(Minghui.org) Als ich in den Sommerferien 2025 in meine Heimatstadt zurückkehrte, bemerkte ich, dass mehrere Mitpraktizierende mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatten, und hörte, dass andere aus verschiedenen Gründen verstorben waren. Inmitten meiner Trauer wurde ich plötzlich wachgerüttelt. Dieses Erlebnis veranlasste mich, über meinen Kultivierung der vergangenen Jahre nachzudenken. Ursprünglich hatte ich geplant, einen Artikel mit dem Titel „Warte nicht, bis es zu spät ist“ zu schreiben.

Die meisten Praktizierenden, die ich kenne, sind langjährige Dafa-Schüler, die das Fa vor 1999 erhalten haben. Während dieser intensiven Verfolgungszeit waren sie alle äußerst fleißig und machten die drei Dinge gut, die von Dafa-Praktizierenden verlangt werden.

Einige fuhren mit dem Auto zu weit entfernten Orten, stets unter dem wachsamen Auge des Bösen, um Informationsmaterialien zu verteilen. Andere lernten das Fa sehr gut auswendig und leisteten hervorragende Arbeit bei der Aufklärung der Menschen. Manche koordinierten Materialverteilungszentren in ländlichen Gebieten, während andere stets an vorderster Front beim Aufstellen von Satellitenschüsseln des New-Tang-Dynasty-Senders standen. Diese bewundernswerten und wertvollen Praktizierenden blieben in der Kultivierung stets standhaft.

Doch seit sich die Fa-Berichtigung ihrem Ende nähert, lassen sie nach. Es sind verschiedene gesundheitliche Probleme aufgetreten, was bei vielen Familienangehörigen und anderen Praktizierenden Ratlosigkeit ausgelöst hat. Wenn wir sorgfältig darüber nachdenken, sollten wir uns fragen: Sind wir vielleicht in kleinen Dingen nachlässig mit unserer Kultivierung umgegangen? Haben wir die Selbstkultivierung vernachlässigt und zugelassen, dass unsere Sorgfalt allmählich schwächer wird – wie bei einem Frosch, der in langsam heiß werdendem Wasser sitzt?

Ich möchte kurz meine Beobachtungen und Erkenntnisse teilen, wie ich sie verstehe. Dies mag nur ein unvollständiges Bild ergeben. Sollten einzelne Punkte vom Fa abweichen, bitte ich meine Mitpraktizierenden demütig um Korrektur.

Viele erfahrene Praktizierende lernen jeden Tag aktiv das Fa, doch oft versäumen sie es, über die Lehre nachzudenken oder ihre Handlungen am Fa zu messen. Stattdessen gehen sie nur mechanisch vor, als würden sie lediglich eine weitere Aufgabe erledigen. Manche fangen an zu plaudern, sobald sie das Fa-Lernen beendet haben. Andere schlafen beim Lesen des Fa sogar ein. Ihre Münder rezitieren die Worte, doch ihre Herzen bleiben unberührt.

Der Meister sagte uns:

„Fa lernen, Fa erhalten,Das Lernen vergleichen, Kultivieren vergleichen,Jede Tat danach richten,Das erreichen ist kultivieren.“(Solide kultivieren, 07.10.1994, in: Hong Yin I)

Nach jahrelanger Verfolgung machen die meisten Praktizierenden die Übungen zu Hause. Dabei sind viele Bewegungen ungenau geworden oder sind mittlerweile verzerrt; manche Praktizierenden führen sie unbewusst falsch aus. Dies zeigt sich besonders deutlich in der Meditation, in der viele Praktizierende in einem schläfrigen Zustand verharren.

Der Meister sagt:

„Der Körper richtet sich auf und entspannt sich von innen nach außen, ohne zu erschlaffen. Der Kopf wird ebenfalls aufrecht gehalten.“ (Falun Gong – Der Weg zur Vollendung, 1998, Seite 117)

Dennoch entspannen sich viele unbewusst und sinken nach vorne. Nicht nur, dass das Hauptbewusstsein nicht richtig kultiviert wird, es kann sogar sein, dass stattdessen das Nebenbewusstsein praktiziert.

Wenn es an der Zeit ist, aufrichtige Gedanken auszusenden, werden viele Menschen schläfrig, können ihre Hand nicht aufrecht halten und erfüllen die Anforderungen nicht.

Einsamkeit als notwendige Prüfung 

Manche über 60- und 70-Jährige unterstützen ihre Kinder bei der Erziehung ihrer Enkelkinder oder nehmen Nebentätigkeiten an, um ihre Familien zu unterstützen. Die Last der Verantwortung überfordert sie. Andere haben zugelassen, dass Einsamkeit ihre Hingabe schwächt, ohne zu erkennen, dass sie diese Einsamkeit als notwendige Prüfung ertragen müssen. Manche halten Katzen oder Hunde, um ihre Angst vor dem Alleinsein zu lindern.

Das hindert sie daran, einen optimalen Zustand in der Kultivierung zu erreichen. Es verhindert die Manifestation übernatürlicher Fähigkeiten, hemmt die Entwicklung ihres wahren Selbst und schwächt letztlich ihre Fähigkeit, das Böse zu beseitigen. Es verringert die Wirksamkeit der aufrichtigen Gedanken, was wiederum ihr Fa-Lernen und ihre Fähigkeit beeinträchtigt, die Fa-Prinzipien des Fa zu erkennen.

Dieser Teufelskreis führt schließlich zu körperlichen Beschwerden. Dann ist es zu spät, um die fleißige Kultivierung wieder aufzunehmen. Die alten Mächte nutzen die Verwundbarkeit und Schwächen der Praktizierenden aus. Sie werden taub gegenüber den gut gemeinten Ermahnungen ihrer Mitpraktizierenden und blind für die tiefgründigen Prinzipien von Dafa, was ihre Mitmenschen hilflos zurücklässt.

Jedes Mal, wenn ich sehe, wie sie Tag für Tag früh am Morgen aufstehen, um die Übungen zu praktizieren, und Jahr für Jahr hinausgehen, um die wahren Umstände von Falun Dafa und der Verfolgung zu erklären, die Bemühungen zu koordinieren und Informationsmaterialien zu produzieren – jedes Mal, wenn ich ihre Hingabe sehe –, bin ich zu Tränen gerührt.

Meine verehrten und geliebten Mitpraktizierenden, wie sehr wünsche ich mir, dass ihr aufmerksamer wäret, auf diese kleinen Details achten und den alten Mächten keine Lücken lassen würdet, die sie ausnutzen könnten.

Mein eigener Mangel an Fleiß in den letzten Jahren

Jedes Jahr, wenn ich an der Konferenz der Dafa-Jünger in Festlandchina teilnehme, trage ich meine feinste Kleidung. Selbst wenn ich keinen Erfahrungsbericht schreibe, erfüllt es mich mit Freude, wenn ich die Ergebnisse meiner Mitpraktizierenden erfahre. Diesmal jedoch ist mir schwer ums Herz. Wenn ich die verschiedenen Herausforderungen betrachte, denen Praktizierende gegenüberstehen, erkenne ich auch meinen eigenen Mangel an Fleiß in den letzten drei Jahren.

Die oben genannten Probleme bestehen in unterschiedlichem Maße auch bei mir. Ursprünglich hatte ich überlegt, den Artikel „Warte nicht, bis es zu spät ist“ zu nennen. Nachdem ich jedoch nach Hause zurückgekehrt war und das Fa-Lernen fortgesetzt hatte, wurde mir klar, dass dieser negative Gedanke genau dem Prinzip der Strategie der alten Mächte entspricht, was nicht im Einklang mit dem Meister steht.

Deshalb habe ich den ursprünglichen Titel geändert in: „Gib nicht zu früh auf“. Unabhängig davon, wie viele Mitpraktizierende verbleiben oder wie sie praktizieren, müssen wir uns gegenseitig ermutigen, unterstützen, uns koordinieren und gemeinsam erhöhen. Wir sollten das tun, was richtig ist, und niemals zu früh aufgeben!