(Minghui.org) In der Mittelschule gehörte ich stets zu den Besten. Meine Lehrer lobten mich, meine Mitschüler beneideten mich. Durch dieses tägliche Lob wuchsen jedoch mein Geltungsdrang und mein Neid.

In den ersten beiden Jahren der Mittelschule belegte ich bei jeder wichtigen Prüfung den ersten Platz in meinem Jahrgang. Das führte dazu, dass ich eine starke Anhaftung daran entwickelte, immer auf den ersten Platz zu gelangen. Daraus folgte konsequenterweise eine große Angst davor, diesen Titel, immer die Nummer Eins zu sein, zu verlieren.

Im dritten Jahr der Mittelschule wurde ein Dutzend Schüler von anderen Schulen in meine Klasse versetzt. Ich fühlte mich sehr unter Druck gesetzt und hatte Angst, dass sie mir meinen Platz streitig machen würden. Deshalb war ich ihnen gegenüber feindselig eingestellt, doch der Konflikt war anfangs nicht offensichtlich. In der zweiten Hälfte des dritten Jahres belegte ich den zweiten Platz in meinem Jahrgang. Das konnte ich nicht akzeptieren, obwohl ich nur wenige Punkte hinter dem Ersten lag. Meine perfekte akademische Platzierung war von einem anderen Schüler zerstört worden.

Ich suchte verzweifelt und voller Empörung nach jeder Rechtfertigung, nach allem, was mir einen Grund an die Hand geben würde, den Erfolg des anderen Schülers nicht anzuerkennen. Tagelang konnte ich weder gut essen noch schlafen. Die Frustration verfolgte mich sogar in meinen Träumen. Ich glaubte, meine Lehrer enttäuscht zu haben, und fühlte eine erdrückende psychische Last. Obwohl ich weiterhin jeden Tag fleißig lernte, bremste mich dieser Zustand letztendlich bei der ersten Probeprüfung aus und ich rutschte erneut ab – auf den vierten Platz.

Ich war zutiefst verzweifelt und suchte Antworten im Fa. Ich begann, das Fa zu lesen und meine Denkweise zu reflektieren. Mir wurde klar, dass meine Verzweiflung auf Neid und dem Streben nach Ruhm und der Befriedigung persönlicher Interessen beruhte. Schließlich begann ich, an meinen Anhaftungen zu arbeiten. Ich erkannte, dass ich anerkennen sollte, dass andere besser waren, und ihnen Anerkennung zollen sollte, anstatt an meiner Platzierung zu hängen. So versuchte ich, mich zu ändern.

Anfangs war es nicht leicht. Jedes Mal, wenn ich die Person sah oder an sie dachte, die mich vom ersten Platz verdrängt hatte, zog sich mein Herz zusammen und ich empfand Groll. Doch indem ich an die Grundsätze der Lehre meines Meisters dachte, bemühte ich mich sehr, meine Anhaftungen loszulassen. Ich konnte mit der Person über Fragen sprechen und freundete mich sogar mit ihr an. Vor der zweiten Probeprüfung fühlte ich mich gelassen, als ich die vor mir Platzierten in der Rangliste sah. Ich war nicht unruhig, sondern freute mich für sie über ihre guten Ergebnisse. In der zweiten Probeprüfung erreichte ich dann den zweiten Platz.

Ich war innerlich ruhig, doch ein Hauch von Neid blieb. Ich lernte das Fa und sandte aufrichtige Gedanken aus, um diesen Neid zu beseitigen. Bei der Feier in der Schule zur Auszeichnung der herausragenden Schüler applaudierte ich aufrichtig.

Nachdem ich meine Anhaftungen losgelassen hatte, verspürte ich ein unglaubliches Gefühl der Leichtigkeit. Befreit von der schweren psychischen Last, die das Streben nach Ruhm und persönlichen Vorteilen mir bereitet hatte, fiel mir das Lernen plötzlich leicht. Mit zunehmender Vertiefung meiner Kultivierung stiegen meine schulischen Leistungen rapide an und mein Geist wurde klarer und fokussierter. Schließlich erzielte ich unerwartet hervorragende Ergebnisse bei meinen Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium und gehörte damit erneut zu den Besten.

Mein Herz war zu diesem Zeitpunkt ruhig, frei von übermäßiger Aufregung und ganz sicher ohne jegliche Genugtuung über den erneuten ersten Platz. In diesem Moment kam mir plötzlich eine Erkenntnis: Es war, als hätte der Meister diese ganze Erfahrung wie ein Theaterstück inszeniert – eigens dafür entworfen, mir zu helfen, meine Anhaftungen loszulassen. Sobald diese wirklich gelöst sind, kann das verloren Geglaubte auf unerwartete Weise zurückkehren.

Die Anhaftung an Bequemlichkeit lösen

Sport, insbesondere Langstreckenlauf, ist meine Schwäche. Ich schaffte es kaum, den Kurs zu bestehen, was dazu führte, dass mit das Selbstvertrauen im Sportunterricht fehlte. Im dritten Jahr der Mittelschule begann ich schließlich, ihn zu verabscheuen.

Ich musste mich ernsthaft auf das Training vorbereiten, um den Sporttest für die Oberstufe zu bestehen, doch meine Bequemlichkeit und Faulheit trieben mich in die entgegengesetzte Richtung. Ich hatte Angst vor dem Laufen, weil ich es nicht mochte, müde zu sein. Während und nach dem Laufen führten Atembeschwerden und eine extreme Erschöpfung dazu, dass ich eine tiefe Angst vor dem Laufen entwickelte. Mit der Zeit wurde diese Angst so stark, dass ich mich an Tagen mit Sportunterricht kaum noch auf meine anderen Fächer konzentrieren konnte. Ich blieb von einer inneren Angst geplagt, der Furcht vor dem möglichen Laufen, bis der Sportunterricht endlich vorbei war. Der Sportlehrer erklärte die Bedeutung des Tests. Ich fühlte mich hilflos und musste im Sportunterricht laufen, machte jedoch nur geringe Fortschritte.

Alle meine anderen Noten waren sehr gut, nur im Fach Sport schaffte ich es gerade so, nicht durchzufallen. Als ich hörte, dass die Schule für zwei Monate jeden Morgen ein spezielles Lauftraining angesetzt hatte, war ich am Boden zerstört und fand es gar nicht gut, aber ich brauchte die Note in Sport.

Ich beruhigte mich und suchte im Fa nach Antworten. Dafa wirkte wie ein Spiegel und reflektierte meine Anhaftungen. Ich erkannte meine Faulheit, mein Verlangen nach Bequemlichkeit, und meine Angst vor Anstrengung und beschloss, sie zu überwinden. Anfangs war es unglaublich schwer. Jeden Morgen eilte ich vor 7 Uhr zur Schule. Zuerst lief ich 1000 Meter und ging dann zurück ins Klassenzimmer, um Brot zu frühstücken. Die Schule achtete nicht besonders streng auf die Anwesenheit beim Laufen; es gab eine einfache Anwesenheitsliste, in die sich die Schüler eintragen konnten. Mit der Zeit kam es häufig vor, dass Schüler zu spät kamen, sich für andere eintrugen oder ihre Läufe abkürzten.

Ich dachte, als Dafa-Praktizierender sollte ich den Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht folgen. Ich sollte die volle Strecke laufen und nicht schummeln. Mit diesem einfachen Gedanken hielt ich die zwei Monate des morgendlichen Laufens durch. Schließlich verbesserte sich meine Laufleistung drastisch – von knapp bestanden bis hin zu fast perfekt, eine Transformation, die unzählige Stunden harter Arbeit erforderte. In meiner Sportprüfung erzielte ich Ergebnisse, die meine kühnsten Träume übertrafen. Getragen von der unerschütterlichen Entschlossenheit, die mir Dafa vermittelt hatte, erfüllten sich endlich meine Wünsche.

Auf der Suche nach Antworten im Fa

Ich wurde an einem guten Gymnasium aufgenommen, das die besten Schüler aus aller Welt zusammenbrachte, und meine Klasse gehörte zu den Eliteklassen. Ich spürte einen enormen inneren Druck, da ich befürchtete, dass andere auf mich herabsehen würden, wenn meine Noten nicht so gut wären wie ihre. Die neue Schule, die Umgebung und die Mitschüler setzten mich unter Druck. Der volle Stundenplan und die ausgezeichneten Leistungen der anderen machten mich nervös.

Ich suchte schnell Antworten im Fa und fragte den Meister in Gedanken, was ich tun sollte. Die drei Prinzipien Wahrhaftigkeit, Güte und Nachsicht erschienen vor meinem inneren Auge. Am nächsten Tag handelte ich. Zum Beispiel war ich sehr auf meinen Ruf bedacht und fragte ungern andere, da ich Angst hatte, für dumm gehalten zu werden. Doch als ich andere freundlich fragte, wurde ich nicht herablassend behandelt. Stattdessen gewann ich Freundschaften und Wissen. Während der Schulaktivitäten knüpfte ich engere Beziehungen zu meinen Mitschülern und zeigte meine Freundlichkeit.

Ich dachte an Dafa und reflektierte mein Verhalten im Laufe des Tages. Ich überlegte, ob es Probleme gegeben hatte und was dazu geführt hatte, woran ich festhing und wie ich loslassen konnte. Am nächsten Tag bemühte ich mich sehr loszulassen. Dadurch vervollkommnete ich mich im Dafa und konnte weitere Anhaftungen auflösen, um ein besserer Mensch zu werden. Neben dem Loslassen von Anhaftungen erfuhr ich, was innere Ruhe bedeutet. In den Pausen rezitierte ich auch „Über Dafa“. Das schenkte mir innere Ruhe und half mir, negative Gedanken zu vermeiden. So normalisierte sich mein Schulleben.