(Minghui.org) Seit jeher wird Erfolg häufig an Fähigkeiten und Leistungen des Einzelnen gemessen. Doch ohne einen moralischen Kompass können Menschen, ja sogar die ganze Gesellschaft, korrumpieren und ins Verderben stürzen.

Wer sich hingegen beständig um Integrität bemüht, erlangt nachhaltigen Erfolg und dient künftigen Generationen als Vorbild. Umgekehrt werden diejenigen, die ihre Macht missbrauchen, um eigennützige Interessen zu befriedigen und gegen ihr Gewissen handeln, letztlich zugrunde gehen.

Die Ming-Dynastie

Kaiser Yongle, der dritte Kaiser der Ming-Dynastie, war ein sehr einflussreicher Herrscher und regierte während der Blütezeit dieser Dynastie. Seine Förderung des Taoismus bereicherte nicht nur China, sondern beeinflusste auch andere Zivilisationen. Zwei Beamte, Chen Ying und Ji Gang, waren jedoch für ihren Machtmissbrauch bekannt und mussten am Ende die Konsequenzen tragen, die sie verdienten.

Chen wurde in eine Schlüsselposition im Zensurat berufen, einer hochrangigen Aufsichtsbehörde, die Korruption untersuchte und Beamte überprüfte. Häufig erhob er falsche Anschuldigungen gegen Unschuldige. So beschuldigte er Geng Bingwen, einen Gründungsgeneral der Ming-Dynastie, der unerlaubten Nutzung von Gegenständen, die ausschließlich dem Kaiser vorbehalten waren. Unter dem daraus resultierenden Druck beging Geng Selbstmord. Im dritten Regierungsjahr von Kaiser Yongle verfasste Justizminister Luo Qian ein Memorandum, das den Kaiser verärgerte. Chen klagte ihn daraufhin der Korruption und Tyrannei an, woraufhin Luo hingerichtet wurde.

Später legte Chen ein Memorandum vor, in dem er Li Zhen, einen niederrangigen Beamten im Kriegsministerium, fälschlicherweise beschuldigte. Nachdem Lis Ehefrau ihre Unschuld beteuert hatte, leiteten die Minister der Sechs Ministerien eine gemeinsame Untersuchung ein, die jedoch keinerlei Beweise für Chens Vorwürfe erbrachte. Zu diesem Zeitpunkt war Li jedoch bereits zu Tode gefoltert worden. Daraufhin reichten mehrere Minister Memoranden ein, in denen sie Chen beschuldigten, Li willkürlich in den Tod getrieben zu haben, und seine Bestrafung forderten. Im neunten Regierungsjahr Kaiser Yongles wurde Chen schließlich verurteilt und hingerichtet.

Ji Gang war klug und gerissen und besaß ein ausgeprägtes Gespür für die Gedanken anderer. Kaiser Yongle schenkte ihm großes Vertrauen und ernannte ihn zum Kommandanten der Leibgarde. Später wurde Ji zum Befehlshaber der Garde der bestickten Uniformen befördert, einer Behörde, die Menschen ohne Gerichtsverfahren überwachte und unterdrückte. Er setzte überall Spione ein und sammelte Informationen über Beamte wie auch über einfache Bürger. Zudem verleumdete er Menschen, um anschließend harte Strafen gegen sie zu verhängen.

Machtmissbrauch geht stets mit Korruption einher. Ji fälschte kaiserliche Erlasse, um mehr als vier Millionen Jin (etwa 2.000 Tonnen) Salz aus den Salzfeldern Chinas zu erpressen. Er beschuldigte wohlhabende Kaufleute grundlos, um Geld von ihnen zu erpressen, und eignete sich sogar das Land einfacher Bürger an.

Sein Machtgefühl wuchs schließlich so weit, dass er begann, die Gewänder eines Prinzen zu tragen, kaiserliche Insignien zu verwenden und heimlich Waffen herstellen zu lassen.

Im vierzehnten Regierungsjahr Kaiser Yongles deckte ein Offizier Jis Verbrechen auf. Daraufhin befahl der Kaiser, ihn öffentlich anzuklagen, und übergab den Fall der Zensurbehörde zur Untersuchung. Ji wurde schließlich unter qualvollen Umständen öffentlich hingerichtet.

Das moderne China

Machtmissbrauch und Korruption existieren auch im modernen China. Zehn Jahre nach dem Massaker auf dem Tiananmen-Platz 1989, bei dem die studentische Demokratiebewegung niedergeschlagen wurde, begann der damalige KPCh-Vorsitzende Jiang Zemin 1999 eine landesweite Kampagne zur Unterdrückung von Falun Gong.

Falun Gong, ein Meditationssystem, das auf den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht beruht, wurde von Beamten wie auch von der Bevölkerung wegen seiner positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Moral hoch geschätzt. Beunruhigt über die enorme Verbreitung dieser Praxis leitete Jiang jedoch Maßnahmen ein, um sie auszurotten. Zu diesem Zweck gründete er das sogenannte „Büro 610“, eine außergerichtliche Behörde, die alle Ebenen der Regierung durchdringt, um seine Verfolgungspolitik umzusetzen. Der Sekretär des Zentralkomitees für Politik und Recht (PLAK) wird häufig zugleich zum Leiter des Führungsgremiums des Büros 610 ernannt. Zu denjenigen, die diese Positionen innehatten, zählen Luo Gan und Zhou Yongkang.

Zhou, ein hochrangiger Funktionär, der die Verfolgung von Falun Gong gemäß Jiangs Anweisungen aktiv umsetzte, führte den Genozid auch nach Jiangs Rücktritt fort. Wo immer er ein Amt innehatte, verschärfte sich die Verfolgung von Falun-Gong-Praktizierenden. Dies betraf seine Positionen als Parteisekretär der Provinz Sichuan (2000–2002), Minister für Öffentliche Sicherheit (2002–2007) und Parteisekretär des Zentralen Volkskomitees der Kommunistischen Partei Chinas (2007–2012). Ende 2009 und Anfang 2010 wies Zhou die Gerichte und andere Behörden ausdrücklich an, Fälle der Intrige gegen Falun-Gong-Praktizierende und deren Strafverfolgung aggressiver zu behandeln.

Trotz seiner Macht war Zhou lediglich eine Marionette der KPCh und wurde bald fallen gelassen. Im Dezember 2014 wurde er aus der Partei ausgeschlossen und den Justizorganen zur Untersuchung übergeben. Im Juni 2015 fällte das Erste Mittlere Gericht in Tianjin ein Urteil gegen Zhou wegen Bestechung, Machtmissbrauch und vorsätzlicher Weitergabe von Staatsgeheimnissen. Zhou wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, seiner politischen Rechte beraubt und sein persönliches Eigentum eingezogen.

Ein weiteres Beispiel ist Bo Xilai, der Jiang folgte und ihm schmeichelte. Als Bürgermeister von Dalian ließ Bo ein riesiges Porträt von Jiang auf einem öffentlichen Platz errichten. Während seiner Amtszeit als Bürgermeister (1992–2001) und Gouverneur der Provinz Liaoning (2001–2004) gehörten Dalian und Liaoning zu den Regionen, in denen Falun Gong am schwersten verfolgt wurde. Viele Falun-Gong-Praktizierende wurden willkürlich verhaftet, inhaftiert und gefoltert, was zu Verletzungen, Behinderungen und einer hohen Zahl von Todesfällen führte. Das berüchtigte Arbeitslager Masanjia befand sich in der Provinz Liaoning.

Wie bereits erwähnt, geht Machtmissbrauch stets mit Korruption einher. Im Juli 2013 erhob die Staatsanwaltschaft Jinan in der Provinz Shandong Anklage gegen Bo beim Mittleren Gerichtshof Jinan wegen des Verdachts auf Bestechung, Veruntreuung und Machtmissbrauch.

Zwei Monate später verurteilte der Mittlere Gerichtshof Jinan Bo tatsächlich wegen Bestechung, Veruntreuung und Machtmissbrauchs. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, seiner politischen Rechte beraubt und sein persönliches Eigentum eingezogen.

Der alte chinesische Weise Laozi schrieb: „Der Himmel kennt keine Parteilichkeit und begünstigt stets die Tugendhaften.“ Viele westliche Kulturen teilen dieses Verständnis. Diese Lehren erinnern uns daran, wie wichtig es ist, einen festen moralischen Kompass zu bewahren, der unsere Integrität als Individuen leitet und damit die Stabilität und den Wohlstand der Gesellschaft sichert.