(Minghui.org) In einem Land der Tyrannei und Lüge gilt es als Verbrechen, den Mut aufzubringen, die Wahrheit zu sagen. Der Preis für dieses „Verbrechen“ ist hoch und reicht von Einschüchterung über Folter bis hin zu dem Verlust der Familie. Nicht selten bezahlt man dafür mit seinem Leben.

Zwei Jahre tobte die Kulturrevolution bereits, als die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) 1968 die 35-jährige Lin Zhao wegen ihrer kritischen Kommentare hinrichtete. Der Befehl für ihre Hinrichtung kam, so wird es berichtet, direkt vom Politbüro der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh). Wie zahlreiche andere Intellektuelle, die zuvor von der KPCh dazu ermutigt worden waren, die Fehler der Partei offen anzusprechen, wurde auch Lin 1957 während der Anti-Rechts-Kampagne verhaftet und in ein Arbeitslager gesperrt.

Aber im Gegensatz zu vielen anderen Dissidenten blieb Lin unbeugsam. Als sie die Große Chinesische Hungersnot (1959–1961) anprangerte, wurde sie erneut verhaftet und zu Gefängnis verurteilt. Da sie weder Stift noch Papier zur Verfügung hatte, benutzte sie Haarnadeln sowie Bambussplitter, um mit ihrem eigenen Blut ihre Ansichten auf Bettlaken niederzuschreiben.

Die Tragödie nahm ihren Lauf. Aus Verzweiflung über die erneute Verhaftung seiner Tochter beging Lins Vater Selbstmord. Nach Lins späterer Hinrichtung wandten sich die Behörden an ihre nichtsahnende Mutter und verlangten von ihr, fünf Cent für die Kugel zu zahlen, die ihre Tochter getötet hatte. Überwältigt vom Kummer erlitt ihre Mutter einen Nervenzusammenbruch und verstarb kurze Zeit später.

Während der Anti-Rechts-Kampagne und der Kulturrevolution, als die Menschen gezwungen wurden, entgegen der eigenen Ansichten radikal der Parteilinie zu folgen, ereigneten sich unzählige ähnlich Tragödien. Und obwohl es viele Versuche in der Gesellschaft und von Intellektuellen gab, sich mit dieser Zeit auseinanderzusetzen, ist keine grundlegende Verbesserung eingetreten, wie die seit Juli 1999 andauernde Unterdrückung von Falun Dafa eindrücklich zeigt.

Falun Dafa ist ein uralter chinesischer Übungsweg zur Stärkung von Körper und Geist. Seine Praktizierenden legen Wert darauf, den eigenen Charakter zu verbessern, ohne damit irgendwelche politischen oder gesellschaftlichen Interessen zu verfolgen. Keine Gefahr für die Machthaber, sollte man meinen, sondern ein positiver Beitrag zur Gesellschaft. Für die totalitäre KPCh jedoch, die unabhängiges Denken nicht aushalten kann, sind die Werte Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht, die Falun Dafa vertritt, nicht hinnehmbar. Deshalb sind die Praktizierenden seit 27 Jahren brutaler staatlicher Verfolgung ausgesetzt.

Für das Aussprechen der Wahrheit, sei es über Falun Dafa oder die Verfolgung, haben zahlreiche Praktizierende wesentlich schlimmere körperliche und seelische Misshandlungen erlitten als das, was Lin ertragen musste.

Zhang Xiuqiang, ein 51-jähriger Mann aus der Stadt Linyi in der Provinz Shandong, begann 1996 mit der Kultivierung im Falun Dafa. Nachdem seine Arbeitskollegen seine gesundheitlichen und charakterlichen Verbesserungen miterlebt hatten, fanden sie, dass er durch die Kultivierung wie neugeboren wirke. Aber wegen seines Glaubens wurde er mehrfach in Gehirnwäsche-Einrichtungen, Arbeitslager und Gefängnisse gesperrt.

Im Gefängnis in Shandong musste er 16 Stunden lang regungslos auf einem kleinen Hocker sitzen. Zu den Mahlzeiten bekam er jeweils nur eine halbe Kelle zu essen und eine streng limitierte Menge zu trinken. Neben heftigen Schlägen und Gehirnwäsche quälte man ihn oft mit Schlafentzug.

Im ganzen Land wurden und werden Falun-Dafa-Praktizierende in ähnlicher Weise misshandelt. So auch Wang Hongyu, eine 48-jährige Frau aus der Stadt Dalian in der Provinz Liaoning, die bereits vor zehn Jahren zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden war. Am 3. April 2025 wurde sie erneut verhaftet und zu drei Jahren und zwei Monaten Gefängnis verurteilt, nur weil sie Flyer verteilt hatte.

Nach den Informationen, die Minghui.org vorliegen, wurden alleine im Jahr 2025 über 4.800 Fälle von Falun-Dafa-Praktizierenden dokumentiert, die verhaftet oder schikaniert wurden. 751 Praktizierende wurden zu Haftstrafen verurteilt und 124 umgebracht.

Nur wenige Menschen im heutigen China wissen oder interessieren sich dafür, was Lin zugestoßen ist. Manche wissen es einfach wegen der Zensur der KPCh nicht, während anderen die Geschehnisse von vor annähernd 60 Jahren mehr oder weniger egal sind. Traurigerweise sind sich viele Menschen noch nicht einmal bewusst, wie schlimm die aktuelle Verfolgung von Falun Dafa ist, obwohl diese bereits 27 Jahre andauert.

Dietrich Bonhoeffer hat sinngemäß zum Ausdruck gebracht, dass Schweigen im Angesicht des Bösen selbst böse ist. Wenn harte Repressionen drohen, ist es keine einfache Sache, diesem Grundsatz entsprechend zu handeln. Aber wenn die Menschen den Mut und Einsatz jener, die die Wahrheit sprechen, mindestens zu schätzen wissen, ist dies ein Hoffnungsschimmer der Gesellschaft für eine Zukunft frei von Tyrannei.