen Verfassung garantieren die Glaubensfreiheit der Bürger. Diese andauernde Verfolgung begann mit dem ehemaligen KP-Chef, der seine Macht missbrauchte. Das Gesetz mit Macht außer Kraft zu setzen, ist ein Gesetzesbruch. Unzählige unschuldige Bürger wie ich wurden wegen ihres Glaubens ins Visier genommen und verfolgt. Wir verloren unsere Arbeit, unsere Freiheit, und einige sogar ihr Leben. Nichts davon hätte geschehen dürfen!“

Sie fragten mich, warum ich das tue. „Ehrlich gesagt habe ich mir darüber keine Gedanken gemacht, was ich davon habe. Aber ich sage Ihnen Folgendes: Ich habe diesen Weg gewählt, und ich werde ihn gehen. Ja, ich stehe momentan vor Schwierigkeiten, bin aber innerlich zufrieden. In dieser Welt kommt wahres Glück nicht durch Macht oder Geld, sondern wurzelt in einem gerechten Glauben – dem Glauben an Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht.

Täglich lese ich das kostbare Buch Zhuan Falun. Dieses Fa ist so tiefgründig, dass es alle Wahrheiten des Universums und alles, was jemals existiert hat, umfasst. Die Worte des Buches offenbaren himmlische Geheimnisse und verkörpern unermessliche Barmherzigkeit. Ein so wunderbares Fa wurde in unserem Land erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt und hat so vielen Menschen geholfen, ihre Gesundheit wiederzuerlangen und ihre Moral zu heben. Als Menschen wollen wir von Natur aus gut sein. Wenn Menschen ehrlicher, freundlicher und geduldiger sind, werden ihre zwischenmenschlichen Beziehungen harmonischer, was wiederum der Gesellschaft Stabilität verleiht. Es hat der Öffentlichkeit und dem Land in vielerlei Hinsicht genützt. Falun Dafa sollte der Stolz unserer Nation sein und von jedem Einzelnen von uns geschätzt werden.

Angesichts solch einer Ungerechtigkeit habe ich keine Klage und kein Bedauern. Ich hege keinen Groll und keinen Hass. Alles, was ich habe, ist Güte und Ausdauer. Ich bin überaus glücklich, Falun Dafa praktizieren zu können. Man sagt oft: ‚Ein gütiger Mensch wird von anderen misshandelt, aber nicht vom Himmel; „Ein böser Mensch wird von anderen gefürchtet, aber nicht vom Himmel.“ Diese Verfolgung unschuldiger Menschen mit rechtschaffenem Glauben wird Naturkatastrophen und von Menschen verursachtes Unglück nach sich ziehen. Sie wird nicht mehr lange dauern, und wenn Sie mir nicht glauben, dann warten Sie nur ab.“

Zum Schluss sagte ich zu ihnen: „Ich habe so viel erklärt, aber ich bin mir nicht sicher, ob Sie es verstanden haben. Mein Prinzip ist es, Menschen mit Freundlichkeit und Aufrichtigkeit zu begegnen. Ich hoffe, Sie wählen weise zwischen Gut und Böse und handeln verantwortungsbewusst, für sich selbst und Ihre Familien. Nur wenn Sie am Guten festhalten, können Sie eine gute Zukunft haben. Bitte denken Sie daran: ‚Falun Dafa ist gut, Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht sind gut.‘“

Als ich gerade fertig war, unterbrach mich Bian: „Du bist eine moderne Heldin. Wenn du weitersprichst, fange ich mit Falun Dafa an.“

Am nächsten Morgen kam Bian zu mir und sagte: „Ich werde Falun Dafa praktizieren, wenn euer Meister nach China zurückkehrt.“

An dem Tag, als ich aus der Gehirnwäsche-Einrichtung entlassen wurde, hatte Ding Dienst. Er freute sich für mich und sagte: „Wir alle mögen dich und schätzen dich sehr. Du bist ein guter Mensch. Geh nach Hause. Du gehörst nicht hierher. Ich hoffe, unsere Wege kreuzen sich wieder.“ Er lächelte mich breit an und zeigte mir den Daumen nach oben.

Die meisten Mitarbeiter der Einrichtung hatten zu diesem Zeitpunkt die Wahrheit über Falun Dafa erfahren und beschlossen, die Partei und ihre Jugendorganisationen zu verlassen.