(Minghui.org) In den letzten zwei Jahren hatte ich Schwierigkeiten, während des Aussendens der aufrichtigen Gedanken wach zu bleiben. Nachdem die Mitpraktizierenden unserer Fa-Lerngruppe mich mehrmals darauf angesprochen hatten, gelang es mir, eine Zeitlang konzentriert aufrichtige Gedanken auszusenden. Doch schon bald darauf nickte ich während des Aussendens erneut ein und wurde abermals ermahnt. Daraufhin hielt ich die Augen sogar offen, um nicht wegzudösen, wurde jedoch nach einer Weile wieder schläfrig. Ich probierte verschiedene Methoden aus, um wach zu bleiben, jedoch ohne Erfolg.

Wie ich mich korrigierte

Eines Tages nach dem Fa-Lernen riet mir ein Praktizierender: „Versuch einmal, früh aufzustehen und die Übungen zu praktizieren.“ Dieser Praktizierende arbeitet tagsüber Vollzeit. Trotzdem schafft er es, jeden Morgen alle fünf Übungen zu praktizieren und jeden Abend am Gruppen-Fa-Lernen teilzunehmen. Außerdem geht er noch anderen Tätigkeiten nach, macht Überstunden und schläft nur vier oder fünf Stunden pro Nacht. Ich muss nicht arbeiten und habe viel Freizeit. Mein Hindernis bestand darin, dass ich faul war und es mir gerne gemütlich machte. Ich beschloss, diese Gewohnheit abzulegen, am nächsten Morgen früher aufzustehen und die Übungen zu praktizieren. Als mich ein Mitpraktizierender ermahnte, beim Aussenden der aufrichtigen Gedanken wach zu bleiben, sagte ich sofort „Kein Problem“. Als Dafa-Jünger in der Zeit der Fa-Berichtigung war mir bewusst, dass ich diese Hürde durchbrechen musste.

Als am darauffolgenden Morgen der Wecker klingelte, stand ich sofort auf und praktizierte eine Stunde lang die vier Stehübungen. Obwohl nach der zweiten Übung meine Arme schmerzten, fühlte ich mich vollkommen entspannt. Als ich am Abend das Fa lernte, folgte ich den Anweisungen des Meisters für die Sitzmeditation und nahm eine aufrechte Haltung ein. Aufrecht sitzend spürte ich, wie jedes Wort des Fa in meinem tiefsten Innern vibrierte. Wenn ich aufrichtige Gedanken aussandte, achtete ich darauf, gerade zu sitzen. Davor hatte ich, wenn ich müde war, meiner Bequemlichkeit nachgegeben und saß oft zusammengesunken da.

In den ersten Tagen schmerzten meine Schultern und mein Nacken. Sobald mein Körper wieder absackte, streckte ich mich sofort und korrigierte meine Haltung. Nach drei oder vier Tagen fragte ich die anderen Praktizierenden, warum sie mich nicht mehr daran erinnern würden, fokussiert zu bleiben. Sie erklärten, dass es nicht mehr nötig sei. Das Problem, das mich jahrelang gestört hatte, schien gelöst.

Der Meister hat uns gelehrt:

„Sobald Gedanken aufrichtigBöses zerbricht“ (Was zu fürchten, 29.02.2004, in: Hong Yin II)

Es war erstaunlich! Seitdem ist dieses Problem nicht mehr aufgetreten. Danke an den Meister für die barmherzige Erlösung und meinen Mitpraktizierenden für ihre freundlichen Hinweise. Ohne diese vom Meister geschaffene Umgebung des gemeinsamen Fa-Lernens in der Gruppe hätte ich das nicht geschafft!

Die Fa-Lerngruppe – unsere Kultivierungsumgebung

Die Mitpraktizierenden unserer Fa-Lerngruppe haben wesentlich zur Erhöhung in meiner Kultivierung beigetragen. Ein neuer Praktizierender, der das Fa erst vor einigen Jahren erhalten hat, ist sehr fleißig. Jeden Tag lernt er gewissenhaft das Fa und praktiziert alle Übungen. Beim Fa-Lernen nimmt er stets den vollen Lotussitz ein.

Hingegen sträubte ich mich regelrecht dagegen, Leiden zu ertragen. Früher glaubte ich, dass ich aufgrund meiner kurzen Beine den vollen Lotussitz nie schaffen würde. Ich dachte, dass meine Beine mehr schmerzten als die der anderen. Bis ein Mitpraktizierender zu mir sagte: „Ich habe ebenfalls starke Schmerzen, aber ich halte einfach durch.“

So wie der Meister uns mit diesem Satz ermutigt hat:

„Schwer zu ertragen, ist zu ertragen. Unmögliches ist möglich.“ (Zhuan Falun, 2019, S. 480)

Angesichts der Ausdauer meiner Mitpraktizierenden schaute ich nach innen und stellte fest, dass ich an einer menschlichen Anschauung festhielt: nämlich, dass es mit kurzen Beinen sehr schwierig sei, den vollen Lotussitz einzunehmen. Entschlossen begann ich, während des Fa-Lernens den vollen Lotussitz einzunehmen. Außerdem praktizierte ich am Morgen eine Stunde lang die Stehübungen. Wie oft hatte ich mir vorgenommen und geschworen, am nächsten Tag früh aufzustehen, um die Übungen zu praktizieren und war wegen meiner Faulheit und Müdigkeit gescheitert!

Nach so vielen Jahren Kultivierung schämte ich mich, sogar neuen Praktizierenden hinterherzuhinken, und beherzigte diese Worte des Meisters:

„Das Lernen vergleichen, Kultivieren vergleichen,“ (Solide kultivieren, 07.10.1994, in: Hong Yin)

Endlich schaffte ich einen Durchbruch und praktizierte die zweite Übung eine Stunde lang. Dieser Fortschritt wäre ohne die Ermutigung und Anleitung meiner Mitpraktizierenden nicht möglich gewesen!

Eine Mitpraktizierende ist gütig und bescheiden, arbeitet akribisch und gewissenhaft und nimmt stets Rücksicht auf andere. Im Austausch mit anderen Praktizierenden beleuchtet sie jede Angelegenheit sorgfältig und gründlich anhand des Fa. Einmal ermahnte sie mich, während des Aussendens der aufrichtigen Gedanken wach zu bleiben. Nachdem ich mich mit ihr darüber ausgetauscht hatte, wurden meine aufrichtigen Gedanken stärker. Als ich einmal aufrichtige Gedanken aussendete, fühlte ich mich wie ein riesiger Berg, der unablässig einen starken leuchtendroten Energiestrom aufrichtiger Gedanken in alle Richtungen ausstrahlte. Es war eine wahrlich großartige Erfahrung.

Das Problem, beim Aussenden von aufrichtigen Gedanken schläfrig zu werden, ist unter älteren Praktizierenden recht verbreitet. Ich habe meine Erfahrung niedergeschrieben, in der Hoffnung, dass andere Praktizierende verstärkt auf diesen Punkt achten werden. 

Vielen Dank, Meister, dass Sie mir so wunderbare Mitpraktizierende zur Seite gestellt haben! Wir werden uns gegenseitig ermutigen und mit dem Meister nach Hause zurückkehren.