(Minghui.org) Als Dr. Hu Jinzhao am 20. April 2025 nach Verbüßung einer vierjährigen Haftstrafe wegen seines Glaubens an Falun Dafa das Gefängnis verließ, wurde er von sechs Personen des örtlichen Straßenkomitees und der Polizeistation abgefangen. Sie forderten ihn auf, verschiedene Erklärungen zu unterschreiben. Als er sich weigerte, zwangen sie seine Familie, in seinem Namen zu unterschreiben. Danach eskortierten sie ihn nach Hause, um seine Adresse zu überprüfen als Vorbereitung zu seiner weiteren Überwachung.

Der 57-jährige Dr. Hu, ein ehemaliger Oberarzt der psychiatrischen Klinik der Provinz Yunnan in Kunming, wurde seit Beginn der Verfolgung im Jahr 1999 durch die Kommunistische Partei Chinas mehrfach ins Visier genommen und gefoltert: Vor seiner jüngsten Verfolgung einen Monat lang in einem Untersuchungsgefängnis, drei Jahre und 40 Tage in einem Zwangsarbeitslager, eine Woche in einer Gehirnwäsche-Einrichtung und drei Jahre im Gefängnis. Im Rahmen der Verfolgung verlor er im April 2002 seine Stelle als Arzt. Sein Arbeitgeber hinderte ihn auch daran, anderweitig zu arbeiten. Da Hus Frau den Druck und die ständigen Schikanen nicht mehr aushalten konnte, ließ sie sich von ihm scheiden.

Minghui.org hat bereits über die Verfolgung von Dr. Hu berichtet. Vor Kurzem gab er weitere Einzelheiten zu seiner jüngsten Verhaftung und den Misshandlungen im Gefängnis preis.

Weitere Informationen über die Festnahme

Hu berichtete, dass er am 19. April 2021 gegen 13 Uhr an seinem Arbeitsplatz verhaftet worden sei und nicht, wie zuvor berichtet, in seiner Wohnung am 21. April. Sein Vorgesetzter hatte ihn an diesem Tag aufgefordert, den Abstellraum aufzuräumen. Nur wenige Minuten später stürmte ein Sicherheitsbeamter des Krankenhauses mit einer Gruppe Zivilbeamter in den Abstellraum und fesselte Hu. Einer von ihnen zeigte kurz seinen Ausweis, ohne ihm die Möglichkeit zu geben, ihn zu lesen. Sie durchsuchten ihn und fuhren anschließend mit ihm zu seiner Wohnung. Später erfuhr er, dass es sich bei den Beamten um Shi Ruilin von der Staatssicherheitsabteilung des Bezirks Panlong sowie Polizisten der Polizeistation Xiaoba gehandelt hatte.

Nachdem sie Hus Wohnungstür mit dem beschlagnahmten Schlüssel geöffnet hatten, schlugen zwei Beamte ihm mit voller Wucht auf die Schultergelenke, was ihm starke Schmerzen zufügte. Die übrigen Beamten durchsuchten alle Räumlichkeiten und beschlagnahmten mehrere Falun-Dafa-Bücher, mehrere hundert Yuan in Banknoten mit aufgedruckten Informationen über Falun Dafa, mehrere DVDs, sein Mobiltelefon, seinen Computer und einen Videorekorder. Außerdem nahmen sie ihm die sechshundert Yuan Bargeld ab, die er bei sich hatte.

Hu wurde auf der Polizeiwache Xiaoba verhört und blieb die ganze Nacht über auf einem Metallstuhl gefesselt.

Am nächsten Morgen verlangte die Polizei das Erfassen von Hus Fingerabdrücken, Handabdrücken, Größe, Gewicht und weiteren biometrischen Daten. Da er nicht kooperierte, kniffen und quetschten ihn vier Beamte, darunter Yin Tao, in seine empfindlichen Körperstellen. Sie schlugen ihm auch ins Gesicht und drückten seine Akupunkturpunkte – wo auch immer es am meisten schmerzte. Gleichzeitig brachen sie seine Fäuste auf.

Gegen Mittag brachten die Polizisten Hu in die Augenklinik des Volkskrankenhauses im Bezirk Panlong, um seine Iris untersuchen zu lassen. Da er sich widersetzte, hielten sie ihn fest und zwangen ihn, vor einer Spaltlampe (einem Instrument zur Augenuntersuchung) zu knien, wobei sie ihre Knie zu beiden Seiten an seine Waden pressten. Er litt unter unsäglichen Schmerzen, konnte jedoch eine Untersuchung seiner Augen verhindern.

Die Polizei brachte Hu zurück zur Polizeiwache und fesselte ihn dort erneut auf den Metallstuhl. Gegen 22 Uhr desselben Tages (20. April 2021) fuhren Polizisten mit ihm zu einer körperlichen Untersuchung ins Krankenhaus Xinhua. Er leistete abermals Widerstand und wurde brutal misshandelt. Eine Frau bot ihm vor einem EKG ein Beruhigungsmittel an. Er erklärte ihr, dass er ebenfalls Arzt sei und verfolgt werde. Schließlich verzichtete sie darauf, ein EKG zu machen.

Am 21. April 2021 gegen 2 Uhr wurde Hu zurück zur Polizeiwache gebracht und erneut auf den Metallstuhl fixiert.

Nach Tagesanbruch brachten Polizisten ihn in die zweite Haftanstalt des Bezirks Panlong. Diese nahm ihn jedoch nicht auf, da die Untersuchungsergebnisse des Krankenhauses Xinhua mehrere auffällige Werte aufwiesen, darunter einen CPK-Wert (Kreatinphosphokinase oder Kreatinkinase), der fast das Zehnfache des Normalbereichs betrug. Ein erhöhter Wert deutet auf eine Muskelverletzung oder -erkrankung hin.

Die Polizei brachte Hu ins Krankenhaus Xinhua, wo er fast zwei Monate lang blieb. Seine Familie wurde nie über seine Verhaftung informiert und meldete ihn als vermisst. Sie fragte auch bei allen örtlichen Polizeistationen nach. Erst nach einem Gespräch mit der Polizeistation Xiaoba erfuhren sie von seiner Verhaftung und seinem Krankenhausaufenthalt. Die Polizei erlaubte ihnen jedoch keinen Besuch im Krankenhaus.

Im Gefängnis misshandelt

Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus am 30. Juni 2021 wurde Hu in die zweite Haftanstalt des Bezirks Panlong eingeliefert. Ein Richter des Bezirksgerichts Xishan verurteilte ihn in der Haftanstalt, ohne seine Familie zu benachrichtigen, und auferlegte ihm später eine vierjährige Haftstrafe. Seine Berufung wurde abgewiesen.

Am 8. April 2022 wurde Hu im Gefängnis der Provinz Yunnan in Quarantäne untergebracht und zwei Wochen später in die Abteilung für intensives Training verlegt. Die Wärter erklärten „Falun Gong“ als Tabu. Wer es erwähnte, erhielt zwei Verwarnungen. Ein drittes Mal führte zum Besprühen der Augen mit Pfefferspray.

Hu gab an, während seiner Haftzeit 20- bis 30-mal mit Pfefferspray besprüht worden zu sein.

Ab Mai 2022 musste Hu jeden Tag 15 bis 16 Stunden stehen, oft im Freien in der prallen Sonne. Seine Fußrücken, Waden und sogar seine Genitalien waren stark geschwollen. Gehen fühlte sich für ihn an wie Nadelstiche.

Die Stehfolter endete erst im September 2022, als die Abteilung für intensives Training einen neuen Leiter bekam.

Hu erwähnte zudem monatliche Treffen, bei denen die Praktizierenden, die gezwungen worden waren, Falun Dafa aufzugeben, von anderen weiter kritisiert wurden. Er selbst musste jedoch nie an diesen Treffen teilnehmen, da allgemein bekannt war, dass er „Falun Dafa ist gut“ rufen würde.

Im Dezember 2021 erreichte die Pandemie auch das Gefängnis. Erst dann lockerten die Wärter die Verfolgung von Hu und anderen Praktizierenden ein wenig und konzentrierten sich darauf, die Pandemie zu bekämpfen. Nachdem diese Monate später abgeklungen war, setzten die Wärter die grausame Verfolgung fort. Vierteljährlich fand nun eine neue Kampagne gegen die Praktizierenden statt. Langzeit-Häftlinge wie auch Neuankömmlinge im Gefängnis mussten mit erhobener rechter Faust schwören, dass sie sich schuldig bekennen würden und die ihnen im Gefängnis auferlegten Strafen und disziplinarischen Maßnahmen im Gefängnis gerechtfertigt seien.

Hu erzählte, er sei gefoltert worden, weil er sich geweigert hatte, diesen Schwur zu leisten.

An seinem Geburtstag im Juli 2023 teilten die Gefängniswärter ihm mit, dass er Besuch bekommen hätte. Er überlegte, um wen es sich handeln könnte, da seine Mutter bereits mehrmals zum Gefängnis gekommen war, ihn aber nie sehen durfte, da er an seinem Glauben festhielt.

Es stellte sich heraus, dass es zwei Kollegen aus dem Krankenhaus waren, einer von der Gewerkschaft und der andere aus der Finanzabteilung. Sie teilten ihm mit, dass das Krankenhaus ihn entlassen hätte, nachdem er dort über zwanzig Jahre zum Hausmeister degradiert gearbeitet hatte.

Von August bis September 2023 befand sich Hu in Einzelhaft und wurde von sechs Häftlingen abwechselnd überwacht. Ein bis zwei von ihnen fungierten als Hauptüberwacher während sich die anderen regelmäßig abwechselten. Sie unterhielten sich miteinander, erlaubten Hu jedoch nicht zu sprechen.

Hu bemerkte, dass die Wände der Zelle und der Toilette mit Zetteln beklebt waren, auf denen Falun Dafa und dessen Begründer verunglimpft wurden und entfernte sie. Daraufhin brachten die Überwacher weitere Zettel an der Decke an. Außerdem lasen sie ihm Bücher vor, die Falun Dafa diffamierten. Sie pickten Passagen aus Falun-Dafa-Büchern heraus und interpretierten sie komplett aus dem Zusammenhang gerissen.

Einige Monate später begannen die Überwacher, Videos abzuspielen, die Falun Dafa verunglimpften. Hu blieb trotz der endlosen Versuche, ihn zum Verzicht seines Glaubens zu bewegen, standhaft.

Er berichtete auch von starkem Herzklopfen nach der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme während der Einzelhaft und dass sein Körper nur noch langsam reagiert hätte. Zudem habe er sich extrem schläfrig gefühlt und es seien Symptome einer sensorischen Verarbeitungsstörung (einer neurologischen Erkrankung, bei der das Gehirn Schwierigkeiten hat, Sinnesinformationen aufzunehmen, zu verarbeiten und darauf zu reagieren) aufgetreten. Es habe sich angefühlt, als ob sein innerer Kompass nicht mehr funktionierte. Wenn er nach einem Gegenstand gegriffen habe, hätte er diesen oft verfehlt.

Hu stellte eine deutliche Verbesserung seiner Symptome fest, wenn er das Gegessene oder Getrunkene sofort wieder erbrach. Aber die Wärter hinderten ihn schon bald daran und befahlen den anderen Häftlingen, ihm nicht zu viel Wasser zu geben und ihn, sobald er erbrechen sollte, in die Gefängnisambulanz zu bringen.

Hu vermutete, dass das ihm verabreichte Essen und Wasser mit toxischen Substanzen vermischt worden war. In den letzten drei Monaten seiner Haft traten die obengenannten Symptome nicht mehr auf. Anscheinend war das Essen und das Trinken, das er zu dem Zeitpunkt erhielt, normal.

2024 befahlen die Wärter Hu zusammen mit den anderen Häftlingen Zwangsarbeit zu verrichten. Zudem wiesen sie einen Häftling an, in der Werkstatt ein Buch vorzulesen, das Falun Gong verunglimpfte. Als Dr. Hu das Buch zerriss, sprühte ihm Wärter Ma Pfefferspray ins Gesicht. Obwohl er sein Gesicht wusch, konnte er nach 30 Minuten die Augen immer noch nicht öffnen und verspürte am nächsten Morgen weiterhin ein Brennen im Gesicht.

Zwar wiesen die Wärter die Häftlinge nicht mehr an, Bücher vorzulesen, die Falun Dafa diffamierten, dennoch lebte Hu nach eigenen Angaben in ständiger Angst, da die Wärter ihn auf vielfältige Weise misshandelten.

Im Januar 2025 hörte Hu plötzlich ein Klingeln im rechten Ohr, begleitet von brennenden Schmerzen. Trotzdem zwangen ihn die Wärter, zusammen mit den anderen Häftlingen die Abendnachrichten anzusehen. Als er in seine Zelle zurückkehren durfte, wusch er sich das Ohr, doch die Schmerzen verschlimmerten sich. In der Nacht hörte er ein Rauschen im Ohr und bemerkte, dass Flüssigkeit aus seinem Gehörgang floss. Er verstopfte das Ohr mit einem Taschentuch, das nach einer Weile von der gelblichen Flüssigkeit völlig durchnässt war.

Drei Tage später meldeten die Häftlinge, die ihn überwachten, seinen Zustand den Wärtern. Hu wurde in die Gefängnisklinik gebracht, wo der Arzt einen Trommelfellriss vermutete und eine Einweisung in ein externes Krankenhaus empfahl.

Die Wärter ließen einen Tag verstreichen, bevor sie Hu ins Krankenhaus von Yan’an brachten. Die Untersuchung ergab Blutbläschen auf seinem rechten Trommelfell sowie eine Schwellung und Blutkrusten im rechten Gehörgang. Die Ärztin des externen Krankenhauses stellte keine Trommelfellperforation fest, jedoch zwei verheilte Narben auf seinem linken Trommelfell. Aufgrund dessen diagnostizierte sie eine Mittelohrentzündung. Dr. Hu erklärte ihr, dass die Narben von Schlägen ins Gesicht durch Wärter Yang stammten, als er zwischen 2004 und 2007 in einem Zwangsarbeitslager inhaftiert gewesen sei. Die Ärztin glaubte ihm nicht und bestand darauf, dass die Narben nicht von Verletzungen herrührten.

Hu berichtete, dass sich sein Hörvermögen auf dem rechten Ohr deutlich verschlechtert habe. Nach seiner Freilassung am 20. April 2025 wurde er weiterhin vom örtlichen Straßenkomitee und von der Polizei überwacht.

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