(Minghui.org) Ich begann 2020 mit dem Praktizieren von Falun Dafa. Meine Tochter ist 15, ein Alter, in dem sie oft rebelliert. Bevor ich mit dem Praktizieren anfing, schimpfte ich mit ihr und manchmal schlug ich sie, wenn ich die Beherrschung verlor. Deshalb hasste sie mich.

Durch das Fa-Lernen wurde mir bewusst, dass mein Umgang mit ihr falsch war, und ich begann, mein Verhalten zu ändern. Anfangs versuchte ich nur, mich in Konfliktsituationen zu beherrschen, weil ich noch nicht wusste, was Kultivierung bedeutet, und ich lediglich auf die Dinge reagierte. Manchmal dachte ich auch, es sei zu schwierig, all diese Xinxing-Prüfungen zu bestehen, und fragte mich, ob sie karmisch bedingt seien – ob meine Tochter mich vielleicht so behandelte, weil ich karmische Schulden begleichen musste.

Ich entwickelte eine Anhaftung an Angst und befürchtete, meine Tochter würde mir nicht zuhören. Doch ich versuchte nicht, die Dinge aus ihrer Perspektive zu betrachten oder ihren Standpunkt zu verstehen, geschweige denn Mitgefühl für sie zu empfinden. Ich machte einfach weiter wie bisher, basierend auf meinem oberflächlichen Verständnis der Fa-Grundsätze.

Dadurch, dass mir meine Angst und Besorgnis verborgen blieben, akzeptierte ich unbewusst die Arrangements der alten Mächte und die Verfolgung durch sie.

Ein Ereignis, durch das ich die Probleme mit meiner Tochter besser verstand 

Etwas, das sich vor Kurzem ereignete, half mir, die Probleme zwischen meiner Tochter und mir besser zu verstehen. Hier möchte ich einige meiner Erkenntnisse mit euch teilen.

Meine Tochter besuchte eine Fachschule in der Stadt, in der ihre Großmutter lebt, und verbrachte daher jedes Wochenende bei ihr. An einem Mittwoch rief sie mich an und sagte, sie habe Fieber und brauche ein paar Tage Ruhe.

Ich rief in ihrer Schule an und veranlasste, dass sie ein paar Tage frei bekam. Meine Tochter zeigte während ihres Aufenthalts bei ihrer Großmutter kaum Krankheitsanzeichen. Am Sonntag, als sie zur Schule zurückkehren sollte, sagte sie mir, dass sie noch nicht wieder hingehen wolle, und bat mich, in der Schule anzurufen, damit sie erst am Montag wiederkommen müsse.

Wieder rief ich in der Schule an und sagte, sie würde am Montagmorgen wiederkommen, da ich dachte, je früher sie zurückkomme, desto besser.

Am frühen Montagmorgen schrieb ich meiner Tochter eine SMS, um sie daran zu erinnern, dass sie sich für die Schule fertigmachen solle. Gegen 11.30 Uhr antwortete sie: „Ich schaffe es heute Vormittag nicht. Bitte ruf in der Schule an und sag ihnen, dass ich nachmittags wiederkomme.“

Ich antwortete ihr, dass es nicht schlimm sei, wenn sie sich nur ein bisschen verspäte. Falls ihre Lehrerin mich fragen würde, würde ich ihr sagen, dass sie unterwegs sei.

Nach 13 Uhr schrieb ich ihr eine SMS und fragte, ob sie in der Schule angekommen sei. „Nein“, antwortete sie. „Bist du unterwegs?“, hakte ich nach. „Noch nicht, aber vielleicht bald“, antwortete sie.

Nach 13.30 Uhr rief mich ihre Lehrerin an und fragte, warum meine Tochter noch nicht wieder in der Schule sei. Daraufhin rief ich meine Tochter an und fragte sie, ob sie schon im Bus sei. „Noch nicht“, antwortete sie. „Aber hast du nicht gesagt, du wärst gleich unterwegs?“, fragte ich erneut. „Bin gleich da“, so ihre Antwort. Ich fragte sie dann noch ein paar Mal, doch sie wurde ungeduldig, da sie immer noch nicht auf dem Weg zur Schule war. „Sag mir einfach ungefähr, wann du in der Schule ankommst, damit ich es deiner Lehrerin sagen kann“, bat ich sie. „Vielleicht vor 15 Uhr“, antwortete sie. Das gab ich an die Lehrerin weiter. 

„Sag mir Bescheid, sobald du in der Schule bist“, schrieb ich ihr nach 14 Uhr. Sie antwortete nicht. „Bist du schon in der Schule?“, fragte ich gegen 15 Uhr erneut. Sie antwortete immer noch nicht. Kurz nach 15 Uhr rief ich sie erneut an, aber sie ging nicht ran. Dann schrieb sie mir, dass sie jetzt nicht gehen wolle, vielleicht später. Ich fragte sie nach dem Grund, woraufhin sie meinte, sie wolle einfach nicht hingehen.

Die ganze Zeit über war ich ruhelos. Ich machte mir Sorgen um meine Tochter, war aber gleichzeitig auch verbittert ihr gegenüber und ertappte mich dabei, wie ich auf sie herabsah. Ich wollte ihre Lehrerin nicht erneut kontaktieren, weil ich befürchtete, sie könnte denken, ich hätte mein Versprechen gebrochen. Gleichzeitig hatte ich Angst, dass meine Tochter die Schule verweigern könnte. Kurz gesagt, meine Gedanken waren wirr und chaotisch.

Mir war klar, dass ich nach innen schauen musste, um meine eigenen Schwächen zu erkennen, aber als ich sie fand, wusste ich nicht, wie es nun weitergehen sollte. Immer wieder sagte ich mir, ich sollte mich nicht von sentimentalen Anwandlungen bewegen lassen, sondern rational handeln. Nach und nach legte ich meine wertende Haltung gegenüber meiner Tochter ab und konzentrierte mich darauf, wie ich ihr den Maßstab für einen guten Menschen näherbringen konnte.

Es gelang mir, meine Einstellung und meine Gefühle zu ordnen, bevor ich meine Tochter erneut anrief, und dieses Mal unterhielten wir uns fast eine halbe Stunde miteinander. Ich fragte sie, warum sie so spät gegangen war, und versicherte ihr, dass ich ihr keine Vorwürfe machen würde – ich wolle nur wissen, was los war. „Ich habe dir gesagt, dass ich nachmittags wieder zur Schule gehen möchte, aber du hast das nicht mit der Schule abgesprochen. So bist du eben“, sagte sie. „Warum hast du mir denn nicht gesagt, dass du es nicht bis 15 Uhr schaffst?“, wollte ich wissen. „Bitte lege keine Zeitvorgaben für mich fest, das macht mich nervös“, antwortete sie. „Es war mein Fehler, weil ich die Dinge nicht aus deiner Perspektive betrachtet habe und nicht wusste, dass dich das so beunruhigen würde“, gab ich zu. „Ich bin ein integrer Mensch“, fuhr ich fort, „und stehe zu dem, was ich sage. Wenn etwas Unerwartetes passiert, informiere ich die andere Person darüber. Das fordert der Respekt. Doch werde ich in Zukunft besser auf dich hören und versuchen, deine Wünsche zu respektieren, anstatt meinen Willen durchzusetzen.“

Außerdem ermutigte ich meine Tochter, ihre Ängste allmählich abzubauen, indem sie ihre Zeit gut einteilt, damit sie alles rechtzeitig erledigen kann. Ich sagte ihr auch, dass wir in allem, was wir tun, integer sein müssen. Sie nahm meinen Rat an. 

Kurz nach 17 Uhr teilte mir meine Tochter dann mit, dass sie im Bus sei, und schickte mir noch die  Nachricht: „Mama, ich war heute am Telefon etwas unhöflich zu dir. Ich war in der Vergangenheit auch nicht gerade nett zu dir, tut mir leid. Du musst dich nicht immer für mich aufopfern. Ich habe mich dir gegenüber in der Vergangenheit nicht immer angemessen verhalten. Ich hatte aber auch nicht den Eindruck, dass es für dich eine große Sache wäre, bei der Schule um ein paar Tage Befreiung für mich zu bitten. Danke, Mama. Es tut mir leid. Ich werde beherzigen, was du mir geraten hast. Du musst nicht immer Kompromisse eingehen oder mein Verhalten dulden.“

Ich war froh, als ich diese Nachricht meiner Tochter las, und spürte, wie der Meister die negativen Einflüsse zwischen meiner Tochter und mir beseitigt hatte. Danke, Meister!

Durch dieses Ereignis wurde mir bewusst, dass ich in der Auseinandersetzung mit Problemen zu sehr von menschlichen Motiven geprägt war und wenig Güte oder Freundlichkeit zeigte. In der Regel begegnete ich Situationen mit aufgesetzter Toleranz, vermischt mit allerlei menschlichen Anhaftungen wie Angst und Schüchternheit, was dazu führte, dass ich passiv blieb oder gar ratlos war.

Ich habe noch einen langen Kultivierungsweg vor mir, aber ich glaube, ich habe nun die richtige Richtung gefunden und weiß, wie es weitergehen soll.

Das Obige spiegelt lediglich mein persönliches Verständnis wider. Bitte weist mich gütig darauf hin, falls etwas unangemessen sein sollte.